Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 23 (1937)
- Issue
- 4 (22.1.1937)
- Date
- 1937-01-22
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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NötliiöVe v#platti16 povulenfe tfädlt poSfc a telegfafov ■v Bfatislave Ä, 41572-111-20 V; b, b xf4.T?-rsltät!ät WIEN. BRATISLAVA 2 fit,;gef vefsemlet fe paf Pßdlteut 22. JÄNNER 1937 י׳ עבט תרצ״ז 23. Jahrgang / Nummer 4 Redaktion and Administration: Wien, 1L, Mäläg. 12a, Telephofl A-46-O-iB; Tschechoslowakei: Bratislava, Republikplatz 37, Rostfach 381 / Blfscheint jeden Freitag / Redaktionsschlnß: Mittwoch Mittag Abonnementpfeise: Ganzjährig: für Oesterreich S 10, Tschechoslowakei KÖ 80, Jugoslawien Binar 180, das Übrige Ausland Schw. Fr. 14. Einzelnummer Öst. Gr. 40. Zahlungen für ״Jüdische Presse“, Wien, auf folgende Post- Sparkassenkonti: Wien Nr. D-93.614, Brilnn Nr. 128.058, Budapest Nr; 50.170, Warschau Nr. 103.316, Zagreb Nr. 40.217, Zürich Nr. vm, 4117, Berlin Nr. 122.619. ORGfln für dig imeRessen Des orthodohgh juDenTums Der Baum Israels Zu Chamischosossortfb’Schwat ״Der Baum, dessen, Frucht von der jüdischen Religion bevorzugt wird und der somit als Baum Israels gelten darf, zeichnet sich von all den anderen seiner Gattung durch dreifache Eigenart aus. Stamm und Frucht sind von den gleichen Säften erfüllt imd gleichen einander in Duft und Geschmack. Er wächst ferner a n jedem Wasser und kann in jeder Gegend gedeihen. Seine dritte Eigenschaft־ besteht darin, daß er nie kahl und leer, sondern das ganze Jahr hindurch blätterreich und mit edlen Früchten voll beladen dasteht.“ (MidrasCh Rabba und Tanchuma zu Emor.) Was für den Baum Israels gilt, trifft auch auf dieses selbst zu. Der Wunderbaum des Judentums, er kann nur die Früchte als die seinen anerkennen, die in Duft und Geschmack, in Wesen und Charakter dem Stamm ähneln. Tief in der G־tteSlehre wurzelt der Stamm und alle Früchte* die er treibt und zeitigt, sie sind nur dann als jüdische Früchte zu werten, wenn טעס עצו ופריו עוין wenn sie das Zeichen ihres Stammes an sich tragen und auf den ersten Blick ihre Quellen, aus der sie Kraft und Wachstum geschöpft haben, verraten. Die von gewisser Seite verbreitete Irrlehre, als ob dieser Baum nicht überall sich in gleicher Weise entfalten könnte, als ob er je nach Zeit, Land und Klima seine Art und Gestalt verändern müßte eder dürfte, wurde von der Geschichte gründlich widerlegt. Nein, er ist גדל על כל מים. Er wuchs im Verborgenen und sammelte Kräfte in der langen Winternacht an■ den Wassern des Nils, ״• er gelangte zur herrlichen Blüte und zeitigte die edelsten Früchte am Jordänflusse,’ er verwelkte und verkümmerte nicht auf kalter, fremder Erde an den Strömen Babels, er wuchs und gedieh in Reinheit und Vollkommenheit ebenso an den Ufern des Rheins wie an der Wolga, ton Po Und an der Tiber nicht minder wie an dev Weichsel und an der Memel. Er wächst und gedeiht überall; überall, unter allen klimatischen und sozialen Verhältnissen sind die Voraussetzungen und Bedingungen für ein thora« treues Judentum gegeben und die, welche behaupten, der Baum müsse, um sich im fremden Klima zu erhalten, Umschnitten, neu gezweigt und gepfropft werden, werden Lügen gestraft auch durch die Geschichte der letzten Jahrzehnte, durch die Männer, die die Gnade G-ttes erstehen ließ, um den Baum zu-hüten und ihn in seiner ganzen Kraft und Blüte den Nachkommen zu übermitteln. Und solche Männer erstanden zu jeder Zeit — oft, da die Not am größten war und alles verloren schien. Denn die Keim- und Triebkraft des Baumes, zu dessen Eigenschaften es gehört, daß פרחיו דרים באלנו משנה לשנה ist unerschöpflich. Immergrün und blätterreich, mit edlen Früchten voll beladen, in Kraft und Schönheit prangend und auch im Winter Kräfte sammelnd, so sehen wir im Geiste den Baum des Judentums jahraus, jahrein. /,Als Israel aus Mizrajim zog“ Zu Schabbos Schiroh ״Und es geschaht als Pharao das Volk entließt da führte sie G-tt nicht den Weg durch das Land der Pilischtim. Denn er ist nahe nnd G-tt sprach; das Volk könnte sich}s überlegen, wenn sie Krieg sähen und zurückkehren nach Mizrajim, G-tt ließ also das Volk abbiegen auf den Weg durch die Wüste zum Schilfmeer; und gewaffnet stiegen hinauf die Kinder Israel aus dem Lande Mizrajim“ ״Als Israel aus Mizrajim zog, das Haus Jakob aus dem fremden Volk“ — da bestand kaum die Gefahr, daß sie Sitte und Kultur ihrer Peiniger in die neue Freiheit mitnähmen. Wie die Knechtschaft war der Zwingherr verhaßt, und wie dieser, seine ganze Lebensart. Haß und daraus geborene Veraohtung boten Gewähr dafür, daß Israel sein äußeres und inneres Dasein nicht nach mizrisch^m k Vorbild einrichten werde. Um so mehr stand zu befürchten, daß die junge Nation in ihrer natürlichen Sehnsucht nach Inhalt und Form sich einer anderen Kultur in die Armee werfen und von ihr Lebensauffassung und Lebensgestaltung lernen könnte. Aus Wolkenhöhe betrachtet, verschwinden aber geringe Niveauunterschiede. Aus der Perspektive der zukünftigen jüdischen Weltanschauung gesehen, waren die übrigen Völker nicht weniger als die Mizrim ״ToewauS“ ־— verabscheuungswürdige Greuel» Die Araber vor der Königlichen Kommission Nachdem schon der Abreisetermin der Königlichen Kommission fixiert •war, hat sich endlich der Oberste Arabische Aüsschuß gnädigst herbeigelassen, vor ihr zu erscheinen. Aber gleich die AüSsäge des ersten arabischen Zeugen zeigte, daß dem Abbruch des Boykotts nicht die geringste positive Bedeutung zukommt.' Die unsachlichen und wahrheitswidrigen Darlegungen der arabischen Führer, ihre überspannt radikalen Forderungen wie ihre intransigente Haltung überhaupt lassen ihr jetziges Reden dem früheren Schweigen gegenüber auch nicht als kleinsten Fortschritt erscheinen. 1־ ' Dennoch gibt die Vernehmung der Araber Anlaß zu ernstem Nachdenken. Und zwar nicht über die Araber selbst, sondern über die Königliche Kommission. ' Die gestrengen, korrekten Herren die es als nicht zur Sache gehörig zuriiclowiesen, •wenn von jüdischer Seite eine Anerkennung der englischen Verwaltung ausgesprochen wurde — haben sich: von den Arabern Dinge sagen lassen, die sie ihren Instruktionen und ihrer Kornpetenz gemäß gar nicht anhören durften. Denn auf Grund des Mandats, das einzig und allein England Regierungsgewalt in Palästina einräumt, ist die Königliehe Kommission ernannt worden und ausschließlich im Rahmen dieses Mandats liegen;auch deren Aufgaben —• desselben Mandats, dessen Gültigkeit die arabischen Führer, ohne daß ihnen das Wort entzogen worden wäre, ehen zur Gänze anfochten. Nachdem die vornehmen Gentlernen von den Arabern monatelang ignoriert •wurden — was bei den der Kommission zustehenden richterlichen Befugnissen leicht zu verhindern war — hat sie, die Kommission, sich jetzt also, ihre, ganze, Existenzberechti- , gung absprechen, hat sie dar über׳ hinaus auch' die Rechtmäßigkeit des englischen Regimes überhaupt bestreiten lassen. Es trägt durchaus nicht dazu bei, das Vertrauen in die Kommission zu stärken, daß sie es unterlassen hat, die ׳Araber nachdrücklichst darauf aufmerksam , zu machen, daß ein Gedankenaustausch zwischen Kommission und Arabern nur denkbar is,t, wenn beide sich auf den Boden des-Mandats stellen; daß ,ferner das äußerste Recht, das der Kommission und selbst der englischen Regierung •zusteht, das der Interpretierung des Mandats ist, und daß schließlich das einzige Forum, wo das Mandat als solches zur Diskussion gestellt werden könnte, der Völkerbund ist, der es übrigens auch nicht einseitig aufzuheben vermöchte, da es doch so etwas Wie einen Vertragspartner, eben die Juden, gibt.. Die Kommission hat die arabischen Zeugen nicht in diesem Sinne Die Bern Ueber die Vernehmung des Mufti von Jerusalem Haj Amin el Husseini durch die Kgl. Kommission ist unserer vorwöchigen Meldung hinzuzufügen: Der Mufti begann seine Aussage mit Aufklärungen über Zusammensetzung und Wesen des Obersten Arabisehen Ausschusses. Unter der Führung dieses Ausschusses •werde von den Arabern Palästinas die nationale Unabhängigkeit angestrebt. Die Balfour-Deklaration stehe im Widerspruch zu den früheren, den Arabern gegebenen Versprechungen, und sei auch unvereinbar mit dem Artikel 20 des Völkerbundspaktes. Der Vorsitzende der Kommission, Lord Peel, unterbrach den. Mufti mit der Frage, welche Verpflichtungen der erwähnte Artikel 20 enthalte. Der Mufti blieb die Antwort schuldig. Der Mufti •wandte sich nunmehr einer Kritik an der Handhabung der Mandatsbestimmungen durch die Palästina-Regierung zu. Bei diesen Ausführungen wurde belehrt. Was Wunder, wenn Auni Bey Abdul Hadi, Sekretär des Obersten Arabischen Ausschusses und Leiter des zentralen Streikkomitees, bei Erörterung des Problems der Konzessionen zu erklären sich erkühnte: ״Es ist erst die Frage, ob die Regierung das Recht hat, solche zu gewähren"? Um die einheitliche Linie zu wahren, •werden vom Obersten Arabischen Ausschuß' ihm nicht ׳genöhme Persönlichkeiten nicht, vor die Königliche Kommission gelassen. So der frühere Bürgermeister von Jerusalem, Ragheb Bey' Nasha'shibi, der sich unter diesen Umständen veranlaßt sah, seine! gemäßigte ״Verteidigungspartei“ auf-: zulösen und sich Vom politischen Lehen zurückzüziehen. Anderseits hat aber die ■Königliche Kommission, wie gesagt, das Recht, jedermann vorzuladen, und die Macht,* ihn zum * Erscheinen' zü zwingen. Daß* *sie davon keinen Gebrauch -macht, ist ebenfalls nicht danach angetan, den Glauben an ihre Objektivität zu festigen. .* Ueber dieses :merkwürdige Verhalten der Kommis•: sion täuscht auch die Einvernahme nicht hinweg, in der die arabischen Zeugen ein klägliches ,Schauspiel boten. Das ist weniger der Schärfe des Verhörs zuzuschreiben, als. der erbärmlichen Argumentation der Araber, die sogar beim kindischen Märchen vom Bau des Salomonischen Tempels an Stelle der Omarmoschee Zuflucht, suchten. Die Unstichhältigkeit und Verlogenheit, der Bekundungen der Araber spricht mehr gegen sie, als die treffendste jüdische Darlegung es je vermöchte. Dennoch dürfte sich ihre Stellung bei der Königlichen Kommission, kaum verschlechtert / haben. .;, ״Rights ör •wrong, :my. couiitry!" sägt der Engländer. Recht oder Unrecht — es geht um mein Land! Die Interessen dieses Landes er-־ fordern aber augenblicklich aus innerimperialen und weitpolitischen Gründen ein gutes Verhältnis Englands mit den Arabern. Für die Mitglieder der Königlichen Kommission, die nicht, nur Engländer sind, sondern auch als Engländer die Lage zu beurteilen haben, werden• wohl die indischen Mohammedaner, die arabischen Staaten und die italienische Rivalität bedeutsame Momente zugunsten der arabischen Sache sein, die durch‘ deren schlechte Vertretung an Gewicht kaum verlieren^ dürften. ׳; Unter diesen Umständen •' und beL solchen Aussichten gilt es für1'־die Juden mehr denn je ,‘seit Verkündüng der Balfour-Deklaration, alle Kräfte und Zähigkeit zusammenzunehmen, damit das g-ttliche und menschliehe, das historische und vertragliche Recht auch recht behält. . ‘׳ ׳ ׳ י e. g. ehmung der Mufti wiederholt von den Mitgliedern der Kommission unterbrochen, die ihn aufforderten, seine schweren Anklagen gegen die Juden zu beweisen. Der Mufti versprach, die ׳ verlangten Beweise später (!) zur Verfügung zu stellen. Er erklärte, er sei im Besitz eines Schreibens des Oberrabbiners von Rumänien, in dem die Wiederherstellung des Salomonischen Tempels gefordert wird. •Bei der Erörterung der Bodenfrage mußte der Mufti zugäben, daß die Araber den Boden aus freiem Willen verkaufen und hierbei unter keinerlei Zwang handeln. Zu den politischen Forderungen der Araber bemerkte er, daß Palästina die gleiche Unabhängigkeit wie die übrigen arabischen Länder genießen solle. Zwischen der Mandatarmacht und dem arabischen Palästina solle ein Vertrag geschlossen werden, wie er mit den anderen arabischen Ländern in Kraft sei. Nach dem Mufti wurde, als zweiter arabischer f Zeuge, der Sekretär des •Obersten Arabischen Aus- Darum ״geschah es, als Pharao das Volk entließ, ולא נחם א׳ דרך ארץ פלשטים da führte sie G-tt nicht den ״Derech-Ere zfs, den Lebensweg der Pilischtim; כי קרוב הוא*, denn er ist letzten Endes nahe und verwandt dem der Mizrim. ״Und G-tt sprach, das Volk könnte sich’s überlegen angesichts•h des Kampfes, zu dem das Leben den Menschen herausfordert, und zurückkehren in ein; —• geistiges — Mizrajim.“ Ist doch schließlich jede Kultur mr das Fazit des Kampfes, den der Mensch gegen äußere Widerstände und innere Hemmungen führt. ״G-tt ließ also das Volk abbiegen auf den Weg durch die Wüs te“, wo es —'• unverdorben von entarteter Moral und unbeeinflußt von, fauler Kultur — bleiben konnte; und das war es, was die Kinder Israel gewaf f ne tu nd. gewappnet machte, als sie ״hinaufstiegen“, jawohl, hinauf stiegen aus dem Lande Mizrajim. Auch heute, wenn jüdische Menschen aus der Knechtschaft der verschiedenen modernen Mizrajim ziehen, sich eine freie Heimstätte zu errichten, werden sie di#s nicht nach fremdem ״Derech-Erez“ tun dürfen, sei er welcher Provenienz immer. Sind doch im Grunde die einzelnen Spielarten der abendländischen Kultur einander ״nahe und verwandt“, einer ,JCultur“, aus der heraus die ״Toewaus“ dieser Zeit geworden sind. Und dabei ist es diesmal gar nicht nötig, ״abzubiegen auf den Weg durch die Wüste“; ausgefüllt vom g-ttlichen Auftrag, der damals an Israel ergangen ist, im Bewußtsein des wahren Sinnes dieser Welt — wird der jüdische Mensch gewaf fnet und gewappnet ״hinaufsteigen aus dem Lande Mizrajim“. Cffliistiges Angebot Erstklassige Perücken in prima Ausführung Wien V Kärntnerring Telephon U*430״ Seit, solange der Vorrat reicht