Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 22 (1936)
- Issue
- 41 (4.12.1936)
- Date
- 1936-12-04
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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m. 41י Seit* 3 Die Arbeiten der Nachdem die Mitglieder der (Kgl. Kommission von ihrer Reise durch Nordpalästina zufückgekehrt sind, hielt die Kommission unter dem Vorsitz von Lord Reel ihre zweite Öffentliche ■Sitzung am Dienstag, den 24. Novemher, ab. Es wurden Fragen der Bodenpolitik behandelt. Die Kommission vernahm als ersten Zeugen zu diesem Gegenstand den Vi2edirektor des Land-Departements der Palästina-Regierung, Morris Benett. Dann wurde der Leiter des Bewässerungs- Departements der Palästina-Regierung, Douglas Andrews, vernommen. Lord Peel stellte an ihn die Frage, was die, Palästina-Regierung getan habe, um der Jewish Agency bei ihrer kolonisatorisehen Tätigkeit zu helfen. Der Zeuge erwiderte, daß die Regierung der gesamten Bevölkerung Palästinas in Bodenangelegenheiten helfe. Sie mache Bodenforschungen und helfe auch der jüdischen Landwirtschaftlichen Station in Rechowot. Andrews gab unter anderem auch an, daß die Regierung für die Wiederansiedlung von Arabern, die ihr Land verloren haben, guten Boden in der Nähe von Bet Schaan in der Nachbarschaft der blühenden jüdischen Kolonien im Emek Jesreel zur Verfügung gestellt hat. Die Araber wollten aber nicht auf dieses Land kommen; sie sagten, das Klima gefällt ihnen nicht. In Wirklichkeit ist das Klima dort sehr gut. Weizmann erscheint Mittwoch, den 25. November, wurde der Präsident der Jewish Agency und der Zionistischen Organisation, Dr. Chaim Weizmann, von der Kgl. Kommission vernommen. Entgegen den Erwartungen׳ machte er seine Aussagen in öffentlicher Sitzung. Dr. Weizmann begann seine Darlegungen mit einer Erklärung der bestehenden Bindung zwischen jüdischer Bevölkerung Palästinas, Judenheit und Exekutive der Jewish Agency. Er ging dann ausführlich auf die י tragische Lage der Juden in der Welt ein. Er schilderte die Not der Juden in Europa und zog Vergleiche mit der Lage der Judenheit vor zwanzig Jahren. Während es damals' eine große Auswanderung, insbesondere nach den Vereinigten Staaten, gegeben hat, sind jetzt alle Tore der Welt verschlossen. In diesem Zusammenhang erörterte Dr. Weizmann ausführlich die. Lage der Juden in Polen. Weizmann legte sodann ausführlich dar, daß die Arbeit der Juden in Palästina die arabische Wirtschaft und die arabischen Arbeitsverhältnisse in keiner Weise beeinträchtige, im Gegenteil, im Gefolge der jüdischen Anstrengungen sei auch die arabische Wirt- Schaft zum Aufblühen gebracht worden, die Arbeitsverhältnisse der Araber sowie der Lohn- und Lebensstandard hätten sich sehr wesentlich gebessert. Dr. Weizmann gab eine Aufzählung und Wertung aller Errungenchaften Palästinas seit Beginn der jüdischen Arbeit in diesem Lande. Dr. Weizmann kam dann auf das bekannte ,arabischjüdische Freundschaftsabkommen zu sprechen, das er seinerzeit mit König Feisal abgeschlossen hat, und1 sagte unter anderem, daß die Juden auch heute noch zur Freundschaft mit den Arabern bereit seien. Zur Frage der Einwanderung führte Dr. Weizmann aus, die Juden billigten das Prinzip der Wirtschaftliehen Aufnahmefähigkeit, aber dieses ■Prinzip muß gerecht angewendet werden. Eine wichtige Erklärung gab Dr. Weizmann über die Geltung, der Balfour-Deklaration für Trans- Jordanien ab. Vom Erlaß der Balfour-Deklaration im Jahre 1917 bis zum Jahre 1922, also ganze fünf Jahre, ist Transjordanien in die Balfour-Deklaration einbezogen gewesen. Das ganze Land — Zisjordanien und Trans- Jordanien -— ist uns als das Land zugesichert worden, das für eine kompakte jüdische Kolonisation, für den Aufbau des Jüdischen Nationalheims in Frage kommt. Und׳ nur aus Gründen, die Sir Herbert Samuel (der ehemalige High Commissioner) allein bekannt sind, ist Transjordanien von Palästina abgetrennt worden. Im weiteren Verlauf seiner Darlegungen verlangte Dr. Weizmann eine dynamische und aufbauende Politik der Regierung, die das Mandat dahin interpretieren solle, daß der jüdische Aufbau erleichtert werde. Die Vernehmung Weizmanns wurde am Donnerstag in nichtöffentlicher Sitzung fortgesetzt. Landwirtschafts־ und Erziehungsfragen. Bei der am 27. November von der Kgl. Kommission abgehaltenen öffentlichen ■Sitzung gaben der Leiter der Regierungsabteilung für Land- und Forstwirtschaf t,־ Morley T. Dawe,und der.Leiter der Abteilung für Erziehungswesen, Humphrey E. Bowman, Auskünfte aus ihrem, Fachgebiet. Infolge Erkrankung von Lord Peel führte diesmal Sir Horace Rumbold den Vorsitz. Der Leiter der Landwirtschaftsabteilung ging insbesondere auf die Probleme der Zitruskultur in Palästina ein. Er erklärte, daß 71/2 Dunam Zitrusboden als Existenzgrundlage ausreichend seien und dem Werte von 100 Dunam sachgemäß bearbeiteten Getreidebodens entsprächen. Morley T. Dawe führte weiter aus, der Juden gehörende Plantagenboden sei 153.000 Dunam, der Plantagenboden der Araber 147.000 Dunam groß. Auf 475.000 Ipunam Boden wird Olivenkultur gepflegt. Im Staatliehen landwirtschaftlichen Rat arbeiten Juden, Araber und Regierungsbeamte harmonisch zusammen. Direktor Humphrey E. Bowman gab einen Ueberblick über das palästinensische Erziehungswesen, wobei er zugeben mußte, daß die Regierung für das jüdische Erziehungswesen sehr wenig leistet. Der Beitrag der Regierung macht nur einen sehr kleinen Teil des jüdischen ׳Schulbudgets aus. Auf die Frage Prof. Copelands, warum den arabischen Kindern nicht Hebräisch beigebracht . wird, wo doch in den hebräischen Schulen Arabisch gelehrt wird, erwiderte Bowman, er gebe zu, daß dies nicht in Ordnung sei. Den Unterschied des jüdischen und des arabischen Bildungsniveaus kennzeichnete Direktor Bowman durch die Feststellung, ׳daß die jüdischen Kinder zu vollen 100 Prozent die Schule besuchen, während dies nur bei 28 Prozent der arabischen Kinder zutrifft. Vertreter der Jewish Agency sagen aus, Am Montag erschienen in öffentlicher Sitzung die Mitglieder der Exekutive der Jewish Agency Mosche Shertok und Dr. Werner Senator und gaben einj gehende Bekundungen zum politischen und Wirtschaftliehen Problem der jüdischen Einwanderung im Zusammenj JüOlSGfiC PSüSSi Kgl. Kommission hang mit der Aufnahmefähigkeit des Landes für neue Einwanderung. Die Araber besinnen sieb... Aus arabischen Kreisen verlautet, daß sich die Opposition gegen den Beschluß des Obersten Arabischen Ausschusses, die Kgl. Kommission zu boykottieren, immer mehr verstärkt. Die Vertreter der arabischen Herrscher, namentlich der Delegierte von Ibn Saud, haben den Ausschuß aufgefordert, den Boykottbeschluß zurückzurufen. Auch die palästinensischen Fellachen wünschen, daß man der Kommission Bitten hinsichtlich Budget und Steuern überreiche. * Die Agddas Jisroel ah die Kgi. Kommission Die Arbeiten der Königl. Kommission wickeln sich in der vorgesehenen Ordnung ab. Die Mitglieder der Kommission bereisen das Land und widmen bloß einige Tage der Woche der Anhörung der geladenen Parteien- Vertreter und Zeugen. Die Aussagen erfolgen teils in öffentlicher und teils in geschlossener Sitzung, je nach Wunsch des Zeugen. Die Agudas Jisroel hat sofort nach Eintreffen׳ der Königl. Kommission dieser ein ausführliches Expose überreicht, welches die allgemeine Lage im Heiligen Lande und die speziellen Forderungen der glaubenstreuen Judenheit behandelt. Ausgehend von den historischen Rechten, die dem jüdischen Volk auf das Heilige Land zustehen, und unter Hinweis auf das von England gegebene Versprechen, die Errichtung eines jüdischen Nationalheimes in Palästina zu ermöglichen, gelangt die Denkschrift zu einer eingehenden Darstellung der erschütternden Lage der Juden in allen Ländern der Diaspora. Diese Umstände fordern gebieterisch die Ermöglichung einer breitesten jüdischen Einwanderung, die die Regierung sonderbarerweise bisher ohne jeden Grund einzuschränken, bemüht war. Unter den Forderungen der .glaubenstreuen Judenheit wird mit Nachdruck auf die Notwendigkeit der Anerkennung selbständiger orthodoxer Gemein den hingewiesen. Weiter• beklagt die Denkschrift die bisherige Haltung der Regierung hinsichtlich der Ge- Währung von ׳Subventionen ■aus der Budgetpost Unterrichtswesen. Während die arabischen Schulen׳ zur Gänze von der Regierung erhalten werden und alle zionistischen Schulen pro Schüler einen Jahres- Zuschuß von 1 Pfund bekommen, wurde den agudistisehen Schulen der Staatsbeitrag bisher versagt. Die Regierung verlangt Aenderungen in der Gestaltung des Unterrichtsprogi־amms, ohne ׳berücksichtigen zu wollen, daß die Fundamente der Glaubenstreue im Unterricht in den agudistischen Schulen gar keine Aenderung vertragen. Die Denkschrift geht dann auf die Fragen der Sabbath ruhe.ein und verweist auf die Bestimmungen des Mandats, welches die ׳Regierung 1 verpflichtet, die Religionsgebote der Einwohner zu würdigen und zu berücksichtigen. Im Gegensatz zu diesen Bestimmungen zwingt die Regierung die im Post- und Bahndienst beschäftigten jüdischen Beamten,, auch an Sabbathen und jüdischen Feiertagen den Dienst zu verrichten. Die Organe der Regierung zeigen auch gar kein Verständnis für den Opfermut jener Kreise der glaubenstreuen Jugend, die Sabbath für ׳Sabbath sich mit großem Kraftaufwand für die Schließung jener Läden einsetzen, deren Inhaber in sträflicher Nachlässigkeit die Religionsgebote übertreten. Statt jene zurechtzuweisen, erhalten die Funktionäre der ״Mashire Schabbos“ schwere Strafen und werden wie gemeine Verbrecher behandelt. Das Memorandum kommt schließlich auf die ungenügende Beschäftigung jüdischer Arbeiter bei Regierungsaufträgen zu sprechen, um am Ende mit allem Nachdruck zu verlangen, daß die Ein- Wanderung von Rabbinern und Bachurim wieder in weitaus größerem Maße zugelassen werde. Menachem Glikman-Porusch. Ein Einwanderunpsplan besteht nicht Die vor kurzem in der amerikanischen ׳Presse aufgetauchte Meldung, es sei von der' Palästina-Regierung ein Plan ausgearbeitet worden׳, demzufolge die E i n- Wanderung nach! Palästina in Zukunft so geregelt werden! soll, daß ein bestimmtes, zahlenmäßiges Verhältnis zwischen Juden und Arabern gewahrt bleibt, ist durch die Antwort, die Kolonienminister Ormsby-Gore im Unterhaus auf eine entsprechende Anfrage des Abgeordneten Captain Cazalet gab,, offiziell dementiert worden. In der gleichen Sitzung wurden auch andere Anfragen über Palästina vom Kolonienminister beantwortet. Araber-Terror lebt wieder auf Die Aktionen der arabischen Terroristen, die eine Zeitlang geruht haben, leben wieder auf. In der Altstadt von Jerusalem ist ein 45jähriger Jude, der Milchhändler Josef Hamburger, von einem Araber angeschossen und schwer verwundet worden. Auf zwei ältere sephardische Juden׳ sind in einer der jüdischen Gassen der Jerusalemer Altstadt zwei Schüsse abgegeben׳ worden, die jedoch ihr Ziel verfehlten. In Haifa gaben Araber auf den aus Polen eingewanderten 60jährigen Beer Bernhard!Schüsse ab und verletzten ihn׳ schwer. Auf dem Lande haben bewaffnete Terrorbanden verschiedene Ueberfälle — darunter auch auf Polizei — verübt. Neueröffnet I BUDAPEST Neu eröffnet! $ PENSION KARMEL Sary Frledmann unter Aufsicht des ehrw. Rabbinates der orth. Israel, Kultusgemeinde Budapest in schönster Straße des herrlichen Budapest AND R ASSYST RASSE 43 Hochelegante Zimmer, X- und 2-bettig — Fließendes Kaltu, Warmwasser — Zentralheizung — Eleganter, großer Speisesaal -ל- Bürgerliche Preise ׳יי Pauschalarrangements. Telephon 12-89-67 tlpr'v«»* w4»cl»<> iJ») x»■WmtkeJ&H Die D anzi g e r Nationalsozialisten haben in den lernen *Tagen die Propaganda für Boykott der da den erheblich verschärft. Die kleinen Landwirte and Arbeiter werden durch Terrormittel daran gehindert, bei Juden zu kaufen oder Juden etwas zu verkaufen. Den Arbeitern, Minderbeschäftigten und Arbeitslosen wird gedroht, daß man ihnen die Winterhilfe entziehen wird, falls sie bei Juden kaufen. Einer Meldung aus Kairo zufolge hatte die englische Regierung dem früheren Khediv e n von Aegypten, Abbas Hilmi Pascha, die Einreise nach Palästina mit Rücksicht auf die Lage im Lande nicht gestattet. Einer Abordnung des Zentralverbandes der jüdisehen Kaufmannschaft wurde bei der Besprechung mit den zuständigen Stellen im polnischen Landwirtschaftsministerium erklärt, daß zu den Ausführungsbestimmungen für das neue S chlachtungsge setz demnächst Instruktionen veröffentlicht werden würden, die eine weitherzigere Auslegung der betreffenden Bestimmungen ermöglichen. In vielen Teilen Palästinas haben sich U nwetterkatastrophen ereignet. Große Sturmfluten und Wolkenbrüche richteten schwere Verioüstungen an. Das Unwetter hat sogar einige Todesopfer gefordert. Fünf Personen kamen ums Leben. In Jaffa, Tel-Aviv und Jerusalem stehen zahlreiche Strafen unter Wasser. Wie der J.-T.-A.-Vertreter von autoritativer Seite erfährt, werden zur Zeit von der Kopenhagener jüdis chen Gemeinde Bemühungen unternommen, um ein ausreichendes Einfuhrkontingent von Koscherfleisch nach Deutschland zu erlangen. Das Ergebnis ist erst nach Beendigung der Verhandlungen zwisehen Dänemark und Deutschland über ein neues Handelsabkommen zu erwarten. Das Zentralkommando der britisehen Truppen im N ahen Osten wird nun nach dem Abschluß des englisch-ägyptischen Vertrages von Kairo nach J e rus ale m verlegt werden. Das Kommando wird den offiziellen Titel ״Britisches Zentral-Militärkommando für den Suez-Kanal in Jerusalem“ führen. Der Jahreskongreß der Nationalistischen Partei von Transvaal (Südafrika) beschloß, Juden aus der Partei auszuschließen. , Die Stadtgemeinde Tel-Aviv hat vor einigen Tagen die letzte Rückzahlun g auf die ihr 1929 von der Barclays Bank gewährte Anleihe von 111.500 Pfund geleistet. Aus J affa wird eine verstärkte kommunis t is che Tätigkeit arabischer Extremisten gemeldet. Kommunistische Agitatoren werden über das ganze Land ausgesandt, um die arabischen Arbeiter gegen die Juden zu organisieren. Auf der Tagung der Forschungsabteilung J udenfrage des Reichsinstituts ffir Geschichte des neuen Deutschland hielt eine Reihe von Universitätsprofessoren und Gelehrten Vorträge über Probleme des Judentums, in denen sie den Versuch unternahmen, den gewohnten antisemitischen Krakeelereien ein fadenscheiniges Wissens chaf tli che s Mäntelchen umzuhängen. Das Brasilianische Konsulat in Warschau hat von der Brasilianischen Regierung dAe telegraphische An- Weisung erhalten, in Zukunft keine Visen an jüdisehe Auswanderer zu erteilen, die sich in Br asilien als landwirtschaftliche Arbeiter betätigen wollen. In einer Ansprache bei einem Diner des Devonshire Club sagte der Bis cho f von London u, a.: ״Wohl sind die Juden unter der Bevölkerung von London East nicht populär, aber es ist gerade ihre Tugend, die sie unpopulär macht. Sie geben ein großes Beispiel der Elternliebe, Sparsamkeit und Nüchternheit. Ich. erkläre, daß ich während meiner 41jährigen Tätigkeit in London nichts so Niederträchtiges erlebt habe wie die Angriffe gegen die Juden im Osten von London. Der Gauleiter Julius Streicher befahl samtliehe Steuereinschätzungsbeamten und Exekutoren des Bezirks Franken zu einer Versammlung, in der er ihnen Instruktionen gab, wie man sich der Juden mit Hilfe der administrativen Maschine entledigen könne. Man müsse die Steuerschraube gegen die Juden mit äußerster Rü ckis cht slo si g keit ansetzen, um möglichst viele Millionen Mark Deutschland wieder zu retten. Auf einem in Privatbesitz befindlichen Gebiet von 2500 Dunam in Palästina sind die Vorbereitungsarbeiten für landwirtschaftliche Ansiedlung begonnen worden. Es soll hier eine neue Siedlung unter dem Namen Kirjat S chm ueT entstehen. Die neue Kolonie liegt nicht weit von Beer Tuwia. Der High Commissioner ließ mit Rücksicht auf die Dürre, die im vergangenen Jahr in verschiedenen Landesteilen herrschteי unter den armen Fellachen 84.OOO Pfund als Darlehen zum Einkauf von Winter- Saatgut verteilen. _ Das Gericht in Chur (Schweiz) hat den Essener Nazianwalt Dr. Grimm, einst Verteidiger in Fememordprozessen, als Vertreter der Frau Gustloff im Prozeß gegen David Frankfurter unter folgenden Vorbehalten zugelassen: Grimm darf weder über die Schüldfrage, noch über die politische Seite des Prozesses plädieren; das Gericht akzeptiert Grimms An~ gebot, nur 15 Minuten und nur in einer Replik zu sprechen. Der Her zo g von Ke nt, der Bruder König Eduards VIII., besuchte vor einigen Tagen e%n jüdis ches Altersheim in Wandsworth. Er ließ sich von der Leitung des Heimes sämtliche Einrichtungen zeigen und unterhielt sich mit verschiedenen Insassen. Englische Tageszeitungen bringen Bilder von dem Besuch des Herzogs, die ihn inmitten der Leitung des Heims und im Gespräch mit einer kranken Insassin zeigen. Die Warschauer und Krakauer Ad* vokatenkammern haben die von den Nationaldemokraten beantragte Einführung des Arierparagraphen ab g elehnt. Sieben Juden, unter ihnen drei Mädchen, die versucht hatten, die Grenze nach Palästina vom Norden her zu überschreiten, wurden verhaftet. H. Grün, II., Taborstraße 8 b, Telephon ft-42-3-66, Atelier für feine Herrengarderobe, E