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Jüdische Presse · 1936-10-16 · 35 (16.10.1936) · page 4

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Journal
Jüdische Presse
Volume
22 (1936)
Issue
35 (16.10.1936)
Date
1936-10-16
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Miß 4 m« mmm Nr. m FD D R■* wX Rabbi Eta«er Nenfefd צ׳ל( Im patriarchalischen Alter von neunzig Jahren starb in Wien der allseits geschätzte Rabbi Elieser Neüfäid s. Z. 1., einer der wenigen überlebenden ׳Talmidim des Ksaw Sofer; Rabbi Elieser Neüfeld hat Jahrzehnte hindurch zum Wöhle der Wiener Orthodoxie als Melamed gewirkt und es verstanden, durch sein Verbild als Zaddik und durch seine wunderbare Lehrmethode Hunderte Schüler zu thorabeflissenen Jereim heranzubilden. Sein Sohn, Reb Aron Neufeld, genießt als großer Talmid Chochom allgemeine Sympathie. המקום ינחם אוחו Josef Herzfeld ע״ה Ein junges Mitglied ist von uns gegangen. Eine Lücke im Kreise seiner Freunde ist entstanden. Väterlicherseits früh verwaist, hat ihm, Josef Herzfeld s. A., seine Mutter eine streng jüdische Erziehung angedeihen lassen. So war es selbstverständlich, daß er als ganz junges Kind in die Wiener Agudas-Jisroel-Jugend — B-Gruppe — eingetreten ist und ganz der Jügendgruppe gehört hat. täglich hat er an den Schiurim teilgenommen und sein höchstes Glück bei seinen Freunden in der Jugendgruppe gefunden. Bei der Lewajoh sprach vor den Toren der Jugendgruppe der Präsident Herr Jakob Teitelbäum, bei der Kwuroh hielten Herr Emanuel Hönigsbeer und nachher sein Jugendfreund Schick ergreifende Nachrufe. Unsere und aller Kreise Teilnahme wendet sich der schwergeprüften Mutter und den Geschwistern zu. תנצב׳ח Frau Taube Hfrsdt ITV Sonntag, den 4. Oktober, verstarb in Mattersburg nach kurzem Leiden im Alter von 83 Jahren Frau Taube Hirsch, eine überaus fromme, allgemein geachtete Matrone. Nach ihr trauern zwei Töchter, Frau David Sobelmann, Mattersburg, und Frau Gdza Stern, Sopron, sowie zahlreiche Enkel und Urenkel. Vereinsnachrichten Agudas-Jisroel-Mädchengruppe, Wien Schabbos Parschas Noach beginnt wieder die Vortragsreihe der Agudas-Jisroel-Mädchengruppe um halb 11 Uhr vormittags im Lokale der Wienea, II., Obere Donaustraße 91. Frau Ernestine Bondi eröffnet den diesjährigen Vortragszyklus. Wir bitten alle unsere Mitglieder, regelmäßig und pünktlich unsere Vorträge und Kurse zu besuchen und auf diese Weise ihr Interesse an unserer Arbeit zu zeigen. Schabbos-Ausgang um 8 Uhr beginnt Herr Doktor Bogner einen Tefilloh-Kurs. Alle übrigen Kurse werden beim Schabbosvortrag bekanntgegeben. Unser neues Mädchengruppenlokal befindet sich II., Herminengasse 10 (Milqhhalle Deutsch). w Winteraktion der Agudas-Jisroel- Jugendorganisation Kann dem jüdischen Menschen, der ein Herz für die Not seines Nächsten hat, ein angenehmes Wohnen in seinem gutgeheizten Heim, die warme Kleidung und!Speise behagen, wenn er weiß, daß in ganzen Gegenden eine ungeheuer große Anzahl von jüdischen Brüdern und Schwestern hilf- und schutzlos der grimmigen Kälte ausgesetzt sind? Die Not der jüdischen Massen in Podkarpatskä Rus ist unbeschreiblich. Ist hier nicht eine wahre soziale Tat am Platz? Wird nicht jeder Jude sein Scherflein dazu beitragen wollen, um diesen Bedürftigen eine rasche Hilfe angedeihen zu lassen? Wie in den Vorjahren, führt die Jugendorganisation der Agudas Jisroel auch heuer eine Winteraktion durch, die darin besteht, abgetragene Kleidungs־ stücke und eventuelle Geldspenden zur Beschaffung von Beheizungsmaterial zu sammeln und sie in Podkarpatskä Rus zu verteilen. In jedem jüdischen Haus werden sich verschiedene Kleidungsstücke, Wäsche u. dgl. vorfinden, die, für eigenen Gebrauch schon nicht verwendbar, den Armen in Podkarpatskä Rus dazu verhelfen können, ihren dürftig bekleideten Körper vor dem kalten Wetter zu schützen und so vor Krankheit zu bewahren. Pakete mit solchen Kleidungsstücken oder Geldspenden für diese Winteraktion werden von jeder Jugendgruppe der Agudas Jisroel zur Weiterbeförderung entgegegenommen und können, sofern eine solche im Ort nicht besteht, direkt an die Zentrale: Bratislava, Postfach 140, Näm. Republiky 37, geschickt, bzw. auf Postsparkassenkonto Nr. 5346 überwiesen werden. BEKIZZUR.. * — KoSice: Der Sohn des hiesigen Gemeindenotars, Herr E. I. Wiesenberg, Schüler der Jeschiwos Nitra und Frankfurt, der derzeit in London als bahnbrechender Pionier des dortigen gesetzestreuen Judentums tätig ist, hielt hier einen Vortrag, für den er reichen Beifall erntete. — Senica: Am Schmini Azeres fand, wie alljährlich, die Wahl des Chewra-Kadischa-Vorstandes statt, bei der die Herren H. ,Schlesinger zum Präses, I. Schönbrunn und M. Winter zu weiteren Mitgliedern des Vorstandes gewählt wurden. — Dun. Streda: Am zweiten Tag Chol Hamoed fand die ordentliche Generalversammlung der hiesigen Jugendgruppe der Agudas Jisroel, die sich dank der Förderung ihrer Tätigkeit seitens des ehrw. Herrn Ortsrabbiners vorzüglich entwickelt, bei großer Teilnahme von Mitgliedern und Gästen statt. Personalnachrichten Frau S, Frischmannעיח. Xu 2abokreky verstarb dieser Tage die Frau des ehemaligen Qberrabbiners "von Vitenc, Frau S. Frischmann, im Alter von 76 Jahren. Sie wurde am Wirkungsort ihres sei. Mannes bei großer Beteiligung zu Grabe getragen. In Zabokreky verabschiedete sie der ehrw. Herr Oberrabbiner B. Reich in einem tiefergreifenden Hesped, in ■vyelchem er die bervorragenden Eigenschaften der Verblichenen, deren Söhne, und Schwiegersöhne Jereim und Talmide Chachomim sind, schilderte, UNGAR N (Von 1Unserem Korrespondenten) Unter dem Deckmantel des Kampfes gegen den Bolschewismus kam es m B<5ltvadkert, wie auch in Budapest zu Ausschreitungen gegen Juden, ln der ungarischen Hauptstadt haben antisemitische Studenten die Fenster der Hauptsynagoge in der Tabakgasse mit Steinwürfen zertrümmert. Wie weit die Verwirrung der Geister gediehen ist, beweist ein Antrag des Stadtverordneten Dr. Ladislaus Gidrö, Welcher nicht Weniger als den Ausschluß der Atheisten, Kommunisten und . . . ofthodoxen Juden vom Wahlrecht verlangt. Innerhalb der sog. Status-quo-ante-Gemeinden Ungarns ist eine Bewegung im Gange, deren Zweck der A n- Schluß an die neologe Landesorganisation ist. Es be- Wahrheitet sich also der Standpunkt unserer Gedaulim, die in diesen, den Deckmantel des Konservativismus tragenden Gemeinden, stets eine Abart der Neölogie gesehen haben. * Der jetzt verstorbene ungarische Ministerpräsident Julius v. Gömbös hat in seiner Antrittsrede im Abgeordnetenhaus Über die. Judenfrage folgende Aeußerungen getan: ״Ich will konfessionellen Frieden nicht nur der katholischen und der protestantischen Religion, sondern auch dem Judentum gegenüber. Ich will an dieser Stelle aufrichtig vom Judentum sprechen. Was die Judenfrage betrifft, erkläre ich offen, daß ich meinen alten, Standpunkt revidiert habe. Jenen Teil des Judentums, welcher mit der ungarischen Nation Schicksalsgemeinschaft kennt, will ich ebenso als meinen Bruder betrachten, wie meine übrigen ungarischen Brüder. Ich habe im Kriege die jüdischen Helden gesehen, die tapfer, "heldenmütig mit den, Christen zusammen gekämpft haben und sogar goldene Tapferkeitsmedaillen gewonnen haben. Ich weiß, daß sie ihre Truppen tapfer und heldenhaft geleitet haben. Ich kenne jüdische Führer, die mit mir zusammen für das Glück Ungarns, für das Glück der Nation und eine bessere Zukunft gebetet haben.“ Die Pester isr. Kultusgemeinde hat eine Sammlung zugunsten der nach Palästina ausgewanderten ungarisehen Juden eingeleitet, die — wie der Aufruf der Gemeinde verkündet — zu Hunderten darben und gerne heimkehren möchten. Die Vereinigung der ungarischen Zionisten ist über diesen Aufruf sehr empört und erklärt, daß die Behauptungen der Kultusgemeinde unwahr wären. Die Kultusgemeinde beantwortet diese Erklärung mit Sticheleien über die Bedeutungslosigkeit der zionistischen Arbeit in Ungarn und fügt hinzu, daß die Aktion der ungarischen Orthodoxen zugunsten der Kolelim von viel größerem Erfolg begleitet war als die Arbeit der Zionisten. (Von unserem Korrespondenten) Es gibt auch Lichtpunkte in Rumänien, das ifti Spiegel der ausländischen Presse bereits vom Antisemitismus überflutet zu sein scheint: Im Komitat Satumare in der Ortschaft Tarna-Mare haben die rumänischen Bauern gemeinsam mit den Juden des Dorfes, mit denen sie stets in Eintracht gelebt und um das tägliche Brot gekämpft haben, die ׳angekündigte־ cuzistische Volksversammlung besucht. Als der Vorsitzende die Juden aufforderte, das Lokal zu verlassen, da. er• nur christliche Rumänen bei der Versammlung dulden könnte, erklärten sich die Bauern mit den Juden solidarisch. Sie hätten stets mit den Juden gelebt und gekämpft, und wenn man sie, nämlich die Juden, aus der Versammlung ausschlösse, so wäre auch für sie kein Bleiben. Die rumänischen Staatsbahnen haben die jüdischen Eisenbahner für Jomkippur beurlaubt. Die aus Siebenbürgen stammenden orthodoxen Juden in Bukarest, die in einer separaten Gemeinde vereinigt sind, haben den Rabbiner der orth. Gemeinde in Nagybänya zu ihrem geistigen Oberhaupt berufen•. Herr Dr. K r a u s z hat sein Amt bereits angetreten. Die rumänische Rechtspresse veröffentlicht Alarmnachrichten über die bevorstehende großzügige Einwanderung österreichischer Juden nach Rumänien. Das Regierungsblatt ״Viitorul“ hat es für notwendig erachtet, dieses dumme Märchen ausführlich und ernst zu dementieren. Mit Recht bemerkt die jüdische Presse hiezu: Ist denn Rumänien ein Kanaan, das von Milch und Honig fließt? Kennt denn das österreichische Judentum die hiesige Lage nicht, kennt es nicht all die vielen antisemitischen Garden und die auf der' Schwelle stehende antisemitische Gefahr? Allgemeines Aufsehen hat es erregt, daß durch den Bukarester Radiosender antisemitische Phrasen über Juden und Judentum verbreitet worden sind. Die demokratische Presse verwahrt sich entschieden gegen diesen Mißbrauch. Die Leitung des Kultusministeriums hat der als demokratischer und liberaler Politiker bekannte Staatssekretär Victor Iamandi übernommen. Für die Begrüßung durch die orthodoxe Landeskanzlei hat Minister .Iamandi auf telegraphischem Wege dem Vorsitzenden der Kanzlei, Oberrabbiner Wesel, in warmen Worten seinen Dank ausgesprochen... Ministerpräsident a. D. Marschall Avarescu, hat sich in einer öffentlichen Rede gegen die Verwechslung von Kommunismus und Judentum ausgesprochen. Zwischen Rumänien und Palästina ist soeben ein Abkommen getroffen worden, demgemäß die rumänische Regierung den Import von Zitrusfrüchten aus Palästina in der Saison 1936/37 im Werte von mindestens 150.000 Pfund garantiert, wogegen Palästina in der gleichen Periode drei Millionen Holzkisten zur Verpackung von Zitrusfrüchten aus Rumänien bezieht. Handelsminister Valerian Pop empfing eine Delegation palästinensischer Kaufleute unter der Führung des rumänischen Handelsattaches in Tel-Aviv, Bercovits.־ Die Delegation machte eine Reihe von Vorschlägen für die Ausgestaltung des rumänisch-palästinensischen Wirt- Schaftsverkehrs. »♦»♦♦♦ס»♦»♦»♦♦♦♦♦»♦«♦»♦♦♦♦♦»♦»♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦»♦♦♦ Franz Rosenzweig: ״Jehuda Halevy,“ 92 Hymnen und Gedichte. Schocken-Verlag, Berlin, Leinen RM. 7.50. Der rührige Schocken-Verlag hat hier all jenen einen großen Dienst erwiesen, denen die Hymnen und Gedichte von Jehuda Halevy nicht im Original zugänglich sind. Franz Rosenzweig hat sich mit glücklichem Erfolg* bemüht, wortgetreu zu übersetzen, und damit bringt er nur die Herrlichkeiten des klassischen Hebräisch Halevys noch besser zum Ausdruck. ־! Jatflth Spiegel Koloman Friedman« Deutschkreutz Sopfon (Tab), Ungarn Verlobte Baske Breuer Dulder Streicher Mattersbüfg Gymel Verlobte Lisi Löw-Beer Topolüany Felix Schreiber Wien verlobte Jurtelän Uhren, Gold- und SUberwafen« insbesondere ®93* קוד, Seder8chü88el, Menoras, _ Leuchter und Bestecke in großer Auswahl, auch Gelegenheitakfiufe. stets vorrätig 11! TabOfliräBs 14 Die besten Eisen-Wurst-und Selchwaren 3mal täglich frisch bei NADEL, Wien II, Praterstr. 33 Unter Aufsicht des Rabbinats der Adas-Jisroel-Schiffschul Neu eröffnet! BUDAPEST Neu eröffnet 1 £ PENSION KARMEL « Sary Friedmann unter Aufsicht des ehrw. Rabbinates der orth. Israel. Kultusgemeinde Budapest in schönster Straße des herrlichen Budapest ANDRASSYSTRASSE 43 Hochelegante Zimmer, 1- und 2-bettig — Fließendes Kaltu. Warmwasser — Zentralheizung — Eleganter, großer Speisesaal — Bürgerliche Preise — Pauschalarrangements. 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Eigentümer, Herausgeber und Verleger: David Türkl (für eint Arbeitsgemeinschaft), verantwortlicher Redakteur; Karl Richter, beide Wien, IX., Malsgasse 12 a. ~ Druck: Druckerei- und Verlags-A.-G. Ig. Steinmann, Wien, IX״ Universltätsstraße 6/8»

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