Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 22 (1936)
- Issue
- 34 (30.9.1936)
- Date
- 1936-09-30
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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*$f>tiatite puvoiwwr mm■ * tfti*t«*f0v ♦ BratiMav* wä. mtMtt-ttf V.b. b. 30DI8CH6 PR6SS6 üteitungen vom Verlege* ve'MeiMtet Journal e*p&H6 päf!,fedlfretit WIEN.BRATISLAVA a30. SEPTEMBER 1936 ערב סוכות תרצ״ז SS. Jahrgang / Nummer 34 Redaktion nnd Administrationi Wien, tt.» Malzgasse 12 a, Telephon A-46-046; Tschechoslowakei: Bratislava» Postfach 381 / Erscheint jeden Freitag / Redaktionsschluß: Mittwoch Mittag Abonnementpreise: Ganzjährig: fUr Oesterreich S 16, Tschechoslowakei Kö 80» Jugoslawien Dinar 130» das Übrige Ausland Schw< Fr. 14. Einzelnummer Ost. Gr. 40. Zahlungen I. ״Jüdische Presse“, Wien, auf folgende Post- Sparkassenkonti: Wien Nr. D-931614, Brünn Nr. 126.058, Budapest Nr. 50.170, Warschau Nr. 190.409, Zagreb Nr. 40.217, Zürich Nr. VIII, 4117, Berlin Nr. 122.619. oRGnn für Die inTGRessen Des 0RTH0D0Hen juoenTums בטחון Sie hat viel zu erzählen, die einfahe Hütte, die mm auf eine Festeswoche der Schauplatz unseres Lebens sein soll; zu erzählen und zu lehren! Sie lehrt uns, daß G’tt, der uns zu seinem Volke bestimmt hat, imstande war und ist, uns als sein Volk zu erhalten. Sie lehrt uns ferner, daß alles, was uns begegnet, dem ewigen Plane G’ttes entspringt und dazu dient, Seinen Willen zur Ausführung zu bringen. Als Strafe war die Wüstenwanderung über uns verhängt und sie verwandelte sich in Segen. Der vierzigjährige Aufenthalt in der Wüste ließ es Jisroel verstehen, daß der, der sprach und die Welt war entstanden, durch Sein Wort auch ein Volk unabhängig von allen Voraus- Setzungen des gewöhnlichen Lebens erhalten kann. Ein Volk, das vierzig Jahre ohne ernährenden Boden leben konnte, bedarf ,nicht des Bodens zum Leben. Ein eigenes Land sollte Jisroel bewohnen, um zu künden, daß auch das staatliche Leben eines Volkes sein Ziel darin suchen soll und kann, bewußter Ausdruck des g’ 111 i ch e n Willens zu sein. Als Jisroel sich zur Uebernahme dieser Aufgabe noch nicht reif zeigte, mußte es erst um eine Generation älter werden, bevor es das Heilige Land betrat. In der Zwischenzeit lernte es, daß nicht vom Brot allein der Mensch lebt. Und als Jis!roel im Besitze des Landes sich der ihm gestellten Aufgabe noch nicht würdig erwies, mußte es zweimal in die Verbannung ziehen, um zu lernen, daß für Jisroels Volksleben die eigene Scholle nicht unentbehrlich ist, daß sie nur Mittel zum Zweck zu sein hat, niemals Selbstzweck, dem zu Liebe es auch nur den scheinbar noch so!deinen Teil des ihm anvertrauten G’ttesgesetzes opfern darf. Doch die Zeiten der Verbannung waren oft schwer — und sind es heute. Aber eines hat uns in allen Nöten des Golus aufrechtgehalten und wird uns mit g’öttlicher Hilfe aufrecht halten, das Bitochaun, das herrliche Vertrauen zu G’tt, dem Schöpfer und Erhalter des Weltalls. Ein erhaben großes Vertrauen, das durch nichts erschüttert werden kann. Wie ein Hauch der Unendlichkeit weht uns der Gedanke des jüdischen Bitochaun an, als natürlichste Folge der geschlossenen jüdischen Weltanschauung, in der jedes einzelne Ereignis eine Offenbarung G’ttes ist, ein Flügel Schlag der Ewigkeit, dessen Bauschen uns kündet: Es gibt einen waltenden G’tt, und was uns trifft, geht von Ihm aus! Wo wir nur Zer- Störung sehen, da ahnen wir bereits, wie aus ihr neue Kräfte erwachsen werden. Selbst in der schwersten Heimsuchung zeigt uns Bitochaun das g’ttliche Walten. Weswegen das Unglück kam — wir können es vielleicht mutmaßen, doch wissen wir es nicht; aber eines wissen wir: גם זו לטובה auch es wird zum Guten sein! Bald werden wir vielleicht erkennen, daß wir nur durch das scheinbare Unglück gerettet werden konnten. Und wenn der Blick uns noch umflort ist, Dunkelheit uns umgibt und wir aus dunkler Geschickesnacht nach Bettung spähen, da ruft uns Bitochaun zu: wie die Hilfe kommt, das wissen wir nicht, daß aber Hilfe kommt, das ist sicher. E r, der uns zu seinem Volke gemacht hat, E r wird uns nicht untergehen lassen. ״Damit eure Nachkommen es wissen, daß in Hütten Ich Jisroels Söhne habe, wohnen lassen, als ich sie aus dem Lande Mizrajim führte.“ Mitten hinein in unser Leben ragt das• Wahrzeichen des g’ttlichen Schutzes. Jeder Augenblick, den wir in der Sukko weilen, lehrt uns das Walten der g’ttlichen Vorsicht. In jedem Augenblick, in dem wir bewußt das g’ttliche Wort erfüllen, in der Sukko zu wohnen, fühlen wir den Zusammenhang unser selbst, der einzelnen vergänglichen Wesen, mit Ihm, der uns als Zeugen der g’ttlichen Herrschaft auf Erden hingestellt hat. Und unter dem leichten Laubdach der Sukko Uberkommt uns ein beglückendes Gefühl der Sicherheit: Solange die Sonne leuchtet am Tage und der Mond mit den Sternen die Nacht erhellt, kann Jisroel nicht untergehen. Denn wie die Gestirne am Firmament, so ist Jisroel auf Erden das Wahrzeichen des g’ttlichen Waltens. Ueber dem Dach unserer Festeshütte fühlen wir die schirmende Decke des g’ttlichen Schutzes. Ja, es ist etwas Wundersames, das jüdische Bitochaun. Alle Mächte der Verneinung scheinen sich vereint zu haben, um Jisroels körperliches und geistiges Sein zu bedrohen, und so oft ein Festestag in das Leben des Juden hineinleuchtet, da danken wir Ihm, der uns diese Zeit erleben ließ. Diese *Zeit, die so nahe scheint dem Verderben! Darin aber liegt gerade die unverwüstliehe Lebenskraft des Judentuins. Mögen wir noch so Schweres erlitten haben, immer! wieder klammern wir uns an die lebenspendende Hoffnung, daß alles Schlimme vorüber und uns in dem neu anbrechenden Zeitabschnitt Glück und Frieden beschieden sein werden. Denn uns hat G’tt zu seinem Volke erwählt; haben wir gefehlt, so haben wir damit auch Seinen Namen entweiht und müssen Strafe erleiden. Denn durch die Ihm |Nahen will G’tt geheiligt werden. G’tt sühnt unser Vergehen durch Strafe, vernichtet uns aber nicht. ■ Diese Ueberzeugung Ist es, die uns auch in den schwersten Zeiten;das ״Fest unserer Freude“ begehen läßt, unserer Freude, :die nicht leichtsinnig hinwegsieht über den Ernst der Gegenwart, die aber üfber alles Ungemach in kindlichem Vertrauen hinüberschaut zu Ihm, der es in Seinem uns imfaßbaren Ratschluß sicher nicht gesandt hat, um lins zu verderben. Die Tage der Freude wollen uns nicht das Auge verschließen lassen vor dem furchtbaren Unglück, das über große Teile des jüdischen Volkskörpers hereingebrochen ist; sie sollen uns auch nicht blind machen vor den Gefahren, die den übrigen drohen. Gerade an den Festtagen, die dem Gedenken an unsere wunderbare Erhaltung geweiht sind, dürfen Wir des Wunderbaren unserer Erhaltung nicht vergessen, die heute genau so wunderbar ist, wie Zeit unserer ganzen Geschichte. Denn eines will das Fest der Freude uns vor allem sagen: Ver zwei feit nie 111! Laß^-euch n-i cht niederdrücken von den Sorgen der Gegenwart! Ueber allem Trüben des Augenblicks steht die sichere Hoffnung auf die Zukunft. Wir wissen, daß die Nöte der Gegenwart uns nicht vernichten werden, daher sollen sie uns auch nicht den Lebensmut rauben. Wenn wir am Abend des 15. Tischri unsere Sukko betreten, um in ihr eine Festeswoche zu verleben, da wollen wir jenes herrliche Gebot des Thoragesetzes beherzigen: ״Und freue dich an deinem Feste.“ Mögen Fernstehende verwundert fragen, was uns Juden in Tagen solcher Not den Mut gibt, Feste zu feiern; wer einen Hauch des Thorageistes in sich spürt, wird ihnen die inhaltreiche Antwort geben: das בטחון das nie zu erschütternde Vertrauen zu G-tt. Und das ist es, was unseren Vätern beigestanden hat und unser Beistand ist. Denn es Das Jahr 5696 ist in Erez Jisroel im Zeichen blühender Entwicklung des Jischuw eingezogen); es verläßt uns in einer!Stunde, da die Grundfesten des Aufbaues erschlittert sind, da verbrecherische Hände sich des Lebens und Vermögens der jüdischen! Bürger bemächtigen, da die ganze Zukunft des jüdischen Jischuw im Heiligen Lande von düsteren Wolken umhängt ist. Die blutigen Ereignisse, die dem heiligen Lande mehr als achtzig jüdische Seelen geraubt, ungeheuer viel jüdisches Vermögen vernichtet und scheinbar das elementare Recht des jüdischen Volkes auf das Heilige Land in Frage gestellt haben, diese blutigen Ereignisse hätten eine gute Folge mit sich bringen können: den engen Zusammenschluß׳ aller jüdischen Gruppen... Denn die Sache ist einfach und logisch wie nur. Zwei Nationen leben in Palästina: Araber und Juden. Es gibt Meinungsverschiedenheiten und innere Differenzen innerhalb der Araber, die, wie man weiß, hauptsächlich familiärer und persönlicher Natur sind. Es gibt Meinungs- Verschiedenheiten und Differenzen unter den Juden, die in weltanschaulichen! und grundsätzlichen Gegensätzen begründet sind. ZAHNPASTA Nisins koke ältec sekane und 1gesunde Zahne ctaccJt Bf m fuilituu* Erzeugt nach den von der W. V. d. Zahnärzte Wiens approbierten Rezepten und unter ständiger Kontrolle der zahnärztlichen und pharnta־ kognostischen Institute der Universität in Wien. MUh jßesew», Tceunden und mtae&eUem wümM שמחת יום טוב Regelmäßiger Reisetüens! nach Polen! Billig und bequem wie immer. Nächste Reise: 27. September. Auskünfte und Prospekte auch über den Reisedienst nach BUL- GARIEN, ENGLAND, ITALIEN, JUGOSLAWIEN, PALÄSTINA, UNGARN und andere Länder, sowie über alle Autobustouren und Mittelmeerreiscn bei DR. S. TOCKER, REISEBÜRO f,IN DIE WELT*, (W. M. Renner) Wien IX, Lichtensteinstraße 2. Telephon A-14-504 Nun sind Tage der Prüfung über •das Land gekommen. Die Araber, die zu einem vernichtenden Ueberr fall auf die Juden rüsteten, erkannten rechtzeitig, daß die Einheit des ganzen arabischen Volkes die Voraussetzung1 für ein Gelingen ihrer frevlerischen Pläne ist. Diese Einigkeit haben sie hergestellt und sie besteht bis auf den heutigen Tag. Die Araber also haben die Prüfung gut bestanden. Die Juden aber? Die Juden rüsteten zum!Schutz ihres Lebens, zum Schutz alles Heiligen und Teuren im Lande. Auch sie wußten — mußten wissen —, daß nur Einigkeit unter allen Richtungen des jüdischen Volkes eine erfolgreiche Abwehr der drohenden Gefahr gewährleisten kann. Doch ihnen gelang es n.icht, diese Einigkeit herzustellen'. ׳Sie haben die Prüfung nicht bestanden... Es gab einen Moment am Beginn der Unruhen, wo es deuchte, daß das ganze jüdische Volk wie ein Körper dastehen wird. Die Agudas Jisroel, die sonst als die separatistische verschrien ist, war die erste, die zur Einigkeit aufrief, und im ersten Augenblick schien es, als sollte dieser Ruf bei den politischen Führern der Judenheit Gehör finden. Doch die Tage der Prüfung brachten auch in dieser Hinsicht eine Enttäuschung. Gar zu bald mußten wir erkennen, daß gerade von den Gruppen, die eine sogenannte ״Einigkeit“ auf ihre Fahnen geschrieben haben, die wirkliehe Einigkeit in der Stunde der Gefahr verlassen wurde. Kann man sich da noch wundern, daß den politisehen Forderungen des jüdischen Volkes kein Erfolg beschieden war? Und wenn von Einigkeit, von Achdus, die Rede ist, erinnern wir uns daran, daß die schweren Tage und Monate schläft und schlummert nicht der Hüter Israels! RcML HlascUe■ Blau■: Das Heilige Land im Jahre 5696 Dieser Aufsatz stellt eine stark gekürzte Wiedergabe einer umfassenden Arbeit in hebräischer Sprache dar} die uns der bekannte Aguda-Führer für unsere Rubrik ״W’al Hamdinausec zur Verfügung zu stellen die Freundlichkeit hatte. — Redaktion, Zu den hohen Feiertagen nur die gute Othmar Schiff-Perücke Erstklassig in Material und Ausführung, tadelloser Sitz, stets lagernd .??**Vn m fT'T'TrhTiTTTVh —.י~,י.....———י..־- ׳.* ___ ■x ■ hur durchreisende Damen sofort er ha 111 ich Telephon 16י0י43יוו