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Jüdische Presse · 1936-07-31 · 28 (31.7.1936) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
22 (1936)
Issue
28 (31.7.1936)
Date
1936-07-31
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Sobald nur im Heiligen Lande Beruhigung eingetreten ist, wird sie sich dahin begeben, um an Ort und Stelle ״Unter- Buchungen anzustellen und Beschwerden entgtegenzunehmen״. Das jüdisiohe Aufbauwerk hat bisher keine guten Erfahrungen mit Kommissionen und Experten gemacht und die Erinnerung an die Shaw- und Simpson-Berichte wirkt nicht geradezu ermutigend; auch dann nicht, wenn mit allem Nachdruck versichert wird, daß die Mitglieder der jetzt eingesetzten Kommission!sich bisher an Palästina desinteressiert gezeigt hätten — ein Umstand; der ihre vorzüglichste Qualifikation für dieses Amt zu sein scheint. Aber auch die Engländer haben seinerzeit keine guten Erfahrungen gemacht. Die betreffenden Gutachten sind von der Wirklichkeit, dem jüdischen Willen und Optimismus Lügen gestraft worden. Gerade die Entwicklung im Heiligen Lande ist ein Schulbeispiel dafür, wie haltlos und unzutreffend Sachverständigenurteile oft sind. Dennoch wird die Regierung — dafür spricht alles — zweifeilos besondere^ Gewicht auf die Meinung der Kommission legen. Sie wird es um so mehr tun, je mehr diese Meinung zugunsten der Araber hinneigen wird. ־Wohlgemerkt: zugunsten der Araber und nicht zuungunsten der Juden! Denn nichts liegt der englischen Regierung ferner als Animosität gegen die Juden. Desto näher aber liegt ihr das Beistreben, die Araber zu beschwichtigen. Dies beweist ebenso die Politik der Mandatarmacht v o r Ausbruch der Unruhen, wie ihr Veilhalten während dieser drei unseligen Monate, ein Verhalten, das — merkwürdig genug — der Gberrichter von Palästina in einem Gerichtsurteil, als ״heuchlerisch und ,verlogen44 bezeichnete.^Schon gar nicht von den mit Bedacht immer wieder in die Welt gesetzten Gerüchten zu reden, die von einer zeitweiligen Einstellung der jüdischen Einwanderung für die Dauer der Arbeiten der Kommission wissen wollen. Die Araber haben .die Situation erfaßt und drängen auf eine sofortige Entsendung der Kommission, ehe noch die ״kochende Volksseele“ sich beruhigt hat. Wie die Erkenntnis eben, daß die Engländer sie nur mit Glacehandschuhen anfassen wollen, es ist, was sie, die Araber, überhaupt darin bestärkt, den eingeschlagenen Weg weiter zu verfolgen. Die gleichermaßen ermutigende Tatsache* daß sie dem Jischuw erheblichen Schaden zuzufügen vermochten (wie ״Times“ melden, ist die jüdische Einwanderung infolge der Unruhen im ersten Halbjahr 1936 auf die Hälfte der Einwanderung im gleichen Zeitraum des vorigen Jahres gesunken, hat man in den letzten zwei Monaten keinerlei Geschäftsreisende gesehen und mußte das .größte Hotel von Tel-Aviv geschlossen werden), ist naturgemäß nur eine Folge jener Erkenntnis. Je mehr Energie, Geld und Prestige die Araber anderseits wieder in die Aktion investieren, desto schwerer könnein sie einen Rückzug antreten — ein circulus vitiosüis, in dem nicht bloß die Juden allein die Leidtragenden sein müssen, sondern der auch den so vorsichtigen Engländern unangenehm werden kann. Was die Aufgaben der Kommission betrifft, so sind diese noch nicht ganz klar. Ihre offizielle Umschreibung mit ״untersuchen ■und Beschwerden entgegennehmen“ klingt mehr ״dehnisch“ als englisch. Eindeutig fest steht bis jetzt nur, daß das Mandat als solches nicht in Frage gezogen werden soll. Werden nun demnach die arabischen Wünsche hach Verbotder Eiii wänderung und des Bodenkaufes der Juden überhaiipt diskutabel sein? Sind doch gerade diese zwei Momente mit den Zielen und Bestimmungen, des Mandats untrennbar verknüpft, da ohne sie der Begriff einer ״Heimstätte“ illusorisch wird. Auch mit den wirtschaftlichen Klagen der Araber wird sich die Kommission nur wenig zu beschäftigen haben. Einzige Jüdische Handelsschule für Knaben und Mädchen. Abendkurse. Wien, H., Taborstraße 89. Telephon A-45-6-57. Unterricht nach dem normalen Lehrplan der Handelschulen. Erstklassige Lehrkräfte. Aufnahme täglich von 10 bis 12 Uhr vormittags und von 3 bis 5 Uhr nachmittags. Prospekte gratis, pÄÄn Neudegger-Fahrschulen Wien VIII. Tel. 8-462די5י und inzersdorf, N.-Oe. Abholung vom Hause! 1 Denn sie Wird bald erkennen müssen, daß dies ״landlosen Araber“ eine Erfindung der politischen Diskussion | seien, die angesichts des Verhältnisses von über sechs Millionen Acres arabischen Bodens zu den etwa 300.000 jüdisehen Acres nur lächerlich erscheint. Die Kommission wird Gelegenheit haben, festzustellen, daß die Lohne der Arbeiter infolge der jüdischen Immigration vielfach um hundert Prozent gestiegen, daß seit 1922 weit mehr als 2 0 0.000 Araber nach Palästina eingewandert sind, was keineswegs 1auf eine Verschlimmerung in der ökonomischen Position, der Beschwerdeführer schließen läßt. Hingegen wird die Kömission ihre besondere Aufmerksamkeit den verschiedenen Projekten zuwenden müssen, die darauf abziele'n, daß ein kompromißartiger modus vivendi geschaffen werde. Vornehmlich ist dies der Plan, der eine Kantonisierung Palästinas vorsieht und den maßgebende parlamentarische Kreise befür- Worten. Sowohl der judenfreündliche ehemalige Kolonien1minister A m e r y wie auch der Führer der mit den Arabern sympathisierenden Gruppe von Parlamentariern Lord Islington schlagen die Trennung der Völker in Palästina vor, so daß gewisse Gebiete entweder der jüdischen oder arabischen Kolonisation!freigegeben werden1 würden. Selbstverständlich wird es, wenn über dieses Projekt verhandelt wird, Aufgabe der Führer des Jischuw sein, dafür zu sorgen, daß das weite, unausgenützte Land Transj or daniens, das ebenfalls englisches Mandatsgebiet ist, ja vom Mandat aus mit Palästina ein einheitliches Gebiet zu bilden hätte, in die Kalkulation einbezogen werde. Wie sie denn, die Führer, des Jischuw, überhaupt über alle inneren Gegensätze hinweg, als geschlossene, zielbewußte Macht der״ Kommission.<jgegehübertreten werden• müssen, um die jüdischen Interessen würdig und erfolgreichzu wahren. G. .* Die Zusammensetzung der Königlichen Kornm i s s i o n, die nach Palästina zur Entgegennahme der Beschwerden von Juden und Arabern entsandt werden soll, ist bekanntgegeben!worden. Vorsitzender der Kommission ' wird der ehemalige Staatssekretär für Indien Viscount Peel sein. Außerdem werden ihr Feldmarschall 'Sir William B i r d w 0 0 d, der im Krieg kommandierender General auf Gallipoli und seinerzeit Oberkommandierender in Indien war, der bekannte Diplomat Sir Horace!Rumbold, früherer englischer Botschafter in Berlin und Madrid, High Commissioner und Botschafter in Konstäntinopel und Bevollmächtigter Eng- Zum Friedensschluß Wien—Berlin Nachdem die Unklarheit, die um die Tendenz des österreichisch-deutschen Abk o m m e n s vom 11. Juli geherrscht hatte, gewichen ist und sich die Umrisse dieses Staatsaktes aus einem unklaren Hintergrund scharf abheben, ist es wohl auch an der Zeit, daß vom Gesichtswinkel des Juden und ganz besonders des religiösen Juden Stellung dazu genommen werde. Es ist klar, daß vom rein österreichischen Standpunkt das Verhältnis, wie es nunmehr schon drei Jahre gedauert hatte, widernatürlich war. Es war widernatürlich, daß zwischen den beiden deutschen Staaten, deren kulturelle und wirtschaftliche Interessen in den wesentlichen Punkten kongruent sind, eine latente Fehde bestehen bleibe, deren letzter Grund in der Verschiedenheit politischer Auffassungen gelegen ist, die nebeneinander sehr gut bestehen können. Wenn wir Juden nun im Hinblick auf die Leiden unserer Glaubensgenossen jenseits der Grenzpfähle dieses Abkommen mit einiger banger Sorge zur Kenntnis genommen haben, so darf wohl heute schon gesagt werden, daß diese Sorge einer ruhigeren Erwägung'Platz machen darf, Oesterreichs Bundes¬ STEYR Regelmäßiger Reitedienst nach Polen! Billig und bequem wie immer. FER1EN-RE1SEN jeden Sonntag. Auskünfte und Prospekte auch über den Reisedienst nach BUL- QARIEN, ENOLAND, ITALIEN. JUGOSLAWIEN, PALÄSTINA, UNGARN und andere Länder, sowie über alle Autobustouteh und Mittelmeerreistn bei DR. S. TOCKER, REISEBÜRO ״IN DIE WEIT'* (W. M. Rennet) Wien IX, L>chtensteinstraße 2. Telephon A-14-504 VEN0XI0L-GAS ־===£! Allein-Durchführung nur durch ״LA GENERALE“ WIEN I, HEQELGASSE 9. Telephon R-2.M-86, R-26-7-3r> lands bei den Friedensverhandlungen in Lausanne, sowie Mitglied der!Sachverständigenkommission des Völkerbundrates, die die Pläne für die Neuregelung der Völkerbundshilfe für Flüchtlinge aus Deutschland ausarbeitete, und der Professor für Kolonialgeschichte an der Universi-, tät Oxford,!Reginald Coupland, angehören. Ueber die Person des fünften Mitglieds (nach Ankündigung Ormsby-Gores soll die Kommission aus fünf Persönlichkeiten bestehen) bestehen noch Zweifel. Man nimmt an, daß es entweder Sir Edgar Bonham Carter oder ein Mitglied der % Familie Asquith sein .wird. Beide haben mehrere Jahre Dienst im Nahen Osten getan. Die offizielle Ankündigung der Zusammensetzung ׳ der Royal Commission erfolgt vor Schluß der Unterhaussession. Es verlautet, daß die englische Regierung vorgeschlagen habe, die Jewish Agency for Palestine solle darauf ■verzichten, Zertifi'k at e für Rechnung der im Oktober fälligen neuen Einwa,nder u ngs s ched.ule zu v er 1 a n.g,e_n. Angeblich soll der Jeiwish Agency nahegelegt worden sein, diese Geste als Zeichen der Verständigungsbereitschaft gegenüber den Arabern zu-machen. In Regierüngskreisen soll man darauf hingewiesen haben, daß ein solcher Schritt es der (Fjalästina-Regierung , auch erleichtern würde, ein Ende der Araberunruhen herbeizuführen, wodurch die EntSendüng der Königlichen Kommission beschleunigt .werden könnte. In London erwartet man, daß die Königliche Kommission Anfang September nach Palästina abgehen wird! Allgemein herrscht die Ueiberzeugüng vor, daß bis dahin die Lage eine weitgehende Entspannung erfahren haben wird. Dem Arbeitsplan der Kommission entsprechend, soll ihr Bericht Anfang Dezember fertiggestellt werdend regierung und deren Leiter stehen auf dem Boden des religiösen Gedankens, der allein schon die Bürgschaft dafür gibt, daß Totalitätsansprüche politischer Macht■־, haber nie zur Geltung kommen können. Wer wie Bundeskanzler Dr. Schuschnigg durchdrungen ist von der Ueberzeugung einer höheren g-ttlichen Waltüng, wird und kann nicht die Achtung dem anderen Mensehen, der ebenso wie er G-ttes Ebenbild im Antlitz trägt, die notwendige Achtung versagen. Jede ändere Einstellung würde eine Verleugnung der letzten zwei Jahre bedeuten, die zu den denkwürdigsten in Oesterreichs Geschichte gehören und denen eben der Geist und die Gestalt Schuschniggs ihren Stempel aufgedrückt haben. tue i^/ßßkßud und Reise ״־׳'16•״י״™״ Feinwurst - Selchwaren - Fleischkonserven la Qualität Fabrik: III! Rabeng. 13, Tel, IMVI-68 Auch Postversand Unter Aufsicht der Adas Jisroel Schiff schul. EISEN Neueste Modelle in PERÜCKEN Othmar Schiff Erstklassig in Material und Ausführung, tadelloser Sitz, stets lagernd Wien I, Kärntner! Ing 6 Telephon 111יי0י41י§ F ü>r durchreisende Damen sofort erhältlich V

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