Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 22 (1936)
- Issue
- 27 (24.7.1936)
- Date
- 1936-07-24
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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tfptitiü patüetti «mm pm 4 wrnmm mu *im&mw y,&. &• Mmp 98ri wmem füüimm Journal etp&ite pat i’&üteiM J0DI9CH6 DDOfififi m vwww WIEN *BRATISLAVA # M JULI 1936 rrm ויד אב' BS, Jahrgang / Nummer 2? Redaktion and Administration! Wien! II., Mala* gasse 12 a, Telephon A»4(H)-15; TschecliiöSlöWäkei i Bratislava, Postfach. 381 / Ersclieint jeden Breitag / RedaktionssclilnB: Mittwoch Mittag Abonnenientpreise i Ganzjährig: für Oesterreich S 10» Tschechoslowakei Kö 80, Jugoslawien Dinar 100, das Übrige Ausland Schw. Fr. 14 Einzelnummer Ost» Gr. 40. Zahlungen f. ״Jüdische Presse״, Wien, auf folgende Post» sparkassenkontii Wien Nr. D-93.614, Brünn Nr. 126.058, Budapest Nr. 50.170, Warschau Nr. 190.409, Zagreb Nr. 40.217, Zürich Nr. VXH, 4117, Berlin Nr. 122.619. 0RGfln für Die imeRessen Des 0RTH0D0Hen juDemums Schmuei Deutschländer זצ״ל Zu seinem 1. Jahrzeittage am Tischo b’Aw Am 9. Am wird es ein Jahr, daß er auf immer von uns gegangen, ein volles Jahr schon, daß wir ihn verloren haben. Mit unheimlich raschem Schritt schreitet der Alltag über die Geschehnisse hinweg; was gestern noch ein Schrecknis, in kurzer Zeit ist es verblaßt. Doch es gibt Menschen; und es sind dies die Auserwählten, die die hohe Gabe besitzen, ihrer Mitweit Werte zu geben, welche durch das Wirken des Alltags vermehrt werden. Solch Auserwählten kann der Alltag nichts anhaben und zu solch AuSerwählten gehörte unser lieber Schmuei Deutschländer. . . . Dr. Leo Deutschländer . . . hat durch sein feines, an westeuropäischer Kultur geschultes jüdisches Gefühl erkannt, was die Beth-Jakob-Idee für die religiöse Heranbildung der weiblichen Jugend bedeutet. Für diese Idee Schulen zu gründen, Führerinnen und Lehrerinnen für sie heranzubilden, dies war sein großes Werk. Das Werk lebt im Alltag der in aller Welt wirkenden Schulen, im Alltag jüdischer Mädchen und jüdischer Mütter in ihren Familien. Dieses unauffällige, in das ewige Geschehen übergegangene Wirken mehrt von Tag zu Tag den Ruhm des Mannes, dem es gelang, die Herzen jüdischer Frauen für eine Idee zu erschließen. *' Schmuei Deutschländer wählte Wien zum Zentralsitz seiner Tätigkeit. In unzähligen Gesprächen und Vorträgen, in Kursen und Lehrstunden warb dieser große Führer um Menschen und Mittel für sein Werk. Dem Strahl seiner Ueberzeugung, der bezwingenden Gewalt seiner mit ebensoviel Anmut wie innerer Wucht gesprochenen Worte konnte sich niemand entziehen, einerlei, 0׳b er, Deutschländer, inmitten talmudbeflissener Ostjuden oder in dem kultivierten Kreis der B’nai B’rith-Logen oder vor wißbegierigen jungen Mädchen sprach. Doch zur vollen Entfaltung kam seine Personlichkeit am Lehrstuhl der Beth-Jakob-Lehrerinnem bildungsanstalt. Da ging ein Fluidum von ihm aus, das bei seinen Schülerinnen tiefe und nachhaltige Begeiste'- rung für das Beth-Jakob-Frauenideal erweckte. Groß war die Macht seiner Worte. Sollten diese köstlichen Worte nur flüchtiger Hauch gewesen sein? Tausende seiner Hörer und Hörerinnen aus ganz Europa, zu denen er über religiöse Kultur, über religiöse Kindererziehung und *das religiöse Frauenideal gesprochen, werden am ersten Jahrzeittage seiner in Dankbarkeit für die wunderbaren Stunden gedenken, die er ihnen allen durch seine begeisterten Worte bereitet hat. ist diese Dankbarkeit nur der Worte fähig oder ist sie stark genug, um zu Taten zu bewegen, Taten, welche den flüchtigen Worten Seele einhauchen und sie zu lebendigen, wirkenden Werten gestalten. Möge der erste Jahrzeittag Schmuei Deutschländers für seine Freunde, für die tausende Frauen, denen er eine neue, jüdische Seele gegeben hat, nicht nur ein Tag des Gedenkens, sondern ein Tag der Einkehr, ein Tag der Selbstprüfung sein: Hab’. ich meine Pflicht Dr. Deutschländer gegenüber getan? Habe ich sein großes Lebenswerk irgendwie gefördert, damit es bestehe, damit das Andenken seines Schöpfers segensreich in unserem grauen, allzugrauen Alltag fortwirke? Seine letzten Worte waren; ״Sorget» daß das Werk erhalten bleibe 1 - STEYR 50 Perfektlonon Noudeggflr-Fahrschulen Wien VIII. Tel. B-46-5-72 und Inzeredgrf, N.-Qe. Abholung vom Bause! Prophetenmahnung für Heimkehrende Von Rabbiner Dr. Joseph Breuer. Die Aktualität dieser im }JNachlat Z’wi“ erschienenen ״Mahnung“ des geschätzten Autors ־— aktuell in der Zeit des tätig gewordenen Dranges nach Erez Jisroel, noch aktueller durch die gegenwärtige Situation daselbst und besonders aktuell zu Tis c ho h WA w, der dem Gedenkein, an den Tag gehört, der dem jüdischen Volk eine ,Jleimkehr“ nötig macht — reizen zur Wieder gäbe, die hier mit einigen Kürzungen und unwesentlichen Aenderungen erfolgen soll. Der Besitz von Erez Jisroel war von Anfang an dem jüdischen Volk nur als G -11 e g Volk zugesichert. Diese Wahrheit spricht ebenso eindringlich wie eindeutig aus allen Blättern der Thora. Sie leugnen hieße G-ttes Thora verleugnen. Nur wem *G-ttes Schöpf ungswor.t ״Ich nehme euch mir zum Volke ', mit dem G-tt dieses Volk ins Dasein rief, keine Wahrheit mehr ist, wird auch das ״Ich bringe euch in das Land“ (Ex. 6) in seiner unauflöslichen Abhängigkeit von der Bewährung des jüdischen Volkes als G-ttes Volk verkennen. Mit der Zerreißung des einzigen Bandes, das dieses Volk mit seinem Lande verknüpfte, war das Schicksal von Volk und Land besiegelt. Und so ist auch die Zukunft dieses Landes mit der Zukunft dieses Volkes auf Gedeih und Verderb innig ver- . knüpft. Die Erlösung des jüdischen Volkes bringt auch seinem Lande die Erlösung. Daher ist diesem Volke keine Heimkehr in sein Land beschieden, ohne daß diese Heimkehr eine Heimkehr wäre jZu G־tt und seiner־ lebengestaltenden Nähe,. denn.. auch... sein Land ersehnt die Heimkehr zu G-ttes Schechinanähe. Fern von der Heimat baut Jecheskel an der jüdisehen Zukunft. Den heiligen Boden sieht er geschändet, in ein gräßliches Leichenfeld verwandelt. — Die mit Blindheit Geschlagenen aber wollen es nicht wahr haben und schütteln Prophetenmahnung als törichtes Gerede von sich ab: ״Entfernt euch nur von G-tt, uns bleibt das Land, zum Erbbesitz gegeben!“ (Jech. 11.) — Aber auch, nachdem die Geschichte ihre erschütternde Sprache gesprochen, sieht er die Unseligen auf den Trümmern ihrer Heimat den Traum ihrer staatlichen Selbständigkeit träumen, den sie durch eigene Kraft verwirklichen zu können wähnen: ״Ein einziger war Awrohom, und er nahm das Land in Besitz — da sind wir immer noch zahlreich, uns ist das Land zum Erbbesitz gegeben!“ — Worauf der Prophet: ״So hat mein Herr G-tt gesprochen: Beim Blute esset ihr, und' euer Auge erhebet ihr zu eueren Greueln — und das Land wollt ihr in Besitz nehmen? Ihr stützet euch auf euer Schwert und begehet Abscheulichkeiten — und das Land wollt ihr in Besitz nehmen?“ (Jech. 33.) — Die ihr heimkehret, sagt euch dieses Prophetenwort nichts? , ״Ich habe meinem Volke Israel Stätte bereitet, habe es eingepflanzt, daß es an seiner Stätte ruhig wohne und nimmer zu zittern braucht“ (S. n 7) — daraus spricht ernste, große g.-ttliche Mahnung von ewiger Gül׳- tigkeit. Dieses Volk kann sich nirgends und zu keiner. Zeit aus eigener Kraft die Stätte bereiten, ruhelos und heimatlos irrt es durch die Welt, die für es keinen Raum hat. Eine alte Wahrheit, das Meereslied hat sie als Wiegenlied diesem Volke gesungen: ״Du bringest sie heim und pflanzest sie ein —“ (Ex, 15). Und Mosches in Zeitenferne schauendes Wamwort spricht: ״Und unter diesen Völkern wirst du keine Ruhe finden, wird keine Ruhestätte sein für den Ballen deines Fußes" (Deut. 58). Propheten haben diesem Lande den Namen gegeben — doch nein, haben doch Propheten überall und so auch hier nur aus Thora geschöpft. G-tt aber hatte gesprochen: ״Denn mein ist das Land, Fremde und Beisassen seid! ihr bei mir“ (Lev. 25), denen in jedem Augenblick der G-tteswille das Bewußtsein der G-tthörigkeit lebendig erhalten wollte. Das verleiht auch dem Land den eigenen Namen. Palästina — das Land der Philister, das ist ein römischer Schmähname, mit dem der Römer das Andenken, daß je ein jüdisches Land, ein jüdischer Staat gewesen, aus der Geschichte löschen zu können glaubte. Propheten haben freilich ein noch fürchterlicheres Wort geprägt. In das ״Land der Kenani“ (Ex. 13) hatte G-tt sein Volk geführt, daß es dieses entheiligte Land in G-ttesland wandle, Als durch Israels Schuld G-ttes Land sein g-ttliches Gepräge verloren hatte und der Prophet (Jech. 16) in grausiger Straf rede die (Entartung und Entfremdunggeißelte, die an Ausmaß ״die Sünde der Schwester Sedom" übertraf, steht er nicht an, diesem entheiligten, geschändeten Boden den Namen ״Land Kenaan“ wiederzugeben (das.) — denn um den Preis hätte auch der Kenani im Lande bleiben können. אדמת ישראל (Jes. 14. Jech. 37) nennen sie euer Land, einen Boden, der sich (wie אדמה — לאדם) Israel vermählen will, jüdisches Volk nur * trägt, so es als ״I s r a e 1" sich bewährt, andernfalls es ״ausspeit" (Lev. 18)! Aber noch gewaltiger tönt die Mahnung des Propheten jedem entgegen, der diesen Boden betritt: אדמת הקודש (Sech. 2) ״Boden heiligster Bestimmung!“ Dieses Bewußtsein verlasse euch keinen Augenblick und gestalte euer Tun und heilige euer Wollen — denn hier gilt, wohin auch euer Fuß •tritt, der G-ttesruf, mit dem, der G-ttesbote einst Jehoschua entgegentrat (Jos. 5): ״Ziehe deine Schuhe von deinen Füßen, denn der Boden, auf dem du stehst, ist Boden heiliger Bestimmung“ (Ex. 5). Wohl soll uns dieses Bewußtsein nirgends auf Erden verlassen. Denn ist ״G-ttes die Erde und was sie füllt", dann wandelt sich die Erde in ״G-ttes Berg“, in G-tt ״heilige Stätte (Ps. 24), auf der zu weilen, nur G-tt dienender Lebensgehorsam das Recht gibt. Aber mit der G-ttentfremdung des Menschen ging auch die Entfremdung der Erde von G-tt Hand in Hand. Seitdem trauert die Erde unter der sie vergewaltigenden Herrschaft der Menschen. Seitdem wartet G-tt auf das ״Erbe“, das ihm aus Erdenweit und! Menschheit zufallen soll. Israel sollte sein ״G-ttes Teil, das G-tt zugefallene Erbe“ (Deut. 32), ״das erste des G-tt wieder zugefallenen Ertrags“ (Jer. 2) und Erez .Jisroel G-tteS ״Erbe". — Denn G-tt führte sein Volk, das durch seinen Schöpferwillen zum Leben geweckt war und nur bestehen kann durch üin, und pflanzte es ein ״in den Berg seines Erbes, in die Stätte seiner Gegenwart auf Erden, in das Heiligtum, das G-ttes Hände gegründet“ (Ex. 16) — G-tt heiliger Boden sollte sich durch G-ttes Volk in einen einzigen Heiligtumsberg wandein, um, weithin emporragend, einer großen g-ttentfremdeten Menschheit G-ttes Erbanspruch auf seine Erden- und Menschenwelt entgegenzuhalten. Wer ermißt da den Jammer der Prophetenklage (Jer. 2): ״Ihr aber kämet und verunreinigtet mein Land, und mein Erbe wandeltet ihr in Greuel!“ — Habt ihr, die ihr heimatlichen Boden wieder betretet, noch ein Herz für diese erschütternde Klage, schämt ihr euch eurer Brüder, die für dieses herzzerreißende Weh nur rohes Hohnlachen besitzen und sich nicht scheuen, einer Welt, der das Buch der Propheten geöffnet ist, zu zeigen, wie die eigenen Kinder dieses Volkes ihre Heroen schmähen, dann werdet ihr mit dem entschlossenen Willen heimkehren, durch euer Leben der Propheten heißeste Lebenssehnsucht zu stillen: ״Juda soll wieder G-tt als Erbe zufallen, als G-tt ausschließlieh höriger Teil, auf Gt t heiligem Boden“ (Sech. 2) . — Als der Wahn der Völker ringsum auch Jisroels Sinn vergiftet hatte, wies G-ttes strafende Erziehungswaltung sein Volk in die Ferne, damit es in erneuter Wüstenwanderüng die Reife zur Heimkehr in das ״Land der Verheißung“ sich hole. Seitdem starrt Erez Jisroels Bodlen in Oede-aber einst wird ״fröhlich die Wüste und Oede freudig auf blühen wie die Lilie —jauchzend auf blühen die Herrlichkeit des Libanon und des Karmels und Sarons Pracht — und das dürstende Land! wird zu Wasserquellen“ (Jes. 35). — Wann? Wenn ״ein Weg aufwärts führt zum Heiligtum“, den kein Unreiner betritt, den die Sittenlosigkeit nicht schändet und die Regelmäßiger Reisediemt nach Polen! Billig und bequem wie immer. FER1EN-REISEN jeden Sonntag, Auskünfte und Prospekte auch über den Reisedienst nach BUL- GAR JEN, ENGLAND, ITALIEN, JUGOSLAWIEN, PALÄSTINA. UNGARN und andere Länder, sowie über alle Autobustomen und Mittelmeerrei8tn bei DR. S. TOCKER, REISEBÜRO ״IN DIE WEIT** (W. M, Rennet) Wien IX, Lichtcnsteinstraße 2, Telephon A-14-504 VEN0XI0L-GAS Alleln-Durchfllhrung nur dureil ״LA GENERALE** WIEN I, HEQELaaSSE 9. 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