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Jüdische Presse · 1936-07-17 · 26 (17.7.1936) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
22 (1936)
Issue
26 (17.7.1936)
Date
1936-07-17
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 26 JÜDISCHE PRESSE Seite 3 VOS WOCllC %li W(l(l(€ Der Rat des Verbandes der jüdischen Gemeinden Italiens hat beschlossen, den Rechtsanwalt Dr. Carlo Alberto Viterbo nach Abessinien zu entsenden, um dort die ersten jüdischen Gemeinden, und zwar zunächst in Addis Abeba und in Dire-Daua, zu orgavisieren, 9 Die Society of Chemical Industries überreichte Sir Robert Mond, Bruder des ersten und Onkel des jetzigen Lord Melchett, in Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste um die chemische Wissenschaft die »Goldene Rudolf *Messel-Medaille. Diese Medaille, die in jedem zweiten Jahre verliehen wird, ist eine dar hochst en wissenschaftlichen Auszeichnungen Englands. 9 In der ״Deutschen Justiz“ wird sin Urteil des Amtsgerichtes Mainz vom 27. Mai 1986 veröffentlicht, in dem festgestellt wird, daß der Irrtum eines Vertrags- Partners über die Judeneigenschaft seines Vertragsgegners zur Anfechtung eines Vertrages berechtige. Bei Odrziwol wurde der 60jährige Jude Meir N.ajberg durch Huligans bestialisch erschlagen. Während des Jahrmarktes in Drzezgub bei Prasznie wurden die jüdischen Händler von Huligans und Bauern überfallen. Die Warenstände würden zerstört und ausgeraubt. Etwa 25 jüdische Händler wurden mit Steinen, Eisenstäben und Messern zum Teil sehr schwer verletzt. Die 18jährige Tochter des Eierhändlers Kirszenbaum erhielt mehrere Messerstiche. König C ar 01 II. hat 22 rumänische Juden mit dem Ferdinandsorden ausgezeichnet und fünf jüdischen Aßrzten in Anerkennung ״außerordentlicher patriotischer Verdienste“ Auszeichn ungen für Leistungen auf dem Gebiet der öffentlichen Gesundheitspflege verliehen. Diese Auszeichnungen haben bei den Juden Rumäniens im Hinblick auf die in letzter Zeit verstärkten Bestrebungen, die Juden zu Bürgern zweiter Klasse zu degradieren, allgemein Genugtuung hervorgerufen. Im Sommer 1985 kam es auf dem Dominik- Markt zu Danzig zu Ausschreitungen gegen jüdische Kaufleute polnischer Staatsangehörigkeit. Gemäß Gerichtsnrteil gewährt nun der Danziger Senat den Kaufleuten 50 Prozent des erlittenen Schadens. Davon, daß der Senat auch Kaufleute Danziger Staatsangehörigkeit entschädigt hätte, verlautet nichts. 9 König Eduard von England verbrächte sein letztes Weekend in Trentpark als Gast des Unter- Staatssekretärs für das Flugwesen, Sir Philipp S as s o o n, ■der bekanntlich Jiide ist und der berühmten indischjüdischen Familie Sassoon entstammt. Die antisemitische Hetze in England bildete am 10. Juli abends wiederum Gegenstand einer bewegten Debatte im Unterhaus, in deren Verlauf Innenminister Simon erklärte: ״Ich bitte die Mitglieder des Hauses, ■der Ueberzeugung zu sein, daß alles geschieht, um diese Angelegenheit entsprechend zu regeln.“ — Unter Assistenz , griechisch-orthodoxer . Priester ließ Alexander Cuza, der Sohn des rumänischen antisemitischen Apostels Prof. George' Cuza, etwa 80.000 Bauern, die sich in Orhei} Bessarabien, versammelt hatten, den Eid abnehmen, Rumänien von den Juden zu befreien. Cuza erklärte: Es gebe heute in der Welt nur zwei Menschengruppen: Gläubige und Nichtgläubige des Hakenkreuzes. Die letzteren sind die Mächte der Finsternis. Nach einer vor wenigen Wochen beendeten Volkszählung ergibt sich,~daß in Tunis 27.400 Juden ■gegenüber 25.400 im Jahre 1931 leben. Die Gesamtbevölkerung der Stadt Tunis beträgt 220.000. Im Woburn House in London wurde am £. Juli abends die Internationale Konferenz für jüdische Sozi alar beit eröffnet. Sie steht im Zusammenhang mit der Dritten Internationalen Konferenz für Sozialarbeit, die jetzt in London tagt. 9 Sir Isaac I s aa cs, der vor kurzem nach Erreichung der Altersgrenze von seinem Posten zurückgetretene Generalgouverneur von Australien, wurde zum Repräsentanten Australiens im Arisschuß zur Aus- Mrbeitung der Pläne für die Krönungsfeier König Eduards VIII. ernannt. 9 Wie die ״Bayerische Zeitung“ meldet, wird das Amt für Erzieher vom 20. bis 25. Juli eine rassen- Rundliche Schulung im Rahmen der Universität München durchführen. Es sollen 22 Vorträge stattfinden. Am 24. Juli wird Gauleiter Julius Streicher sprechen. Es wird mit einer Beteiligung bis zu 8000 Erziehern gerechnet. 9 Einer in Budapest eingetroffenen telegraphischen Mitteilung zufolge sind in der Stadt Satu Mare (Transsylvanien, Rumänien) sämtliche vier Synagogen während der Nacht geplündert worden. Die Spendenbüchsen wur- .׳den erbrochen, die Gebetbücher zerrissen und seidene sowie Samtvorhänge entwendet. Von den Tätern fehlt jede Spur. 9 Wie ״Haboke■^e meldet, ist in der letzten Zeit •ein neuer Zuzug von Hauraniern nach Palästina festzustellen. Die Hauranier wenden sich hauptsächlich nach Haifa, wo sie ihre Arbeitskraft für ein Brot täglich anbieten. Sie berichten, daß in ihrer Heimat Hungersnot infolge der Mißernte herrsche. 9 Der Chief Rabbi des Britischen Reiches, Dr. J. H. Hertz, führte den Vorsitz in einer der Sitzungen des in London tagenden Weltkongresses der Religionen und erörterte bei dieser Gelegenheit Sinn und Aufgaben des Kongresses vom jüdischen Standpunkt aus, 9 Jüdische Institutionen in Deutschland erhielten von der Gestapo die Weisung, keinerlei Kontakt mit ausländischen Besuchern, die etwa die .Judenfrage zu studieren wünschen sollten, zu unterhalten, Solche Besucher, die sich in dieser Sache an Juden wen- ■den, sind an die Gestapo zu verweisen. 9 Der ״Völkische Beobachter“ meldet, daß der Kanton Zürich beschlossen hat, Einwanderer aus Deutschland erst nach zwölfjährigem Aufenthalt in dar Schweiz, Einwanderer aus Oesterreich, Polen, der Tschechoslowakei und Rußland, erst nach 18 Jahren zu natura•• Jiesieren. Diese Maßnahme, erklärt der ״V. B.“, solle der jüdischen Einw anderun g in die Schweiz ent- Segenwirken. H. Grün, II״ Tabörstraße 8 b, Telephon Ä-43-3-66, Atelier für feine Herrengarderobe. s In einer am vergangenen Donnerstag abgeschlossenen Reihe von Plenarsitzungen beschäftigte sich der Vorstand der österreichischen Landesorganisatiön der Agudas Jisroel mit den aktuellen agudistischen Problemen, insbesondere im Hinblick auf die bevorstehende Kenessio Mechinoh. Folgende Mitglieder des Zentralrates wurden bei dieser Gelegenheit als Vertreter Oesterreichs in ihrem Amt belassen, bzw. neugewählt: Großrabbiner Abraham Heschel, Salomon Aschkenazy, Med.־R. Dr. Reiniger und David Seidmann. Im Sinne der agudistischen Verfassung wurde überdies Herr Redakteur David Türkl als Delegierter zur Kenessio Mechinoh gewählt. Eine jüdische Handelsschule in Wien. Nach langen Bemühungen und Vorarbeiten ist es einigen rührigen jüdischen Menschen in Wien gelungen, eine jüdische Handelsschule in Wien zu errichten, die — wenn sie das erfüllt, was von ihr zu erwarten ist — eine wertvolle Ergänzung des bestehenden jüdisch-religiösen filementarschuiwerkes (Talmud - Thora - Schule) bilden wird. Die neue jüdische zweiklassige Handelsschule hat ihren Sitz in Wien, H., Taborstraße 39 (Sakrischer Höf). An Samstagen und jüdischen Feiertagen wird natürlich kein Unterricht stattfinden. Der umfassende Unterricht wird unter Anwendung der modernsten Errungenschaften der Pädagogik erfolgen. Hesped nach Wisclinitzer Rebbe 1. Z. 1* Am vergangenen Sonntag ist anläßlich der Vollendung der ״SChlOSChim“ nach dem WischnitZer Rebben s. Z. 1. ein Hesped abgehalten worden, veranstaltet von seinen vielen Verehrern. Den Hesped hielt der bekannte talentvolle Aguda-Redner, Herr Mendel Stern. Die überaus zahlreich erschienene Zuhörerschaft rekrutierte sich aus allen Kreisen der Wiener jüdisch-religiösen Bevölkerung. Der Hesped nach dem unvergeßlichen Führer und Großen in Jisroel war eine formvollendete, inhaltsreiche und tiefgeistreiche Rede, die bei allen Abwesenden überwältigenden Eindruck hinterlassen hat. In geschickter Verbindung mit dem Hesped kam der Redner auch auf die traurige Lage im Heiligen Lande zu sprechen. 1 CHECHOS K E I Oberrabbiner M. Eckstein, Sered: B eth-laakow Die Lalldesorganisation der Agudas Jisroel in der Tschechoslowakei hat die Errichtung einer Beth - Jakob - Fortbildungsschule in Bratislava beschlossen. Man würde Gemeinplätze wiederholen, wenn man von der wichtigen und entscheidenden Bedeutung der Mädchenerziehung für das gesetzestreue Judentum sprechen würde. Wer weiß es nicht heute: Ohne jüdische Töchter gibt es keine jüdischen Mütter, ohne jüdische Mütter kein jüdisches Haus und keine jüdische Zukunft. Die Agudas Jisroel, die Hüterin des jüdischen Geistes, die immer auf der Wache steht, um jede Gefahr wahrzunehmen und abzuwenden, erfüllt eine ihrer vornehmsten Aufgaben, wenn sie eine Institution errichtet zu dem׳ Zwecke, die der Schule entwachsene weibliche Jugend in die Gedankenwelt unserer Vergangenheit einzuführen, sie dort zu verwurzeln und zu Fahnenträgerinnen dieses Geistes, heranzubilden. Es werden manche einwenden wollen: Auch unsere Mütter und Großmütter haben keine Beth-Jakob-Schulen besucht, waren dabei dennoch jüdische Frauen, jüdische Mütter, haben dennoch jüdische Generationen erzogen. Was sie von der Mutter gelernt, vom Vater gesehen, im Elternhaus in sich aufgenommen, genügte vollkommen. Warum heute anders? Wer so spricht, ist sich seiner Verantwortung der jüdischen Vergangenheit und Zukunft gegenüber nicht bewußt. - Wäreder. Feldherr, nicht leichtfertig und töricht, *der sein Heer heute mit ׳Pfeil und Bogen ausgerüstet, dem Feinde entgegenführen würde? Der Feind bestimmt die Waffen der Verteidigung. Soll die Abwehr eine wirksame, sein, so müssen sich die Methoden und Mittel des Kampfes denen des Gegners anpassen. Die Verführung hat sich modernisiert. Die Errungenschaften der Neuzeit hat sie zu ihren Dienern gemacht. Sie kämpft mit neuen Vfaffen. Dürfen wir es zulassen, daß unsere Töchter einen ungleichen Kampf führen? Müssen wir nicht den alten Waffen neue -hinzufügen, daß sie nicht unterliegen,ן daß sie aus dem Kampfe siegreich hervorgehen? . Wer die Augen offenhält,,der sieht, wie sich alles um das jüdische Haus geändert‘hat, daß Bewegungen in der großen Welt entstanden, die dem jüdischen Geiste immer gefährlicher werden. Verläßt das Mädchen das Elternhaus, bestürmen es Tausende entfremdende Eindrücke, nimmt es ungewollt und unbewußt unjüdische Gedanken und Ideen in sich auf. Wenn das jüdische Heim auch abseits von den Strömungen der Zeit liegt, wird es von diesen nicht verschont. Der Wellengang der Ideen erreicht auch die Insel des Familienhauses. Dürfen wir mit verschränkten Armen zusehen, daß die Brandung unsere Häuser erreicht und zu überfluten droht? Muß es nicht das Ziel unseres Daseins bilden, die jüdischen Familienhäuser, diese Bausteine der jüdischen Zukunft, Moritz Zobel: Das Jahr der Juden in Brauch und Liturgie. (Schocken-Verlag, Berlin.) Dsa neue Werk Zobels ist als ׳Fortsetzung des Sabbath-Buches gedacht, welches auch in der ״Jüdischen ׳Presse“ anerkennend besprochen wurde. Diesmal haben wir weniger Anlaß zu unbeschränktem Lob. Viel Wissen^ eine imponierende Belesenheit weist auch dieses Werk auf, aber es hat auch einige störende Fehler. Es stimmt z. B.,nicht (S. 40), daß nur volljährige Beter den Gebetmantel anlegen. Bei den Aschkenasim tun dies auch die ganz Kleinen und bei* den) Chassidim nur die Verheirateten. Wir vermissen auch ('S. 41) die ׳Begründung dafür, warum das Tefillinlegen am Sabbath und Jomtow unterbleibt. Das •Kaddisch (S. 43) ist in seiner heutigen Gestalt keineswegs rein aramäisch. Auch kann man nicht verschweigen, daß das ׳Buch wichtige Fragen) überspringt oder kaum berührt, hingegen zu ausführlich solche Fragen erörtert, bei denen auch einige Worte genügt hätten;. Das Ausschalten der Bräuche des individuelleni Lebens beraubt das Buch der größeren Lebendigkeit und gestaltet es zu schwerer Lektüre. Allerdings ist es ein wertvolles Buch, welches als Nachschlagewerk und zur ersten Information gute Dienste leisten kann. Paul Pourtant: Dl© Stadt Israels. Roman. Fiba-Verlag, Wien, In formvollendeter Weise — wenn auch vielleicht die erschütternde Tragik nicht vollkommen; erfassend — schildert Pourtant das Leben des deutschen Einwanderers in Palästina, der in Deutschland nun einmal ״Jude wurde, Jude wider willen, aber tatsächlich Jude". Alfred, der Chemiekr, findet sich bald in seiner Arbeit, die neben ein bißchen oberflächlichem ״Zionismus" seine ganze Persönlichkeit ausfüllt, m recht, während die weibliche Hauptfigur den über sie hereinbrechenden( Seelenkämpfen oft zu unterliegen droht, diese kostbaren heiligen Güter, die wir von unseren Vätern und Müttern ererbt, für die kommende Generation in ihrer schönsten Blüte erzieherischer Macht zu' erhalten und die heran wachsende Jugend für ihre Ideale zu erwärmen und zu begeistern? Wir Juden sind ein besonders kritisch veranlagtes Volk. Das Nörgeln liegt uns im Blute. Alles zu kritisieren ist uns ein Bedürfnis. Ist es ein Wunder, wenn die einzige Organisation, die sich mit der Lösung der Probleme der Weltorthodoxie befaßt, mit dem Pfeilregen der Immerbesser-Wissenden überschüttet wird? Der Vorwurf wird überall laut: Die Aguda ist zu passiv, es mangelt ihr an jeder Initiative, an jedem schöpferischen Gedanken. Die Aguda geht im Schneckentempo vorwärts, sie würde ihre Ziele auf Adlersflügeln erreichen. Die Fernstehenden haben aber keine Ahnung vom Doppelkampfe, den die Aguda nach innen und außen zu führen gezwungen ist. Dies alles wurde nicht zur Rechtfertigung der Aguda geschrieben, es gehört vielmehr zum Titel des Artikels, es hängt mit seinem Thema auf das engste zusammen. Die Aguda unseres Landes ist am Werke, eine Institution ins Leben zu rufen, die von jedem gebilligt, von jedem gewünscht, von allen Kreisen mit heller Freude begrüßt wird. Nun bricht die Zeit für alle Arbeitslustigen an. Nun kann jeder, ohne Bedenken, ohne innere Hemmungen, mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln, mit seinen geistigen, .und materiellen Gütern zum. Aufbau dieses Festungswerkes der echt jüdischen Erziehung beitragen. Möge dieses Werk entstehen, segensreich wirken, zur Ehre und zum Wolde der Orthodoxie unseres Landes. Oberrabbiner Lau in PreSov Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, daß sich der Preäower Raw, Se. Ehrw. Herr Oberrabbiner M. Ch. Lau, der tiefsten ,und anhänglichsten Liebe seiner Gemeindemitglieder mit ׳Recht rühmen kann, so war dieser in dem glänzenden und geradezu überwältigenden Empfang in unwiderleglicher Weise erbracht, den Hunderte angesehene Baale Batim ihrem geliebten geistigen Oberhaupt . am Preäover Bahnhof bereiteten, als er dort am 5. Juli, nach einer Abwesenheit von bald einem Jahr, eintraf. Nicht endenwollende ״Jechi adonenu morenu w'rabenu“- Rufe und ein lebensgefährliches Gedränge, welches dadurch entstanden1" war, daß sich jeder bestrebte, dem geliebten Rabbi je früher den Willkommgruß entbieten zu können, bewiesen dem durch einen schweren Schicksalsschlag getroffenen Oberrabbiner die große unerschütterliche Treue, welche ihm seine Gemeindemitglieder unter allen Umständen bewahren. Der Zug des von seinen Getreuen umgebenen Rabbi in die festlich beleuchtete und kolnidremäßig überfüllte Synagoge glich einem Triumphzug, der dann mit atemloser Spannung den herrlichen Worten des Dankes an G-tt lauschte, die der ehrw. Redner anläßlich des Wiedersehens mit seiner Gemeinde in tiefster Rührung sprach. (L. R.) BEKIZZUR... — Bratislava: In Anwesenheit der Mitglieder des Rabbinats, der Vertreter des Gemeindevorstandes, der Gabonim und zahlreicher Baale Batim nahm Se. Ehrw. Herr Oberrabbiner Schreiber am 26. Tamus das Großverhören im Hauptschiur der hiesigen Jeschiwoh vor. Das Verhören zeigte abermals eine schöne Entwicklung der Jeschiwah. ׳Die Schüler beherrschten den!Stoff vollkommen und der Jeschiwoh-Leiter konnte sich auch diesmal von den Kenntnissen und dem Lerneifer jedes einzelnen Talmid überzeugen. Am Sonntag vorher hatte Herr Rabbiner S. B.!Schreiber eine Prüfung der Hörer des ״Neben“-Schiur vorgenommen. Auch da zeichneten sich die Talmidim durch die gründliche Kenntnis des während des vergangenen Smans durchgenommenen Pensums aus. — Am vergangenen Sonntag fand hier die Gen eralversammlung des Isr. Knabenwaisenhaus-Vereines'unter großer Beteiligung statt. Dem Tätigkeitsbericht ist zu entnehmen, daß durch die hygienisehen Einrichtungen und die vortreffliche Erziehung, die dem allseits beliebten Pädagogen Waisenvater Rabbiner S, Lustig, untersteht, der Gesundheitszustand und die geistige Entwicklung der Zöglinge ausgezeichnet sind. Das Budget für das Jahr betrug Kö 84.000.—. Von den Beschlüssen ist der hervorzuheben, nach weichem in Zukvmft auch Zöglinge aus der Provinz ׳Aufnahme werden finden können. Bei der Neubestellung des Vorstandes wurde der verdienstvolle Präses, Herr Generaldirektor Albert Gestetner, wiedergewählt, dem ein Präsidium» bestehend aus acht agilen Herren, zur Seite steht, Zum Kurator des Isr. Mädchenwaiseabauses wurde Herr , Gemeinderat Jakob Dusehntts gewählt -״*״■ Am Schabbos Parschäs Pinebas hielt in der hiesigen großen Synagoge der ortb» isr, Kultusgemeinde

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