Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 22 (1936)
- Issue
- 26 (17.7.1936)
- Date
- 1936-07-17
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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tag twvöi«»# fUüttt ft t *nmm m 4i5w-m-M V. b, b. leimps vom Verleger ftüM exp&itö patt F&ütetif JULI m6 ..j מתפוז 22. Jahrgahg / Nummer 26 Redaktion tmd Administration: Wien* Ü., Mäkgasse 12 a, Telephon A-46-0-15; Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 381 / Erscheint jeden Freitag / ßedaktionsschlaß: Mittwoch Mittag?״Sl,*,*?{>]>“«״.*>־ l|j כ.jag, Abonnementpreise: Ganzjährig: für Oesterreich S 16, Tschechoslowakei Kö 80, Jugoslawien Dinar 160, da* übrige Ausland Schw. Er. 14. Einzelnummer Ost. Gr. 40. Zahlungen f. ״Jüdische Presse“, Wien, auf ,folgende Post• Sparkassenkonti: Wien Nr. D-93.614, Brünn Nr. 126.058, Budapest Nr. 50.170, Warschau Nr. 190.409, Zagreb Nr. 40.217, Zürich Nr. VDI, 4117, Berlin Nr. 122.619. oRGsn für Die imeRessen Des 0RTH0D0Hen juDemums Verständigung? Es ist eine Groteske, die ihresgleichen in der Geschichte der Agudas Jisroel zu suchen hat, die jetzt in Erez Jisroel von Agudisten gespielt wird. Aus nichtagudistischer Quelle erfährt die jüdische Oeffentlichkeit, daß in Erez Jisroel V e r- Handlungen zwischen der Poale Agudas Jisroel und demHapoel hamisrachi gepflogen werden, deren Ziel es sein soll, eine gemeinsame Vereinigung in wirtschaftlichen Fragen, bei voller Wahrung der organisatorischen Unabhängigkeit beider Organisationen, zu schaffen. Ohne der Entscheidung der dazu berufenen Instanzen vorzugreifen, ist man bemüßigt, sich mit diesem Gedanken ernst auseinanderzusetzen, zumal dem Vernehmen nach an der Wiege des Projektes nicht die unbedeutensten Personen Pate gestanden haben sollen. Was die Agudas Jisroel über alle anderen jüdisehen Organisationen erhebt, was die Agudas Jisroel als Organisation der Glaubenstreuen erst möglich macht, ist und bleibt der Gedanke der vollständigen Unabhängigkeit, die allein nur ein Unterpfand für die souveräne Erfüllung des g-ttliehen Willens und der Thoraidee in ihr ermöglicht. In dem Augenblick, in dem die Agudas Jisroel in einem einzigen ihrer Zweige dei;,..Erwägung, ,Raum gibt,, mit anderen jüdischen Organisationen zusammenzustehen, Gebäude erschüttert und wir stehen vor einem Chaos, das nie wieder einzudämmen sein wird. Es wäre unfaßbar, wenn die agudistischen Instanzen, die mit. diesem Projekt beschäftigt sind, nicht sehr rasch und sehr klar ihre entschiedene Ablehnung des Planes bekanntgeben würden. Es wäre aber auch unfaßbar, daß gerade die Poale Agudas Jisroel, diese Kerntruppe agudistischer Kämpfer, und in ihr die Spitzengruppe, die der palästinensischen Arbeiter, einen Irrweg zuerst beschreiten sollte. Was die Agudas Jisroel über alle anderen Organisationen erhöht hat, war, daß sie nie an zeitlichen Erfolgen gehängt hat, sondern zeitlos) — wie das G-tteswort — über den Moment hinweg , an ihrer Richtung festgehalten hat. Für uns in der Gola mag die Tatsache, daß unsere unentwegtesten und exponiertesten Kämpfer sich auf solche Kombinationen auch nur einlassen, eine dringende und ernste Mahnung sein zur v e rstärktenArbeitfürdiePoal im u n d g a n z besonders für die in Erez Jisroel. Wir Regelmäßiger Reifedienst nach Polen I Billig und bequem wie Immer. FER1EN-REISEN jeden Sonntag. Auskünfte und Prospekte auch Über den Reisedienst nach BUL« GARIEN, ENQLAND, ITALIEN, JUGOSLAWIEN, PALÄSTINA. UNGARN und andere Länder, sowie Uber alle Autobustouren und Mittelmeerreistn bei DR. S. TOCKER, REISEBÜRO ״IN DIE WEIT** (W. M. Renner) Wfen IX, Lichtensteinstraße 2. Telephon A-14-504 C T E 1פ IE Perfektionen Neudegger-Fahrschulen ■P I M ■ Im V Wien VIII. Tel. B-4B-5-72 und Inzersdorf, N.-Oe. Abholung vom Hause 1 ■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■י■■■■■■■■■ mögen daraus die Konsequenz ziehen, eine intensivere Arbeit im Interesse der agudistischen Arbeiter- Organisation in Erez Jisroel zu entfalten. Mehr als alle Aufrufe und Ermahnungen spricht uns die Verhandlungsbereitschaft der palästinensischen Poalim an. Unsere Chawerim im Heüigen Lande mögen an unserer Bereitschaft zu intensiverer Tätigkeit den Mut zu weiterem Kampfe finden, in dessen Verlauf sie auch die Ueberzeugung gewinnen werden, daß wir, wenn wir zusammenstehen, stark genug sind, um allein bleiben zu^können. Neiierdingsversdiar If e Situation in Erez Jisroel die außer der Bindung des Religionsgesetzes noch andere parteimäßige Bindungen kennen, hat sie aufgehört, das zu sein, was ׳sie zu sein hat. Und es ist doch klar, daß es keiner misrachistischen Gruppe einfallen wird, ihre parteimäßige Bindung mit der areligiösen Zionistischen Organisation der Aguda zulieb aufzugeben. Während es also ihnen nur um Parteidisziplin geht, geht es uns um das heilige Gut der Ueberlieferung, von dem nicht ein Jota abgegeben werden darf. Gewiß: In der letzten Zeit hat die Agudas Jisroel schon einige Aktionen Hand in Hand mit den Zionisten unternommen, ohne daß sich ein Widerspruch dagegen geltend gemacht hätte. Aber man muß sehr strenge unterscheiden zwischen einmaligen Aktionen, die die Führer beider Organisationen unternehmen, und solchen Plänen, die erstens eine ständige Zusammenarbeit vorsehen und zweitens ein dauerndes Beisammensein der Mitgliedermassen selbst herbeiführen. Derartige Pläne müssen vom Standpunkt des prinzipientreuen Agudisten nachdrücklieh und unter allen Umständen abgelehnt werden. Wenn die Agudas Jisroel in dem Vierteljahrhundert seit Kattowitz imstande war, das jüdischreligiöse Leben in den bedeutensten jüdischen Zentren Europas zu regenerieren, so verdankt sie diesen Erfolg zweifellos der Tatsache, daß sie unabhängig und klar auf ihr Ziel losgesteuert, hat. So hat sie selbst dort, wo die Widerstände groß waren, ein bisher noch unerschüttertes Bollwerk gegen den Abfall errichtet und so überall Inseln geschaffen, die als Zellen für die Zeit, in der die Rückkehr der Massen eintreten wird, felsenfest dastehen. In dem Moment aber, in dem ein Stein aus diesem Gefüge gelockert wird, ist das ganze VEN0XI0L-6AS IftSSSB Allein-Durchführung nur durch LA GENERALE“ WIEN I, HeaeiaASSE 9. Telephon R-2J--1-8S, R-26-7-35 Die Hoffnungen auf eine baldige Beruhigung im Heiligen Lande haben sich nicht erfüllt. Der Generalstreik, der in den letzten Wochen immer schwächer zu werden schien, hat sich in den letzten Tagen verstärkt. Jerusalem bildet nunmehr das Hauptstreikzentrum. In der )Stadt herrscht bereits eine bedrohliche Lebensmittelknappheit. Die Streikposten lauem allen Lebensmitteltransporten auf und vernichten sie. Gemüse und Eier wurden auf dem Wege zu den Märken zertrampelt* Milch wurde ausgegossen. Führer der arabischen Terroristen besuchen die Dörfer um Jerusalem herum und versuchen, die Fellachen zu bewegen, sich der antijüdisehen terroristischen Aktion anzuschließen; sie erzählen ihnen, daß der jetzige Augenblick der günstigste sei, um zum Ziele zu kommen. Die Terroristenführer erklären, daß die Dörfer unter stärksten Terror gesetzt werden würden, falls sich die Bewohner nicht der Aktion an- . schließen. Fünfundvierzig Tote Auch die Ueberfälle auf Juden und jüdisches Gut haben in letzter Zeit an Intensität zugenommen. Die Zahl der jüdischen Toten hat sich auf 45 erhöht. Darunter befindet sich der aus Beirut stammende 20jährige Elijahu Said, der als Erster seit Beginn der Unruhen in Tel- Aviv, der jüdischen Stadt, von einem Araber erschossen wurde. Der Fall erregt große ׳ Befürchtung. Beunruhigende Momente Auch in politischer Beziehung ist eine Ver- . schlechterung in der Position der Juden eingetreten. Es ist jetzt nämlich eine gewisse Schwenkung in der Haltung der maßgebenden englischen Presse zu verzeichnen; sogar eine Zeitung wie die ״Times“, die für eine untentwegt feste Haltung gegenüber den arabischen Forderungen eintrat, findet nun, daß die Zionisten allzu ״übereilig“ seien und daß das Tempo der jüdischen Ein- Wanderung zu schnell sei. Damit in Zusammenhang steht die zweite Tatsache, daß man der von Jamal Husseini geführten inoffiziellen palästinensisch-arabischen Delegation in London, der man anfangs — wie verschiedentlich offiziös erklärt wurde — keine offizielle Beachtung hat schenken wollen, später dennoch Gelegenheit gab, nicht nur mit Mitgliedern der Regierung zu sprechen, sondern auch die parlamentarischen Kreise, die Presse und die öffentliche Mein n u n g zu beeinflussen. Als drittes Moment kommt hinzu, daß der arabische Generalstreik in Palästina, von dem die britische Regierung zugestandenermaßen wußte, daß er bereits im Zusammenbrechen sei, wie erwähnt, plötzlich wieder aufflackem, ja kulminieren konnte, was darauf schließen läßt, daß es den Arabern darum zu tun sei, mit dieser neuen Kraftanstrengung eine politische Konjunktur auszunutzen. Schließlich geben die ungewohnt pessimistisehen Aeußerungen des Kolonienministers Ormsby-Gore in der letzten Sitzung des Unterhauses, daß die erwartete Besserung der Lage in Palästina nicht eingetreten sei, zu denken. Die PalästinasRegierung schützt nicht Touristen Das Tschechoslowakische Preßbüro wird aus Palästina dringend aufmerksam gemacht, daß infolge des terroristischen Vorgehens der Araber ein Reisen durch das Land mit relativer Sicherheit nicht möglich ist. Dies gilt sowohl für den öffentlichen und den privaten Autoverkehr, wie auch für den Eisenbahnverkehr. Bewaffnete Begleitung gewährt die Regierung den Touristen prinzipiell nicht. Vom Tel-Aviver Hafen Die Entwicklung aes Tel-Aviver Hafens nimmt trotz der Schikanen und Störungsversuche seitens der Araber einen ungeahnt raschen Fortgang. Die eiserne Landungsbrücke, die durch fleißige Arbeit täglich um vier Meter vergrößert wird, steht knapp vor der Vollendung. Von dem in der Nähe befindlichen Messegelände — das bekantlich durch ein tadelloses Straßennetz mit dem ganzen Lande verbunden ist — wird eine breite Straße bis zur Landungsbrücke gebaut, was eine rasche und klaglose Beförderung der Waren ermöglichen wird. In fieberhafter Eile werden neue Boote gebaut, die die Ausbootung erleichtern. Nach langen Bemühungen ist es der Tel-Aviver Hafengesellschaft gelungen, bei der Regierung eine Er- Weiterung der Aus lade-Erlaubnis zu erwirken. So werden jetzt außer den bisher ausgeladenen Baumaterialien auch Lebensmittel ausgebootet werden. Zu diesem Zwecke wurde von der Schiffsgesellschaft ״Atith“ ein ständiger Schiffsverkehr zwischen Aegypten, Syrien, Zypern und Tel-Aviv errichtet. Außerdem hat das türkische Handelsministerium auf Anraten ihres Vertreters bei. der Levante-Messe den türkischen Schiffsgeseilschäften den Auftrag gegeben, in Tel-Aviv Waren auszüladen. Durch. diesen verstärkten Verkehr fanden in den letzten Tagen 150 Personen ganztägige Beschäftigung im Hafen und es ist zu hoffen, daß in kürzester Zeit, s. G. w., Hunderte von Menschen im Tel-Aviver-Hafen ständig ihr Brot finden werden. Neueste Modelle in PEROCKEN Othmar Schiff rr Erstklassig in ■Material und Ausführung, tadelloser Sitz, stets lagernd Wien I, Kärntnerring 6 Telephon U-43-0-16 F ü r d u r e h r e i s e n de Damen sofort erhält! i c h