Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 22 (1936)
- Issue
- 25 (10.7.1936)
- Date
- 1936-07-10
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Kritik und Betrachtung Jbsehe Kalb" t)em Chassidismus geht es nun schon so seit Jahren, vielleicht Jähi^ehntettJ W4r mirJfeill, bemächtigt sich, seiner! Ein Martin B u b e r, der eine Nichtjüdin zur Frau hat* schwärmt in chassidischer Mystik. Ein Schalom Asch, der in A p i k 0 r s u s einen Gipfelpunkt erreicht hat, wagt es zu sagen (so erst bei seinem jüngsten Öffentliehen Auftreten in Wien), der Chassidismus habe die Herzen der Juden erobert, ihm — und nur ihm — gebühre die Führung im jüdischen Volke. Daß alle diese den wahren Chassidismus nicht verstehen, nicht verstehen können, verschlägt nichts. So entsteht für den Unwissenden ein vollkommen verzerrtes und verfälschtes Bild jener innigen G-ttesfurcht, -gläubigkeit und “liebe, Wie sie sich im, Chassidismus dokumentieren. Nun erscheint der Chassidismus auch schon auf der Bühne. Morris Schwarz mit seiner amerikanisch* jüdischen Schauspielertruppe zeigt ihn als ״Josche Kalb“ in einem Wiener Theater. Wenn das so weiter geht, wird bald jeder Straßenjunge ״Chassidismus" betreiben. Man muß sich fragen, ob es nicht schon hoch an der Zeit ist, gegen diese Persiflage heiliger Güter aufzutreten und ihr ein Ende zu bereiten. Fairness im Sport! Der österreichische Schwimmverband hat die Hakoah-Schwimmerin Judith Deutsch für zwei Jahre disqualifiziert, weil sie an der Berliner Olympiade teilzunehmen sich weigerte. So sehr es auch verständlich sein mag, daß die Sportbehörden unser Land glänzend vertreten sehen wollen, so unverständlich ist ihre Stellungnahme der wahrhaft ״fairen" Haltung der jüdisehen Schwimmerin gegenüber. Gerade, wer Sport und Ehre in Beziehung zueinander bringt, darf aus der Ehre keinen Sport machen. Wo aber wäre die Ehre eines jüdisehen Sportlers, der in der verpesteten Atmosphäre des heutigen Deutschland, unter den Augen Hitlers, Goebbels und Streichers seine Kunst zeigte? Wo wäre seine persönliche und die jüdische Ehre und auch die seiner Farben, wenn er seine Hand dort nach Lorbeeren ausstreckte, wo seine Brüder in stummem Leid die Dornenkrone tragen? Noch ist das letzte Wort — so wollen wir hoffen — in dieser Angelegenheit nicht gesprochen, da auch die jüdischen Sportler aller anderen Länder es ablehnen, im Dritten Reich anzutreten. Vielleicht greift noch an maßgebender Stelle die Erkenntnis Platz, daß im gegebenen Ealle die sportliche Disqualifikation eine Disqualifikation der Moral wäre. Machne Jisroel In einem längeren Schreiben an die ״Jüdische Presse" nimmt die Leitung des Kibbuz in Machne Jisroel zu dem in der Schwuos-Nummer der ״Jüdisehen Presse" veröffentlichten Bericht über die agudistisehe Arbeit in Erez Jisroel Stellung und beanständet die Stelle in dem Artikel, in der es heißt, daß Machne-Jisroel sich nur schwer entwickelt und daß dieser Kibbuz das Sorgenkind der. Agudaleitung sei. Die Mitglieder des Kibbuz nehmen an diesem Bericht Anstoß, weil er ihrer Ansicht nach den Anschein erweckt, daß sie selbst an der langsamen Entwicklung Schuld tragen. ־ T Aus Wiener Neustadt. Wie uns initgeteilt Wird, ,ist es dem Oberrabbiner und dem KültUsVörataftd Von Wiener Neust ädt ili Ver־ hftfldlungeH' mit der ׳ Stadtgemeinde gelungen, eine;Ermäßigung der Gebühr für den Besuch der MikWah durch nicht ständig in Wiener Neustadt wohnhafte Frauen von S 6. auf S 3.— zu erwirken. Schulschlußfeier an der Jessod Hathora. Am Schabbös Parschas Ghukas, am darauffolgenden Sonntag und Montag fanden die Schlußprüfungen sämtlicher Klassen der Jessod-Hathora, von den Alef-Bes- Schützen, die zum Teil noch den Kindergarten besuchen, bis zu den Gemoro-Klassen in Beisein des Herrn Oberrabbiner Fürst und Herrn Rabb. S. Baumgarten, des Vor- Standes, des Schulleiters Rabb. Neuwirth und weiter Kreise der Elternschaft und jeher, die für Thora Interesse haben, statt. Alle Abteilungen, sowohl der Knaben, wie der Mädchen halfen Bewundernswertes geleistet und von ihrem fleißigen, unermüdlichem Lernen bestes Zeügnis abgelegt. Herr Oberrabbiner Fürst hat auch bei der am Donnerstag, den 12. Tamus stattgefundenen Schluß“ feier mit Worten besonderen Lobes die Leistungen der Lehrer und Schüler gewürdigt und sowohl dem Vorstand als auch dem Schulleiter und dem Lehrkörper seinen besten Dank für die unübertrefflichen Lehrerfolge ausgesprochen. Mit großem-Stolz erfüllt ihn die Vergangenheit der ״Jessod-Hathora", da ein Teil ‘ des derzeitigen Lehr- SCH ECHO So geht es nicht weiter... Es ist die Tragik der Agudas Jisroel, daß sie einerseits zu jimg, andererseits aber auch zu alt ist. Die Kattowitzer Tage, die Gründungszeit der Agudas Jisroel, liegen noch nicht genügend lange zurück, als daß sie, mit der Patina der Zeit bedeckt, legendenumwoben der heutigen Generation eine wenn auch aus Sentimentalität geborene unbedingte Achtung abringen könnten. Wir orthodoxen Juden mit unserer Ehrfurcht vor dem Alter sind aber nun so geartet, daß wir Ideologien und Ideen vielfach nach der Zeit werten, die uns von ihrer Entstehung trennt. Und dennoch: Agudas Jisroel ist — vom Heute gesehen — zu früh entstanden. Wenn Agudas Jisroel heute nicht existierte, die Entwicklung der Zeit, die mannigfaltigen Erscheinungen des jüdisch-politischen Lebens, die bewußt oder unbewußt das religiöse Empfinden unterminieren, die Erkenntnis, daß heute gleichgesinnte Menschen ihre physischen, moralisch-ethischen und materiellen Kräfte auf einen gemeinsamen Nenner bringen müssen, um sich durchzusetzen, würde notgedrungen eine Agudas Jisroel hervorbringen. Die dem Judentum neu imputierte nationale Idee, die seine Zukunft gefährdet, die fortgeschrittene Pauperisierung der religi- Ösen Massen, die katastrophale Formen anzunehmen droht, sie würden eine A'guda-Bewegung als letzten Rettungsanker aus dem geistig-moralischen und materiellen Dilemma herbeisehnen lassen. Dazu sei bemerkt, daß der erwähnte Artikel einen solchen Vorwurf gegen den Kibbuz auch nicht zwischen den Zeilen beinhaltete. Es ist wahr, daß die Mitglieder dieses Kibbuz’ sich in den letzten zwei Jahren geradezu mit Meßiras hanefesch der Arbeit widmeten, ohne welchen der Kibbuz überhaupt nicht hätte existieren können, weil die Voraussetzungen, im Vergleich zu den Kibbuzim im Scharon und in der Südebene, imgemein schwierig sind. Die elementarsten Grundbedingungen, auf denen die anderen Kibbuzim basieren, wie Wasserreichtum, Absatzmöglichkeiten, Gelegenheiten zu Außenarbeit usw. fehlen größtenteils im Emek. Dazu kommt noch, daß die zionistischen Kibbuzim im Emek dauernde Unterstützung erhalten, während die Agudaleitung nicht in der Lage ist, Machne Jisroel die notwendigen Subventionen zu gewähren. Wenn in dem Artikel diese Umstände nicht genügend deutlich hervorgehoben wurden, so liegt dies darin begründet, daß der Artikel nur die einzelnen Punkte streifte, ohne auf die Details ausführlich einzugehen. Zur Ehre des Kibbuz’ sei daher ausdrücklich festgestellt, daß er unter den ungünstigsten Bedingungen geradezu heroische Pionierarbeit leistet. Wie uns der Kibbuz in dem gleichen Schreiben mitteilt, entwickelt er sich übrigens trotz aller Schwierigkeiten und trotz der arabischen Unruhen, unter denen Machne Jisroel besonders zu leiden hat.-So wurde bereits mit der Einrichtung einer größeren Hühnerfarm begönnen. Wenn der Keren Hajischuw in der Lage wäre, dem Kibbuz nie notwendigen Darlehen zu gewähren, so wäre Machne Jisroel bereits viel weiter. Karl Richter. Marillen! Zur Freude jeder Hausfrau ist uns heuer eine reichliche Marillenernte beschert worden, Die Marillenmarmelade ist es, der in unserer Küche die größte Bedeutung zukommt. Womit sollten wir denn im Winter unsere Palatschinken, Buchteln oder Kipferln füllen? Versuchen Sie’s doch einmal nach dem folgenden Rezept und Sie erhalten aus 2!/״ Kilogramm Frucht und 2!/.. Kilogramm Zucker tatsächlich 5 Kilogramm Marmelade, von deren Aroma, Geschmack und Farbe Sie entzückt sein werden. — Rezept: 21/0 Kilogramm Marillen (entkernt gewogen) werden durch die Fleischmaschine gedreht, mit 22/ג Kilogramm Zucker vermischt und zum Kochen gebracht, Nach 10 Minuten brausend kochen wird der^Saft von zwei Zitronen und einer Flasche O p e k t a eingerührt, nochmals aufwallen lassen und sofort heiß in Gläser gefüllt. (Gläser auf ein nasses Tuch stellen, damit sie nicht springen.) Bei der Verwendung von. Trockenopekta werden 1,20 Kilogramm Marillen (entkernt gewogen) mit dem Päckchen zu 70 Groschen vermischt,! Minute gekocht, dann 1 Kilogramm Zucker zugefügt und 5 Minuten brausend gekocht. Heiß in Gläser füllen. Fertig! Nicht vergessen! Die neue Sparpackung zu S 1.3Q für 4 Kilo• gramm Marmelade! — Ständige Kochvorträge Anden statt im ״Haus der Frau“, VHI., Alserstraße 21, jeden Diensv tag und Donnerstag um 4 Uhr nachmittags. ' Dieser Ruf nach Agudas Jisroel, das allgemeine Bedürfnis nach ihr, ist es, was heute hierzulande noch nicht selbstverständlich ist. In der ganzen Welt ist die Aguda-Bewegung der organisatorische Ausdruck der Orthodoxie. Sie ist es, die die stark dezimierten Kräfte der Orthodoxie als Fangbecken auffängt und solcherart produktiviert. Bei uns aber? Auch wir haben eine Landesorganisation, der eine schöne Anzahl von Gruppen anigeschlossen ist. Woran es jedoch fehlt, das sind die Initiative und energische Werktätigkeit. Das ״Schew w’al taasse"-Prinzip, die Dinge tatenlos an sich herankommen zu lassen, ist in diesem Falle eine Sünde an Gegenwart und Zukunft des Judntums. Die Zeit erfordert kategorisch: Handeln. Auseinandersetzen mit den mannigfaltigen Problemen, Präventivmaßnahmen gegen drohende Gefahren und vor allem Vereinigung aller Kräfte zum Wohle der Gesamtheit tun not. Es sieht gradezu so aus, als entspränge der hierzulande ad absurdum praktizierte, überaus bequeme, aber immer gefährliche ״Schew w’al taasse"-Grundsatz einer Angstpsychose, mit den heiligen Dingen unserer Religion ins profane Leben hinauszutreten. Das aber ist es gerade, was Agudas Jisroel predigt und was bis heute nur mangelhaft verstanden wird. Unsere religiöse Ueberzeugung ist keine konfessionelle Kultsache, die nur für die Erbauungsstunden, für den Feiertag von Bedeutung ist. Unser Nationalismus ist die Thora, sie soll das Gesamtleben und das individuelle Leben der und des Juden voll und ganz erfüllen, sie soll den ganzen Menschen erfassen und sein Verhalten zur Umwelt regulieren. Seien wir nicht kleinmütig. Wir besitzen viele und reiche mox־alische Schätze; haben wir diese auf einen gemeinsamen Nenner gbracht, dann brauchen wir das Leben nicht zu fürchten. Die da meinen, die Thora-Atmo- Sphäre könne sich mit derjenigen der Welt nicht vertragen, irren, Alle Ideen und Weltanschauungen finden heute organisatorische Ausdrucksformen. Gerade wir, die wir unserem Wesen nach auf Gemeinschaft eingestellt sind, dürfen nicht nachstehen. Mehr Verantwortung und Gewissenhaftigkeit Von besonderer Seit» Die Zeit der Kinder ist da, In den Schulferien sollen sie heue Kräfte sammeln, um mit dem Beginne des neuen Schuljahres physisch erfrischt und gestärkt, die geistige Arbeit fortzusetzen, Um den Kindern diese Ferienzeit recht angenehm zu gestalten, zugleich um den Eltern keine allzu großen Ausgaben zu verursachen, wer• den von verschiedenen Vereinen Ferienkolonien eingerichtet, wo eine größere Schar Kinder ihre Erholung finden können, Auf den erzieherischen Wert solcher Ferienkolonien muß nicht besonders hinge wiesen werden. Es wird jedem bekannt-sein, daß Kinder gerade körpert einstige Schüler der Anstalt waren. Mit־ dem Wunsche des Herrn öberrabbiners;. daß die zukünftige Lehrerfolge sich der ■Vergangenheit würdig anreihen möge, schloß die schöne Feier. Unsere jüdischen Frauen auf der Durchreise ln Wien Ein Besuch hei Othmar Schiff Zahlreiche Damen benützen jetzt die günstige Ge* legenheit, um auf der Durchreise in die Kurorte einen Abstecher in Wien zu machen, wo die weltberühmte Kunstwerkstätte für Perücken, Othmar Schif f, Wien, 1״ Kämtn erring 6, auf gesucht wird. Hier gibt es für unsere Damen wahrlich recht viel Interessantes zu sehen. Haararbeiten in allen Ausführungen und Haar* färben werden den Besucherinnen vorgeführt und hiebei treten auch die ganz besonderen Vorzüge der Perücken klar zutage. Die reiche Auswahl der Modelle, welche jedes Auge entzücken muß, bietet einen kleinen Ueberblick über die Leistung des Hauses Othmar Schiff. Wie bringt es Meister Othmar Schiff eigentlich zustande, daß seine Perücken alle so echt, wie eigenes Naturhaar wirken? Sie werden nämlich am Kopfe der Damjenj in künstlerischer Form individuell zu Gesicht frisiert. Jede einzelne. Perücke zeichnet sich durch gediegene Ausführung und tadellose Paßfähigkeit aus. Jedes einzelne Stück wird überdies, bevor es die Werkstätte verläßt, vom Chef des Hauses, Herrn Kommerzialrat Othmar Schiff, persönlich besichtigt und genauestens geprüft. Unsere geschätzten Leserinnen werden daher für den Wiener Aufenthalt von wenigen Stunden durch die Erwerbung einer wunderschönen Perücke, die ihnen jahrelang Freude bereiten wird, reichlich entlohnt werden. dann ihre natürlichen Kräfte und Begabungen entfalten, wenn sie unter Gleichaltrigen leben und " unter pädagogischer Aufsicht doch auf sich selber angewiesen sind. Geradeso darf auch der materielle Wert dieser Erholungsstätten• nicht unterschätzt werden. Erst vorige Woche hat die Agudas-Jisroel- Jugendorganisation ihre beiden Kolonien in G e 1 n i c a und L u b i c a in der Tatragegend eröffnet, wo im Monate Juli 120 Kinder ihre Ferien verbringen werden. Eine gleiche Anzahl von Kindern wird hier auch im August untergebracht werden. Desgleichen haben die Chewra Kadischa und das Jüdische Ferienheim in Bratislava ihre Ferienstätten für erholungsbedürftige Kinder eröffnet. Zweifellos gibt es auch in anderen größeren Ortschaften Institutionen solcher Art. Leider herrschte nun auch in gewissen orthodoxjüdischen Kreisen die zweifellos unrichtige und verwerfliehe Gepflogenheit vor, bei der Versorgung der Kinder während der Ferienzeit nicht sehr darauf •bedacht zu sein, daß ihr Kind koschere Verpflegung erhält. Dies geschah mit der Begründung, daß es ״darauf“ nicht ankommen darf, wenn es heißt, die Gesundheit des Kindes zu sichern. Angesichts dieser traurigen Tatsache ist daher die Errichtung der jüdischen Ferienkolonien besonders zu. begrüßen, weil sie den wohlwollenden jüdischen Eltern eine Gewissensfrage ersparen, die sie nun keinesfalls zu bedrücken braucht. Es ■kann aber leider auch die beschämende Tatsache nicht verschwiegen werden, daß es auch heute noch verantwortungs u n bewußte Eltern gibt, die von diesen, unter verläßlicher, pädagogisch geschulter Leitung stehenden Kolonien keinen Gebrauch machen wollen. Ja noch mehr. Dem!Schreiber dieser Zeilen ist es bekannt, daß eine Gemeinschaft mehrerer Eltern, die von der Existenz eines jüdischen Ferienheimes in Kenntnis gesetzt wurden, doch so gewissenlos war, ihre Kinder einer nicht jüdischen Instiution anzuvertrauen. Wissen diese Eltern gar nicht, was ihre Pflicht ihren Kindern gegenüber ist? Wollen sie wieder eine thoraentfremdete Generation erziehen, die innerlich so hohl wird, daß sie in sich ׳zusammenbrechen muß? Warum sorgen nicht die Verantwortlichen dafür, daß so etwas nicht vorkommt? Es ist nicht allein das Trefoh-Essen der Kinder, das so zu verwerfen und zu verurteilen ist, sondern der ״Timtum halew“, die verheerende Vernichtung der jüdisehen Seele und des jüdischen Geistes, die daraus folgen muß, läßt uns die kleinen unschuldigen Kinder aufrichtigst bedauern, die dem aus Verschulden der Eltern ausgesetzt werden. Es ist höchste Zeit, daß jüdische Eltern •bei der Er- Ziehung ihrer Kinder, der Heranbildung der künftigen Generation, mehr Verantwortlichkeit und m«e h r Gewissenhaftigkeit an den Tag legen. jS. « Wir erhalten folgenden Bericht: Am vergangenen Sonntag ist der erste Transport mit 57 seitens des Bratislavaer ״Jüdischen Ferienheime s" vollkommen kostenlos betreuten Kindern nach Pezinok-Cajla abgereist, wo sie unter der bewährt'en Leitung der Herren Lehrerkandidaten S. Adler und A. Rosenzweig stehen werden. Die Kinder verbleiben dort dreißig Tage. Ihnen folgen weitere 43 Kinder (Mädchen). Dem ״Jüdischen Ferienheim"-Vereine wird für seine soziale Arbeit in allen Kreisen der jüdischen Bevölkerung gerechterweise größte Anerkennung gezollt und es wird ihm auch demgemäß die weitestgehende Unterstützung aller Schichten zuteil. Eine größere Anzahl von Kindern verließ am Mon- . tag Bratislava, die in M1 y n ö o k y in der Tatra von der hiesigen Chewra Kadischa teils kostenlos, teils gegen minimale •Bezahlung zur Erholung untergebracht werden. Presover Ra\v geht nach Piohrkovv » Wie aus Fiotrkpw in Polen berichtet wird, wurde dieser Tage die Wahl des Preäover Raw, Oberrabbiners M, Ch. L a u, zum dortigen Oberrabbiner durch das zuständige Ministerium bestätigt. Seitens des PreSover orth, Gemeindevorstandes wird jedoch mit Aufgebot aller Kräfte versucht, Herrn Oberrabbiner Lau das tschechoslowakische Bürgerrecht zu verschaffen, um die hierländische Judenbeit einer solch hervorragenden Per״! sönlichkeit nicht verlustig werden zu lassen und um ihn als ׳ Oberrabbiner der Gemeinde weiter• behalten zu können. ■י : (L.:VK^-'