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Jüdische Presse · 1936-07-10 · 25 (10.7.1936) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
22 (1936)
Issue
25 (10.7.1936)
Date
1936-07-10
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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tmm&ii mm Vertaget *©«erntet Journal e*i*dl6 pW V&Utent tfpt&tai mmmt mm mm tmmmm m mnmw v. b. b. 3QDI8CHG oneeee rllvVVV m juli m6 י w/CN.mmLAVA מ,תמוז תחוו. 22. Jahrgang / Nummer 25 Redaktion tmd Administration: Wien« IL, Maingasöe 12 a, Telephon A0-16־46־; Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 381 / Erscheint jeden Freitag / Redaktionsschluß: Mittwech Mittag Abonnementpreise: Ganzjährig; für Oesterreich S 10, Tschechoslowakei SC 80, Jugoslawien Binar ICO« das Übrige Ausland Schw. Sr* 14. Einzelnummer Ost. Gr. 40. Zahlungen f. ״Jüdische Presse", Wien, auf folgende Post- Sparkassenkonti: Wien Nr. D-93.614, Brünn Nr. 120.058, Budapest Nr. 50.170, Warschau Nr. 190.409, Zagreb Nr. 40.217, Zürich Nr. VtH, 4117, Berlin Nr. 122.619. 0RGfln für Die mTGRessen Des 0RTH0D0Hen juoerrrums Ewige In die sommerliche Zeit des Wohlergehens fallen düster, schwül und drückend die 22 Tage der jüdisehen Trauer. Hartnäckig, wie das jüdische Volk nun einmal ist, hält es daran, wie an allem anderen, das es mit der Vergangenheit verbindet, fest. Stumm und eindrucksvoll begeht unser Volk die Trauer durch Jahrtausende und die Jahrtausende haben in das Buch der jüdischen Trauer Blatt um Blatt gefügt und jedes dieser Blätter mit eihem Tag der ״Drei Wochen“ überschrieben. Wenn das jüdische Volk in seiner Mitternachtsklage die bange Frage stellt: ״Wie lange noch soll Deine Gemeinde klagen?“, so hat sie damit dem zeitlosen Schmerz und dem Zeitschmerz gleichermaßen Ausdruck gegeben. Auch wir — Kinder des Jahrhunderts, das in seiner Morgendämmerung die Sonne der Freiheit unverhüllt scheinen zu sehen glaubte — auch wir stehen heute wie unsere Ahnen treu zu der Trauer um die Zerstörung des g-ttlichen Heiligtums, weil auch wir von der Geschichte darüber belehrt wurden, daß die wahre Freiheit gebunden ist an den g-ttlichen Willen und nicht gegeben werden kann von Menschen, deren Vorstellung von Freiheit, ach, so furchtbar wandelbar ist. Auch wir werden verhüllten Hauptes weinen, ja weinen, in jener Nacht, in der G־tt sein Heiligtum Wir haben vorige Woche in dem Artikel »Schulschluß** das dringende Schulproblem der Orthodoxie mehr vom all g e mein politischen Gesichtspunkt aus behandelt. Diese Woche wollen wir diese überaus wichtige Frage von einem inner jüdischen Standpunkt aus betrachten. Vorige Woche haben die Schulen ihre Pforten geschlossen. Die großen Ferien benützen Eltern und Kinder, um sich von den Mühen und Sorgen des Schuljahres zu erholen. Diese Zeit der Ruhe sollten aber die verantwortliehen Führer der Gemeinschaft dazu benützen, um an die Zukunft zu denken. Trauer zerstört und sein Volk in die Fremde gewiesen, aus der es, wenn es überhaupt einmal zurückkehren soll, geläutert zurückkommen muß. Auch wir haben es neuerdings und deutlich izu hören und zu sehen bekommen, daß das Heilige Land nicht mit den Maßen anderer Länder gemessen, die Heilige Stadt nicht mit den Mitteln anderer Städte ■erbaut und das heilige jüdische Volk nicht mit den Grundsätzen anderer Völker neukonstituiert werden kann. Auch wir haben es erlebt, daß Männer, die ״in jener Stunde rechtschaffen waren, in der sie hinauf zogen“, geblendet von den Irrlichtern einer neuen Zeit, das Lob des Landes verkündeten und ‘ dabei vergaßen, daß es das Land, ist, ״das das prüfende Auge G-ttes ständig erforscht vom Anfang des Jahres bis 2jum Ende des Jahres“ und daß dieses neue Leben derrt prüfenden Blicke der g-ttlichen Vorsehung bei weitem nicht standhalten konnte. Aus der erschütternden Erkenntnis dieser unwandelbaren Wahrheiten schöpfen wir die Hoffnung, daß sich auch G-ttes Erbarmen uns offenbaren, die Zeit des Trostes bald herannahen und G-tt sein Volk ״aufrechten Hauptes“ zurück führen wird in seine Heimat. ., .. .. . 4- . zunächst unsere Pflicht, diese Schule zu erhalten. Je später aber diese Erkenntnis in unseren Kreisen wach wird, desto schwieriger wird das Werk der Sanierung sein. Es ist daher die derzeit wichtigste Aufgabe, zunächst die ehemaligen Schüler dieser Schule — nicht nur aus einer allgemeinen Erkenntnis der Notwendigkeit der jüdischen Schule an sich, sondern auch aus dem Gefühl der Dankbarkeit heraus — als die ersten Helfer auf den Plan zu rufen. Sie müssen die moralische Avantgarde werden, welche die Sache der Schule in die weitesten Schichten der Orthodoxie trägt. Regelmäßiger Reif edientt nach Polen I Billig und bequem wie immer. FERlEN*REiSEN jeden Sonntag Auskünfte und Prospekte auch Uber den Reisedienst nach BUL. GARIEN, ENGLAND, ITALIEN. JUGOSLAWIEN, PALÄSTINA, UNGARN und andere Länder, sowie Uber alle Autobustouren und MIttelmeerrelstn bei DR. S. TOCKER, REISEBÜRO ״IN OIE WELT“ (W. M. Renner) Wien IX, Lichtensteinstraße 2. Telephon A-14*504 Mehr als zehn Jahre bestehen an der altehrwürdigen Talmud-Thora-Schule auch Mädchenklassen. Eine ganz stattliche Zahl von jungen Mädchen, die heute teilweise im Berufsleben stehen, teilweise im elterlichen Haushalt wertvolle Dienste leisten, sind aus dieser Schule hervorgegangen. Bei geschickter Indienststellung dieser ehemaligen Schülerinnen wird es sicherlich gelingen, durch Gründung von speziellen Frauenkomitees einen weiteren Kreis von Müttern zu gewinnen, die noch immer nicht zu der Erkenntnis durchgedrungen sind, daß es heute für ihre Kinder keine bessere Erziehungsstätte gibt, als die religiöse jüdische Schule. Die im Innern erwachte Aktivität wird nun sicherlieh auch die materielle Grundlage, nicht nur für den weiteren Bestand, sondern auch für den vernünftigen Ausbau des religiösen Schulwerkes in Wien schaffen. Je stärker wir im Innern sind, desto größere An- Ziehungskraft werden wir auf außenstehende Kreise ausüben, denn nie und nimmer kann es Aufgabe der Orthodoxie sein, nur für sich zu sorgen. Die religiöse Judenschaft hat in Wien, besonders heute, wo alles in einem Umbruch begriffen ist, die heilige Pflicht, den Weg für jene der väterliehen Religion entfernten Kreise zu ebnen, die heute in der Not der Zeit untergehen müßten, falls sie nicht die Kraft, die in Religion und Tradition liegt, empfändenr Wo gibt es einen natürlicheren Weg zu dieser Regeneration als die Schule?! Wo denn könnte dieses Werk der Regeneration begonnen werden, wenn nicht bei den Kindern?! Unsere Aufgabe ist es daher, die Frage der Erziehung der Jugend in den Mittelpunkt des Interesses zu rücken; zunächst unsere orthodoxen Brüder und Schwestern für das Bestehende zu interessieren und dann weiter zu bauen, bis unsere Jugend und die gesamte Wiener jüdische Jugend durch eine religiöse Schule zu neuen religiösen Aufgaben, zu einer religiösen Wiedergeburt geführt werden können. Diese große Aktivität wird dann die Hilfe von Staat und Gemeinde erzwingen. Die Hilfe von dieser Seite wird sicher nicht ausbleiben, wenn wir zunächst uns allein zu dieser Hilfe verstehen. Sorget für eure Schule! Die Wiener orthodoxe Judenschaft ist in der glückliehen Lage, eine gute Schule sowohl für Knaben als für Mädchen im schulpflichtigen Alter zu besitzen. Oft stellen die Führer dieser Orthodoxie Forderungen an Staat und Gemeinde, und nicht zuletzt an die Kultusgemeinde. Nun ist es ein bekannter Erfahrungssatz, daß nur jenen Erfolge beschieden sind, die selbst verstehen, Opfer für die eigene Sache zu bringen. Die Orthodoxie muß endlich lernen — falls sie auf Erfolge bei anderen Faktoren hoffen will —, sichselbst Forderungen zu stellen. Die religiöse Schule in Wien stellt wahrlich eine Spitzenleistung dar. In den kritischen Nachkriegsjahren wurde sie im raschen Wuchs auf eine Höhe gebracht, welche sowohl den Schulbehörden wie den Schulparteien größte Anerkennung und Zufriedenheit abrang. Auch die Gegner einer religiösen!Schule mußten den Tribut dieser Anerkennung — wenn auch wider Willen, so doch bezwungen von dem großen Werk — zollen. Einstweilen hat es nicht den Anschein, daß die öffentlichen Körperschaften der jüdischen Schule materielle Hilfe zuteil werden lassen wollen. Also bleibt es STEYR 50 Abholung vom Hause! Perfektionen Neudegger-Fahrschulan Wien VIII. Tel. B-46-5-72 und Inzersdorf, N.-Oe. VEN0XI0L-GAS DAS NEU ESTE gegen Wanzen eamt Brut Allein-DurchfUhrung nur durch ״LA GENERALE" WIEN I, HEGEIGASSE 9. Telephon R-22-4-86, R-26-7-35 Vor einer Wendung in Erez Jisroel Wenn auch der Bandenkrieg unvermindert weitergeht, so sind doch jetzt gewisse Anzeichen vorhanden, die auf eine bevorstehende Wendung zum Besseren hindeuten. Zahlreiche arabische Kaufleute in Jaffa haben die früher in Jaffa ansässigen Juden aufgefordert, in die ״Stadt zurückzukehren. Die Araber erklären sich bereit, ihnen Wohnungen und Läden zu vermieten, sie zu bewachen und im Notfall zu verteidigen. Gleichzeitig haben sich bedeutende arabische Kaufleute an jüdische Firmen in Tel-Aviv um Darlehen und Kredite gegen Hypotheken auf ihre Häuser und Pflanzungen gewandt. Aber nicht nur in den Städten, sondern auch bei der Landbevölkerung macht sich zunehmende Streikmüdigkeit geltend. Die Stockung des Melonenabsatzes gibt den Fellachen zu ernsten Besorgnissen Anlaß. Da die Melonen nicht rechtzeitig auf den Markt gebracht werden konnten, sollen bereits 70 Prozent der Zuckermelonen- und 90 Prozent der Wassermelonenernte verdorben sein. Die Bauern in der Gegend von Tulkarem haben deshalb beim Streikkomitee ernste Vorstellungen erhoben. Daraufhin hat der Oberste Arabische Ausschuß eine Sitzung einberufen, zu der am Sonntag Vertreter der arabischen Kaufmannschaft zugezogen wurden, Wie verlautet, wird eine Erklärung vorbereitet, in der die politischen Forderungen der Araber formuliert sein sollen. In der Erklärung soll zum Ausdruck gebracht werden, daß die arabische Bevölkerung durch ihr bisheriges Verhalten gezeigt habe, daß sie bereit sei, die größten Opfer zu bringen; sie werde von ihren Forderungen nicht lassen, doch werde die arabische Bevölkerung aufgefordert werden, den Streik aufzugeben und den Kampf nach neuen Richtlinien, die in einem Aufruf dargelegt werden sollen, fortzuführen. Sämtliche arabischen Tageszeitungen in Palä־־ stina verboten Das Organ der Mufti-Partei ״El Liwaa“, der ״Felestin“, das Blatt Ragheb Bey Nashashibis, und das Organ der Istiklal-Partei ״Difaa“ sind für eine Woche verboten worden. Es erscheinen somit in Palästina zur Zeit keine arabischen Tageszeitungen. Syrische Araberführer gegen Streik und Terror in Palästina Riad So lach, ein hervorragendes Mitglied der nach Paris entsandten syrischen Delegation, hat in einem Schreiben den Obersten Arabischen Ausschuß Palästinas aufgefordert, den Streik und den Terror in Palästina einzustellen. Er erklärt, die Brüder der palästinensischen Araber im Ausland empfänden Scham über diesen wilden Terror, durch den die Welt den Eindruck gewinnen könnte, daß die Araber jeder Kulturermangeln. Neueste Nodelle in PERÜCKEN Othmar Schiff Wien I, Kärntnerring 6 Telephon U16*0״43־ Erstklassig in Material und Ausführung, tadelloser Sitz, stets lagernd pür durchreisende Damen sofort erhältlich

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