Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 22 (1936)
- Issue
- 16 (1.5.1936)
- Date
- 1936-05-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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/ mm judischepbesse % Ausgewogenen Alpa- PfäMbföftniwii« gibt es niehf! Verlangen Sie Alpa hui* in Ortginälflasehea rtiif Plombe. Frambrannfwein vos woclic zu wöchc J Der Präsident der Tschechoslowakischen Republik, Dr. Edvard Benesc h, hat das Protektorat über die Tschechoslowakische Ausstellung auf der siebenten Lev ant e - M e s s e in T el-Aviv überüommen. Das Komitee des United Appeal für die polnischen Juden hat in seiner zweiten in London abgehaltenen Sitzung beschlossen, weitere 15.750 Pfund für Hilfe an die Juden in Polen zu überweisen; damit hat die Summe der Ueberweisungen nach Polen 5^.700 Pfund erreicht. Zur weiteren Ueberweisungssumme hat der Verband der Synagogen Englands 11.000 Pfund beigesteuert. Die Stadt S aloniki gewährte den j ü d isehen Wohlfahrtsorganisationen eine S u bvention von 800.000 Drachmen zur Erfüllung ihrer Aufgaben. Einen . Tag vor der feierlichen Eröffnung der siebenten Levante-Messe, am 29. April um 22.15 Uhr, veranstaWete der tschechoslowakische Rundfit n k eine Festsendung ״D ie Tschechoslowakei grüßt P alästin a“. Die Sendung erfolgte t sch echisch} hebräisch und englisch. Die späte Stunde wurde darum gewählt, damit der tschechoslowakische Sender in Palästina gehört werden konnte, was etst nach 21 Uhr mitteleuropäischer Zeit möglich ist. Die Sammlungen des Council o f German Jewry haben bisher einen Betrag von insgesamt 470.000 Pfund in England ergeben. Nationaldemokraten in Otwock legten die Stadt durch Kurzschluß in der elektrischen Leitung m völlige Dunkelheit. In der dadurch entstandenen Verwirrung / brachten sie eine große Bombe zur Explosion. Eine Anzahl von Juden bewohnter Häuser wurde b e- Schädig t und drei jüdische Geschäfte vollständig Zerstört. Der litauische Unterrichtsminister hat die Schließung aller jüdischen Lehrerau s hi l dun g sinstitue verfügt und angeordnet, daß in Zukunft nur litauische. Lehrerseminare bestehen dürfen. Auf eine Anfrage jüdischerseits erteilte Vize-Unterrichtsminister Mosiliunas die Antwort, daß j üdi sehe Gegenstände in den litauischen Lehrerseminaren nicht gelehrt werden würden. Eine B auk at as t ro phe ereignete sich Montag in T r 11 o v ec bei N ov e Z amky. Die kürzlich erst renovierte Synagoge stürzte mit großem Gepolter ein, da das aus alten Ziegeln gebaute Fundament die neuen Mauern nicht zu tragen vermochte. Aus dem Gebethaus hatten sich kaum eine Viertelstunde vorher die Betenden entfernt, so daß der Einsturz glücklicherweise kein Menschenopfer forderte. Die arabische Zeitung ״A,-Difaace meldet., daß die Gendarmerie an der Grenze zum Libanon elf Juden verhaftet hat) die illegal nach Paläktina eimo andern wollten. ־ An der׳ Beerdigung des verstorbenen griechischen Ministerpräsidenten Demerdzis nahm als Repräsentant der griechischen Judenheit der Oberr ab bin er von Athen, Elijahu B ar zilay, teil. Der neue Ministerpräsident Metaxas hat sich wiederholt in judenfreundlichem Sinne geäußert. Die Vereinigung der polnischen Juden in Amerika hielt in ®mehreren Städten Versammlungen ab, in denen die Lage ßer Juden in Polen erörtert wurde. Die ״Westdeutsche zeitungC( in Elbing meldet, daß die Synagoge in Deuts ch-Ey lau für 9000 RM versteigert worden ist. Es handelte sich um eine Zwangsversteigerung. Den Zuschlag erhielt ein Bierverleger, der in dem Gebäude einen Bierverlag einrichten will. 9 Aus Jerusalem wird gemeldet, daß heute mit dem Bau von Kirjat-Awoda (Stadt der Arbeit) zwischen Jawne und Rechoboth begonnen wurde. Der W el tk ongreß jüdischer Aerzt e, der eben in T el - Aviv getagt hat, beschloß die Schaffung eines Internationalen jüdischen Aerzteverbandes. 9 Der Kroatenführer Dr. Vlatko M acek, dessen Einfluß auf die breiten Volksmassen der Kroaten ( in Jugoslawien groß, ist, hat eine Erklärung gegen , den Versuch, antisemitische Erscheinungen in der kroatischen V olksbewe g'ung einzuführen, abgegeben. 9 Der Board of Deputies of British J e ws befaßte sich in einer soeben abgehaltenen Sitzung mit der an ihn seitens der Exekutive für den Jüdischen Weltk ongreß ergangenen Einladung, sich am Weltkongreß zu beteiligen und beschloß mit 105 gegen 81 Stimmen, dieser Einladung nicht Folge Zu leisten, © Die Anklageschrift gegen die Beschuldigten von Przytik ist den Angeklagten bereits zugestellt worden. Angeklagt wurden vierzehn Juden und dreiundvierzig Nichtjuden. Wahrscheinlich wird die Hauptverhandlung anfangs Mai in Radom stattfinden, 9 In einer Erklärung verdammt der Führer der französischen Feüerki\euzler, Oberst de la Rogue, den Antisemitismus als unfranzösisch. H. Grün, XX., Taborstraße 8 b, Telephon R-42-3-66, Melier für feine Herrengarderobe. E Ausnahmen für Juden im englischen Sonntagsruhegesetz Das englische Unterhaus behandelte in seiner letzten Sitzung eine Bill, die eine Beschränkung des Hänc|elisv\er Jfcehrs an Sonntagen (betrifft; Klausel 5 dieser Bill schreibt vor, daß religiösorthodox gesinnte Juden, die an Samstagen, dem jüdischen Sabbath, ihre LÄden geschlossen halten, diese an Sonntagen geöffnet halten dürfen. Die Gesetzesvorlage wurde mit großer Mehrheit angenommen. Schächtgesetz im polnischen Amtsblatt veröffentlicht Im Gesetzblatt der polnischen Republik ist das Gesetz über die Beschränkung der Scheckita, das am i. Jänner 1937 in Kraft trifft, veröffentlicht worden. Die Durchführungsbestimmungen zu diesem Gesetze »ollen im August herauskommen. » Inzwischen bestehen Anzeichen dafür, daß schon jetzt gewisse Beschränkungen für den Vertrieb von Koscherfleisch eingeführt werden. So soll sofort ein Konzessionszwang für Geschäfte, die mit koscherem Fleisch handeln, eingeführt werden. An unsere Leser und Freunde! Einem schon seit Jahren vielfach aus dem Leserkreise geäußerten Wunsche Rechnung tragend, haben wir uns entschlossen, eine Reiseberatungsstelle einzurichten, die allen Lesern der ״Jüdischen Presse“ kostenlos zur Verfügung Stehen wird, insbesondere zur Beratung in allen die Kur- und Urlaubsaufent halte betreffenden Fragen. Wir hoffen, mit dieser Einrichtung wieder einen Schritt vorwärts in der Riehtung des Dienstes am Kunden, die wir vor Jahren einschlugen, getan zu haben, und laden unsere gesch. Leser ein, die Dienste unserer Reiseberatungssteile nach Bedarf in Anspruch zu nehmen. ' Die Reiseberatungsstelle wird über das für die Beantwortung aller einschlägigen. Fragen erforderliche Unterlagenmaterial verfügen. Anfragen sind schriftlich unter Beischluß von Rückporto zu richten an: ״Jüdische Presse“, Abteilung Reiseberatung, Wie n,, II., Malzgasse 12 a, oder Bratislava, Postfach 381. .! Die Beantwortung ״Wir antworten...“ wird unverbindlich entweder in der Rubrik unserer Zeitung oder brieflich erfolgen. Verlag ״Jüdische Presse «« JEZ30SXMIBQIC Eine jüdischnationale Denkschrilt an die Regierung. Wie mitgeteilt wird, hat eine Konferenz der österreichisqhen] Kultusgemieindenl die Ueberreichung einer Denkschrift über die Lage der Juden in Oesterreich an die Regierung beschlossen. Wenn auch im Augenblick nichts Näheres über die Beratung und den Inhalt der Denkschrift bekannt ist, so muß doch schon jetzt gegen diese Vorgangsweise, sowohl was die Form als auch was den Gegenstand betrifft, Stellung genommen werden. Durch eine derartige Kooperation soll nämlich allem Anschein nach der Gemeindebund — eine Lieblingsidee der Jüdischnationalen und darum allein schon die Orthodoxie mit aller Skepsis erfüllend — durch eine Hintertür in die Wirklichkeit eingeschmuggelt werden. Bei den bekannten Verhältnissen in der über alle Maßen dominierenden . Wiener Kultusgemeinde und dem Fernbleiben der orthodoxen Gemeinden müßte aber der Versuch eines solchen ״Gemeindebundeg“, sich als Vertreter des gesamten österreichischen Judentums auszugeben und in dessen Namen zu sprechen, als eine u nzulässige Anmaßung bezeichnet werden. ' Die Orthodoxie kann sich weder mit einem von Zionisten geführten und von zionist isehen Tendenzen geleiteten Gremium befreunden noch sich mit dessen ״Denkschrift e׳n" identifizieren. Es sei darum schon jetzt nach allen in Betracht kommenden Richtungen hin gesagt, daß die der Regierung zu überreichende Eingabe die Anschauungen, Ansichten und eventuellen Wünsche der Orthodoxie n i c h t wiedergibt. Der 1. Mai —Am Freitag, den 1. Mai (Staatsfeiertag) findet nach dem Morgengebet im Bethause der Adas Jisroei, (Schiffschul), II., Große Schiffgasse 8, ein Festg-ttesdienst statt. , * Die Landeszentralkanzlei des aut. orth. isr. Glaubensbekenntnisses des Burgenlandes hat alle jüdischen Gemeinden des Burgenlandes und deren Rabbinate angewiesen, zur Feier des 1. Mai in allen Tempeln Festg-ttesdienste zu veranstalten. Jüdisdtie Kredithilfe Die Wiener Kreditkasse für Kleingewerbe und Kleinhandel hielt dieser Tage ihre 13. ordentliehe Generalversammlung ab. In dieser Generalversammlung erstattete der Direktor dieses Instituts, Herr M. Henisch, den Tätigkeitsbericht pro 1935, dem folgendes zu entnehmen ist: Von den eingelaufenen Kreditgesuchen erledigte der Vorstand in 15 Plenarsitzungen 592 Gesuche, davon 529 in positivem und 63 in negativem Sinne. Von den bewilligten Darlehen gelangten in der Berichtsperiode 430 zur Aus- Zahlung, davon 81 Darlehen (zirka 19 Prozent) an neue Darlehensnehmer. Die Gesamtsumme der ausbezahlten Darlehen betrug S 226.550,—, was pro 1935 einen Monatsdurchschnitt von 36 Darlehen mit S 18.800.— ergibt. Die Gesamtsumme der Darlehensrückzahlungen betrug S 239,580.—, sie überstieg somit, die ausbezahlte Gesunde Zähne werden nur durch eine gründliche Pflege mit einem erprobten Mundpflegemittel erhalten. O D O L ist seit 40 Jahren erprobt — ODOL ist antiseptisch — ODOL ist konzentriert, wenige Tropfen genügen — Q D O L ist daher billig im Gebrauch, — Fliegen Sie Ihre Zähne ständig mit ODOL und Sie erhalten sieh gesunde Zähne bis ins höchste Alter! Darlehenssumme um S 13.000.—. Um diesen Betrag verringerte sich auch der Gesamtdarlehensstand, der mit Jahresende S 140.000.— betrug. Ende 1935 betrug das eigene Betriebskapital (Anteile und Reservefonds)] S 120.000.—. Das Restdarlehen der Joint-Foundation belief sich auf ,S 85.000.—. Die Zahl der Genossenschafter betrug mit Jahresende 1945 mit 9219 voll eingezahlten Anteilen ä S 10.—. * . _ Nach den vorgenommenen Ergänzungswa hl e n setzt sich der Vorstand aus folgenden Herren zusammen: Aron B ä r s c haa k, Max Eis n e r, Direktor Emst G o 1 d- Schmidt, Hirsch Intrater, Dr. Siegfried Kantor, Dr. J. H. K ö r n e r, Dr. Leo Landau, Dr. Michael S t e i nb erg und Oberbaurat Ing. Robert Stricker. Dem Aufsichtsrat gehören an die Herren: Ing. Eugen Buchbinder, Staatsrat Dr. Desider Friedmann, Rabbiner Dr. Armand Kaminka, Kammerrat Moritz Kohri, Dr. Josef Löwenherz, N. M. Racker, Max Schiffmann und־ Salomon Tii r k 1. Der Revisionsausschuß besteht aus den Herren Ing. Samuel Ehrlich, Max Eisenklam und Moses Marian. Üi In den dreizehn Jahren ihres Bestandes gewährte die Kreditkasse insgesamt 8272 Darlehen im Gesamtbetrag von S 4,126.750.—. Mit diesen Krediten konnte die Kasse viel Ersprießliches leisten, vielen kleinen Leuten zu einem anständigen Erwerb verhelfen, viele jüdische Existenzen vor dem ׳Zusammenbruch bewahren oder neu begründen helfen. Die Leitung der Kreditkasse ist selbstverständlich bemüht, ihre Kredithilfetätigkeit niöht nur fortzusetzen, sondern auch entsprechend zu erweitern und auszubauen, und ladet die in Betracht komm enden Kreise des jüdischen Mittelstandes ein, sich ge-' geben enfal-ls vertrauensvoll an sie zu! wenden. Die Kreditkasse erwartet aber auch die erforderliche Unterstützung der jüdischen Kreise sowohl ln materieller als Such in moralischer Beziehung. . ' Oberrabbiner M. Lau aus Presov spricht am Schabbos, den 10. Ijar (2. Mai), um 6 Uhr abends, im Rahmen einer Sudoh Schlischis im großen Saale der Agudas-Jisroei-Jugendgruppe, II., Floßgasse 1. Gerer Rebbe in Wien Auf der Durchreise, aus Erez Jisroei kommend, ist der Gerer Rebbe am Dienstag abends in Wien eingetroffen. Der Gerer Rebbe, der am Mittwoch die Reise nach seinem Heimatort, Gora-Kalwarija bei Warschau, antrat, wird dort bis nach den Hohen Feiertagen bleiben. Zur Kenessio Gedaulo fährt er dann wieder nach Erez Jisroei, wo er seinen ständigen Wohnsitz aufschlagen wird. Der Gerer Rebbe wird auch an der Kenessio mechino teilnehmen. Konferenz der Bethäuser Wiens Ueber Einladung der ehrwüridgen Herren Oberrabbiner S. Fürst, Oberrabb. Dr. Feuchtwang, Großrabbiner A.braham Heschel und Rabb. Josef Babad tritt am Sonntag eine Konferenz der Vertreter aller Wiener Bethäuser zusammen, die sich mit der Lage der thoralernenden Jugend Oesterreichs befassen und die Durchführung einer großen organisierten Hilfsaktion im Rahmen des ״Tiferes Bachurim“ beschließen soll. ״Mekor Chajim“, Wien, II., Große Schiffgasse 1 Schabbos, II Uhr vormittags: Rabbiner W. S. Jacobson, Kopenhagen: Sidrohvortrag. Sonntag, drei Viertel 7 Uhr früh: Herr A. Feigelstock: Mögen Awrohom, Sonntag bis Donnerstag: Täglich ein Viertel 8 Uhr abends: Schiurim. Montag bis Freitag: Täglich 6 Uhr früh: Gemorob Schiur unter Leitung des Herrn A. Feigelstock. — Gäste herzlichst willkommen!