Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 22 (1936)
- Issue
- 14 (3.4.1936)
- Date
- 1936-04-03
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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mu Äiü ADAS JISROEL SCHIFFSCHUL KUNDM ACttÜNG! Auf Grund sorgfältigef Erhebungen und ge*!lauester Prüfung hat der Vorstand der Adas Jisroel Schiff schul mitßedauern feststellen müssen, daß in dem Betriebe des Herrn Bela Fischer (Fleisch* verschleiß und Geflügelhandel), VI., Schmalzhof* gasse 10, grobe rituelle Verfehlungen vorgekommen sind, Aus diesem Grunde wurde im Einvernehmen mit dem Babbinat die rituelle Aufsicht über den genannten Betrieb e i n g e* stellt. Selbstverständlich übernimmt das Babbinat der Adas Jisroel Schiffschul keinerlei Verant- Wortung für die rituelle Verläßlichkeit der dort verabreichten Waren. DER VORSTAND. VERBAND DER SABBATHFREUNDE ״SCHOMRE SCHABBOS“ WIEN, II., MALZGflSSE 12a - TEL. A-46-0-15 Auszahlung der Arbeitslosenunterstützung In Anbetracht der bevorstehenden Pessachfeiertage werden jene strenggläubigen jüdischen Arbeitslosen, deren Kontroll- oder Auszahlungstag auf einen der Pessachfeiertage fällt, eingeladen, in unserem Sekretariat um Ausstellung einer Bescheinigung anzusüchen, auf Grund welcher die Arbeitslosenämter den Kontroll-, bzw. Auszahlungstag auf einen anderen Wochentag verlegen. Tatsachen sprechen! Wenn es in größeren Geschäftsunternehmungen üblich ist, halbjährlich Rückschau zu halten , und der Oeffentlichkeit Bilanz vorzulegen, so wird man es ver- .stehen, wenn eines der größten j üdisxhen Erzieh.ungswerke Wiens in kurzen Worten zü Pessach über seine Arbeit berichtet: An 400 Schüler besuchen die ״J®ssode Hathora“. In nicht weniger als zwölf Klassen werden die Schüler und Schülerinnen in allen Wissensgebieten unserer Lehre unterrichtet. Außerdem ist ein zahlreich besuchter Kindergarten der Jessod Hathora' angeschlossen. Wenn man erfährt, daß in den obersten Klassen nicht weniger als 40 Blatt Gemoroh und Meforschim aus den schwierigsten Partien von Kessubos und Chulin gründlich in diesem Halbjahr gelernt wurden, außerdem noch ganz Mess׳ Makkos, die ganzen Sidros mit Raschi, Tenach und Loschon hakodesch, dann muß man ganz erstaunt feststellen, daß solch eine Leistung kaum in irgend einer ähnlichen Anstalt des In- und Auslandes erreicht werden kann. Trotz des großen Lehrstoffes, der in allen Klassen ,äurchgenommen wurde, hat die,: Leitung nocl} größeres Gewicht auf die firfclthtfflg ättöf־ Küider äü bewußt frommen jüdischen Meöäcftett gelegt. Um dieseshöchste Ziel jeder jü'äischeh Erziehung M erreichen, wurde dem Mussar und der Besprechung׳ wichtiger jüdischer Fragen gans feescndere Pflege zuteil. Die Leitung und ane lielamdiftr haben des Höchste geieistet, um eine jüdische Schule in größter Vollendung su schaffen: Die Sache aller jüdische «׳:filtern jedoch ist es, ihren Kindern das Wertvollste su geben, was sie su geben vermögen: eine fromme, bewußt jüdische Erziehung durch den Besuch der ״Jessod Hathora“! ״Mekor Obajim“, Große Schiff gasse 1 Die Erwartungen, die in den jüngsten Verein der Wiener jüdischen Orthodoxie und in dessen agile Leitung gesetzt wurden, haben sich Voll erfüllt. Abgesehen von der gesellschaftlichen Bedeutung der Lerngemeinschaft, die allabendlich in ihr wohnliches Heim ihre Mitglieder und! Freunde zu anreglichen Schiurim lädt, hat es die Vereinsleitung verstanden, durch gesellige Veranstaltungen und Vorträge über die Verschiedensten Themen des jüdischen Lebens, su denen oft von weit her, aber immer die geeignetsten! Männer geholt wurden, ihren Platz Im jüdischen Leben Wiens zu erobern und zu behaupten. Es war eine glückliche Idee, in Wien eine Tribüne zu schaffen, von der aus alle, die Rang und Namen im glaubenstreuen jüdischen Wien haben, zu einem weiten Kreis junger Baale-Batim sprechen, die die unbestimmte. Last der Zukunft auf ihren Schultern tragen. Pessach-Programm 1. Tag Pessach: Sekretär Moritz Spitzer: Hagadah. — 2. Tag Pessach: Elieser Spitzer: Schir Haschirim. — Schabbos Chol-Hamoed: Rabbiner S. Baumgarten: Piutim. — 7. Tag Pessach: Rabbiner Mpses Blech: Schiras Hajom. — 8. Tag Pessach: Vortrag. — Beginn der Vorträge 11 Uhr vormittags. Gäste herzlich willkommen! Agudas Jisroel Mädchengruppe Wien Schabbos Hagodau 1 entfällt der allwöchentliehe Sidravortrag. Schabbos Chaul Hamaued Pessach spricht Frau Helene Kallmann-Bäumgarten, Wien-Preßbürg, um halb 11 Uhr vormittags in der ,,Wienea“. Schabbos Parschas Sch mini hält Frau Ernestine Bondi um halb' 11 Uhr vormittags in der ״Wienea“ einen ׳Sidravortrag. Hilferuf des Hilfsvereiries der jüdischen Blinden, Wien, II., Rembrandtstraße 18, Telephon A-47-2-77. Jüdische Frauen und Männer! Der Hilfsverein der jüdischen Blinden, der auf eine 30jährige segensreiche Tätigkeit für die notleidenden jüdischen Blinden zurückblickt, ist infolge der •wirtschaftlchen Krise der letzten Jahre und infolge der großen Zahl der seine Unterstützung in Anspruch -nehmenden, in Not geratenen Blinden aller Barmittel entblößt. In Anbetracht dieser traurigen Lage ist es uns: leider nicht möglich, den Aermsten unseres Volkes, den jüdischen Blinden, zu den her an nahenden Osterfeiertagen auch nur das Allernotwendigste' zu gewähren. Um nicht die Lichtlosen ihrem Elend preiszugehen, •sind wir gezwungen, eine Osteraktion durchzuführen. Wir erlauben uns daher, jeden Leser dieser Zeilen inständigst zu bitten, uns mit einer Spende gütigst zu;״berücksichtigen.; Kenessio Mechino Umgeben vom sorgenvollen Alltagsleben, bestürzt von den hereinbrechenden Hiobsnachrichten über die :Leiden des jüdischen Volkes überall, horcht der jüdische Mensch einen Augenblick auf und atmet leichter: Kenessio Gedaulo! ‘ Diese zwei Worte wirken auf ihn eindrucksvoll. Hoffnung, Zuversicht, Glaubensstärke und Ausdauer flößen ihm diese bedeutungsvollen Worte ein. Kenessio Gedaulo! Das gesetzestreue Judentum der ganzen , Welt wird wieder einmal seine Kräfte sammeln, um auf imposante Weise der ganzen Welt zu verkünden, daß das Thoravolk gewillt ist, wie ein Mann sein heüigstes Gut, sein kostbarstes Kleinod", die sinaitische Gesetzgebung, gegen jeden äußeren und inneren Angriff zu verteidigen und diese als ihren einzigen Souverän zu proklamieren. Die Kenessio Gedaulo soll eine Art Heeresschau :bilden, Das Heer der Thora soll bei dieser gewaltigeh Demonstration für die Thora mit neuen Im> pulsen, mit neuen Energien für den Kampf gegen die Thoraverneiner im jüdischen Volke gerüstet werden. Sie soll dem tapferen Kämpfer MutundAusdauer zur weiteren Arbeit, dem Schwankenden Halt und Stütze bieten. Sie erstrebt — und das ist bei der gegenwärtigen traurigen Lage des jüdischen Volkes das Erforderlichste —die Ver einigurig aller jüdischen. Mensehen zu einem großen Bekenntnis, wie Rosenheim es so schön, schreibt, zu einem ״großen Schmah-Jisroel-Bekenntnis“, zu einem unzweideutigen Bekenntnis zu G-tt und seiner Lehre. Diese große Versammlung soll im kommenden Marcheschwan in « Erez *Jisroel stattfinden. In Erez Jisroel deshalb, ׳ weil es in diesem geheiligten Lande — leider — an einem ״großen Bekemxtnis" am meisten nottut. In Erez Jisroel, uin zu gleicher Zeit zu dokumentieren, daß das jüdische Volk nicht ■nur als das Volk der Thora seinem G-tte dienen will, sondern es will auch das Land der Thora, das Land, dessen ganze Geschichte mit der Thora eng verbunden ist und dessen .Loslösung von der Thora ebenso unmöglieh erscheint, wie die Loslösung des jüdischen Volkes von der Thora, als eigentliches Ausübungsgebiet des Gottesdienstes haben, Dieses Dokument zu erbringen, ist der Zweck der Kenessio Gedaulo in Erez Jisroel. Die. Agudas Jisroel, die Einberuferin dieser Kenessio, respektive deren unermüdliche Exekutive, hat in umsichtiger Weise den Beschluß gefaßt, noch vor der Kenessio Gedaulo eine• KenessioMechino einzuberufen. Eine Vorbereitung zu der großen Versammlung. Diese Kenessio Mechino soll — wie ganz zuverlässigen Meldungen zu entnehmen ist — in der zweiten Hälfte des Monates Aw in Bratislava stattfinden, Diese Kenessio Mechino soll ein gewaltiger Auftakt zur Kenessio Gedaulo werden. Sie soll jedem — dem es nicht möglich sein wird, an der Kenessio in Erez Jisroel teilzunehmen —- die Möglichkeit geben, sein Bestes zu dem gigantischen Aufbauwerk der Agudas Jisroel beizutragen. Bratislava — die ,Stadt des großen Chasam Sofer s.. Z. 1, — ist dazu angetan, eine solche Kenessio l'schem Schomajim in ihren Mauern zu beherbergen. Eis ist die Stadt, die treu ihrer heiligen Tradition noch heute — trotz der ,scheinbar katastrophalen Flut der Unmoral und Unreligiösität einer Großstadt — weit über die Grenzen unseres Landes als angesehene unumstrittene ״Ir w'Em h'Jisroel“ gilt. •Es ist. die Stadt,. in welcher bereits im Jahre 5680 eine bedeutende Konferenz , der Weltorganisation Agudas Jisroel mit großem Erfolg abgehalten wurde. Es ist‘ aber auch die Stadt, aus welcher * die segensreiche Tätigkeit der .hierländischen Agudas Jisroel ihren eigentlichen Ausgangspunkt findet. Aber noch eines veranlaßt das Judentum in der Slowakei, alles daranzusetzen, daß dieses bedeutungsvolle Treffen der Thoragrößen des jüdischen Volkes und seiner geistigen Führer in ihrer Hauptstadt sein soll. Es ist die wahre Erkenntnis des rechtdenkenden und etwas weiterblickenden orthodoxen Juden. Er spürt eine angsteinflößende Erschlaffung der Kräfte im Lager der Orthodoxie, er fühlt ein Müdewerden des orthodoxen Geistes und sieht schließlich einefinstefe Zukunft, er sieht die kommende Generation heranwachsen und findet diese —' G-tt behüte — nicht im Lager der Thora. Sie ״— die kommende Generation •—, ist weit weg, ist auf Abwege geraten, von wo es nur' schwer ein Zurück gibt, sie schwebtjiber einer grundlosen Tiefe, von welcher es kein Aufsteigen gibt. Um . yqrzgbeugen, daß diese V ision keine Wirklichkeit werde, ist es notwendig, jüdischen Geist und jüdisches Leben in unserem Lande aufzufrischen, Schlummernde zu ermuntern und die im tiefen Schlaf Versunkenen wachzurufen. Die Kenessio Mechino geleitet von den jüdischen Geistesgrößen der ganzen religiösen« Weit — soll uns Kräfte geben, um neuerlich zu erwachen. Und da ist es die vornehmste Pflicht der ganzen Judenschaft der Slowakei, ganz besonders aber der Judenschaft der Stadt Bratislava, sich an den Vorbereitungsarbeiten dieser großen Versammlung nicht nur mit oberflächlichem Interesse zu beteiligen, sondern vielmehr an den internsten Arbeiten aktiv teilzunehmen. Nur so kann diese Kenessio dann zum Ruhme der Stadt und ihrer Bewohner gereichen, nur so kann sie ein unauslöschliches Blatt in dem an historischen Ereignissen so reichen Buche der jüdischen Gemeinschaft der Stadt Bratislava werden. Nur so kann — und das ist viel mehr als alle symbolischen Momente ב־ dem allgemeinen religiösen Niedergang im ganzen Lande Einhalt geboten werden. ■ . Kinderschuhe aus Lack oder braunem Box. 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