Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 22 (1936)
- Issue
- 14 (3.4.1936)
- Date
- 1936-04-03
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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mm unseren!favfaövi fföifttui tt riüdlt (MMt ft timmm V. b. b״H vom Verteaer vewemtet Jo&ffiäl expßdte pftt l’&flfew׳ 3QDISCH6 WI£N* BRATISLAVA *AM* 103* mn א ניסן"* 22. Jahegan §/ Nummer 14 Redaktion und Administration: Wien, II., Malz* gösse 120, Telephon A46־-Ö45; Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 381 / Erscheint jeden Freitag / Eedaktionsschlnß: Mittwoch Mittag Abonnementpreise: Ganzjährig: für Oesterreich S 16, Tschechoslowakei Kß 80, Jugoslawien Dinar 160, das Übrige Ausland Schw. Fr. 14. Einzelnummer öst, Gr. 40. Zahlungen f. ״Jüdische Presse“, Wien, auf folgende Post* Sparkassenkonti: Wien Nr. D-93.614, Brünn Nr. 126.058, Budapest Nr. 50.170, Warschau Nr. 190.409, Zagreb Nr. 40.217, Zürich Nr. Vitt, 4117, Berlin Nr. 122.610. 0RGfln pür Die imeRessen Des 0RTH0D0nen juDemums Das Fest der Befreiung ״Bewahre den Frühlingsmonat und mache P e s s a c h Haschern, deinem G־־tte, denn im Frühlingsmonat führte dich Haschern, dein G?tt, aus Mizrajim, nachts.“ Im Frühlings־־ monat also nur und darin sieben Tage bloß sollen wir Jezias Mizrajim feiern. Das Andenken daran jedoch begegnet uns im jüdischen Alltag auf Schritt und Tritt. Am Mor־־ gen, wen wir erwachen, und am Abend, bevor wir zur Ruhe uns begeben, erinnert uns K r i a s S c h’m a daran. Wir knüpfen Urkunden an Stirn und Hand, die es Hirn und Herz ein־־ prägen, daß ״mit der Allmacht Stärke uns Haschern aus Mizrajim geführt“; wir ,zeichnen’s an den Pfosten unserer Türen in der M e s u s a auf, wie uns auch unser Gewand durch die Z i z i s daran mahnt. Sogar unser Haus ver־־ lassen wir für sieben Tage im Jahr, um uns in den Sukkaus Denkmäler an Jezias Mizrajim zu errichten. Stellt doch diese historische Stunde mehr alsden Eintritt ins Eigenleben, als den Beginn jüdischen Volksdaseihs dar. Bedeutet doch Jezias Mizrajim mit all dem damit verbundenen vorangehenden und nachfolgenden wunder־־ baren Geschehen die erstmalige Z u Wendung Haschems zu seinem ״erstgeborenen Sohn“, das huldreiche Geschenk göttlicher Auf־־ merksamkeit und Fürsorge, Gnade und Liebe, wie es bis dahin nur einzelnen Erkorenen zu* teil geworden. Denn die Errettung Jisroels bildet nicht irgend eine Begebenheit der Geschichte, in deren Verlauf sich eines Volkes nach langer Sklaverei neuer Geist bemächtigt, daß es sich erhebt und menschlichen Kampf kämpft, und es sich so selber die Freiheit erringt im Sieg über seine Zwingherren. Nein, nichts 'haben die Väter zu ihrer Befreiung beigetragen, sie, deren Auszug so wenig in ihrer eigenen Macht stand, daß sie selbst mit dem Aller־־ nötigsten, mit Brot für die Wanderschaft, sich nicht vorbereitet hatten, sich nicht vorbereiten konnten und also ungesäuert den Teig mit sich tragen und ihn ungesäuert backen mußten, was auch in dem Mazzohgebot ewiges Denkmal für späteste Enkel erhielt — zum Zeugnis, daß diese Befreiung eben aus־־ schließlich g־־t 11 i c h war. G0t t e s Wort allein war es, das Jisroels Kerker sprengte und es, das in niedrigster Knechtschaft versunkene, aller Kraft und Selbständigkeit beraubte Jisroel, frei und stark ausgehen ließ, von diesem G־־tteswort getragen. יוציאינו ה* ממצרים, לא על ידי מלאך, ולא על ידי שרף׳ ולא על ידי שליח, אלא הקדוש ברוך הוא בבכורו ובעצמו! - War aber die Erlösung eines Sklavenstammes von seinem Joch diesen beispiellosen Aufwand an göttlicher ׳Waltung wert? Konnte das ״Herausnehmeneines Volkes aus der Mitte eines Volkes“ dieses unvergleichliche himmlische Eingreifen in die Menschheitsgeschichte lohnen? Vermag die Geburt einer Nation wunderbare Aenderungen der Schöpfung durch den Schöpfer zu rechtfertigen? Diese Zweifel konnte auch MoscheRabö b e n u nicht unterdrücken, als G0tt ihn zum Führer berief und ihn mit der Aufgabe betraute, dem Volk in seinem, in Göttes Namen die nahende Rettung zu verkünden. Da ward ihm eine Antwort, die seither als un verjähr bare Mahnung durch die jüdische Ge0 schichte klingt. ״D i e s sei dir das Zeichen, daß Ich dich gesandt habe“, daß Ich es für wert halte, ״Meinen Arm über Mizrajim auszu0 strecke n“, daß Ich es lohnend finde, ein neues ״W e r del“ ins Völkerleben zu rufen, und das es Mir gerechtfertigt erscheint, Mich dabei in Meiner ganzen Allmacht zu offenbaren: ״Wenn du herausgeführt hast das Volk aus Mizrajim, werdet ihr Gvtt dienen an diesem Berge.“ Denn Jezias Mizrajim war nicht Ziel und Zweck des göttlichen Willens, sondern nur A u s g a ng un d M i 11 e 1, war ein historischö politisches Ereignis und alö solches Voraus0 s e t z״u n g ״ bloß, die erffc im Höhepunkt allen Weltgeschehens, in K'a b 0 1 a s H a t h o r a, ihre Erfüllung fand.’5 'בעבור זד• עשל< יי Jisroel ward aus0 erwählt, weil;es beruf e n war. ״Ich will euch herausführen und retten und erlösen“, sprach der Herr, ״um euch Mir zum Volk zu nehmen un־d euch ein G0tt zu sein — und dies noch, ehe ich euch bringe ins ver0 heißene Land.“ הקדש מפקיע מידי שעבוד. Darum, vereinigte auch die Person Mosche Rabbenus in sich den nationalenundreliö giösen Er Wecker, den politischen Führer und Gesetz es lehre r,* den Vorkämpfer des Volkes und den P r o pheten seines Gattes. Der mat e0 rielle und geistige Befreier waren identisch, damit sich die Befreiten darüber im klaren sind, wozu sie befreit wurden, und damit die kommenden Geschlechter wissen, daß diese beiden Gewalten eine untrennbare Einheit, ein unteilbares Ganzes zu bilden haben und daß nur dem die politische Führung im. Judentum zusteht, der die Rich0 tung zum Sinai einschlägt. So hat denn auch der erste, größte und beste Führer des jüdischen Volkes weder nach innen noch nach außenhin einen Zweifel über sein ״Programm“ aufkommen lassen. Die Forde0 rungen, die er Pharao stellte, waren nicht etwa nationaler, sozialer oder rechtlicher Natur, sondern lauteten vielmehr: * ״Also spricht Haschern: ,Entlasse mein Volk, daß es mir diene!“‘, wie sich denn auch die Allmacht in dem Augenblick, wo sie allem Geschehen und Sein einen Sinn gab. nicht anders offenbarte und nicht anders den fundamentalsten Grundsatz des jüdischen Glaubensbekenntnisses ausge־־ sprochen hat, als ״I c h b i n Ha schem, dein G 011, der di c h he rau sgef ü-hr t aüs dem Land Mizrajim, aus dem Skia־־ yenha'use“ — der dich herausgeführt, um dein G0tt zu sein ...! Aber noch mehr! Dem mit überirdischem Nimbus umgebenen Herrn Aegyptens und seinem Stolz auf dessen alte Kultur und hohe Zivilisation schleudert Mosche Rabbenu noch Stolzer entgegen: תועבת מצרים נזבח לה׳ אלקינחי _ die Pessach. Das. Fest der Befreiung von der ägyptischen Fronarbeit, die Vorbereitung für unser G-ttesoolkslum, jährt sich in diesen Tagen. Und Jisroel •ist wie seit 2000 Jahren angewiesen auf die Hoffnu.ng, daß der von ihm erkannte G-tt, der uns seit mehr als 4000 Jahren stets geführt und beschützt und aus verzweifelter Lage befreit hat, uns auch weiter in seinen Schulz nehmen wird. Nur diese Hoffnung macht es, daß wir, trotzdem wir iiberalll eine Minderheit sind und die unzioilisierten, ethisch minderuvßrtigen Elemente der ganzen Welt sich diese unsere Minderheitseigenschaft zunutze machen, um uns überall zu bedrücken, zu verfolgen und nicht zur Geltung kommen zu lassen. Wir haben in diesem Jahre trotz der vielen Verfolgungen und Entrechtungen doch einen Lichtblick. Die für die leibliche und dadurch auch geistige Erhaltung der Judenheit so wichtige Frage des Koscherfleisches ist in Polen, in der Tschechoslowakei und in Oesterreich glimpflich gelöst worden. Es besteht also nicht mehr die Gefahr, daß Millionen Juden auf die natürliche Menschennahrung verzichten müssen. Die zivilisierten Nichtjuden haben die Einsicht, daß die ,Juden in allen Ländern, wo sie zugelassen sind, und in allen Branchen, die man ihnen nicht verschließt, für die Länder ihrer Siedlung Hervorragendes geleistet haben. Aber die Bestie im Menschen hat gerne Opfer für ihre Bestialität und wenn Hunderte der hervorragendsten Physiologen der ganzen Kulturwelt erklären, daß mit dem Schächtschnitt jede Möglichkeit einer Tiercpiälerei aufhört, Schächten also human ist, bemühen sich die Tierschutzvereine der ganzen Welt immer wieder, gegen das Schächten aufzutreten, um den Juden wehezutun. Hoffentlich wird noch der Tag kommen, wo die Tierschutzoereine zu der Einsicht kommen, daß der T i e r k u I t auf Kosten der Wohlfahrt von Menschen zumindest unethisch und böswillig •ist. Darin hat sich wieder die Güte G-tles bewährt und wir können hoffen, daß uns seine Güte auch fernerhin vor allen Attacken unserer Gegner schützen wird und daß unsere bedrückten Glaubensgenossen weiterhin eine menschenwürdige Behandlung ^erfahren werden. Eine ernste Vorbedingung dafür ist aber, daß wir uns der Gnade G-ttes würdig zeigen, indem mir uns als sein Volk betätigen, durch die Beobachtung seiner Gesetze, speziell seiner karitutioen Vorschriften bezüglich des Verhaltens zu unseren Mitmenschen, und daß mir ganz besonders unser Augenmerk dahin richten, daß wir u ns e r e Kinder z u w i r kl •i c h f r o m m e n u nd edlen J u d e n u n d J ii d innen er z i eh en. Neueste Modelle in. Erstklassig in Material und Ausführung, tadelloser Sitz, zu günstigsten Preisen erhältlich bei Wien 19 Kärntnerring 6 Telephon u*43«Q1״e Nur k u r z e Z e i t, solange der Vorrat reicht!