Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 22 (1936)
- Issue
- 13 (27.3.1936)
- Date
- 1936-03-27
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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- Oradea 4× ep/1002404
- Haifa 1× ep/1047930
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wociic rJSft! ^*1! wacite JK # Die Wette der jUdGÜ feindliche n Unruhen in nieten feilen Po lens halt an. Aus mehreren Orten werden treberfätte auf die jüdische Bevölkerung gemeldet* ln der Stadt Swiernik, Kreis ÖpocZno, Hälftig es au antijüdischen Unruhen, Wobei der Jude Ghaim GraUcer und seine Frau getötet und mehrere Juden verletzt wurden. # Der katholische Primas von Polen; Kardinal Blond, fordert in einem Birtenbrief die katholische Bevölkerung auf, an judenfeindtichen Aus- Schreitangen nicht teil zu nehmen, dagegen die Juden wirtschaftlich zu boykottieren. # Zwischen Griechenland und Palästina ist. ein Transfer-Abkommen abgeschlossen Worden. Die griechische Nationalbank wird von den nächsten Tagen an auch das palästinensische Pfund in ihre Notierungstabelle aufnehmen. # Der Vorsitzende der außenpolitischen Kommisslon des amerikanis chen Senats, Key Pitt-■ man, hat in einer Erklärung die judenf eindliche n Vorgänge in Polen aufs Schärfste verurteilt. Senator Pittman bezeichnet diese Vorfälle als ״an Wahn- ■sinn grenzende Hysterie“, Schwerste Vbrwürfe erhebt er ■dabei gegen die leitenden Staatsmänner״ # Das griechische Kriegsministerium und das Marineministerium haben angeordnet,, daß den jüdischen Angehörigen des Heeres und der Kriegsmarine ein ein wo chi g er U rlaub anläßlich der pessach- Feiertage gewährt werde. # Wie verlautet ist die Antwort,, die der High ■Co mmissioner vor einigen Tagen den arabischen Führern auf das Memorandum erteilt hat, das sie zu den Vorschlägen der Regierung Uber die Schaffung eines Legislative Council eingereicht haben, in sehr entgegenkommendem Ton gehalten. Der High Commissioner appelliert an die Araber, die' Vorschläge über den Legislative Council anzunehmen, wobei er ihnen verspricht, daß die Befugnisse des Council erweitert werden würden, sobald es sich zeigen werde, daß der Council gute Arbeit leistet und Verantwortungsgefühl ■beweist. # Die Tageszeitung ״El Liwaa“, das Organ des Großmufti, tritt für* die Schaffung eines ständigen arabischen politischen' Büro s in London ein, das die Verbindung mit englisch-politischen Kreisen und insbesondere mit den englischen Faschisten pflegen soll, von deren judengegnerischer Einstellung Vorteile für ■die arabische Politik zu erwarten seien. # Der Kongreß der internationalen Organisation der Liga für Menschenrechte, der von Samstag, den llf., bis Montag, den 16. März, in Luxemburg getagt hat, nahm in seiner Schlußsitzung einmütig eine Re- ■Solution an, in der die Gutgesinnten in allen Ländern zum Kampfe gegen die an ti jüdische Propag anda und die Judenverfolgungen in Deutschland und in Polen auf gerufen werden. # Der Generalsekretär des Völkerb und es hat an alle in Betracht kommenden Regierungen ein Rundschreiben bezüglich des Schutzes der Flüchtling e aus Deutschland gerichtet und den Regierungen mit geteilt,' däß־ die in diesenBeschlüssen vorgesehene zwischenstaatliche Konferenz zwecks Festsetzung eines legalen Status für die Flächtlinge aus Deutschland für den 2. Juli 1 9 3 6 einberufen ■wird: Der Verband für die Propagierung pal äst in ensis eher Industrieprodukte hat im Technikum׳ von Haifa eine Ausstellung organisiert, ■an der sich dreißig jüdische Fabriken von Tel-Aviv, Jerusälem und Haifa beteiligen. Die P alästina-Re gierun g beginnt demnächst mit der Verbreiterung der von T el - Aviv nach P et ach Tikwa führenden Straße. Die Zement fabrik N esher'beginnt demnächst mit der Errichtung einer Gip s f abrik im Gebiet der H aif a-B ai. Man erwartet, daß es nach Aufnahme des Betriebes in der neuen Fabrik möglich sein wird, Pa- ■lästina von der bisherigen Gipseinfuhr aus Aegypten und Zypern unabhängig zu machen. In der rumänischen Deputiertenkämm er gab Innenminister Ion I nculet die Erklärung ab, daß die Regierung keineswegs, wie dies von der t national-zaranistischen Opposition behaupt et wird, mit den rumänischen Recht s part eien sympa t hi sie re. Die Rass enhaß-P ro p agandg, die zu einer Reihe von Exzessen geführt habe, bedeute eine schwere Schädigung des rumänischen Volkes. Ein gewisser Stephan Kolczak hat aus Amerika der in Warschau lebenden Witwe Meinfeld und ihren vier' Kindern 10.000 Dollar überwiesen. Kolczak hatte 1919 an einem Pogrom teilgenommen, bei dem der Gatte der Frau Meinfeld den Tod fand. In einer Anwandlung von Reue beauftragte er nun den Warschauer Anwalt Leon Szliewinski, die Angehörigen des Pogromopfers ausfindig zu machen, um sie zu entschädigen, wa!s dem Anwalt auch gelang. Vor mehr als sechseinhalb Monaten wurde in Berlin Fräulein Edith Tdg licht, Tochter des Wiener Oberrabbiners Dr. Taglicht, unter der Beschuldigung, sich illegal kommunistisch zu betätigen verhaftet. Bei der nunmehr, statt gefundenen Verhandlung konnte nioht die Spur eines Zusammenhanges zwischen Fräulein Taglicht und irgendeiner kommunistischen Tätigkeit naöhgewiesen werden und man erhielt den Eindruck, daß die Angeklagte nur willkürlich in die ganze Sache hineingezogen wurde. Sie wurde wegen vollkommen erwiesener Unschuld freigesprochen. ' Nach einer offiziellen• Mitteilung hatte der B ud g etü bers chußK der, P ä'tästir^a-Regierung am 31, Jänner 1936 infolge ununterbrochener aktiver Bilanzen die Summe von 6,337.340 Pfund Sterling. erreicht, ■ . Wie dar .J.-T.-A,-Vertreter erfährt, wird sich der bekannte holländische Anwalt Francois de V r :i e s mit dem Züricher Anwalt Dr. Eugen Curti in die Verteidigung David Frank f ür #> r s teilen. ■ Dem■ ,tfeuen Wiener Tagblatt“ wird aus Tel- Aviv berichtet: Die Erben des ■Snl tans Abd ul B amid haben gegen die Regierung von palä- 81in a einen P r 0 2 e ß auf Ruokgabe von Rdgierungsländereien irn Ausmaß von 4500 Dunam, angestrengt, die seinerzeit auf den Namen des Sultans registriert waren und enteignet warden, . ״ H, Gfjin, jfc, Atelier für feipe. Nerrengarderobe. Kuneröl Ist völlstandlgreines F6U aus Kokosnüssen, es ist nahrhaft leicht verdaulich, unbegrenzt half« bar und kann von jedem Streng• gläubigen ohne Bedenken zur Zubereltung von Milch- und fleisch« speisen für den Festtagstisch verwendet werden. Das Verschluß« siege! der Packung gibt Ihnen die Gewißheit, daß Kunerol unter Aufsicht Sr. Ehrwürden des Herrn Bezirksrabbiners S. Ehrenfeld zu Mattersburg hergestellt wird. Das100% reine Kokosnußfett Nur echt in Originalpackung 1 Gedenkkundgebung der Adas Jisroel Am 17. et. Mr fand eine Plenarsitzung des Vorstandes der Adas Jisroel statt. Iri derselben wurde eine, Reihe laufender Angelegenheiten erledigt. Vor dem Eingehen in die Tagesordnung nahm der Vorsitzende, Herr K.-R. Bon di, das Wort, um des vor wenigen Tagen hingeschiedeneri Herrn Jakob Stern s. A. zu, gedenken; Der Redner rühmte ihn als auf riehtigen Juden, der stets mit unverbrüchlicher Treue die Grundsätze des orthodoxen Judentums vertrat. Besonderen Dank hat er sich durch seine zwanzigjährige hingebende Arbeit als Vorstandsmitglied erworben. Er war ein eifriger Mitarbeiter an der Umgestaltung der patriarchalischen Schiff schul in eine wohlorganisierte Körperschaft, die die solide Grundlage zum Aufbau einer selbständigen, unabhängigen, orthodoxen Gemeinschaft bildet. Sein klares Urteil und sein hingehender Fleiß und die Liebe, mit der er sein Amt verwaltete, wurden allgemein bewundert. Besondere Anerkennung und den innigsten Dank sind wir ihm für seine Tätigkeit als Kassenverwalter schuldig. Unvergessen werden seine Leistungen wahrend der bitteren Jahre der Kriegszeit sein. Er wird uns ,immer im Gedächtnis leben als der ״Gabboi Stern“. Ferner gedachte der Vorsitzende den Hinscheidens des Herrn Eduard Deutsch s. A. Wir denken dankbar an seinen Fleiß und seine Hingebung, mit denen er durchj Jahre im Vorstand tätig war., Deutsch war immer ein unerschütterlicher Verfechter der unabhängigen Orthodoxie und darum ein aufrichtiger Anhänger der Schiff? schul. Für die Bestrebungen derselben, die: Wiener; glaubenstreue Judenschaft zu einer festgefügten, selbständigen Gemeinde zusammenzufassen, war er zu jedem Opfer bereit und er hat an der, Erreichung dieses Zieles, trotz der schweren Erkrankung, bis in die letzten Tage eifrig •mitgearbeitet. Sein Name bleibt für immer mit den Bestrebungen der . Adas Jisroel verknüpft. Wir wer-, den an ihn immer in Liebe und Dankbarkeit gedenken. Die Anwesenden hörten die Rede stehend an. Die Trauerkundgebung wurde im Protokoll der Sitzung verzeichnet. . , Oberrabbiner Benjamin Fuchs זצ״ל Auch die Tragik des Todes ist steigeruhgsfähig. Als ob es nicht genug des Schmerzes wäre, wenn ragende Männer jüdischen Wissens ■'und frommer G-ttergebenheit frühzeitig aus unserer Mitte davongerafft werden, kommen noch äußere Umstände dazu, um diesen Schmerz ins Unermeßliche zu steigern. Also steigerte sich die Wehklage um den plötzlichen Tod des Oberrabbiners' von Großwardein, Rabbi Benjamin Wolf Fuchs s. Z. 1., zu einem Aufschrei des Entsetzens. ,לי Große jüdische Volksversammlung in Oradea (Großwardein). Im Zeichen von Jischuw Erez Jisroel, das alte Lieblingsideal des Großwardeiner Raw. Dr. S. Ehrmann aus Frankfurt am Main, der Direktor der Erez-Jisroel- Zentrale der Agudas Jisroel; kam als Gast in die Stadt,, um nochmals und nochmals die orthodoxe Judehheit ah ihre Pflicht, für Erez Jisroel etwas zu׳ leisten zu mahnen. Oberrabbiner Fuchs s. A. ließ sich die Gelegenheit nicht nehmen, selbst auch Künder und Rufer dieser heiligen ׳Pflicht: ״Erez Jisroel im Sinne des orthodoxen Judentums zu gestalten“, zu sein und in dieser Versammlung trotz seines geschwächten Gesundheitszustandes zu erscheinen.. Die innere Glut eines gläubigen Herzens erlosch plötzlich und das flammende Wort der Begeisterung erstarb auf den erbleichenden Lippen des Rabbi Fuchs während seiner Rede, vom Flügelschlag des Todesengels getroffen. — Der Jubel der wogenden Menge erstarrte, Entsetzen erfaßte die Augenzeugen dieser unermeßlichen Katastrophe. Wildes Auf schluchzen der gläubigen Schar kündete allen in der tief bestürzten. Stadt, daß der Oberrabbiner yon Großwardein nicht mehr unter den Lebenden weile. Es war kein leichtes Amt, das Oberrabbiner Fuchs in Großwardein bekleidete. Es ist schwer, Prophet in der eigenen Vaterstadt zu sein. Als ältester ׳Sohn des, weithin berühmten Rabbi Mosche Hersch Fuchs s. ׳Z, 1. folgte er seinem Vater auf den Rabbinersitz von Großwardein. Diese Gemeinde, als eine der größten und bedeutendsten AltrUngarns, stand auf der Grenzscheide . zwischen der ׳ chassidischen. und aschkenasischen: Jtichtung der alten ungarischen Orthodoxie. Oberrablhner Benjamin Fuchs, an berühmten ungarischen Jeschiwbs zu einem großen Tal? miü Chochom, herangewachsen, von seinem großen, weitklugen Vater unterwiesen, und in mehreren Gemeinden,. in denen er vorher als Oberrabbiher wirkte, praktisch er-;probtt trat 1918 nach dom Ableben seines Vaters den,. Öberrabbinerposten voflGroßwardeih!Die staatliche^ Umstellung der Nachkriegszeit, der mächtig .anwachsende Chässidismus der siebenburgi'schen ÖrthQdpxie, das rapide, . innere Wachstum der Gemeinde, verbunden mit einer zu*, nehmenden Zersplitterung innerhalb derselben, stellte an ' die T^tkrsit/ an die Klugheit ^und Einsicht von Oberrabbjuer Benjamin Fuchs gewaltige ^örderupgehi Er wuchs mit ,seinen immer größer werdenden1 Aufgaben und führte• seine Gemeinde mit sicherer Nand im Geiste der Traditiph seinen großen Ahnehr ' ■;v■ Bei der Neuorganisierung der siebenbtirgisohen ־ Orthodoxie fiel ihm eine führende Rolle zu, wobei er *7״ als fast einziger aschkenasiseher. Rabbiner׳ unterden vielen, chassidischeh amd alS einsäger -uöter den zahlreichen geheirnen Und offenen Gegnern der AgUdar der;sieh off an zu ihr bekannte — sich ■nur dank seiner, selbst von seinen Gegnern anerkannten tiefen Frömmigkeit und seines allseits geschätzten lauteren Charakters behaupten konnte. 1 ׳ 1י י י - Seine ,Wirksamkeit in der . großen Gemeinde Groß- Wardein selbst war durch seine große Herzensgüte und durch seine liebevolle Annahme um jedes seiner Gemeinde-!Mitglieder gekennzeichnet, so daß die Tausende, die seiner Bahre das Geleite gaben, in ihm nicht nur den großen Führer der Gemeinde, sondern auch den fürsorg־ liehen Vater aller Bedrückten und Notleidenden betrauern; Die Bestattung ging Montag, den 16. März, in einem grandiosen äußeren Rahmen vor sich; der Sarg wurde aus der Wohnung, wo im Namen der Familie sein. ׳Bruder; Salomon Füchs von ihm Abschied nahm, in die große Synagoge getragen, woselbst die Spitzen der Behörden, die auswärtigen Delegationen und Rabbiner und die Gemeindemitglieäer versammelt warep.'Hicy •haben zunächst der Schwiegersohn des Verblichenen׳,,Wolf Weiß', dann sein Schwager, der Oberrabbiner vqh Halmi, Jakob Klein, tief ergriffene Hespedim gehalten. Aus fler Synagoge wurde der Sarg in den Höf ,derselben getragen, wo etwa zehntausend ,;Menschen Versetnmeit waren; hier erhob Oherrabbine^;יי Joel T eitel bäum, Satumare, die Totenklage, und empfahl!gleichzeitig■ als N a c h f o l g e r den! Schwager ,des Verblichenen, Oberra b bi n e r Klein aus Ha 1 mi. :Nach'.,; diesem mächtigen Hesped sprachen Oberrabbiner Sofer, Targul Mures, Rabbi Pinchas Zimmetbaum, Rosch-Bes-Dih, Großwkrdein, Oberrabbiner Freund, Reghin, Oberrabbiner Sperber; Brasov, dann Doktor Ehrmann, Frankfurt am Main, namens der Zeiitraileitung 4er Aigudas Jisroel. Hierauf wurde der!Sarg auf1 den FYledhof getragen und Oberrabbiner (Benjamin FuchV neben seinem großen Vater Rabbi Mbsphe Hetsch Fuc^> bestattet.; ׳ י״תנצביה’ Eindrucksvoller Protest dejr; polnischen Judehheit. An dem‘von der jüdischen Arbeiterschaft Polens für den 17. Mä^rz. proklamierten halbtägigen G Mn e r ä l-v . s t v e i k zum Protest gegen die Bedrohung der Wirtschaftiichen uad physischen Existenz der pplniscben Judehheit■׳ ‘ und gegen die. Duldung der aufreizenden judenfeindliöhen' Propaganda durchdie :Regierung־ haben sich; ä'f!4׳ Schächten der jüdisqhen:;Bevolkerün,g .,ohne, Unterschied ihrer sozialen Anschauungen'oder politischen Einstellung beteiligt« Nie;‘ Gehera1sfreikpüf9ie> wurde tatsächlich 'מסץ der.gesenjten. 3k Millionen zählenden polmsehen Judenheit: befolgt und vieie; Täüsäh4e hichfjüdücliebv Arbeiter serösen sich den Protestkundgebungen an!.' 0, Besonders eindrucksvoll war:.die Kundgebung von!,«, über JOO Rabbinern, die sich in gescliiösseneih Zug־/ auf den jüdischen ,Friedhof begaben, um an'den Gräbern1 der großen jüdischeh'Gelehften uni Frieden und Gerechtigkeit für die Juden Polens zu beten.! Seit Menschengedenken wird Myrrhe-Extrakt, gegen; Boekerung der gähne und Blutung des Zahnfleisches wirk-1 sam verwendet. ODOU-Mundwasser enthält außer dem ODOB-Antiseptikum den Myfrhe»Bxtrükt.