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Jüdische Presse · 1936-03-27 · 13 (27.3.1936) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
22 (1936)
Issue
13 (27.3.1936)
Date
1936-03-27
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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rM', wptma pmama mau pm r ttftfftftvf 1r Bt&fittütt Öä. V. b. b.־ Zeitungen vom Vetiege! versendet Journal e*|>Ml6 piif l’&Ötenr Wl£N.BRATISLAVA 3f» MÄRZ 1936 nrm ך גיסן■ 33» Jahrgang / Nummer 13 Redaktion und Administration: Wien, II., Mate* gasse 12 a, Telephon A-46-0-15; Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 381 / Erscheint jeden Freitag / Redaktionsschluß: Mittwoch Mittag Abonnementpreise: Ganzjährig: für Oesterreich S 16, Tschechoslowakei EC 80, Jugoslawien Dinar 160, das Übrige Ausland Schw. Pr. 14. Einzelnummer äst. Gr. 40. Zahlungen f. ,,Jüdische Presse", Wien, auf folgende Post- Sparkassenkonti: Wien Nr. £>*93.614, Brünn Nr. 126.068,, Budapest Nr. 60.170, Warschau Nr. 190.409, Zagreb Nr. 40.217, Zürioh Nr. Vm, 4117, Berlin Nr. 122.619. 0RGnn für 016 inteRessen Des 0RTH0D0H6n juDermims Pflegen Sie Ihre Zähne mit ODOL-' Zahnpasta und Sie erhalten sich gesunde Zähne bis ins hohe Alter. 11i!S m »ן! Kleine Tube S Große Tube S Zur Mund- und Zahnpflege sowie . 1 Reinigung der-Haut verwende man Franzbranntwein Ordnung in der Judenfrage I I Auch' für Pessach ח D D ‘ werden die beliebten Spezialitäten der bestrenommierten Feiniwurst- und Selch Warenfabrik I. EISEN unter Aufsicht der Adas Jisroel Schiffschul erzeugt. Seit kurzer Zeit ist in Oesterreich eine lebhafte Diskussion über die Jud'enfrage im Gange, von der nicht klar zu ersehen ist, ob sie von Gegnern provoziert, oder von übereifrigen Verteidigern nicht zur Ruhe kommen gelassen wird. Wie dem immer sei: Wir würden es lieber vermeiden, neuen Stoff in die Diskussion zu tragen, da sie praktisch sinnlos und akademisch von höchst fragwürdiger Bedeutung ist, ׳ Die zur Diskussion stehende Frage teilt sich in zwei Komplexe, deren einer die individuellen Rechte und Pflichten des jüdischen Bürgers umfaßt, während der zweite die Regelung der Verhältnisse der jüdischen Religions gemein s c h a f t beinhaltet. Während nun die österreichische Gesetz* gebung vorbehaltlos auf dem Boden der Verfassung vom 1. Mai 1934, die die Gleichberechtigung aller Bundesbürger vor dem Gesetz anerkennt, steht, bewegt sich merkwürdigerweise die Diskussion gerade auf diesem Gebiet, auf dem sie vollständig a bwegig ist. Sowohl der klare Wortlaut des Gesetzes, als, auch der oft genug kundgetane Wille der. Regierung werden es verhindern, daß in Oesterreich Unterschiede gemacht werden zwischen Staatsbürgern, die gleichermaßen an den.Pflichten*dem Staate gegenüber teilnehmen. Die generelle Zurückweisung, die Herr Vizebürgermeister Kresse in seinen Aeußerungen uns widerfahren ließ und die durch die wenigen Ausnahmen, die er konzediert, zur Regel erhoben wird, ist logisch unrichtig und in ihren Kon- Sequenzen ungerecht. Es ist u n ri c h ti g, daß die Juden in ihrer Gesamtheit sozialistisch waren. Richtig ist, daß es den nichtsozialistischen Juden viele Jahre hindurch vollständig unmöglich war, ihrer bürgerlich-politischen Gesinnung sichtbaren Ausdruck zu geben. Die christlichsoziale Partei, die den bürger- lich-reiigiöseii Gedanken vertrat, war den Juden verschlossen. So konnten im politischen Leben nur diejenigen Juden zur Geltung kommen, die areligiös orientiert waren und daher im anderen Lager Stenden. Es ist daher. eine Ungerechtigkeit,. 1die von religiösen Menschen nie begangen werden darf,, wenn eine Pauschaiverdächtigung ausgesprochen wird, die die Gerechten wie die Ungerechten trifft. In D i e Österreichische Molkerei S.&G.PISK Telephon A-42-0-38 ח DD-BUTTER Gegründet 1885 r1D&* MILCH . Wien XX» Nordwestbahnstraße 71 bringt während des ganzen Jahres und speziell für Pessach פסח unter Aufsicht des ehr* würdigen Rabbinats der Adas Jisroel (Schiffschul) garantiert verläßliche Koschermilch כשי unter Anwendung aller rituellen Vorschriften seit vielen Jahren in sämtlichen Bezirken Wiens in geschlossenen Kannen und־ Flaschen zum Verkauf. Jedes Gefäß ist mit der Marke (Plombe) der Adas Jisroel (Schiffschul) versehen. Wenn daher die Kunden auf einwandfreie Koschermilch כשר reflektieren, empfehlen wir unsere Bezugsquellen, in welchen diese unsere Milch zum Ausschank; gelangt. der Judenschaft kämpft genau so wie bei der andersgläubigen Bevölkerung des Abendlandes 1 der konservative und religiöse Teil gegen einen stürmischen, areligiösen Nationalismus und einen revolutionären antinationalen Sozialismus. Wenn es wahr sein , soll, daß die Zurückdrängung des jüdischen Einflusses den Judeii selbst dienen soll, wie es Pater Bichlmayr in seiner vielumstrittenen Rede gesagt hat, so können wir ihm darauf erwidern, daß das konservative Judentum sich die׳ von ihm verlangte Beschränkung jederzeit s e 1 b s t auf erlegt hat. Der sabbathaltende Kaufmann, der im jüdischen Religionsgesetz aufgewachsene und demselben treu gebliebene Gewerbetreibende, Künstler und Wissenschaftler, ist von Haus aus durch die jüdischen Feiertagsgesetze und die anderen Be- Stimmungen des jüdischen Religionsgesetzes so sehr gegenüber seinen nichtjüdischen Berufskollegen im Hintertreffen, daß der ״Ueberwucherung des jüdisehen Geistes“ ein mächtiger Damm gesetzt ist. Wenn die Herren Staatsrat Kunschak, Vizebürgermeister Kresse und Pater Bichlmayr ihrer Sympathie für das k ons e rvä t i v e Judentum Ausdruck geben, dann hat diese Sympathie nur dann; einen praktischen Wert, wenn sie das religiös e Gemeinschaftsleben der Juden zu fördern vermag und gewillt ist. Das hätte noch den Vorzug, daß damit der Kampf auf jene breite Front getragen wird, auf der er Aktualität besitzt. Die Auseinandersetzung zwischen den K onf e S sio n e n ist derzeit sicher nicht aktuell. Denn die große Front der Religiösen a 11 e r Konfessionen wird von den Gegnern . einheitlich angegriffen. Diese machen keinen Unterschied zwischen Juden und Christen, weil sie ganz richtig verstehen, daß der Kampf nicht einer Religion, sondern der Religion gilt. Und so muß auch die Verteidigungsfront e inh e i t li c h den G-ttlosen gegenüber-; stehen. So aufgefaßt wird die Diskussion aus dem in-־ aktuellen Gebiet der individuellen Gesetzgebung, die ja verfassungsmäßig feststeht, auf jenes1 Gebiet verwiesen, in* dem die Verfassung ausdrücklich für Aenderungen im religiösen Sinne Raum ' läßt. ' Das! glaubenstreue Judentum kämpft seit Jahresfrist einen offenen Kampf für die Konstituierung orthod o x * jü dis cher Gemein den, die am wirksamsten dem religiösen Abfall innerhalb der Judenheit Einhalt zu gebieten imstande sind. Hier mag der Hebel angesetzt werden. An den i n d i v i d u e 11 e n Rechten der Juden zu rütteln, ist weder verfassungsmäßig möglich, noch gerecht. Ein Ritualmordbuch Vor den Gerichten, österreichischen Beim Lahdesgericht Graz war ein Verfahren gegen den Verlag des Buches ״Gibt es jüdische Ritualmorde?“ wegen Vergehens gegen ■die öffentliche Ruhe und Ordnung durch Aufreizung zu Feind* Seligkeiten gegen Religionsge/nosbenr s c ha f t e n anhängig; zugleich wurde von der Staatsanwaltschaft ein Antrag auf Verfallserklärung dieses Buches gestellt. , . , ן Das Landesgericht Graz wies den Antrag auf Verf allserklärung a b. Auf Beschwerde des Staatsanwalts befaßte sich der Oberste Gerichtshof mit der Sache; Das Urteil lautet auf S t a t t'g e b u n g der Staatsanwalt? liehen Nichtigkeitsbeschwerde.; Nach Ansicht des Obersten Gerichtshofes begründe der Inhalt des Buches den Tat* bestand des Vergehens, י j Neuerte Erstklassig in Material und Abführung, tadelJosenSitz, m günstigsten!? v \ Freisen erhältlich Eei Wien l, Kärntnerring; 6 N £ e M; s o ■ TeieiMien in g e’ d e r V 0 r r a t r e i edi 11

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