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Jüdische Presse · 1936-03-20 · 12 (20.3.1936) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
22 (1936)
Issue
12 (20.3.1936)
Date
1936-03-20
Page
– (sequence 1)
Language
German
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IfMtiMW# vtfplatnft povoleftÄ mußt (nsüi ft tftiftrnfirr t Stki^ifa (91, 416W-1H-20 V. b. b. .״!gen vom Verleger verseftdet Journal exp&Ü6 par l’&llteur WIEN. BRATISLAVA SO. MARZ 1936 ןו■;/ן ^ךוךו ־ ןץן»£^7/ן 22. Jahrgang / Nummer 12 Redaktion und Administrationt Wien, II., Mate* gasse 12 a, Telephon A-46-0-15; Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 381 / Erscheint jeden Freitag / Redaktionsschluß: Mittwoch Mittag Abonnementpreise: Ganzjährig: für Oesterreich S 16, Tschechoslowakei KO 80, Jugoslawien Dinar 160, das lihrige^Ausland Schw. Fr. 14. Einzelnummer öst. Gr. 40. Zahlungen f. ״Jüdische Presse“, Wien, auf folgende Post- Sparkassenkonti: Wien Nr. D-93.614, Brünn Nr. 126.058, Budapest Nr. 50.170, Warschau Nr. 190.409, Zagreb Nr. 40.217, Zürich Nr. vm, 4117, Berlin Nr. 122.619. oRGnn für Die inTGRessen Des 0RTH0D0Hen juDerrrums Wenn Raucher der Verfärbung der Zähne vorbeugen wollen, dann hilft nur die regelmäßige, tägliehe Pflege mit ODO L- Zahnpasta. m Kleine Tube S —.90 Große Tube S 1.40 Zur Förderung des Blutkreislaufes und Stärkung des Organismus Franzbranntwein Das geplante Schächtverbot in Polen Nach Blattschluß erhalten wir einen telegraphischen Bericht der Polnischen Telegraphen-Agentur datiert vom 18• März. Sein Inhalt wird nicht verfehlen, die schwer besorgte Judenheit der ganzen Welt wenigstens für den Augenblick zu beruhigen. Die Zurückverweisung der Vorlage an den Ausschuß scheint uns ein beachtenswertes Symptom dafür!zu sein, daß die maßgeblichen Kreise nun doch noch rechtzeitig einlenken wollen. Daß die Gefahr für die Juden Polens damit natürlich noch lange nicht gesch wunden ist, bedarf leider keiner besonderen Hervorhebung. Die Meldung besagt: Im Sejm wurde gestern der seit Wochen umkämpfte Antrag der Abgeordneten Frau Prystor behandelt, der ein gesetzliches Verbot der jüdisch-rituellen Schlachtungen in ganz Polen fordert. Der Sejmausschuß hätte sich für die An nähme des Antrages ausgesprochen. Landwirtschaf tsminister Poniatowski brachte einen Abänderungantrag der Regierung ein, wonach die rituelle Form der Schlachtung nur für die Juden und Muselmanen aufrechterhalten werden soll. Der Sejm beschloß infolgedessen, den Gesetzentwurf nochmals an den Ausschuß zurück zuverweisen. Das Satyrspiel von Humanität und Antisemitismus geht!weiter. Haben sich darin, neben den Ochsen, Frau Prystor und Pater Tsesiak die Hauptrollen' gesichert, so sind auch andere Faktoren bestrebt, eine gewisse Bedeutung zu erlangen. So z. B. Abgeordneter Duch, der Obmann des Verwaltungsausschusses des Sejm, dessen Geschäfjtsführung überhaupt bei der Beschlußfassung der Kommission ‘mitbestimmend war und der dann zu seiner Schande öffentlich bekennen mußte, daß die von ihm im Namen der Regierung abgegebenen schächtfeindlichen Erklärungen gar nicht deren Standpunkt entsprächen. Gewisse Parlamentarier wie auch die Gewaltigen der Presse und die Herren des Rundfunks läßt eben der Ruhm der Frau Prystor nicht schlafen. Aber selbst die kleinen Gemeindehäupt- 1 i n g e bemühen sich allenthalben, durch Einführung lokaler S chä c h t v e rA>:o t e ihr Scherflein zur Schikanierung der Juden beizutragen, eine Kampagne, von der sich nur die wenigsten Stadtverwaltungen — darunter die Piotrkows — durch ausdrücklichen Be- Schluß ausschlossen. Die Posener Wojwodschaft hingegen hat die in den ihr unterstehenden Gemeinden ein-.!geführten Schächtverbote für u n g ü 11 i g erklärt. Dem einheitlichen Vorgehen der Antisemiten stellt, die Judenheit ihre Geschlossenheit entgegen, die sich am eindrucksvollsten in der allpolnischen Gemeindekonferenz manifestierte. Ueber 900 Delegierte aus fast dreihundert jüdischen Gemeinden waren erschienen: einige hundert weitere Gemeinden hatten Telegramme gesandt, in denen sie ihre Solidarität mit der Konferenz und ihren Beschlüssen kundgeben. Man sah die Vertreter und Verfechter der verschiedensten Richtungen und Weltanschauungen des polnischen Judentums einträchtig beisammen, über alles Trennende hinweg, im Willen zur Abwehr einig. Der Agudaführer M a z u r eröffnete die Beratung mit einem Bericht über die Tätigkeit des Komitees zur Verteidigung der Schechita. Nach weiteren Ansprachen der jüdischen Parlamentarier und einer Reihe hervorragender Rabbiner nahm die Konferenz eine Reaolution an, in der gegen den Schächtverbotsbesehluß der Verwaltungskommission des Sejm, sowie gegen die Propaganda für das Schächtverbot überhaupt schärfster Protest eingelegt und erklärt wird, die Schächtgegner haben bewiesen, daß sie sich durchaus nicht von humanitären Gesichtspunkten leiten lassen, und daß sie verleumderische Legenden und fals:'c-h-e־־wirts״ahaf|tTiq־h{e. A׳rg!1umente" in die Debatte werfen, um die öffentliche Meinung irrezuführen; die ganze Propaganda gehe darauf hinaus, das Judentum als solches durch Vergewaltigung seines religiösen Gewissens zu treffen und somit auch die die Gewissensfreiheit garantierende polnische Verfassung zunichte zu machen. Weiter wurde beschlossen, daß sich die gesamte polnische Judenheit, zum Zeichen ׳des Protestes gegen diese Anschläge gegen das Judentum einen ganzen Monat lang des Fleischgenusses enthält und daß zum Zeichen der Trauer über diese antijüdischen Pläne und Umtriebe die Judenheit Polens einen ״Tag des Schweigens“ abhält, an dem. alle jüdischen Geschäfte und Werkstätten geschlossen werden und jede jüdische berufliche Tätigkeit ruhen soll. Sara Schenirer ע ה 1 Zu ihrem ersten Jahrzeitstage In den letzten Tagen dieses Monats Adar jährt sich zum ersten Male der Todestag Sara Schenirers ע׳ה Wir, die wir in ihrer und Leo Deutschländers s. Z. 1. Arbeit stehen, wir, die wir diese beiden treuen Menschen täglich vor Augen haben, weil wir sie täglich vermissen, wir brauchen keine ״Erinnerungsworte“. Wir sind den zu früh Entschwundenen immer verbunden, aber den anderen, denen über der täglichen Sorge, über der täglichen eigenen Berufsarbeit leicht, leichter das Bewußtsein schwindet, was die orthodoxe, ja, darüber hinaus die gesamte Öffentlichkeit diesen beiden Auserwählten dankt, ihnen soll sich wieder und wieder in die Seele legen die Pflicht, die ein Recht und ein• Vorzug ist: treu und dankbar zu sein. Sara Schenirers Jahrzeitstag ist in diesen letzten Adartagen; ihr Gedächtnis sei mit einem , kurzen Dankeswort belebt. Uns allen ist geläufig das Wort unserer Adargemoro. Rabbi Jizchok sagte: ״Jisko, das ist Sara; warum hieß sie Jisko? Sie erschaute Zukünftiges in heiliger Begeisterung!“ .Eine andere Deutung: ״Jisko, denn alle schauten auf ihre Schönheit!“ (Megillo 14a.) Hier ist Sara Schenirers Lebensbild gezeichnet. Nichts braucht hinzugefügt werden, die beiden Seiten sind hier dargestellt: ihre Wirksamkeit und ihre Persönlichkeit. Ihre Wirksamkeit: Mit fast prophetischem Blick erkannte sie die Lage in ihrem Heimatland, in Polen, Sie sah die Gefahr, in welcher die weibliche Jugend dort schwebte, rettungslos ausgeliefert einer artfremden Umwelt, ihrem Bildungsideal, ihren Erziehungszielen. Und in einer heiligen Begeisterung, die ihresgleichen sucht in der Geschichte unseres Volkes in den letzten Jahrhunderten, verwirklichte sie das, was vor ihrem weitschauenden Auge offen lag: ein orthodoxes Erziehungs werk für die jüdischen Töchter. Sie konnte es, sie vermochte es, weil ihre Persönlichkeit in unantastbarer Geradheit und Schlichtheit vor aller Augen war: treu, rein, selbstlos, aufopferungsfähig, demütig und bescheiden. Fürwahr: alle schauten auf die Schönheit ihrer Seele, den Adel ihres Charakters. Die Lauterkeit ihrer Bestrebungen — das war die starke Wurzel der Kraft, die das Werk schuf, die das Werk sicherte: Beth Jakob! So lebt sie als Jisko — in dem Doppelsinn, den unsere Ueberlieferung diesem Namen gibt :— in dankbarem Gedächtnis in uns allen weiter: Wollen wir gesegnet sein in unserer Arbeit, wollen wir Beispiel geben durch unsere Persönlichkeit, das Gedächtnis Sara Schenirers sei unser Begleiter! Aus ihm fließt Segen auf das Werk, aus ihm Beispiel und Aufmunterung auf die Träger und Fortführer des Werkes. Wolf S. Jacobson. Die bestbekannten, feinsten Gi.T A speise- und 10-grqschenl l r\ SCHOKOLADEN Mokkabohnen, Bitterpastillen 11, Kakaopulver כשר שלפסח unter Aufsicht von Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner S, Fürst, Schiffschul, Alleinverkauf: Niederlage Gita, Wien, II,, Schönngasse 19. Telephon R-44-4-61. PERÜCKEN OthmarSchiff Neueste Modelle ln Erstklassig in Material und Ausführung, tadelloser Sitz, zu günstigsten Preisen erhältlich bei Wien I! Kärntnerrlng 0 Telephon U*43״<M0 Nur kurze Zeit, solange der Vorrat reicht!

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