Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 22 (1936)
- Issue
- 9 (28.2.1936)
- Date
- 1936-02-28
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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'iV Seite 4! ״ ’ \ *fr. 9 .״. # Der Keren Hajisctiuw in Aktion Je mehr sich die Ditige in Erez Jisroel entwickeln, desto klarer wird es uns, daß das religiöse Aufbauwerk in Erez Jisroel eifrigst propagiert und gefördert werden muß. Es ist heute bereits überall bekannt, daß die Welt■* Organisation der Agudas Jisroel, besönders aber deren ״Foale Agudas Jisroel", Großes für den religiösen Aufbau geleistet haben und die sich ergebenden Aufgaben im Sinne des Programms der Agudas Jisroel zu lösen gewillt sind. Es bezeugen dies die bereits bestehenden Kolonien und kleineren Siedlungen, welche die Agudas Jisroel in Erez Jisroel errichtete und zu errichten im Begriffe ist. Auch die Agudas Jisroel in unserem Lande hat den Beschluß gefaßt, in Erez Jisroel einen Kibbuz speziell für die Einwanderer aus der Tschechoslowakei zu errichten. Der Boden ist .bereits vorhanden; in Machne Jisroel hat die Aguda-Zentrale ein beträchtliches Terrain zu diesem. Zweck für uns erworben. _ Wir, das tschechoslowakische Judentum, in deren Interesse es liegt, daß auch sein Name im grandiosen religiösen Aufbauwerk in Erez Jisroel entsprechend vertreten und verewigt sein soll, müssen jede Gelegenheit dazu ausnützen, um für dieses große, heilige Werk erfolgreich tätig zu sein. Jeder Jude, der es gerne sehen möchte, daß in Erez Jisroel ein religiöses Leben herrsche, muß den religiösn Aufbau eifrigst fördern. Es ist keine Unter- Stützung, keine Wohltat, vielmehr ist es Vorarbeit für sich selbst, wenn man dem einzigen Fonds des traditionstreuen Aufbauwerkes in Erez Jisroel, dem ״Keren Hajischuw", tatkräftigst zur Seite steht, und die durch diesen Fonds eingeleiteten Aktionen unterstützt. Das Keren-Hajischuw-Direktorium unseres Landes ist bestrebt, bei jeder Gelegenheit jedem Juden die ׳Möglichkeit zu geben, an diesem Werke teilzunehmen. Aus Anlaß des herannahenden Purimfestes hat dieses Direktorium eine ״Mischloach Monaus-Ablöse“ eingeführt. Die Ablöse erfolgt folgendermaßen: Will jemand einem Freunde oder Bekannten die Aufmerksamkeit (nachdem er der Mizwo laut Vorschrift bereits entsprochen hat) des üblichen Mischloach-Monaus erweisen, so tut er es am besten, wenn er diese Freundschaftskundgebung mit einer Unterstützung des ״Keren Hajischu.w"• verbindet. Man bestellt also beim Keren-Hajischuw-Direktorium eine Anzahl Mischloach- Monaus-Karten mit Angabe der Adresse, an wen diese in seinem Aufträge versendet werden sollen. Für jede Karte zahlt der Auftraggeber einen beliebigen Betrag als Ablöse für das gedachte Mischloach Monaus, welcher auf der Karte vermerkt und dem Keren Hajischuw zugeführt wird. Die breite Oeffentlichkeit de.s trääitionstreuen Judentums des In- und Auslandes wird diese, an sich ganz interessante und bei guter Beteiligung erfolgbringende Aktion, gewiß reichlich unterstützen und somit das Praktische mit dem Nützlichen in harmonischer Weise zu verbinden wissen. Aufträge nehmen außer dem Keren-Hajischuw- Direktorium, Bratislava, Postfach 140, auch die Agudas- Jisroel-Jugendorganisation und die Jugendgruppen allerorts dankend entgegen. ׳Der für die Ablösekarten einzusendende Betrag ist;per Erlagschein auf das Postscheckkonto Praha Nr. 5346 mit dem Vermerk ״Purim“ zu überweisen. Ueber die gewissenhafte Ausführung der Aufträge erhält der Aufträggeber eine besondere: Bestätigung. Aus dem Leserkreis Für diese Rubrik trägt die Redaktion keine Verantwortung Das Kalifat in Prag• Man schreibt uns: ״Der moderne Rabbinisraus“, wie er.leibt und lebt, wurde so richtig in Nr. 5 und 6 Ihres geschätzten Blattes glossiert. Ein Gegenstück, nur etwas krasser, finden wir in den historischen Ländern. Daß es dort Rabbiner gibt, die mit Ni chtjüdinnen verheiratet sind oder mit einer Wirtschafterin zusammenleben, ist bekannte Tatsache. Unbekannt dürfte jedoch sein, daß solche Herren auch die Rabbiner-Autorisation bekommen. Und von wem? Da gibt es in Prag einen sogenannten ״Obersten Rat der israelitischen Kultusgemeinden-Verbände“. Dieser ״Oberste Rat" dünkt sich als höchst© Instanz für religiöse Angelegenheiten, dessen Ent- ,Scheidungen unfehlbar und unanfechtbar sind; also ein jüdisches Kalifat. Dort werden Autorisationen gegen Vor- Weisung des Doktordiploms und nach Erlag der Taxen erteilt. Nach״ jüdischen Kenntnissen, streng religiösem Lebenswandel wird überhaupt nicht gefragt. (In ersterem stehen die Herren Rabbiner, die prüfen, selbst auf schwachen Füßen.) Die Hauptsache ist nur das Doktordiplom, und wenn es auch nur von der tierärztlichen Hochschule ist. Ja, richtig, jüdische Geschichte wird auch noch geprüft, so z. B. ist unlängst ein Kandidat durchgefallen, ,־yveil er nicht wußte, was für Strümpfe Raschis Mutter trug. (? Redaktion.) Die Kenntnisse von J0re-D60 oder Choschen-Mischpot etc. spielen dabei gar keine Rolle. Nun kann man sich vorstellen, wie es mit dem Judentum aussieht, wenn man solche Rabbiner ״lösläßt“. Wie es mit der Jugend steht und warum in den historischen Ländern das Judentum gänzlich verfällt, Gibt es da keine Abhilfe? Emmes. Das Fest von Esther bringt die lüstige Purim- Stimmung, um diese aber zu erzielen, ist vor allem ein mit wohlschmeckenden Leckerbissen gedeckter Tisch nötig. Das traditionelle Backwerk und מנות ^?^©*Pdvtio»« Sendungen stellen |ie rasch und billig mit Dr. Oetkers bewährten her. Verlangen Sie die mit den! Rabbinatsattest .vergebenen Erzeugnisse vom Dr, A. Oetkers Backpulver ״Backin" und Vaniliinzucker׳ Gratisrezepte erhalten. Sie bei!Ihrem Kaufmann oder * franko von Dr, A, Oetker, Brünn, BEKIZZUR.., . — Vrböve; Der seit Monaten geführte Streit zwisehen der aut. orth. isr. Kultusgemeinde und dem Verein ״Adas Jisroel'‘ ist, dank den beiderseitigen Friedehsbestrebungeü, endgültig geschlichtet worden. Am 25. Schwat haben die Friedensverhändiungen stattgefunden. Die Gemeindelöitung räumte dem Verein das Recht ein, zu ihren Sitzungen fünf sitz- und stimmberechtigte Mitglieder zu entsettderf,' die an allen Gemeindeangelegenheitett teilnehmen können und dasselbe Recht genießen, wie die gewählte Repräsentanz. In die neüngliedrige Kömmission nominiert die Gemeinde fünf, der Verein vier Mitglieder, für deren Wahl durch die Generalversammlung die Kultusgemeinde die Garantie übernimmt. Die Gemeinde bewilligt die Subvention des TalmUd-Thora-Vereines per Kö 1500.— und die der Talmud Thora mit Ke 1200.—. Schließlich gewährt die Kultusgemeinde den Vereinsmitgliedern auf die für das Jahr 1935 vörgeschriebene Kultussteüer einen ISprozentigen Nachlaß, insofern dieser Rückstand bis zu einem bestimmten Termin zu Händen des Vereinspräses gänzlich gezahlt wird. Nach beiderseitiger Annahme dieser Vereinbarung verpflichtet sich der Verein Adas Jisroel, alle gegen die Kultusgemeinde eingereichten Proteste zurückzuziehen. — Senica: Ani vergangenen Samstag war unser ehrw. Herr Oberrabbiner S. Weiß Gegenstand herzlichster Ovationen seitens der Gemeindemitglieder. Es wurde ihm Dank und Anerkennung gezollt für seine unermüdliche Tätigkeit in Bezug auf das religiöse Leben in unserer Gemeinde, für die rigoros-konservative Handhabung der Gemeindeinstitutionen und für die soeben in streng orthodoxem Sinhe durchgeführte Verbesserung des Gitters in der Frauenhalle, welche dank seiner klugen Vor- und Umsicht und seiner großen Beliebtheit, ohne Kampf, und ohne besondere Erregung hervorzurufen, vor sich ging. — Znaim: Unter großer Beteiligung fanden am 9. Februar die Wahlen in die isr. Kultusgemeinde zu Znaim statt. Am 17. d. M; konstituierte sich der Kultusrat und wählte aus seiner Mitte die Herren Dir. Ing. Julius Pick zum Präses, Komm.-Rat Artur Zeirher zum I. Vizepräses und Fabrikant Emil Steiner zum II. Vizepräses. Herr Steiner ist ein Prager und hat als solcher in Znaim die Chewrä Kadischa nach Prager Muster reorganisiert.• Es ist zu hoffen, daß .es ihm gelingen wird, aüch die Gemeinde in religiösem Sinne zu leiten, (ff) — Uzhörod: Ein langgehegter Wunsch der Bevölkerung unserer ׳Stadt und des ganzen Landgebietes steht vor seiner Verwirklichung. Noch vor dem Kriege hat Dr. Benjamin London einen größeren Betrag bei einer hiesigen Bank hinterlegt, mit der Bestimmung, daß dieser Betrag der Chewra Kadischa zur Errichtung eines Altersversorgungshauses ausgefolgt werden solle. Dieser Tage erfolgte nun im Wege einer General- Versammlung der Beschluß, diese humane Institution zu errichten. Es besteht die!Möglichkeit, das alte jüdische Spital zu diesem Zwecke umzubauen oder aber ein neues Gebäude zu errichten. Ferner hat die Generalversammlung auf Grund der seitens des 1Gesundheitsministeriums mit Bescheid vom 31. Jänner 1936 gutgeheißenen Pläne beschlossen, im städtischen. Spital einen Pavillon für ,'jüdische Kranke zu errichten. Laut Uebereinkommen trägt die Stadtgemeinde die Einrichtungskosten, es besteht aber die Aussicht, daß die Stadtgemeinde auch für den Bau selbst einen größeren Betrag beisteuern wird. ׳ . ' , Personalnachrichten Jom Tow Lipmann Neuhaus Am Samstag, den 29. Schwat,'verschied in Bratis 1 ava Jom Tow ׳Lipmann Neuhaus s. A. im Alter von 73 Jahren. Sein Leben widmete er stets der Erziehung seiner Kinder in streng religiösem Sinne. Er übte viel Wohltaten an den Armen und war ein Jore schomajim im wahrsten Sinne des Wortes. Bei der am Sonntag stattgefundenen Lewajoh beteiligten sich viele angesehene Baale-Batim und eine große Anzahl 'Bekannter und Freunde. Wegen des Rösch chodesch hat ׳kein öffentlicher Hesped stattgefunden. Bloß in der Wohnung, im Kreise der Familie und näherer Freunde, sprach ein Neffe, Herr Salomon Neuhaus, tieferschütternde Worte um den großen Verlust der!Familie. ,חנצביד, — Am 6. Schwat fand׳ die Lewajoh der Ischo chaschuwo, Frau Chawo Schwarz s. A, in Tornala mit großer!Beteiligung der Einwohnerschaft ohne Unterschied der Konfession, statt. An der 1Bahre sprachen die Herren Rabbiner Efraim Belajti, Tornala, Oberrabbiner E. Grünfeld, Rim. SeÖ, hinreißende Worte über das Hinscheiden dieser edlen Wohltäterin. Ein Enkel der Heimgegangenen, Herr Hertzka aus Novö-Zamky, beklagte in bewegten Worten den großen Verlust der Familie. Ferner sprach noch Herr Rabbiner. ׳S. D. Reinitz, Tornala, der die hervorragenden - Eigenschaften der Verstorbenen in schmerzenden Worten schilderte, ,חנצב־ד OPTIKER I HORITZ SCHÄCHTER, II. GLOCKENGASSE 25 | Säratl. Rezepte werden genauestews ausgeführt. Mo- I dernste Fassungen stets lagernd. Reparaturen sofort. I Lager ln Zeiß-Punktalgiäsern. 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Tag Adar 1 Februar■ März 1 רף יומי משנה יומית Kalehäarluin כלים י פרק |משנה סנהדרין Freitag 5 נב 1 ה Samstag 6 סי¬ נג יא ם׳ תרומה Sonntag 7! נד א ט Montag 8 2 נה Dienstag 9 3 נו י )7 Mittwoch 10 ■4 נז ד מ Donnerst; 11 5 נה י ה תענית אבחר מוקדם Freitag 12 6 נט ו » » Samstag 13 7 ס ז n פ׳ חצות, ש׳ ובור (סוף זמן קדוש לבנה (אדר : MozzeיSchabbos, den 7, März G ebetz ei t e n פ׳ תרומה WIEN BRATISLAVA Uhr; Min. Uhr Min. 5 i 30 5 35 הנחת ח6לין כשעת הדחק 8 I 35 8 30 סוף זמן קריאת שמע של שתריח .... 5 ׳ i 3ü 5 30 3שבת: קכלח שכח (מנחה בעש׳ק) י . , 7! 10 7 15 השכמת «•♦» 9! 30 9 3Q שחרית « . י ,׳* » « . 30 ־ 3 3 30 מנחה ♦י•**....»* 6 i 20 6 15 מעייס 5מש*ק . . י ... . . 6! 15 6 30 3ת1ל j שתריח .......... 5j3t 5 5U מנתח ומעייכ. , , . , . , , -v «■...״ 'i:. - ■ •׳' י־ ־ - Eigentümer, Herausgeber und Vfrtegen David Tttrkl (für eine •Arbeitsgemeinschaft), verantwortlicher Redakteur; Karl Richter, beide Wien, II., Maizgasse 13 a, ״י Druck: Druckerei- und Vertagst, *G, lg, Steinmann, Wien'. IX״ Universitätsstraße 6/8.