Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 22 (1936)
- Issue
- 9 (28.2.1936)
- Date
- 1936-02-28
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Jlövüt r»Vfc * v yptatne tn>voten* ttatfit nmt * liiagräiöv f ßratisiAVi f 41811*1114# V.b.b, Zeitungen wm Vetlegei *efsewätei Jouftiaf e*p#di& päf I’feditem• WIEN -^AT!\AVA » 28. FEBRUAR 1936 ה׳ אדר תרצ״ו 22. Jährgang / Nummer 9 ppggcg Redaktion tmd Administration: Wien, II., Mals* gassel2a, Telephon A-46-0-15; Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 381 / Erscheint jeden Freitag / Redaktionsschiuß: Mittwoch Mittag Abonnementpreise: Ganzjährig: für Oesterreich S 16, Tschechoslowakei £16 80, Jugoslawien Dinar 150, dau übrige Ausland Schw. Pr. 14. Einzelnummer öst, Gr, 40. Zahlungen 1. ״Jüdische Dresse‘*, Wien, auf folgende Postsparkassenkonti: Wien Nr. D-93.614, Brünn Nr. 126,058, Budapest Nr, 50.170, Warschau Nr, 190.409, Zagreb Nr, 40.217, Zürich Nr. WH, 4117, Berlin Nr, 122.619. 0RGnn für Die imeRessen Des 0RTH0D0Hen juDeivrums Pflegen Sie Ihre Zähne mit ODOL Zahnpasta und Sie erhalten sich gesunde Zähne bis ins hohe Alter. צ!!!!!!! iS Kleine Tube S —.90 Große Tube S 1.40 Wieder erhältlich! Soeben in neuer Auflage erschienen! 4 חסרונת ה ש" ס והוא ספי קבוצת :השמטות מלל.כל הדברים ההסרים בתלמוד, רש״י, חושפות ראיש, ופי׳ המשנית להרמב״ם ״,Preis, im Halbleinwändband S 1.20, im Ganzleinwand gebunden S 2^—. Josef Schlesinger, Wien I, Seitenstetteno. 5 Seit tausend Jahren schön wird der Myrrhe-Extrakt^ der sich gegen Lockerung der Zähne und Blutung des Zahnfleisches besonders wirksam erwiesen hat, verwendet. Odol-Mundwasser enthält neben dem Odol-Antiseptikum den Myrrhe-Extrakt. Eine Verfallserscheinung Zum 7i Der 7. Adar ist der Todestag ״unseres Lehrers Mosche. Das jüdische Volk, das e r jüdisch und zum Volk gemacht hat, weiß, daß es sinnlos wäre, diesen Tag mit ehrenden Ge־־ denkreden und feierlichen Verherrlichungen zu begehen. Wo die Aufgabe an der Beschränktheit der Sprache und der ' Unzulänglichkeit des Wortes scheitern muß, ist nur Schweigen am Platz. Und doch gibt es keine schönere Art, einen Unsterblichen zu ehren, als sie das jü־־ dische Volk am 7. Adar seinem Meister gegen? über übt. Denn dieser Tag ist der Erinnerung an die im Laufe des Jahres erloschene n Fu nken aus der hehren Lo he Mosches geweiht. Jawohl, Funken! So werden sie genannt, in denen das Feuer, das er entzündet hat, brennt und das Licht, das er entflammt hat, leuchtet, die seine Lehre ‘lieben und in ihr leben (Ari). Funken sind sie, verstreute Splitter einer wunderbaren Sonne —doch a 11 e zusammen diese selbst. Ein Mosche wird jeder von ihnen darum auch geheißen (Raschi), wie das kleinste Feuer nun einmal ein Feuer ist, Helligkeit und Wärme spendend. Kann nun des einzigen Mosche schöner gedacht werden, als durch das Gedenken ah die vielen dahin? gegangenen Mosches? Und kann.der große Tote schöner geehrt werden, als wenn man ihm gelobt, ihn nicht sterben zu lassen? Karin das jüdische Volk den 7. Adar erhebender gestalten, als wenn es ihn nicht bloß als Todestag seines Lehrers be? geht,jsond§tn auch als, dessen. Gebur ts täg Die ganze Tragödie der Wiener Judenheit, wie sie drastischer nicht mehr gezeichnet werden kann, offenbart sich in einer nüchternen Statistik, die das Matrikenamt der Wiener Israelitischen Rultusgemeinde für das Jahr 1935 — und im Anschluß daran für das vergangene Dezennium — veröffentlicht. Nach dieser Statistik stehen im Jahre 1935 2815 Sterbefällen nur,735 Geburten gegenüber. Für das Dezennium 1923 bis 1933 ergibt der natürliche Bevölkerungs a b g a 11 g 18.012 י Seelen. So erschütternd diese Zahlen in ihrer Nüchternheit wirken, so lehrreich sind sie. Zu oft schon wurde darauf hingewiesen, daß mit dem Niedergang der religiösen Moral der Niedergang des Volksganzen auch in r.ein körperlicher Beziehung verbunden ist. Ein materialistisch eingestelltes Geschlecht, das nur von der Sorge um die Gegenwart erfüllt ist und diese Gegenwart möglichst genußreich, wenn auch inhaltslos, gestaltet sehen will, ist nicht geeignet, einen geistig und körperlieh gesunden Nachwuchs in die Welt zu setzen. Während unsere Eltern und Ahnen unter ungleich schwereren Verhältnissen, erfüllt von tiefwurzelndem G-ttvertrauen,־ ihre Ehen r e 1 i gTö s aufgefaßt, in. erster. Reihe für den, Aufbau einer gesunden Zukunft unseres Volkes bestimmt, verstanden haben, ist die moderne Ehe ein Verhältnis zwischen Verschiedengeschlechtliehen Personen, die sich vereinen, um ihr Leben besser zu genießen. Wenn sie auch später erkennen, daß sie ihre Jugend vergeudet haben, ohne ihrer menschlichen und jüdischen Pflicht zu entsprechen, so ist gerade in feiert? Denn ״am 7. Adar s t a r b Mosche und am 7. Adar wurde ■er-gebo re n“, verkündet die Ueberlieferung. Kein willkürlicher Wortlaut! Nein,, als Mosche dahingeschieden war, erstand er in seinen Schülern wieder (Jaaraus D’wasch). Darum heißt, seinen ״G eburtstag feiern“, ihnen, den jeweils wirkenden kleinen Mo? sches, hingebende Ver ehrung und ge־ h o rsame Treue erweisen, wie seinen ״Todesta g begehen“, der verblichenen zu gedenken bedeutet. e. g. Dies sind die Namen der דברים, גאונים וצדיקים ןייע die seit dem 7. Adar 5695 in die Ewigkeit eingegängen sind: Schlomoh Aronsohn, Tel-Aviy; S. Atlalz, Jelsava; Jisroel Leib Eg ulski, Lomza; Rafael Encavne de Sale, Raba (Marokko); Schlomoh Gordon, Dinskienniki; G o r d o n, Waschinkow; Benjamin Baruch G u. t h, New York: Awrohom Jeschuo Heschel, Kopyczincer Rebbe, Wien; Baruch Horowitz, Kowno- Aleksot; Aron Josef Kalisz, Amszinower Rebbe; Abraham Jizchok Kuk, Jerusalem; Menachem Mendel Landl a u, Strikower Rebbe; Schimeon Merkel, Kowno; B. L. Ritter, Rotterdam; Arje Leb Ros enbaum,. Tälya; Arje Leib R u b i n, Wilkomir; Mosche Schönfeld, Lukow; Mosche Dawid Teitelbaum, Targul-Lapus; 'Schlomoh Schmuei Twerski, Tschernobiler Rebbe, Riga; M. W e i ß k o p f, Paris; Josef Woh l gemuth, Kitzingön; Jakob Wreschne r, Bad Homburg; Josef Zivi, Wintzenheim. Obwohl außerhalb dieses Kreises rabbinischer Persönlichkeiten stehend, seien als geistig Dazugehörende genannt: ■Schmuei Deutschländer, Frau Sarah Sehenn i 0 r e r. חנצביה Am Sonntag, 7. Adar (1. März) um V46 Uhr nachmittags wird א ד מ ו ״ ר ה ח ״ ג ישע יי של י ש "א b ö פ י ר im Bethause der Adas Jisroel (Schiffschul) einen הספד abhalten. diesem Falle späte Reue nutzlos. Zu wenig eindringlich und zu wenig tief in den Herzen jüdischer junger Menschen sitzt das Wort des königlichen Sängers: ״ הצים ביד בור כן בני הנעירWie die Pfeile in der Hand des Helden, s<5 sind die Kinder der Jugend." Wohlverstanden und wohlgenützt sind die Jugendjahre, das Kräftereservoir der Familie und des Volkes, dessen Reserven, richtig •eingesetzt, alle Widersacher bezwingen. Vergeudet — werden sie zum V erhängnis. Wie ein Hans irn Glück dünkt sich der Mensch, der für das Wohlleben des Augenblicks Generationen dem Leben entzieht. Hier Wandel zu •schaffen ist oberste Pflicht jeder jüdischen Gemeinschaft und jedes Mensehen, der irgendwie im Gemeinschaftsleben Geltung besitzt. Unaüfhöflich müßte init allen Mitteln der Aufkläruiig gearbeitet werden, um diesen schwächliehen Genußmenschen vor Augen zü führen, daß sie sich selbst im Lichte stehen. W i e u n g 1 ü c k 1 i c h ist das Alter kinderloser oder ki n der armer Ehen! Gibt es denn eine bessere Altersvorsorge als einen körperlich und .xgeiStig^.gesup^|1...I!Iaklriwchs..?״JLD1d. wie; vielfach werden die Mühen der Gegenwart durch eine hoffnungsvolle Zukunft aufgeholt! Auch vom erzieherischen Standpunkt ist, oft und eindringlich• genug darauf hingewiesen worden, daß die Kinder aus kinder reiche n Ehen, viel lebenstüchtiger sind und viel leichter erzogen werden, als Einzelkinder und Kinderpaare. Gewiß, mit dem 'Luxusbedürfnis unserer Zeit, das dem Abendlande ja schon sichtbar zum Verhängnis geworden ist, ist das alles unvereinbar. Aber wir, die wir auf dem Boden der jüdischen Tradition unverrückbar fest stehen, für uns muß es doch noch Geltung haben, daß der Augenblick nicht höher stehen darf, als die Zukünft. Auch unsere Eltern haben verzichtet, um uns für die Zukunft zu ertüchtigen, und auch wir müssen über den Moment h i n w e: g Zusehen imstande sein. Die jüdische Bevölkerüng Wiens, die heute 176.034;Seelen zählt, hat in den letzten zehn Jahren 11 Prozent verloren. Diesem numerischen Verfall ist ein geistiger vorausgegangen, der heute noch uneindämmbar fortschreitet. Die glaubenstreue Judenschaft ist von diesen Verfallserscheinungen im großen und ganzen bewahrt geblieben. Und wenn wir den erschütternden Niedergangsstatistiken nicht unsere eigenen Ziffern entgegenstellen können, so liegt das daran, daß wir heute noch zwangsweise der Gemeinschäft angehören, die diesen Verfallserscheinungen tatenlos gegenübersteht. Erst bis das glaubenstreue Judentum auf sich gestellt sein wird, werden wir beweisen, daß in unseren Kreisen das jüdische Ideal in Familie und Gemeinschaft noch lebendig ist und daß unsere Menschen den Kampf ums. Heute mit einem Blick auf Morgen führen. Hier wie sonst nirgends wird es sich sinnfällig erweisen, d aß im Lager der glauben streuen Judenschaft die Zunkunft liegt, (FIRMA JOSEF UHLIRZ) Fixangestellte Zahlungserleichterungen Wien, II., PraterstrnBe 24 ATELIER FW Ft INE HERRENMODE i JAHRS I ..... | di§ gut©, Tel©phön ü43*016״ i-. _ mir Wien I, Kärritherring.6 I A H R 6 I 1 4848894853484848482348008953 532323485348532353532353535353 00484848485348530023234800532301