Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 22 (1936)
- Issue
- 7 (14.2.1936)
- Date
- 1936-02-14
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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ODOL-Zahnpasta erhält die Zähne schön und gesund. m m iiiS Zionismus und Religion Kleine Tube S —.90 Große Tube S 1.40 LEOPOLD UHLIRZ (FIRMA JOSEF UHLIRZ) ATELIER Fixangestellte Zahlungserleichterungen ־ FÜR F'INE Wien, II., PraierstraBe 24 herrenmode Johann Kaiser Spezialwerkstätte für MASZSCHUHE, Reparaturen werden gewissenhaft und zu billigsten Preisen durchgeführt. Spezialist in Goiserer und Bergschuhen. Wien, II., Czerningasse 6. PHÖNIX 0)1 Seit Menschengedenkeri wird Myrrhe-Extrakt gegen Lockerung der Zähne und Blutung des Zahnfleisches wirksam verwendet. Odol-Mundwasser enthält außer dem Odol- Antiseptikum den Myrrhe-Extrakt. Der Kampf, um die Wiener Kultusgemeinde, der nunmehr auu dem Rahmen eines Kampfes um religiöse, geistige und sittliche Prinzipien in den eines rein politischen Macht Streites getreten ist, hat widerwärtigste Fermen angenommen. Während die Partei des neuen Vize- Präsidenten, die sogenannte ,,Judenstaatspartei", in ihrem Blatt sich alle Mühe gibt, in urbanen Formen zu bleiben, tobt die ״Stimm e“ in einer unerhört rüden und unsachliehen Weise, die wohl ihren. Gipfelpunkt in einem Artikel gegen den Präsidenten der ״Union“, Regierungsrat Doktor H. Oppenheim, gefunden hat. Wenn uns dieser Kampf auch direkt nicht berührt, so sind wir doch daran interessiert, das jüdische Gesamtleben: sauber und in Ehren zu sehen; Der Verwilderung der Sitten, wie sie in der ״Stimme“ zum Vorschein kommt, muß daher unter allen Umständen Einhalt geboten werden. Es ist ־so viel von dem sachlich Bekämpfenswerten hüben und drüben gesagt worden, daß es nur als unverantwortlich bezeichnet werden kann, wenn darüber hinaus! der Umwelt das widerliche Schauspiel der niedrigsten persönlichen Fehde geboten wird. Es ist .sachlich so vieles gesägt worden, daß auch für die Orthodoxie, die dürch ihren Kampf für ihre Selbständigkeit sich rechtzeitig außerhalb der Front der Unsachlichen gestellt hat,,.au&h .etwal-abfällt. Possievliehfwie sich die Herren, gegenseitig ihre mehr oder minder gestutzte ״Religiosität“ vorwerfen. Weniger possierlich aber, wenn die ״Stimme“, die ja immerhin als das offizielle .Organ, deo Kultusgemeindevorstandes anzusprechen ist, kühn Behauptungen auf stellt, die einfach unrichtig sind, und daher nicht unwidersprochen bleiben dürfen. Nachdem die ״Stimme“ sich und ihren Anhang, der sich vor kurzem noch unbescheiden gerühmt hatte, ״selbstlos׳, mit blutigen Händen am Räderwerk der Gemeinde zu stehen", ein mächtigen Loblied über zwei Spalten gesungen hat, wirft sie sich mit einer etwas kühnen Behauptung stelz in die Brust und sagt: ״Für religiöse Zwecke gibt die zionistische Verwaltung das Zehnfache von dem aus, was die frühere — ach, so' religiöse! — unionistische hiefür verwendet hat. Ein Netz von Religions- und Bibelschulen, von Hebräischkursen ist über alle Wiener Bezirke gebreitet." Weit davon. entfernt, das, was früher in Wien auf religiösem Gebiet geleistet wurde, für gut. oder genügend zu erklären, finden wir doch für die Behauptung, daß die Zic n. i. 0 t e n im religiösen• Sinne etwas geleistet haben, nur ein Wort: Unverfrorenheit. Heute ist Religion zur letzten Mode geworden. Aber nicht jeden kleidet, was modern ist, g u t. Und die Herren Jüdischnationalen hätten daher allen Grund, über ihre Leistungen auf diesem Gebiet gründlichst zu schweigen. Es ist richtig, daß sie ein Netz von Schulen über alle Bezirke gespannt haben, aber dieses verbreitet nicht Religion und jüdischen Geist, sondern ״j ü d i s c h n ationalc Kult u r“, 11 euhebräische‘Sprache. Und noch mehr: Selbst dort, wo wirklich wahres jüdischreligiöses Leben geblüht hat, dort haben die Zionisten mit Eifer und Fanatismus den Stachel ihrer destruktiven jüdischnationaien Erziehungsmethoden gewalttätig tief in die Herzen jüdischer Kinder gebohrt. Es ist eine Tatsache, daß mustergültig geleitete Bibel- •und Talmudschulen, die in Not gerieten, Subventionen von der Kultusgemeinde annehmen und diesen Bettel teuer bezahlen mußten. Wir haben auf zwei konkrete Fälle hingewiesen, in denen für erstklassige Bibelschulen, in denen alte, erprobte Lehrer, unterstützt von aufopferungsvollen Eltern, jüdischen Geist im wahren Sinne gelehrt hatten׳, unter Druck junge Lehrer bestellt wurden, die einbekanntermaßen Freidenker sind und nichts vom religiösen Pflichtleben für sich bindend׳ halten. Solche Menschen werden auf die jungen Seelen losgelassen, nur weil sie Parteimänner und vielleicht auch gute Neuhebraisten sind. Melamdim, überzeugungstreue Jugendbildner, die ihrer Aufgabe im althergebrachten Sinne mit heiligem Eifer oblagen, wurden durch Leute ersetzt, deren Lebensauffassung und Lebenswandel sie zu allem eher, als zu religiösen Funktionen befähigen. j Vielleicht wären die Herren dek Kultusgemeinde- Vorstandes geneigt und in׳ der Lage, einen einzigen Fall zu nennen, wo ein religiös qualifizierter Mann, der nicht parteimäßig geeicht war, während der letzten drei Jahre zu einer seinen Fähigkeiten ensprechenden Funktion bestellt wurde. Wir könnten das Gegenteil bis ins Unendliche durch Beispiele nachweisen. Das alles jedoch sei nur gesagt, um die Herren in die Schranken zu weisen und ihnen zu wissen zu tun, daß mit religiösen Dingen in Wien keine politischen Lorbeeren zu haben sind. Üeber das jüdisch-religiöse Leben in Wien wacht eine Orthodoxie, die sich ihrer Aufgabe voll bewußt ist. Warum rühmen die Herren sich nicht mit dem, was sie wirklich geleistet haben? Sie haben in 'Wien mit' einenF Auf wand von ungeheuren Mitteln eine Jugend großgezogen, die im Muskeljude nt u m ihr Ideal sieht, geistlos Fußbällen nachjagt, mit zertrümmerten Nasenbeinen!und mit Fechtschmissen, zerfetzten Gesichtern jüdische Ehre zu vertreten und zu retten glaubt. Dort haben sie Erfolge gehabt und mögen ihrer froh werden. W i r neiden sie ihnen nicht. Wir wollen in Wien dem wahrhaft religiösen Gedanken, für den unsere Ahnen Scheiterhaufen betreten und Verfolgungen erlitten haben und den unsere Eltern mit ihrem Herzblut verteidigen und auf unsere Zeit herüberretten mußten, eine Stätte errichten, die abseits von den widerwärtigen Kämpfen politisierender Streiter jüdisch-religiöses Leben zur vollen Blüte entfaltet. ״Du sollst nicht töten!“ Was immer auch für Entschuldigungsmomente der Verteidiger für den Täter von Davos Vorbringen wird — für die Tat selbst gibt es keinen Entschuldigungsgrund. Wenn ein Mitglied einer diffamierten Gemcinschat zum Revolver gegen einen derer greift, die die Diffamierung begehen, so erweist er denen, zu denen er gehört, einen schlechten Dienst. Denn der Revolver bekundet in erster Lüde und am äugenscheinüchsten, daß derjenige, der Ihn betätigt — ein Mörder ist, der so mit der eine n Waffe tausen d •n die Hand des Gegners liefert. Männer wie Wilhelm Gustloiff, dessen Name die Weltöffentlichkeit erst jetzt erfährt, gibt es in der Nationalsozialistischen Partei unzählige; aber sie hat nur einen David Frankfurter. Goebbels verzichtet gerne auf einen seiner bezahlten ״Kämpfer‘׳, um so einen unbezahlbaren Helfer, wie den Mörder von Davos, zu erlangen. Das Beileidstelegramm Hitlers an die Witwe, die ungeordnete Trauer und die großen Leichenfeierlichkeiten sind weit weniger zu Ehren des Toten als zu Lasten der deutsehen Juden erfolgt, die die fünf Kugeln Frankfurters schwer getroffen haben. War nun die Tat, politisch betrachtet, e i n n 1. o s, so ist sie vom prinzipiellen Standpunkt des Judentums aus verdamm e 11 l\ w e r t! Denn dieses sieht nur in bedingungsloser Schonung des Mensolte.nle.bens die bedingungslose Anerkennung seines Schöpfers, der sich doch hienieden am herrlichsten im Menschen offenbart. Darum sagen auch die Weisen: Die Menschheit war nur als ^I1|||||IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHII1% ....Ulfe die gute, weltbekannte ־ I״??״■ I Othmar Schiff-Perücke I Ufr Telephon t>43*Ol@ mir Wien I, Kärntnerring 6 ןןן||ןך 1 JAHRE! 1