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Jüdische Presse · 1935-12-13 · 48 (13.12.1935) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
21 (1935)
Issue
48 (13.12.1935)
Date
1935-12-13
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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.״ . t Leitungen vom Veriegef versefuiet Iftf^lÄoVfi vft>lat«6 povoleoä tfauttt egt י V, b. b. Journal exp6di6 par r&litcnf tofcgräfov f Bratislava Öls. 41872-111-20 w 1 w* י## 30DIGCH6 ppgege בה Wl£N>BRATISLAVA « 13. DEZEMBER 193S י*ז כסלו תרצ״ו 21. Jahrgang / Nummer 48 Redaktion und Administration: Wien, II., Malz* gasse 12 a, Telephon A-46-0-15; Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 381 / Erscheint jeden Freitag / Redaktionsschluß: Mittwoch Mittag Abonnementpreise: Ganzjährig: für Oesterreich S 18, Tschechoslowakei KC 80, Jugoslawien Dinar 150, da« übrige Ausland Schw. Fr, 14. Einzelnummer öst. Gr. 40. Zahlungen f. ״Jüdische Presse“, Wien, auf folgende Post- Sparkassenkonti: Wien Nr. D-93.614, Brünn Nr. 126.058, Budapest Nr. 50.170, Warschau Nr. 190.409, Zagreb Nr. 40.217, Zürich Nr. VIII, 4117, Berlin Nr. 122.619. ORGnn für me mTGReseen Des 0RTH0D0Hen juDenTums Langsam aber sicher naht der 31. Dezember heran, der Stichtag, an dem unser PRÄMIENANGEBOT abläuft. Wählen Sie rasch aus der Fülle unserer herrliehen Geschenkwerke das Ihnen am meisten zusagende Buch! Für die religiöse Schule Zwischen allen Institutionen, die zu einer orthodoxen Gemeinschaft gehören, spielen die der Jugenderziehung gewidmeten zweifellos die ausschlaggebendste Rolle. In Wien kommt dem religiösen Schulwerk schon deshalb das Primat zu, weil sein Mangel unabsehbare Folgen gezeitigt hätte. Der Schulzwang, dem das Kind bis zum vierzehnten Lebensjahre unterliegt, bringt es mit sich, daß der rein religiösen Erziehung nur die enge Zeitspanne zwischen dem Schulalter und dem des wirtschaftlichen Kampfes zur Ausfüllung überlassen ist. Was wäre also wichtiger, als daß das schulpflichtige Kind seine notwendige Bildung in einer Schule erhält, in der auf die B e d i ngungen des religiösen Lebens Rücksicht genommen und in der das profane Wissen in Ueb ereinstimmung mit den religiösen Grund- Sätzen gelehrt wird. Und trotzdem wird in Wien noch immer über diese Binsenwahrheiten debattiert und trotzdem gibt es noch jüdische Eltern, die im Leben draußen sich als religiöse Menschen bewährt haben und für ihre religiöse Ueberzeugung die größten Opfer bringen, die ihre Kinder aber dennoch der widerspruchsvollen Atmosphäre nicht jüdischer oder jüdischer, aber nicht religiöser Schulen aussetzen. Die Tatsache, daß der Religionsunterricht an den öffentliehen Schulen auf zwei Stunden in der Woche beschränkt und schon deshalb vollkommen unzulänglich ist, darf als bekannt vorausgesetzt werden. Weniger bekannt aber ist es — und das sei hier eindeutig und klar zum Ausdruck gebracht — daß in den nicht religiösen jüdischen Schulen, ebenso wie in den öffentlichen Schulen Wiens, praktisch der Religionsunterricht umgeändert worden ist in einen hebräischen Sprachkursmit jüdisch-nationalistischerGe- Schichts- und Weltanschauungserzich u n g. Daß diese Tendenz immer mehr an Boden gcwinnt, ist durch nichts anderes begründet, als dadurch, daß diese Richtung von einer Zufallsmajorität im Vorstand der Wiener Israelitischen K u ltusgemeinde begünstigt wird. Wenn trotzdem in Wien ein religiöses jüdisches Schulwerk seit 80 Jahren bestehen kann, das schon die marxistische Aera überdauert hat und das auch die derzeitigen Machthaber der Kultusgemeinde überleben wird, so zeugt dies für den gesunden Sinn und den klären Willen der jüdischen Bevölkerung. Trotzdem aber muß gesagt werden, daß dieser Sinn und diese Erkenntnis noch nicht so weit ausgebaut sind, um dieses Schulwerk in dem Maße mit Mitteln auszustatten, wie es seiner Bedeutung zukäme. Wenn nun in Staat und Stadt die Tendenz zur religiösen Schule herrscht, so bleibt die Hoffnung, daß dabei auch das bestehende religiöse Schulwerk der Juden in jenem Ausmaß Berücksichtigung finden wird, als es seiner Bedeutung — nicht nur für die jüdische Bevölkerung, sondern für den Gedanken der religiösen Erziehung überhaupt — zukommt, Aus dm £0mk Rabbinerkonferenz. — Die Beth-Jakob-Schulen. — Industrialisierung des Landes. — Schmecken Bananen? — Regenstürme. — Was die Araber gern möchten. — Und was ihre Terroristenbände inzwischen treibt. Von wiserem Korrespondenten. Vergangene Woche fafid in Petach Tikwah eine KonferenzvoniRabjbinern des׳ heiligen Landes statt, an der 40 Gemeindeöberhäupter Teilnahmen. Der. Zweck dieser Konferenz war, )Mittel und Wege zu suchen, um den unhaltbar gewordenen« Zuständen in religiöser Hinsicht ein Ende zu bereiten und insbesondere für die religiöse Erziehung der Jugend zu sorgen״׳ Nach der Eröffnungsansp׳rache des Rabbiners von ׳Petach-Tikwah, Oberrabbiner Katz, hielt Herr Rabbiner Dr. Auerbach ein umfassendes pädagogisches Referat. Die Teilnehmer gingen dann in eine eingehende Debatte ein, die, wenn sie auch noch zu keinem greifbaren Resultat geführt hat, doch die Hoffnung berechtigt erscheinen läßt, daß die rabbinischen ,Führer nimmermehr erlahmen׳ und die eingeleitete Aktion zu einem glücklichen Ende führen׳ werden. Mit innerer Befriedigung muß man von der Verbesserung der religiösen Erziehung der weibliehen Jugend Notiz nehmen, die bisher sehr im argen lag. Selbst extrem strenggläubige Eltern, deren Söhne ihre ganze Jugend in Jeschiwos verbringen, hatten keine Möglichkeit und vielleicht auch nicht das richtige .Verständnis dafür, auch für *die Erziehung der Mädchen zu sorgen. Langsam entwickelt sich nun das Beth- Jakob-Schulwerk auch im heiligen Lande und es findet Verständnis und Unterstützung in den weitesten Kreisen. So wurde unlängst eine Elternvereinigung der Jerusalemer Beth-Jakob-Schule organisiert, welche für den weiteren Ausbau der ■Schuld in geistiger und materieller Beziehung zu sorgen haben wird. Es steht fest, daß■ der Boden׳ für eine ersprießliche Tätigkeit vorhanden ist. Aber noch fehlen die gewaltigen Mittel, die für den Ausbau des religiösen Schul Werkes im erforderlichen Maße benötigt werden. Schon seit einiger Zeit macht sich eine Bewegung in der Richtung der Industrialisierung des Heiligen Landes bemerkbar, auf deren Notwendigkeit Nationalökonomen schon lange hinweiseu. Im Vordergründe stehen zumeist aus Deutschland eingewanderte Juden, die unermüdlich für den Aufbau einer leistungsfähigen Industrie sorgen. In der Kolonie Har-Tow, auf dem Wege zwischen Jerusalem und Tel-Aviv, wollen jetzt einige jüdische Einwanderer aus Deutschland eine große Zementfabrik unter Aufwand großer Investitionen errichten. Augenblicklich werden Bohrungen zur Be- Schaffung des nötigen Wassers angestellt. Es ist noch nicht gar so lange her, daß Bananenfrüchte in Palästina ziemlich unbekannt waren und von den Einwohnern des Landes auch nicht begehrt wurden׳. Zuletzt ist eine merkwürdige Aenderung eingetreten. In den letzten Jahren wurden bereits große Bodenflächen, insbesondere südlich von Jericho, mit Bananenpflanzungen belegt. Doch ist die Nachfrage inzwischen׳ derart gestiegen, daß sie kaum befriedigt werden kann״׳ Die Gemeinderatswahlen in Tel-Aviv wurden für den15 ׳. Dezember festgesetzt. Die Stadt wurde in 16 Wahlkreise geteilt, in denen 250.000 Wahlberechtigte zur Urne gehen sollen. Am vergangenen Donnerstag ist die Frist für die Einreichung der Wahllisten abgelaufen. Auf einer der Kandidatenlisten figuriert auch der bisherige Bürgermeister Dizengoff an der Spitze. Wieder gab es in Erez Jisroel ■Regenstürme und Ueberschwemmungen. Alte Palästinenser wundern sich über diese Naturerscheinung, denn in früheren Jahren gab es zu Winterbeginn niemals Regen׳. Am vergangenen Mozze Schabbos setzte über Tel-Aviv ein Regen ein׳, der Zelte und kleine Häuschen wegriß und auch sonst Verheerungen anrichtete. Fast scheint es, als ob der Scherz, es brächten die Einwanderer etwas von dem Klima ihres Landes nach Erez Jisroel mit, einen wahren Kern hätte. Wie bereits gemeldet wurde, hat eine arabische Abordnung beim High! Commissioner vorgesprochen und ihm ein Forderungsgropramm vorgelegt. Aus den Meldungen der arabischen Zeitungen geht hervor, daß die Araber über ihre angebliche ״Benachteiligung" seitens der Juden, die ״schwer bewaffnet" sind, Be.- schwerde führten und ein Verbot der jüdischen Einwanderung und des Bodenverkaufes an Juden, schließlich die sofortige Installierung des G edee Iteekeifiuuf setzgebenden Rates forderten. Der High Commissioner erklärte, daß der Legislative Council im Stadium der Vorbereitung stehe, und daß die Entscheidung über die Einwanderung und den Bodenverkauf nicht in seinen Händen, sondern in der Kompetenz des Kolonialamtes der Mandatsregierung liege. Verschiedene gehässige Bernerkungen gegen die Juden wies der High Commissioner energisch zurück. In jüdischen Kreisen wundert man sich darüber, daß von Regierungsseite kein offizielles Kommunique über die Vorsprache der arabischen Abordnung ausgegeben wurde. Die Untersuchung gegen die Mitglieder einer arabischen. T e r r o!r is t-en b an de soll in aller Kürze vor einem englischen Richter erfolgen. Inzwischen setzen die arabischen Zeitungen ihre antijüdische Hetze fort und sie wagen es offen, die Mitglieder der Terroristenbande als Märtyrer zu bezeichnen. Der ״Doar Hajom" weiß zu berichten, daß die Bande mit einer ausländischen Regierung in Verbindung gestanden ist, welche ihr Geld zur Verfügung stellte. Der ״Haaretz" meldet aus verläßlicher 1Quelle, daß Verbindungen mit der Sowjetregierung be-1 standen haben. Man kann nur hoffen׳, daß die Regierung energische Schritte unternehmen wird, um dem Banden-! wesen ein energisches Ende zu bereiten und die Ruhe und Ordnung im Lande׳ zu sichern. Menachem Glikman-Porusch. Das Komitee für den Boykott deutscher Waren in Palästina hat in allen Städten an den Bauzäunen Riesenplakate in hebräischer Sprache anbringen lassen, in denen gegen die ״Ha a war ah“ (Transferabkommen Deutschland-Palästina) protestiert und ein Plebiszit über Aufreohterhaltung der ״Haäwarah" gefordert wird. In einem von der ״Histadruth ole g'ermania" (Verband der •deutschen Juden in Palästina) unterzeichneten Plakat wird das Bestehen der Haawarah, als im Interesse der jüdischen Wanderung aus Deutschland nach Palästina gelegen, gerechtfertigt. Wie verlautet, konnte dem wegen angeblicher Mißbräuche vorläufig des Amtes enthobenen Beamten des Immigrationsdepartements der Palästina - Regierung, Massarse, nach Vernehmung von 70 Zeugen ein Verschulden .nicht nachgewiesen werden. Die Untersuchung gegen den arabischen Einwanderungsbeamten hat bekanntlich dazu geführt, daß zahlreiche Einwanderer, deren Papiere von Massarse ausgefertigt waren, in ihre Herkunftsländer zurückkehren mußten. Es ist noch nicht klar, welche Rückwirkung das Ergebnis der Untersuchung auf diese Auswanderer haben wird. Die Regierung hat dem Organ des Großmufti ״E« Dschamea Al Islamia“ die Einstellun g für den Fall angedroht, daß die Zeitung ihre Hetze gegen die jüdische Bevölkerung nicht einstcllen sollte. Das Blatt hat daraufhin eine Antwort an die Regierung veröffentlicht, Wenn Raucher der Verfärbung der Zähne vorbeugen wollen, dann hilft nur die regelmäßige, tägliehe Pflege mit ODO L- Zahnpasta. m Kleine Tube S -.90 Große Tube 8 1^0 י\& JlllllllllllllllllllllllllllllülllllllllllllllllllliE I 25 I i JAHREI 1 die׳gute! weltbekannte Othmar Schiff-Perücke Telephon U*43*01199< 16״* Wien I, Kärntnerring 6 JllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllUlL 1 25 1 g JAHREI 1 534848485348530048484801534848 482323535353484853485300534848

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