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Jüdische Presse · 1935-11-22 · 45 (22.11.1935) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
21 (1935)
Issue
45 (22.11.1935)
Date
1935-11-22
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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ffevinove vypiÄtne povoiene riadit pm * M6N0v f Bratteläve ä«. 41512-01-20 11A11111A11 vUUIvIfli LIMS Geltungen vom Verleget versendet Journalexp6dI6 paf teditetir BRATISLAVA « BB.NÖVBMBER 1935 גץ חשון תדצץ 21. Jahrgang / Nummer 45 Redaktion und Administration: Wien, II., Malzgasäe 12 a, Telephon A-46-0-15; Tschechoslowakei: Bratislava, Bostfach 381 / Erscheint jeden Er eitag / Redaktionsschluß: Mittwoch Mittag Abonnementpreise: Ganzjährig: für Oesterreich S 10, Tschechoslowakei Kß 80, Jugoslawien Binar 150, da« übrige Ausland Schw« Fr. 14. Einzelnummer Ost. Gr. 40. Zahlungen t. ״Jüdische Fresse“, Wien, auf folgende Post- Sparkassenkonti: Wien Nr. D-93.614, Brünn Nr. 126.058, Budapest Nr. 60.170, Warschau Nr. 190.409, Zagreb Nr, 40.217, Zürich Nr. VUE, 4117, Berlin Nr. 122.619. X ORGnn für Die mTGRessen Des orthodohgd juDerwums Eine Jahreswende Ein Jahr Kampf um die Selbständigkeit der Wiener jüdischen Orthodoxie. Dieser Tage geht das erste Jahr der Arbeit der Wiener jüdischen Orthodoxie an der Erlangung ihrer Selbständigkeit zu Ende. Ein gutes Stück Weg ist in dieser Zeit zurückgelegt worden. Die Orthodoxie Wiens, die jahrzehntelang zähneknirschend das Joch einer1 Gemeindeverwaltung ertragen hat, die, wenn sie zeitweise auch nicht religionsfeindlich, so doch fa3t immer religiös indifferent war, es so weit gebracht hat, daß vor kaum zwei Dezennien in Wien die absteigende Linie der religiösen Ent- Wicklung ihren Tiefpunkt erreicht hat. Wenn nicht einige Menschen mit Sinn und Verstand und Herz für die Sache damals für ihren engen Kreis die notwendigen Institutionen geschaffen hätten, wo wäre*heute die Rede von Thorastudium in Wien,‘wo wären die notwendigsten Institutionen zur Versorgung der ällerwichtigsten Behelfe für die Erhaltung des religiösen Gemeinschafts־ und Familienlebens gewesen! Der Krieg und die Nachkriegszeit, und ganz besonders die spätere religiöse Entwicklung der Umwelt, haben auch dem Leben der jüdischen Orthodoxie in Wien mächtige Impulse gegeben. Die täglich wachsende Inanspruchnahme der religiösen Institutionen, das Bedürfnis nach organisatorischer Zusammenfassung der religiösen Kräfte, förderte mächtig das religiöse Milieu Wiens, so daß es, innerlich gefestigt und äußerlich konsolidiert, zu einem Faktor sich entwickelte, mit dem alle zu rechnen haben. Auch die irr- und antireligiösen jüdischen Kreise fühlten das Wachsen der religiösen Kräfte und bereiteten diesen einen Widerstand, der den Weg der weiteren Ent- Wicklung wies. Die Unmöglichkeit, mit diesen Mensehen vernünftig zu verhandeln und sich den notwendigen Lebensraum innerhalb der bestehenden Gemeinde zu schaffen, geboten den verantwortlichen Menschen, den einzig möglichen und vernünftigen Ausweg aus dieser Situation zu suchen und die selbständige Gemeinde anzustreben. Die Orthodoxie Wiens hat das Signal begeistert auf genommen und sich ohne Vorbehalt hinter die geistigen und weltlichen Führer der Bewegung gestellt. Der längst empfundene: Mangel der selbständigen.Gemeinde, wie sie in fast ganz Europa heute schon bewährte Tatsache ist, wurde zu einem stürmischen Verlangen, dem niemand widerstehen kann und widerstehen wird. Ungeduldig und stürmisch drängen die Massen nach vorwärts und sie warten gespannt darauf, daß die zuständigen Stellen, die der Aktion mit vollem Verständnis gegenüberstehen, ihre positive Entscheidung treffen. Der Außenstehende kann es nicht begreifen, daß es in der geraden Entwicklung der Dinge eine Menge Fragen gibt, die zu bereinigen sind, was immerhin einige Zeit in Anspruch nimmt. Und wenn dazu noch ein mächtiger und fanatischer Gegner, wie! es die zionistische Kultusgemeinde und ihre Führer sind, Steine auf den geraden Weg häufen, so mag wohl die Entwicklung etwas länger dauern. Aber sie aufzu• halten ist ihnen — das sei unseren Freunden zur Jahreswende der Arbeit als frohe Botschaft mitgeteilt — nicht gelungen. Die Arbeit geht stetig und emsig weiter und Hindernis um Hindernis wird bezwungen. Es gibt heute: in Oesterreich fast keine amtliehe Stelle mehr, die mit den Dingen der religiösen Verwaltung zu tun hat, die nicht wüßte, daß die jüdische Orthodoxie eine reine und heilige Sache verficht und daß der Widerstand der zionistischen Kultusgemeinde keine anderen als politischen und Prestige-, vielleicht auch materielle Hintergründe hat, Und weil wir felsenfest überzeugt sind von dem endlichen Sieg dieser heiligen Sache, wollen wir hoffen, daß unsere Gegner ihren sinnlosen Widerstand aufgeben werden, da es nunmehr heute allen jüdischen und nichtjüdischen Stellen klar ist, daß die Orthodoxie für alle Zukunft nicht mehr dieser Kultusgemeinde angehört und nie wieder von a- und antireligiösen Menschen vertreten werden kann. Die selbständige orthodoxe Gemeinde wird der Welt zeigen, daß das Judentum eine religiöse Potenz ist, und nichts anderes als das, deren sittliche und geistige Kräfte allen nützen und niemandem schaden können. Diese Kräfte freizumachen und zur Entfaltung zu bringen, ist! unser Streben, das G-tt in nächster Zukunft zum Er-; folg führen möge. I Die dritte Kenessio Gedaulo; — Neuanstellungen im Waad hoir Aschkenazy. —. Die Araber hetzen weiter. — Rabbi Leib Chaßmann s. Z. 1. — Fortschritte der agudistischen Bewegung. — , Die neue Aerzte ver- Ordnung. Die führenden Persönlichkeiten der Agudas Jisroel im heiligen Lande geben sich alle Mühe, die Einberufung der Kenessio Gedaulo nach Jerusalem zu ermögliehen, ,wenn auch die Meldung der ITA, daß diesbezügliche Beschlüsse bereits endgültig gefaßt wurden, verfrüht war. Die entscheidende Frage ist die der Einreisebewilligungen für die Delegierten und Gäste. Die diesbezüglichen Verhandlungen mit der Palästina-Regierung haben bereits eine prinzipielle Zu- Stimmung der Regierung herbeigeführt. Die Regierung verlangt von der Agudas Jisroel eine. Garantie dafür, daß keiner, von den Delegierten oder Gästen im Lande verbleibt, daß alle das Land innerhalb eines Monates verlassen und daß keiner innerhalb dieser Zeit ein Ansuchen um Bewilligung des ,dauernden Aufenthaltes stelle. Die Agudas Jisroel soll sich außerdem verpflichten, der Regierung ein genaues Verzeichnis der Namen und Adressen aller Delegierten zu übergeben. Unter diesen Bedingungen erklärte sich die Regierung bereit, die sonst für Touristen vorgeschriebene Kaution von 60 Pfund auf 6 Pfund zu ermäßigen. Der ,Vorstand des Waad h'oir Aschkenazy hielt jüngst eine wichtige Beratung ab. Auf der Tages- Ordnung stand in erster Linie die Wahl eines Rosch- B e s - D i n, um welche Stelle sich zahlreiche führende Rabbiner aus Polen und Litauen bewerben. Die Ent- Scheidung in dieser Frage wurde Oberrabbiner Duschihsky überlassen. Zum Sekretär der orthodoxen Gemeinde wurde bei dieser Sitzung der bekannte Askon Chaim Jizchok Schwarz bestellt. Gleichzeitig wurde der Beschluß auf Anstellung eines Obermaschgiachs gefaßt. Im Zusammenhang mit der antijüdischen Hetze, welche die arabische Presse in der letzten Zeit entfaltet, fand eine Vorsprache der agudistisehen Führer, Rabbi Mosche Blau, Rabbi Sienkewitz und Rechtsanwalt Dr. Buxbaum, beim Chefsekretärstell- Vertreter der Palästina-Regierung, M o o d y, statt. Die Delegation forderte die Abstellung־ der arabisehen Hetze und eine beruhigende Erklärung der Regierung. Herr Moody erklärte, daß die Regierung absolut Herrin der Lage ist und daß sie auf die arabischen Zeitungen einwirken werde, die Hetze abzustellen. Die Mitglieder der Delegation forderten auch einen stärkeren Schutz für die entlegeneren jüdischen Kibbuzim. Sehr erfreulich entwickeln sich die landsmannschaftlichen Gruppen innerhalb der Agu- Schon Kinder sollen die Zähne mit ODO L-Zahnpasta pflegen. ODOL-Zahnpasta erhält die Zähne schön und gesund. Kleine Tube S —.90 Große Tube S 1.40' d a s J i s'r o e 1, deren Ziel und Aufgabe es ist, die ihnen angehörenden Mitglieder einander näherzubringen und im Kreise gleichgesinnter erzieherische Arbeit zu leisten. Dieser Tage konstituierten sich die Olim aus G a 1 iz i e n zu einer engeren Vereinigung. Die orthodoxe Judenheit des Heiligen Landes wurde durch den Heimgang des berühmten Gaon Rabbi Leib Chaßmann s. Z. 1. zutiefst erschüttert. Rabbi Leib Chaßmann war Mitglied des Rabbinischen Rates der Agudas Jisroel und der Landesleitung. Vor neun Jahren war er aus Telschi zur Uebernahme der 'geistigen Oberleitung der Slobodkaer Jeschiwo in Hebron berufen worden. Der Rabbi stand immer in den vordersten Reihen der Kämpfer für die Unabhängigkeit der Orthodoxie. Die Lewajoh fand vergangenen Donnerstag statt. Hunderte Menschen beteiligten sich an ihr. Oberrabbiner Duschinsky hatte die Aufforderung ergehen lassen, die jüdischen Geschäfte während der Lewajoh zu schließen. In einer Reihe von Hespedim kam der Schmerz um den unersetzlichen Verlust zum Ausdruck. תנצביה. Die poale-agudistische Gruppe in Haifa hat sich zu einer der größten im Lande entwickelt und zählt bereits mehr als 200 Mitglieder. Ihr Einfluß auf das öffentliche Leben der Stadt wird immer größer. Die Gruppe bemüht sich auch intensiv, dem katastrophalen Chillul-Schabbos in Haifa ein Ende zu bereiten. Die Arbeitserfolge der Haifaer Gruppe sind zum Großteil der unermüdlichen Tätigkeit der Leitung zu verdanken, an deren Spitze Herr Jakob Katz mit bewundernswerter Opferfreudigkeit steht. Vergangene Woche fand die Neuwahl der Leitung der Poale Agudas Jisroel in Tel-Aviv statt, die bereits 400 Mitglieder zählt. Zum Vorsitzenden wurde Herr D. Z. Silberstein gewählt. Eine jüdische Kapitalistengruppe aus Frankreich hat im Verein mit der PICA in Rishon le Zion eine Bierfabrik eröffnet, deren heutige Produktionskapazität bereits 12.000 bis 15.000 Liter jährlich beträgt. Der Preis des Bieres wird um 40 Prozent billiger sein als der des aus dem Ausland importierten Bieres, Wie schon vor drei Monaten, angekündigt wurde, hat die Palästina-Regierung jetzt ein Gesetz zur Begrenzung der Ansiedlung von Aerzten erlassen, welches auch schon in Kraft ׳getreten ist und für diejenigen Aerzte gilt, die nicht schon bis zum 1. Dezember eine Niederlassungserlaubnis besitzen sollten, Der High Commissioner wird von Jahr zu Jahr die Zahl der insgesamt zuzulassenden Aerzte festsetzen und im Rahmen dieses Kontingents wird' der Leiter des 'Gesundheitsdepartements nach freiem Ermessen Niederlassungsgesuche von Aerzten bewilligen oder ablehnen können. In jüdischen Kreisen herrscht lebhafte Erregung über dieses Gesetz, zumal gerade durch die in den letzten Jahren erfolgte Zuwanderung jüdischer Aerzte aus Deutschland Palästina Aus dem Lande der Verheißung ... JAHREI Othmar Telephon U״43״G'*6 die gute, weltbekannte ־*t nur Wien I, Kärntner ring § J Ä^.ßi ß 1 99999999999999948

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