Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 21 (1935)
- Issue
- 41 (25.10.1935)
- Date
- 1935-10-25
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Jtovtnovö v^piatnä povoiena tiadlt post a telegtafov f Bfätislave dis. 41512-1020־ V. b. b. Zeittmgen *btt Verleger versendet Journal expMib pat l’fiditeur 0QDI6CH6 PRGGGG WIEN *BRATISLAVA 2$ י, OKTOBER 193$ mn ב״ח תשרי 21, Jahrgang / Nummer 41 Redaktion und Administration: Wien, H, Malzgasse 12 a, Telephon A-46-0-15; Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 381 / Erscheint jeden Freitag / Redaktionsschluß: Mittwoch Mittag Abonnementpreise: Ganzjährig: für Oesterreich S 16, Tschechoslowakei Kd 80, Jugoslawien Dinar 150, das Übrige Ausland Schw« Fr. 14. Einzelnummer öst. Gr. 40. Zahlungen f. ״Jüdische Presse“, Wien, auf folgende Post■* Sparkassenkonti: Wien Nr. D-93.614, Brünn Nr. 126.058, Budapest Nr. 50.170, Warschau Nr. 190.409, Zagreb Nr. 40.217, Zürich Nr. VIÜ, 4117, Berlin Nr. 122.619. ORGfln für 016 1nT6Ressen Des orthodoheo JUDenTums Vor lästigen Verfärbungen schätzt ODOL-Zahnpasta Ihre Zähne. ODOL- Zahnpasta reinigt gründlich, ODOL- Zahnpasta macht Zähne wie Perlen! Kleine Tube S —.90 Große Tube S 1.40 Bei Schnupfen, Husten und Erkältungen Ein Blick ins Heilige Land Von Rabbi Mosche Blau, Jerusalem (Fortsetzung) Emwanderungspvobleme Die Regierung hatte vor einigen Jahren der Jewish Agency die Pflicht auf erlegt, ein Uebereinkommen mit der Agudas Jisroel über den ihr regelmäßig zuzuweisenden Anteil an der Zertifikatenschedule zu treffen. Die Verwirklichung diese3 Auftrages der Regierung stieß auf Schwierigkeiten, so daß trotz vielfacher Zusagen die Agudas * Jisroel immer wieder in vielen Ländern in ihren Rechten gekürzt wurde. Die Agudas Jisroel hatte es trotzdem vorerst vermieden, sich beschwerdeführend an die Regierung zu wenden, in der Hoffnung, daß es auf dem Boden gegenseitigen Verständnisses doch möglich sein werde, den religiösen Juden zu ihrem Recht auf Einwanderung nach Erez Jisroel zu verhelfen. In der letzten Zeit war denn auch ein gewisser Fortschritt zu erzielen und von der letzten Schedule hat die Agudas Jisroel sechs Prozent aller bewilligten Zertifikate erhalten. Natürlich sind die berechtigten Wünsche und Bedürfnisse der Agudas Jisroel noch lange nicht befriedigt und die Aguda wird daher Mittel und Wege suchen müssen, um eine wirklich zufriedenstellende Lösung herbeizuführen. Im Laufe des Jahres hatte die Agudas Jisroel auch eine ansehnliche Zahl von Einwanderungsbewilligungen für religiöse Funktionäre und Zertifikate für Jeschiwoh-Bachurim erhalten. In ■der allerletzten Zeit allerdings wurde die Ausgabe derartiger Einwanderungsbewilligungen eingeschränkt und die Agudas Jisroel steht in ständigem Kontakt mit den zuständigen Regierungsinstanzen, um wieder eine Erleichterung auf diesem Gebiete herbeizuführen. In der Tat ist es in den letzten Tagen erneut gelungen, 50 Bachurimzertifikate zu bekommen. Politische Erfolge der Agudas Jisroel Hinsichtlich der Festigung des Ansehens der Agudas Jisroel bei den Regierungsinstanzen und hinsichtlich ihrer Berücksichtigung als maßgebender Repräsentanz der strenggläubigen Judenheit, sind folgende, im abgelaufenen Jahr errungene Erfolge hervorzuheben: 1. Der Agudas Jisroel wurde das Recht eingeräumt, Bodenverkaufs Verträge dem Bodenamt gegenüber offiziell zu legalisieren. Dieses Recht war früher nur wenigen bestimmten Körperschaften eingeräumt. 2. Die Regierung hat zugestimmt, daß in Anwendüng der Gesetzesvorschrift, die jugendlichen Inhaftierten gegenüber eine Art Verweis-Vortrag vorsieht, geeignete Persönlichkeiten aus dem Kreise der Agudas Jisroel herangezogen werden. Bis dahin mußten agudistische Jugendliche, die beispielsweise wegen eines öffentlichen Protestes gegen Chiliul Schabbos festgenommen worden waren, sich von einem Ungläubigen eine Moralpredigt halten lassen. 3. Die Regierung zieht bei allen Fragen, die ein Berichterstattung Unter dieser Ueberschrift haben wir uns in unserer letzten׳ Ausgabe mit dem Parteiorgan der österreichischen Zionisten beschäftigt, welches sich immer dadurch hervorzutun bemüht, daß es alle Ereignisse des Tages im Sinne ihres engen Parteistandpunktes ausschrotet. Daß nun gerade die zionistischen Blätter Ursache gefunden haben, sich über die Berichterstattung Anderer Journalisten bitterlich zu beklagen . und ihnen Blindheit vorzuwerfen, verdient immerhin Beachtung. Was ist vorge fallen? Die bekannte Schriftstellerin Alice S c 11 a 1 e k hatte eine Orientreise unternommen und verbrachte einige Zeit —■ ob kürzere oder längere, wissen wir nicht — in Palästina. Dieser Tage hielt nun die Schriftstellerin in der Wiener Urania einen Vortrag, ln welchem sie über die Zustände in Palästina berichtete und unter anderem ausführte: ״Nur die Jugend findet ihr Glück in diesem Lande. Die eingewanderten Bäuerlichen, die sogenannten Chaluzim, schließen zumeist eine sogenannte Zertifikatehe, das heißt, sie lassen sich mit irgendeinem Mädchen (für Litauen geht das sogar telegraphisch) trauen, um einerseits den Mädchen die Einwanderung in das gelobte Land zu ermöglichen, anderseits aber selbst auch eine Gefährtin zu haben... Es wird in den neuen Städten, vpr allem aber in den Siedlungen, sehr viel in Form des Kollekt i v s gearbeitet. So gibt es in Tel-Aviv ein Arbeiterrestaurant, das 80 junge Mädchen gemeinsam betreiben. In den Siedlungen auf dem Land gehört jeder Verdienst der Gemeinschaft. Die Wäsche wird von abwechselnd dazu bestimmten Frauen gewaschen, die Milch kollektiv vertrieben usw, Die Kinder werden fern von den Eltern gemeinsam erz o g e n ... In den Siedlungen schaffen sich die jungen Leute auch eine neue Moral, in den Gemein- .schaftshäusern schlafen beide Geschlechter zusammen. Wenn ein junges Paar einander gut ist, bekommt es auf einfachem Weg ein gemeinsames Zimmer. Neue Natürlichkeit, Liebe und Ethik will die Jugend als vereinheitlichtes jüdisches Volk durchsetzen, Arbeit und Kameradschaft aber als wichtiges Gesetz anerkannt sehen.“ Dem Herzen eines jeden religiösen Juden, der diese Worte hört oder diese Zeilen liest, wird dieser Bericht unstillbaren Schmerz verursachen, und es wird ihm auch, nicht verwunderlich erscheinen, daß die ״Reichspost“, das Organ der religiösen Katholiken, diesen Bericht mit folgenden Bemerkungen versieht: ״Das sind unverkennbar kommunistische Zustände und Einrichtungen. So stellt heute das gelobte Land in dem von den jüdischen Siedlern be-!setzten Teilen eine Stätte der Greuel .dar, wie sie das Auge der Propheten geschaut hat.“ Von der ״Reichspost“ kann natürlich nicht verlangt werden, daß sie derartige Berichte auf ihre Riehtigkeit hin überprüft, und auch uns scheint es — im Gegensatz eben zu den zionistischen Zeitungen — absolut nicht wesentlich, ob der Bericht der Schriftstellerin Schalek hundertprozentig der Wahrheit entspricht, ob er eigenem Erleben der Berichterstatterin entstammt oder sich auf ihr zugekommene Mitteilungen dritter Personen — wie die zionistischen Zeitungen behaupten — stützt. Leider — und als religiöse Menschen können wir das nur mit zitternder Hand niederschreiben — gibt es in unserem heiligen Lande, das von G-tt dem Thoravolke für ewige Zeiten vermacht wurde, linksorientierte Kreise, deren Treiben den Schilderungen der Schriftstellerin Schalek nicht nachsteht, deren Gemeinschaftsleben einem Faustschlag ins Gesicht jedes* jüdischen Menschen gleichkommt. , Wir warnen alle und sagen uns selber: Es muß das dem in Rede stehenden Palästina-Bericht befassen. Wir warnen vor einer Generalisierung einzelner Vorkommnisse, für die das wahre Judentum nicht verantwortlich ist und die es genau so ^1nd noch viel mehr verwirft und verurteilt. Wir warnen aber insbesondere auch jene, die durch ihr Tun oder ihr Lassen solche Vorkommnisse und deren Ausbreitung drmögl leihen. Wir warnen alle und sagen uns selber: Es muß das ganze jüdische Volk zu seinem G-tt und dessen Lehre zurückgeführt werden, auf daß es wieder ein Beispiel unter den anderen Völkern der Erde werde, Jlllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllk I 25 I JAHREI i '*niillllllllllllllllllllilllllHNIIIIIIIIIIIIIIIIIIUlr7 die gute, weltbekannte .pwr■ Othmar Schiff-Perücke Telephpn Ib43-CKI6 pur Wien Kärntnerring 6 1 JAHR 1 I 322323235353485389235348235353