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Jüdische Presse · 1935-10-04 · 39 (4.10.1935) · page 4

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Journal
Jüdische Presse
Volume
21 (1935)
Issue
39 (4.10.1935)
Date
1935-10-04
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 jüüische presse nt. 39 MV W'al Hamdmaus,.. Ungarn Im Vordergründe des Interesses ständen im abgeiäufenettJahre die allgemeinen Parlamentswahlen, die mit einem großen Sieg der Regierung endeten. Die Siegreiche Regierungspartei besteht wohl aus den hetero•־■ gensten Ellementen, aber der starke ״Führerwille״ des Ministerpräsidenten kittet die divergierenden Schattierungen zu einer festgefügten Einheit zusammen. Göm■« bös hat sich in seinen Reden und in seinen politischen AeUßerungen stets für die Rechtsgleichheit aller Konfessionen eingesetzt und es muß mit Objektivität festgestellt werden, daß seine Regierung im großen und ganzen bestrebt ist, diese Richtlinie einzuhalten. Die ״Pfeilkreuzler" (Antisemitenpartei) haben nach heftiger Wahlagitation ziemlich viel Stimmen auf sich vereinigt, aber trotz der großen Anstrengungen konnten sie vorläufig nur mit zwei Mandaten in das neue Abgeordnetenhaus einziehen. Die gesetzliche Regelung der Sonntagsruhe, die schon seit längerer Zeit drohend in der Luft schwebte, ist vor kurzem traurige Wirklichkeit geworden. In den kleineren Ortschaften besteht wohl nach Wie vor die Möglichkeit, die Geschäfte am Sonntag einige Stunden offen zu halten, aber in den größeren und mittleren Städten, welche die Hauptansiedlungsgebiete unserer orthodoxen Glaubensbrüder bilden, ist die absolute Sonntagsruhe in Kraft getreten. Die wirtschaftliche Auswirkung' dieses Gesetzes ist für die schabboshaltenden Kaufleute geradezu von katastrophaler Bedeutung und die Leitung der Orth. Zentralkanzlei hat auch versucht, beim Handelsminister geWisse Erleichterungen zu erzielen. Der Minister bedauerte, an dem Sonntagsruhegesetz nichts ändern zu können, hat aber in Aussicht gestellt, daß er als Ersatz für' den ausfallenden Sonntag die Sperrstunde äm Samstagabend verlängern wird. Dieses Zugeständnis ist Wohl nicht geeignet, die Gemüter zu beruhigen, kann aber doch als freundliche und verständnisvolle Geste von seiten der Regierung aufgefaßt werden. Im Innenleben der Ortho,doxie' hat die Erg an zung der Organisations Statuten 'lebhaftes Interesse hervorgerufen. Die Neölogen haben nach langen Vorbereitungen und gründlichen Beratungen ihre ־ Verfassung umgestaltet und kühne Schritte zum Ausbau ihrer Autonomie unternommen. Dieser Umstand legte auch der Orthodoxie die Verpflichtung auf, denselben Weg einzuschlagen. Die neuen Organisationsstatuten, die von der Leitung der orthodoxen Zentralkänzlei gewissenhaft ausgearbeitet und von der Zentralkommission sorgfältig geprüft wurden, sind von der Landesrepräsentanz mit einigen kleinen Modifikationen einstimmig angenömmen worden. Bei der Umarbeitung der Statuten waren alle kompetenten Faktoren peinlich darauf bedacht, daß die Grundverfassung der Orthodoxie, das Organisations- Statut vom Jahre 1871, welches die unerschütterliche Grundlage für die unabhängige und selbständige Ortho- ' doxie bildet, in seiner Gänze unangetastet bleibe. Die neuen Statuten, die im Geiste unserer Gedolim ausgearbeitet und aUf Grund der mehr als 60jährigen Er¬ 'fahrüng ergänzt, wurden, bilden einen Markstein im Leben der ungarländischen Orthodoxie und eröffnen auf dem -Gebiete der Autonomie (Schiedsgericht, Schulwesen, Gemeindeverwaltung ■usw.) neue Perspektiven und Entwicklüngsmöglichkeiten. Die Statu tenent würfe brachten es naturgemäß mit sich, daß die Leiter der beiden Kanzleien, um Kompetenzüberschreitung und Grenzüberfälle zu vermeiden, des öfteren Besprechungen miteinander pflegen mußten. Diese Verhandlungen wurden stets im Geiste der Versöhnlichkeit geführt und es ist zu hoffen, daß die noch bestehenden Differenzpunkte ihre friedliche Lösung finden werden, Die Sanktionierung ■der Statuten von seiten der Regierung wird für nächstes Jahr erwartet. Die praktische E r e z - Ji sr oe 1 - A r b e i t macht im Kreise unserer Jugend erhebliche Fortschritte. Dem ״Alijas Tiferes'Vder überall unter der Leitung des Tiferes Bachurim steht, ist e$ gelungen, im verflossenen Jahr• •seine Hachse horotäti g k eit bedeutend .auszudehnen. Jene ,jungen Leute, die in diesen echt frommen Hachschoros seelisch und körperlich ausgebildet und ertüchtigt werden und mit der Hilfe der Aguda-Zertifikate in Erez-Jisroel ihre wahrhaft jüdische Pionierarbeit aufnehmen, •gehören im Heiligen Lande, nach Aussage aller maßgebenden Kreise, zu den verläßlichsten Stützen der alten, unverfälschten Jüdischkeit. mm PUÖHIX 11 x Die Jeschiwos und Tälmud-Thora-Anstaltan, diese Bollwerke unserer heiligen Emunoh, kämpfen schwer mit den Unbilden der Zeit, blühen aber G. s. D. noch immer in ungeschwächter Kraft. Der ungarischen Orthodoxie, die oft den — vielleicht nicht unberechtigten — Vorwurf zu hören bekommt, daß sie an der Lösung der großen Klall-Aufgaben sich nicht entsprechend beteiligt, darf die Anerkennung für ihre Leistungen auf dem Gebiete des Limud-Hathora nicht versagt werden. Jede orthodoxe Kehillo hat ihre Talmud Thora und fast jeder Raw seine Jeschiwoh, die unter den schwersten Verhältnissen ohne jedwede ausländische Unterstützung unermüdlich für die jüdische Zukunft tätig sind. Wie überall, harren natürlich auch hierzulande noch große und wichtige Probleme der raschen Lösung. Wollen wir hoffen, daß der Allmächtige uns ,und ganz Jisröel seine ausgiebige .Hilfe in Bälde, .angedeihen läßt und dem jüdischen Volk gegönnt sein wird, als ״Äm-,Seguloh“? sein menschenwürdiges Dasein zu führen. Direktor Dr. Adolf Deutsch, Budapest. frankreidi Aus Frankreich gibt es wenig zu berichten. Die französischen Juden haben sich allmählich mit־ den Ere i g nsi s s e n in Deutschland, die sie in höchstem Grad schmerzten, abgefunden und sich bei ,dem Gedanken beruhigt, daß solche Vorkommnisse in Frankreich, dem Lande der Freiheit, ausgeschlossen sind. Es handelt sich nach Ansicht der assimilatorischen• jüdischen Kreise hauptsächlich darum, keine Verwechslung aufkommen zu lassen zwischen den ״aufdringlichen" eingewanderten Juden, die ja, wie die einheimischen Juden glauben, ״den Antisemitismus mit sich bringen", und den ״französischen Staatsbürgern jüdischen Glaubens“, die zu ihren ״französischen Brüdern“ die herzlichsten Beziehungen unterhalten. Wir wünschten nur, daß die״ ״französischen Juden" recht behielten. ' Erfreulicherweise ist bei der Jugend eine ■ganz andere Mentalität festzustellen. Das stärker werdende Interesse für Palästina geht gemeinsam mit wachsender Liebe״ zur jüdischen Religion und Tradition, auch in Kreisen, in denen die vorige Generation dem Judentum ganz entfremdet war. Bezeichnend ist in dieser Richtung die Entwicklung der ״Eclaireurs isradlite s“, eine Art jüdischer Pfadfinder, die in den besten Familien große ,Sympathien genießen und seit einigen Jahren, dem konservativen Judentum bedeutend nähergekommen sind. Ein dieses Jahr in Paris gegründetes Heim wird in streng religiösem!Sinne geführt. Ein anderes hoffnungsvolles Unternehmen ist die Gr.iindüng des ״College Maimonide“, der ersten jüdisehen höheren Knabenschule^ in Frankreich. Die Anstalt, die nach den Feiertagen eröffnet werden wird, zählt schon jetzt fast hundert Anmeldungen; der Unterricht umfaßt hebräische Sprache, Bibel und Talmud, jüdische Geschichte und Literatur. und selbstverständlich alle profanen Fächer, so daß •die Absolventen: sich zur, Prüfung• des Baccalaurdat an der Universität melden können. Die Schule hat ein eigenes Gebäude, 60 rue Claude-Bernard, mitten im Universitätsviertel von Paris und steht unter der Leitung des bekannten orthodoxen Pädagogen Professor• Marcus Cohn. Wenn es gelingen sollte, die ganz außergewöhnliche Unwissenheit der Jugend in jüdischen Dingen auf diese Art etwas zu bessern, so dürfte diese Schule eine wichtige Rolle in der Erziehung der nächsten Generation spielen, besonders da sie einerseits vollständig unabhängig ist,. andererseits im besten Einvernehmen mit den leitenden Persönlichkeiten der Pariser Judenheit steht. Im ganzen: die Gegenwart wenig erfreulich, einige Aussichten, auf die Zukunft, einstweilen aber die Formel einer ״Renaissance" des französischen Judentums noch sehr übertrieben. . . Dr, Erwin Schnur mann. Weitere Länderberichte folgen. Plesivec und Umgebung— orthodox. Lange schon ist es der sehnlichste Wunsch vieler Gemeindemitglieder der Gemeinden PleSivec, Dobäina und Stitnik gewesen, sich von der nichtorthodoxen Gemeinde RoZnava freizumachen und eine selbständige orthodoxe Gemeinde zu bilden. Wie überall, gab es auch hier Menschen, die bemüht waren, eine gute Tat zu verhindern und die alles in Bewegung setzten, um diesen entscheidenden Schritt der wahrhaft Frommen zu verhindern. Nun ist es dennoch gelungen, am 15. v. M. unter Beteiligung aller Delegierten dieser Gemeinden die erste konstituierende Sitzung in der aut. orth. isr. Mutter gemeinde Pleäivec abzuhalten. Vor dieser Sitzung wurde in den Filialgemeinden eine Generalversammlung einberufen, bei welcher die Majorität der Mitglieder den Wunsch, äußerte, die Konstituierung je früher vorzunehmen. Bei der Konstituierung wurde beschlossen, an das Schulministerium, das Landesamt und die Zentralkanzlei Begrüßungs- und Danktelegramme zu senden. M. J. V. Dc.Jaet?Mlak und Tcau verbinden mit den besten ts*wWünschen für alle Verwandten und Bekannten die Mitteilung, daß ihr Sohn MICHAEL am Jom Kippur Bar-Mizwoh ist und in der Remb randtschul zur Thora aufgeiufen wird. An Festtagen darf es nicht an süßem Back werk fehlen. Jüdische Hausfrauen verwenden die koscheren Er- Zeugnisse der Firma Dp, A. Oetker. Bei Dr. Oetkers Backpulver, Vanillinzucker und Puddingpulver ■bürgt das Rabbinatsattest dafür, daß dies wirklich koschere Waren sind, die auch in jedem strengjüdischen Haushalt ohne Bedenken verwendet werden können. Die Erzeugung erfolgt in der modern und hygienisch eingerichteten Brünner Fabrik, von wo •Sie auch erprobte Backrezepte gratis erhalten. Fabriksmarke »;Ist der bekannte ״Helle Kopf". Aileri Verwandten uriä Bekannten geben wir vort der .1*בע ätn י*ב תשרי stattfiridenden rmrtt Unserer Tochter הנה תרד mit Herrn Rabbiner Dr* Kalman Kahan v• Kenntnis. * Rabbiner Kunstadt und Frau, Fulda Telegrammablü9ungen für ישיבה-Zwecke erbeten [ Die besten Elsen-WurfrundSMiiren JSmal täglich frisch bei HAGEL, Wien II, Praterstr. 33 Juwelen Uhren, Gold- und Silberwaren, insbesondere צלי קודש׳, SederscHüssel, Menoras, 001114 WUillllliy Leuchter und Bestecke in großer Auswahl, auch Gelegenheitskäufe, stets vorrätig H« Taborstrafte 14 Rasiere dich ohne Messer mit dem gisch. Rasierpulver Langerin Es ist ärztlich begutachtet und unschädlich. 1 Paket, zirka ein halbes Kilogramm, S 1.40. — Zu haben bei Philipp Langer, Friseur, II, Franz-Hochedlinger-Gasse 25 X Bevor bie | Radio, Luster, Grammophone | Glühlampen, Elektromaterial ♦ kaufen, holen Sie Otferte ein bei * IGNAZ Gi* UNWALD Wien II, Glockengüsse 13 ׳ . 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Uhr Min. 4 55 5 00 הנחת תפלין בשעת הדחק ....... 8 07 8 10 סוף זמן קריאת שמע של שחרית .... 5• 20 5 15 בשבת: קבלת שבת קודש (מנחה בעש׳ק) . 6 45 6 45 9 30 9 30 10 30 13 '30 4 סס 4 00 6 10 6 05 5 45 5 50 13; 30 14 00 מנחה ״ ״ ..... 17 30 17 20 6 OU 6 00 6 CO 6 00 בחול: שחרית .......... 5 30 5 40 י מנתח ......... Eigentümer, Herausgeber und yerleger; David Türkl (für eine Arbeitsgemeinschaf t), Wien, II., Malzgasse 12 a. — Verantwortlicher Redakteur: Karl Richter, Wien II. Franz- Hochedlmger-Gasse 2. י־ Druck; Druckerei- und Verlags-A.-G. Ig. Steinraann, Wien, IX., Universitätsstraße 6—8.

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