Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 21 (1935)
- Issue
- 39 (4.10.1935)
- Date
- 1935-10-04
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Zeitungen vorn Verleget tetsendet Journal expMiö pat l’editett* Äovinovö vjtolatne povolene fiadit post & fetefrafov * Btatlalav« ät. 41512*10*20 V.h;b. 30DIGCH6 DDCCCC rnvvvv WIEN. BRATISLAVA 0 4. OKTOBER WS ז׳ תשרי תרצץ 21. Jahrgang / Nummer 39 Redaktion tmd. Administration: Wien, H., Mälz* gaäse 12 a, Telephon A-46-0-15; Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 381 / Erscheint jeden Freitag / Redaktionsschluß: Mittwoch Mittag Abonnementpreise: Ganzjährigi für Oesterreich S 16, Tschechoslowakei Kö 80, Jugoslawien Dinar 160, das übrige Ausland Schw. Er. 14. Einzelnummer öst. Gr. 40. Zahlungen f. ״Jüdische Presse“, Wien, auf folgende Post- Sparkassenkonti: Wien Nr. D-93.614, Brünn Nr. 126.058, Budapest Nr. 50.170, Warschau Nr. 190.409, Zagreb Nr. 40.217, Zürich Nr. YHl, 4117, Berlin Nr. 122.619. 0RGnn für Die 1nT6R6ss6n oes orthodohgo juoenTums Vor lästigen Verfärbungen schützt ODQL-Zahnpastä Ihre ,Zähne. ODOL-. 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Lebens; jahre. . , Fassungslos steht das jüdische Wien und darüber hinaus die jüdische Welt an dbr Bahre eines Mannes, wie ihn unsere Zeit kaum mehr hervorbringen wird. Ein Enkel des Apter Raw s. Z. 1., des ״Ohew Jisroel“, versah er dessen geistiges Erbe in einer Weise, die nicht mehr über böten werden kann. Die Liebe zum Men; sehen, die Liebe zu den Geschöpfen G;ttes, die ihm ihr Leid klagten, war grenzenlos. Täglich vom frühen Morgen an belagerten hilfesuchende Menschen die Türen des greisen und schwäch; liehen Rabbi, von denen keiner ohne Trost oder Hilfe. das Haus verließ.!1,lein Ratsuchender ver; ließ das Haus, ohne daß er: erbaut worden wäre, kein Sorgenbedrückter, ohne daß er aufgerichtet worden wäre. Das ganze Haus stand im!Zeichen des unvergleichlichen Gemilas Gheßed, das vom Rabbi selbst * ausstrahlte. Kinder und Enkel, alle müßten im Dienste der Nächstenliebe stehen, die in diesem Haus in einer WeiseTgeübt wurde, wie sie wohl einzig dasteht. Nicht der Geber wußte, für wen er herangezogferi wurde, und der Empfänger hatte, nie Gelegenheit, seinen Dank abzustatten. Lange über die Mittagsstunde hinaus saß der Rebbe oft noch in Tallis und Tefillin, ohne gefrühstückt zu haben, weil irgend ein Fall in einem entlegenen Bezirk noch nicht erledigt war. Die Todeskrankheit selbst hatte ihren menschlichenUrsprung in . der grenzenlosen Liebe des Rebben s. Z. ,1. zu seinen Anhängern, die er,־ trotz angegriffener Gesundheit, von Marienbad aus noch einmal ־—ein letztes Mal — besuchen fuhr. Donnerstag vor S.elichos kam er erst heim und am Schabbos stellten,sich die ersten" Zeichen einer leichten Erkrankung ein. Trotz aufopferungsvoller Pflege durch seine Um; gebung und hingebungsvoller ärztlicher Für; Rebbe זצוק״ל sorge verschlimmerte sieh der Zustand und das innige Gebet ungezählter Anhänger verhallte ungehört .* ' Trotz des Jomtow verbreitete sich die Nachricht in ganz .Wien. Die Lewajoh, die• am Montag stattfand, gestaltete sich zu einer gewaltigen Manifestation der Liebe und Anhänglichkeit der weitesten Kreise der Wiener jüdischen Bevölkerung. Eine nach Tausenden zählende Menschenmenge belagerte das Trauerhaus vom frühen Morgen an, um dem heimgegangenen Zaddik die letzte Ehre zu erweisen. Ein riesiges Auf* gebot von Polizei, das den Ordnungsdienst versah, entledigte sich dieser Aufgabe sowohl in den Straßen, durch die der Trauerzug ging, wie auf dem Friedhof selbst, überaus vornehm und umsichtig. Am Bes Hachajim erwartete der große Kreis seiner Verehrer den Niftar. Die Ehrenwache beim Niftar und den Ordnungsdienst bei der Lewajoh hatten die Mitglieder der Agudas Jisröel-Jugendgruppe bezogen. ■־■״־•׳׳•'•׳■•• ׳ ■ ■׳ - ׳’■ Unmittelbar nach der Lewajoh fand׳ sich eine auserlesene Schar der Anhänger des heimgegangenen Zaddik in der Wohnung ein, wo inzwischen die Kinder מקבל אב לו ת gewesen waren. In Gegenwart der ehrwürdigen Rebbeim und Rabbonim baten die Anwesenden׳ im Namen alier Chaßidim den ältesten Sohn des Heimgegangenen, Rabbi Äwrohom Jeschuo Heschel ידי die Nachfolge zu übernehmen, indem sie darauf hinwiesen׳, daß damit nicht nur der Wunsch aller Chaßidim, sondern auch der seines großen Vaters Erfüllung fände. Ohne ein Wort über die bebenden Lippen zu bringen, ließ der würdige Sohn die stille und ergreifende Huldigung über sich ergehen. - * Großräbbiner Abraham Heschel ist eine in Wien zu populäre und bekannte Persönlichkeit, als daß es •notwendig wäre, diesen erprobten Führer der Wiener Orthodoxie, den Präsidenten des Keren Hathora der Agudas Jisroel und hingebungsvollen. Mitarbeiter sämtlicher orthodoxen Institutionen, zu schildern. Es bleibt die Hoffnung, daß Großrabbiner Heschel trotz der erhöhten Inanspruchnahme durch die neue Würde, Zeit gewinnen wird׳, in seinem ihm lieb gewordenen Kreise weiter zu wirken für Haromas Keren Hathora und Haromas Keren Jisroel. Mit dieser Hoffnung verbinden wir den herzinnigen Wunsch: שיאריך ימ*ם על ממלכתו אמן• Jüdisches Arewus Von Rabbiner Josef Adler, Schäßburg. Die Solidarität, das Arewus aller für einen und eines für alle,, war und ist nach wie vor die Grundlage zur Erhaltung der Thora. Wenn es jedem Menschen freigestellt bliebe, sein 'Leben nach eigenem Gutdünken einzurichten und es der Gesamtheit anheimgegeben wäre,- das öffenUche und Einzelleben nach eigenem Ermessen zu gestalten, dann wäre die Thora und die von ihr bedingten Lebenserscheinungen schon längst vom Boden der Welttribüne geschwunden. Die Thora ist eben dadurch das ״einzig ständige in der Zeiten Flucht“ geblieben, •weil G-tt sie nicht auf den schwankenden Boden der wankelmütigen Menscheneinsicht, sondern auf die Gesamtbasis der Solidarität, auf die Unerschütterlichkeit des V01ksgewisse!ns gestellt hat, das niemals in seiner Totalität eingeschläfert und irregeleitet werden kann. Zu jeder Zeit wird noch ״ein Zehntel“ der jüdischen Gesamtheit unverrückt und unbeirrt auf ursprünglichem, unverfälschtem jüdischem Boden verharren, das ״den Terebinthen und Eichen gleich, nur die Blätter 7 verliert, aber den Stamm sich verversehrt erhält“. Dieser gesunde Kern hat nun durch das Arewusbewußtsein die Pflicht, für die ewige Verjüngung dieses Stammes, für die Belaubung desselben, für die Entwicklung und Er- Stärkung seiner Zweige und Aeste, für das Sprießen und Gedeihen der Früchte, Sorge zu tragen. Die treu und standhaft gebliebene Minorität hat auf Grund des von G-tt postulierten Solidaritätsgesetzes die unver- Jlllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllk I 25 1 JAHREI i ^lillllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllir Tolophon U’43-016״ di© gute, weltbekannte Jll||||||||||lllll)lllllllllllllll!llllllllllllllll<% nur Wien I, Kärntnerring $ 1 JAHRE! 5 ^lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllIF