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Jüdische Presse · 1935-09-20 · 37 (20.9.1935) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
21 (1935)
Issue
37 (20.9.1935)
Date
1935-09-20
Page
– (sequence 1)
Language
German
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umm v^piatne P*** « Megfftfov * Bffttöiläfii 5IA V. b. b. Zeltttngen vom Vertaget versendet Joufnal e*pM16 päf l’&Ütettr BRATISLAVA* mSEinmßERms כ״ב &לול תדצ״ה 21» Jahrgang f Nummer ST ORGAn für Die ifmRessen Des Redaktion: and Administration: Wien, U., Malzgasäe 12 a, Telephon A-46-0-15; Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 381 / Erscheint jeden Frfiifac׳■ / Redaktionsschluß: Mittwoch Mittag Abonnementpreise: Ganzjährig: für Oesterreich S 16, Tschechoslowakei Kö 80, Jugoslawien Dinar 150, da» übrige Ausland Schw. Pr. 14. Einzelnummer Ost. Gr. 40. Zahlungen f. ״Jüdische Presse", Wien, auf folgende Post- Sparkassenkonti: Wien Nr. D-93.614, Brünn Nr. 126.058, Budapest Nr. 50.170, Warschau Nr. 190.409, Zagreb Nr. 40.217, Zürich Nr. ViH, 4117, Berlin Nr. 122.619. 0RTH0D0Hen jUDemums _ . _ ____;___L Schon Kinder sollen die Zähne mit O DO L-Zahnpasta pflegen. ODOL-Zahnpasta erhält die Zähne schön und gesund. Kleine Tube S —.90 Große Tube S 1.40 Franzbranntwein zum Einreiben des Körpers ALLGEMEINE RENTEN ANSTALT 0 0 0 Üiiiil ׳ ׳ S'- ' . ׳■ ״■־_־ i&ßi ("dd#»־ ־ . t'S ■ ** ׳.יי־ י,-־,, ׳׳־?£» .־־.״■ -י.׳,'!« ־ / ׳׳י'\ I י• 1 ' מ ' ן *'ן' ז ״ ׳ ' .׳־'v BwbWpXltersrente SPARK I. GRABEN 20 . 1 . ' .'V: ■ ■^'־••.״;י' I . ■ . 1 ■יי■ I...J ■■י ' I.' ־1 ,, יי■ ■י■ t Seit Menschengedenken wird Myrrhe-Extrakt gegen Lockerung der Zähne und Blutung des Zahnfleisches wirksam verwendet. Odol-Mundwasser enthält außer dem Odoi-Antiseptikum .den Myrrhe-Extrakt. Tragödie der deutschen Juden Erschüttert steht die jüdische und mit ihr die ganze Kulturweltsöffentlichkeit vor der Tragödie der deutschen Juden. Nachdem das nationalsozialistische Regiine in Deutschland durch zweieinhalb Jahre die jüdischen Men־־ sehen in Deutschland nach einem fluchwürdig raffinierten Plan drangsalierte, krönte es dieses Werk menschlicher Bestialität durch ein G es setz, das der Entrechtung der Juden Deutsch־ lands formalgesetzliche Grundlagen geben soll. Wenn es auch dadurch an den f a k־ tischen * Verhältnissen vielleicht wenig ändern wird, so ist es doch ein unsäglich würgendes Gefühl für Menschen, in einem Staat zu leben, der sie in gesetzlicher Form aller bürgerlichen Rechte beraubt. Das neue Judengesetz;in Deutschland ent־ hält zwei Paragraphe, die an sich von uns ge־־ wiß nicht bekämpft worden wären. Das Verbot der Mischehen in Deutschland ist etwas, was wir, die wir auf die Reinheit des Volkslebens auch bei uns Gewicht legen, durchaus begrüßen. Erschütternd und beschämend ist es nur, daß die Gesetzgebung des Dritten Reiches diese Ge־ setze beschließen konnte u’kd dabei das Gefühl haben dürfte, das jüdische Volk, das in seiner heiligen Einsamkeit immer ■ am glücklichsten war, zu treffen. Es ist heute nicht die Zeit, mit jenen Juden zu rechten, die so •selbst־־ vergessen waren, zu glauben, jüdisch bleiben zu können und dabei in Mischehen zu leben. Sie mögen ihre. Schuld büßen. Aber daß das Verderben nicht bei ihren Türen halt machen wird, das wußten wir, denn für uns gilt ,heute wie immer die unverbrüchliche Wahrheit, die in den Aussprüchen unserer Weisen nieder־ gelegt ist, welche uns gelehrt haben: כיון שניתז רשות למשחית אינו מבחין בין טוב לרע. Sobald dem Verderber der Weg gegeben ist, macht er keinen Unter־־ schied zwischen ,Gutem und Schlechtem, zwischen Schuldigen und Unschuldigen. So muß denn die deutsche Judenheit ein Gesetz über sich ergehen lassen, das in der Leidensgeschichte unseres Volkes noch seinesgleichen sucht. Ein Ge־ setz, das Bürgern des Staates seit Jahrhunderten erworbene Rechte raubt und den Entrechteten nicht einmal die Möglichkeit gibt, mit Hab und Gut aus dieser Hölle zu flüchten. Es ist vielleicht das Tragischeste an dieser Entwicklung, daß die Leiden unserer Brüder in Deutschland so furchtbar wenig Wirkung auf uns selbst und auf das Weltjudentum haben. Es ist unfaßbar, daß ein solcher Zusammen־ bruch, wie ihn das deutsche Judentum über sich ergehen lassen muß, nicht einen Weltsturm der Rückkehr und Umkehr beim außer־ deutschen Judentum ausgelöst hat. Es ist ein Gedanke, der zur Verzweiflung schreit, daß ein Teil des jüdischen Volkes in mittelalterlich־ barbarischer Weise geknebelt und geknechtet wird, ohne daß es die geringste Wirkung auf den Volkskörper hat. Wo sind die Führer, die, an dieser geschichtlichen Einmaligkeit, die an Eindeutigkeit nichts übrig läßt, anknüpfend, die jüdischen Massen der Welt zur Rückkehr auf־ rufen? Mögen sie in erster Reihe sich der Stunde und ihrer Aufgaben bewußt werden. Um dieser tragischen, unfaßbaren Entwicklung Sinn zu geben, mögen sie doch endlich einmal hinaustreten und die Nichtbetroffenen darüber belehren, daß sie ihre Freiheit nicht miß־ verstehen. Mögen alle, die Sinn haben für jüdi־־ sches Leben, die mit der Feder in der Hand mitwirkenan der Gestaltung des jüdischen Lebensbildes der Menschen von heute, den Augenblick nicht versäumen, der> ihrem Wirken dauernden Wert geben kann. Mögen sie alle sich veranlaßt sehen, aus der Tragödie unserer Brüder in Deutsch־־ land, zu denen wir heute mehr denn je in unverbrüchlicher Liebe und Treue stehen, die Lehre zu schöpfen, daß es sonst nirgends 1in der Welt so weit kommen darf, wie es in Deutschland gekommen ist. Eine Weltwelle wahrer Teschuwoh muß die' jüdischen Massen erfassen und sie empörführen zum jüdischen hohen Ideal, an dem die Nieder־ trächtigkeit unserer Feinde zerschellen wird und zerschellen muß. Zu lang haben sie, vielleicht auch zum Teil mit Recht, auf unsere Mängel . ‘hingewiesen. , . V :; ' i.-; c Ein altes Jahr läuft ab und mit ihm die alte Schande. Das neue Jahr muß ein neues, aufrechtes, jüdischbewußtes Geschlecht hervorbringen. Dazu rufen wir alle Männer der Sprache und der Feder und alle, die G־tt zur Führerschaft bestimmt hat, leidenschaftlich auf. Wie es zu den Gesetzen kam ... Am Sonntag, den 15. September, abends, wurde in Nürnberg durch den vom Reichsführer Hitler spontan dorthin einberufenen Reichstag das neue Judengesetz verkündet, welches eine vollkommene staatsbürgerliche Entrechtung und niedrigste menschliche Diffamierung der Juden enthält. Begleitet wurde die Verkündung des Gesetzes durch Reden Hitlers, Görings Goebbels׳, Franks und anderer Führer des heutigen deutschen Regimes, die im Reichstag selbst und bei anderen Kundgebungen in Nürnberg gehalten wurden und die nichts anderes sind als Ausbrüche von. Haßdelirien, wie sie in der Chronik staatsmännischer Kundgebungen kaum je zu verzeichnen waren. Diese Nürnberger Kundgebungen haben in den nach den Gesetzen der politischen 'Logik urteilenden Kreisen in der Welt die Meinung befestigt, daß die jetat Deutschland beherrschenden Personen jedweden staatsmännischen Denkens unfähig seien unddaß sich eine solche Haßmaschine früher oder später heißlaufen und zum Stillstand kommen müsse. ... und was sie beinhalten Die •auch für uns interessanten Paragraphe der jüngsten deutschen Judengesetze lauten wörtlich: Staatsangehöriger ist, wer dem Verband des Deutschen Reiches angehört. Reichs hü r g e r ist nur ie nächste Ausgabe■ dee ״Jäd.Peesse" erscheint als Jlosck-HasckonohJ-est* nummec cm kommenden' Tceitag'. JledaktionsscUluß: Dienstag* abend. Anzeigenschluß |Hie Inseiate und Heufakcsgtückwühscke in Wien: T/tUttwocU mittag׳, in Dcatislaua: Dienstag* abend. 63939

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