Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 21 (1935)
- Issue
- 35 (6.9.1935)
- Date
- 1935-09-06
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite4 Nr. 35 TSCHECHOSLOWAKEI. Die Sekunden»Aktion Seit,ei«i&6n Tagen herrscht in manchen Gemeinden, ein regeres Leben als sonst. An Orten, wo Agudas- Jisroel-Jugendgruppen sind, ist das ganz besonders zu bemerken. Man hört überall das Wort ״Sekunden- Aktion1‘. Was dieses Wort bedeutet, weiß man heute dank der gut organisierten und vorzüglich funktionierenden Propagandaabteilung der eigens zu dieser Aktion eingesetzten . Kommissionen auch in der ferngelegensten Ortschaft, tjeberall wird gearbeitet, jeder wird angesprochen und viele kaufen. Nach den bisher eingelaufenen ,Berichten arbeiten die einzelnen Gruppen sehr schön und es ist zu hoffen, daß das gesteckte Ziel, in diesem Jahre in der Slowakei 7200 Sekundenscheine (== 2 Stunden) zu verkaufen, nicht nur erreicht, sondern sogar weit überholt werden wird. Es wurden bisher 5000 Sekundenscheine zürn Versand gebracht, deren überwiegender Teil bereits verkauft ist. Alle Gruppen verlangen von der Zentrale noch weitere Sekundenscheine und die Zentrale kommt selbstverständlich mit Freude diesen Wünschen nach, soweit es ihr nur!möglich ist. Nachfolgend soll ein kleiner Bericht Über den derzeitigen Stand des־־ Verkaufes bei den einzelnen Gruppen folgen: Bratislava: Hier wurde mit der Aktion erst am Mozze-Schabbos Parsches Schoftim begonnen, wo im Rahmen einer gutbesuchten Mitgliederversammlung die praktischen Vorarbeiten für die Sammlung durchgeführt wurden. Es meldeten sich bereitwillige Sammler, die die ganze jüdische Bevölkerung besuchen wollen. Die Arbeit begann am Sonntag früh und zeitigte bis Montag abend den Verkauf von 150 Sekunden. — Galanta: In der vergangenen Woche wurden hier 200 Sekundenscheine verkauft. Die Gruppe bestellte noch 100 Sekundenscheinei und beabsichtigt, die Sammlung auf die Umgebung auszubreiten. — Dunajska Streda: Die hiesige Gruppe hat die Aktion mit Erfolg begonnen. Gleich in den ersten׳ Tagen wurden hier 100 Scheine verkauft. — Komarno: Eine junge, aber gut funktionierende Gruppe verkaufte bis Ende der vergangenen Woche 30 und bestellte sofort noch 100 Scheine. — Nitra: Hier wurden bis Sonntag 120 Scheine verkauft. Die Nachbestellung ergänzt die Zahl auf 250. — Snla: Die Gruppe wurde erst vor kurzer Zeit gegründet. Ihre erste Tätigkeit ist die Sekundenaktion. Sie verkaufte bereits 50 Scheine und bestellte weitere 50. — Kezmarok: Hier wurden die eingesandte.n 100 Scheine zum überwiegenden Teil verkauft. Die Aktion wird auch in der Umgebung durchgeführt. Andere kleinere Gruppen verkauften fast alle ihnen eingesandten Scheine und verlangten eine entsprechende Nachsendung. Von den größeren Ortschaften, wie KoSice, UZhorod; Mukaövo, Berehovo, Sevljuä, Novö Zämky, Topolcany, Pieätany und Luöenec, liegen nur Berichte Über begonnene Arbeit vor, es fehlen aber noch die genauen Daten über die Zahl der verkauften Scheine. Installation und Hochzeit des neugewählten Oberrabbiners in Piestany. Am Sonntag, den 3. Elul, fand in feierlicher Weise die Amtseinführung des Oberrabtoiners zu Pieätany, des ehrw. Herrn Ben Zion Josef Ungar, Sohn des Nitraer Oberrabbiners S. D. Ungar, statt. Dieser Tag gestaltete sich zu einem herrlichen Freudentag, zumal an demselben Tag auch die Trauung des jungen Oberrabbiners mit der Tochter des verewigten Oberrabbiners Kalman Weber s. Z. 1., Pieätany, stattfand. Die zahlreich!erschienenen Gäste, die anwesenden Raibiboniim und die vielen Talnxidim, Anhänger und Gönner des glücklichen Vaters verliehen der Feierlichkeit eine imposante Prägung. \ Die offizielle Feierlichkeit begann schon in Leopoldov, wohin eine Deputation dem jungen Oberrabbiner entgegengeeilt war. Bei der Ankunft am Bahnhof in Pieätany wurde der einziehende Oberrabbiner von Herrn Holzer namens der Aeltesten der Gemeinde begrüßt. In kurzen Worten dankte der Oberrabbiner für die herzliche Begrüßung und der Zug der Feiernden setzte sich in Bewegung. Vor der Synagoge angelangt, begrüßte den Oberrabbiner zuerst der Bezirksvorsteher, dann folgte die Begrüßung des Bürgermeisters. Der Oberrabbiner dankte den beiden Rednern in slovakischer Sprache. In seiner Ansprache betonte er,׳ daß es sein Bestreben sein wird, die Gemeinde im Sinne der Tradition auf Basis der bestehenden Gesetze zu leiten. Gemeindepräses Herr Fürst hieß den Oberrabbiner herzlich will- Rot ch -Hatchonoh ראש העבה übermitteln Sie allen Ihren Verwandten, Freunden, Kunden, Gästen und Bekannten die Neujahrswünfche כתיבה וחתימה טובה durch die ״JÜDISCHE PRESSE“ Die Einschaltung laut nebenstehendem Muster Kostet S 5.» bzw. Kc25.״ Wolf Pappenheim Wien II, Kl. Pfarrg. ו Auf Wunsch wird an angegebene Adressen das Blatt kostenlos versendet. / Bestellungen sind zu richten: Aus der, Tschecho- Slowakei an die ״Jüdische Presse“» . Bratislava, Edlhof, Postfach 381. / Aus O es t er reich und dem sonstigen Au siand an die ״Jüdische Presse“, Wien, II., Malzgasse 12 a (Tel. A-46-0-15). kofnmeh und wies ihm äeiütn nunmehr ihm allein gebührenden Platz in der Gemeinde an. Er gelobte im Namen der Gemeinde* allen Intentionen des Oberrabbiners zu folgen, um ihm mitzuhelfen, für das Wohl der Gemeinde zu wirken. Nun hielt der junge Oberrabbiner eine formvollendete Einzugsrede, in welcher er besonders hervorhob, daß seine nunmehr Übernommene Aufgabe nicht leicht sei. Er bittet um Verständnis und Unterstützung, denn nur im Einklang mit den Gemeindemitgliedem ist es möglich, segensreich für das Wohl der Gemeinde und Gemeinschaft zu wirken. Unter dem Eindrücke dieser aufrichtigen Worte wurde der junge Oberrabbiner unter die Chuppo ge-< führt, wo ihn sein Vater, der Nitraer Oberrabbiner, traure. Beim Bankett hielten Tischreden der Nitraer Oberrabbiner,־ Oberrabbiner Weiß aus Topolöany und Oberrabbiner Fischer aus Altendorf. Die Redaktion der ״Jüdischen Presse“ wünscht dem jungen Oberrabbiner und dem Nitraer Raw herzlich Moseltow, ihm und seiner Gemeinde צלה ורכב! BEKIZZUR... — Bratislava. Diese Woche wurde der in Luhaöovice zur Kur weilende Sapinker Rebbe, Reb Jizohok Eisig Weiß, hierher ins jüdische .Spital gebracht. Der brühmte Rebbe hat sich in Luhaöovice eine ernste Krankheit zugezogen. Mit ihm kamen viele Begleiter und tags darauf viele Chassidim, die um da3 Befinden des Rebben besorgt sind. Wie wir erfahren, befindet sich der Rebbe schon etwas besser und wird mit G־ttes Hilfe bald genesen. Mit allen seinen vielen Anhängern beten auch wir für ihn um eine Refuoh schlemoh. — Rim. Sobota. Am Mittwoch, den 28. A!w, abends, als etoen das Maariw-Gebet in der hiesigen!Synagoge;stattfand, ging ein furchtbares Gewitter Über unsere Stadt nieder, das eine unsägliche Verwüstung urd immensen Schaden verursachte. Sämtliche Gebäude der orth. isr. Kultusgemeinde׳ wurden arg beschädigt, am gräßlichsten aber wurde unsere altehrwürdige Synagoge zugerichtet. Das Dach wurde heruntergerissen, das Blechgerüst vernichtet. Von den zwei prachtvollen Türmen stürzte einer samt Kuppel ein, so daß auch der zweite unbrauchbar geworden ist und demoliert werden muß. Unsere Synagoge ist eine der ältesten in der ganzen Umgebung und hat bereits viele Stürme der Naturelemente tapfer überwunden. Da jetzt eine weitgehende Rstauration des Tempels nötig geworden ist, befaßt sich die Gemeinderepräsentanz mit dem Gedanken, ein neues Bes Haknesses zu bauen. # — Uzhorod. Unter Leitung des Gemeindepräses Dr. Laszlo haben sich vergangene Woche alle Vorstände der lokalen Wohltätigkeitsvereine, versammelt, um über die Möglichkeit der ׳Schaffung eines AJtersversorgungahauses zu beraten. Es wurde der Antrag gestellt, ober•? halb der jüdischen Volksküche ein Stockwerk zu bauen und dort das Versorgungshaus unterzubringen. Dagegen spricht aber eine direkte Klausel der Dr.-Benjamin- London-Stiftung, dessen Werk die Volksküche ist. Die Klausel besagt, daß dieser, Grund ausschließlich nur zum Zweck eines jüdischen Mädchen-Waisenhauses verwendet werden darf. Daraufhin meldete das einzige noch lebende Mitglied der Dr.-London-Stiftung, Herr Emil Kardos, daß in der Stiftung auch für die Errichtung eines Versorgungshauses vorgesorgt »ist, und er beantragte, dieses gemeinsam mit dem zu bauenden jüdischen Spital durchzuführen. Da aber der Spitalsbaü!schon lange projektiert wurde und noch nichts Positives erzielt worden ist, erklärte Herr Kardos, daß er■ längstens bis zum 10. Oktober warten werde. Sollte bis zu diesem Zeitpunkt der Plan des Spitalbaues nicht spruchreif werden, wird ׳ er veranlassen, daß das Versorgungshaus neben der jüdischen Volksküche, unabhängig vom eventuellen Spitalsbau, errichtet werde. Es ist nun zu hoffen, daß die Gemeinde. Uähorod in aller Kürze um eine schöne und hochwichtige humane Institution bereichert sein wird. Personalnachrichten Grabsteinsetzung für Reb Awrohom Arje Kunsitadt In aller Stille, so wie sein ganzes Leben und Wesen war, hat die Familie dieses wahrhaft frommen Mannes auf sein Grab ein dauerndes Denkmal gesetzt. Sonntag, den 3. Elul,. fand in den Vormittagsstunden unter Be- 1 teiligung der Familienangehörigen, und ׳Freunde die : Grabsteinsetzung statt. Der Sohn des Verblichenen, Herr Baruch Kimstadt, Rabbiner in Fulda, hielt eine ergreifende Ansprache, in der er die hervorragenden Eigenschäften des Niftar würdigte. Reb Mosche Awrohom Fischer In S a ä t in verschied am Schaibos Parschas iSohoftim der dortige Schochet Reb Awrohom Mosche Fischer s. A. im Alter von 85 Jahren. 35 Jahre hindurch stand er im heiligen Dienste der Gemeinde. Er war ein eifriger!und gewissenhafter Diener G-ttes und seiner Gemeinde. Durch seinen vorzüglichen Charakter und seine guten Eigenschaften erwarb er sich die Sympathien der Gemeindemitglieder und verstand es, diese fast * ein Mannesalter hindurch zu bewahren. Bei der am Sonntag darauf unter großer Beteiligung stattgefundenen Lewaj’oh hielten die Herren Rabbiner Reich, Trnava, R. Juda Schwarz, Dunajska Streda, Herr Lehrer Rosenak, iMalacky, J. Federweiß׳, D.!Streda, und Aron Rosenzweig, Bratislava, ein Enkel des Niftor, ergreifende Hespedim. Frau Malko Donath In Bratislava verschied in der Nacht von Mozze-Schabbos auf Sonntag Frau Malke Donath, die Frau des vor einigen Jahren heimgegangenen Reb.!SchmuM Donath s, A. Die Heimgegangene ihinterlieli Söhne, die alle Jereim 1u*1Schlemim Und Autoritäten in Jisroel sind. An der am Montag stattgefundenen Lewajoh )beteiligten sich viele prominente Baale iBattim, Noch in der Wohnung sprachen die Söhne der Heimgegangenen, Verbringen Sie die Feiertage in 219 כשר כשר Fließendes Wasser Meeresaussicht Bekannt gute Küche # Reduzierte Herbstpreise R. H. Donath und Rabbiner Juda Donath. Am Bes Hachajim spräche« die Herren Rabbiner % öottäth* Frankfurt am Main, und Lipmän Donath. נ״ח. Bertschi Sternfeld Eugen Bernfeld (בלא) Verlobte (יונו!) TopolcanyAVien Piry Mayer Verlobte Mozes Leb Budapest Die Agndas-jisroel-Jugendgruppe Surany gratuliert herzlichst ihrem langjährigen Mitgliede Herrn KALMAN WEIS S anläßlich seiner Verlobung mit Frl. Johanna Weiß aus Nitra. Juwelen Uhren, Gold־ und Silberwaren, ln3~ |y|ftwf4«f besondere כלי קודש, Sedefschüssel, Menoräs, (lUfHZ W(11111111 j Leuchter und Bestecke in großer Auswahl, auch Gelegenheitskäufe, stets vorrätig 11» TaborSifaBO 14 Für den Posten eines Sekretärs l wird eine sprachgewandte. 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Wien, II, Franz- ~ Hocbedltoger-Gasse 2, — Druck: Druckerei'־ und Verlags-A.-Q. Ig. Stekramnn, Wien, DL, umversmusstraöe 0—0־.