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Jüdische Presse · 1935-07-26 · 29 (26.7.1935) · page 4

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Journal
Jüdische Presse
Volume
21 (1935)
Issue
29 (26.7.1935)
Date
1935-07-26
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 JÜDISCHE PRESSE Nr. 29 TSCH ECHOS LOWAKiE I Das Gebot der Stunde. Zu dem unter obigem Titel in der vor■־־ wöchigen Nummer der »Jüdischen Presse“ er* schienenen Aufsatz über die Probleme der jüdischen Mädchendfrziehung erhalten wir folgende Zeilen. Wir stellen die Spalten unseres Blattes gerne der Erörterung dieser Frage zur Verfügung. Die Redaktion. Sehr geehrter Herr Anonymus! Trotzdem Ihr Artikel in der letzten Nummer der ״Jüdischen Presse״ anonym gehalten war, glaube ich doch mit einem Herrn die Ehre zu haben. Denn Damen pflegen — meines Wissens — in der Regel für ״Zentralbehörden" und für ״Zentralisation" nur wenig Interesse auf« zubringen. Sie schreiben und bekritteln. In Ihrer Kritik lassen Sie niemanden verschont, Sie gehen scharf ins Zeug, Sie haben auch recht! Doch auf einen Umstand haben Sie ganz vergessen. Sie vergessen, daß unsere Kinder einen Großteil ihres Jugendlebens in der Schule verbringen. Dort spielt sich ihr ganzes Leben ab, dort ist ihr ganzes Reich. Und in welchen Händen, unter welcher Aufsicht stehen dort .die Kinder? Sind nicht die Lehrer und Lehrerinnen zum Großteil Menschen, die außer ihrer pflichtmäßigen Tätigkeit überhaupt kein Interesse haben, den Kindern jüdisches!Fühlen und jüdisches Denken beizubringen? . (Ich meine hier natürlich nicht die älteren Lehrkräfte, die in ihrem ganzen Wesen mit unserer Tradition 'verbunden sind.) Versehen nicht den Religionsunterrieht an vielen Schulen Menschen, die ihre Religionskennt־ nisse ebenfalls nur aus dem spärlichen Unterricht in der Schule bis zu ihrem 14. Lebensjahre schöpfen? Können Menschen, die nach ihrem 14. Lebensjahre über Religion kaum sprechen hörten, einen für orthodoxe Begriffe hinreichenden Religionsunterricht erteilen? Und noch eines: Kritik muß auf fruchtbaren Boden fallen.. Vorläufig steckt aber bei uns die Mädchenerziehung nicht in Kinderschuhen, sondern in Babyschuhen. Etwas nicht Existierendes kann man schwer ״zentralisieren". Und eine Zentralstelle zur Schaffung der besten Mittel für eine richtige Mädchenerziehung — wie Sie sich eine denken — ist vorläufig in der Orthodoxie der ganzen Welt noch nicht geschaffen. Auch Ihre Rechnung stimmt nicht ganz. Denn es gibt wohl mehr als 20.000 jüdische Mädchen in der Slowakei und es ist wirklieh herzlich wenig,• eine Krone pro Kind und Monat zu geben, doch w i e soll dieser minimale!Betrag der Zentralstelle zukommen? Im Wege der direkten Einhebung oder durch die einzelnen Gemeinden? Die Erfahrung hat bisher gelehrt, daß die letztere Methode bei gewissen Abgaben sich nicht bewährt hat, die Abgabe direkt vom Familienvater einzuheben, wäre aber zu kompliziert. Aber ich überlasse die Lösung dieser Frage wie auch anderer Einzelheiten der ins Leben zu rufenden Zentrale — wie!Sie sie nennen — und ich will mich mehr mit dem gesamten Fragenkomplex befassen. Wenn bloß die Gemeinden mit Hilfe der Zentralkanzlei Ferienheime für Lehrer und Lehrerinnen (natürlich separiert) schaffen würden, wo sie in jedem Jahre zwei Monate hindurch fleißig Jüdisch lernen würden, wenn die Gemeinden ihre sämtlichen Lehrer, die auch den Religionsunterricht versehen, dazu verpflichten würden, daß sie in jeder Beziehung dem Religionsgesetz strengstens nachkommen, und wenn diese Gemeinden künftighin nur solche Lehrer aufnehmen würden, die wenigstens einige Jahre hindurch an einer Jeschiwoh lernten oder an einem solchen Religionskurs teilnahmen,. dann hätten es manche Lehrer nicht mehr notwendig, das in der Schule vorzutragende Pensum bei einem Lehrerkollegen oder bei einer anderen im Religionsunterricht bewanderten Person zu erlernen. Denn auch dies gibt es sogar in manchen größeren Gemeinden. Dann wäre die Sorge um die jüdische Zukunft unserer Jugend nicht so groß, die Lage nicht so traurig und die Lösung des Gesamtproblems nicht .so schwer. Im Rahmen dieser Religionskurse für Lehrer und Lehrerinnen — wie es solche in den westlichen Ländern schon überall gibt — könnte dann auch eine A r b e i t sgemeinschaft geschaffen werden. Diese Arbeitsgemeinschaft, bestehend aus Lehrkräften und Fachleuten, hätte jüdisch-pädagogische ,Versuche anzustellen und die gewonnenen Erfahrungen zu verwerten. Dies könnte auch — um die breite Oeffentlichkeit zu informieren — in Form einer Beilage zur ,״Jüdischen Presse" geschehen. Als weitere Anregung möchte ich auch vorschlagen, daß in der Zukunft beim Religionsunterricht nicht nur die Kenntnisse der Kinder, Sondern auch die T a t, die Uebertragung und die praktische Anwendung des Gelernten, die Lebensweise des Kindes in jüdischer Beziehung bei der Ueberprüfung des Lernergebnisses und bei der Klassifikation mitbestimmend sein soller. Für die schulentwachsenen Mädchen sollten Vereine oder sonstige Körperschaften gebildet werden — an Orten, wo solche schon in Form von Mädchengruppen bestehen, sollen diese reorganisiert und gestärkt werden —, die unter Kontrolle des zuständigen Oberrabbiners oder seines Bevollmächtigten stehen müßten. Bei straffer Organisation dieser Vereine und Einhaltung der Mitgliedsbestimmungen würden die ersten!Schritte zur Gesundung des jüdischen Mädchenerziehungswesens getan sein. Die Verbindung zwischen den einzelnen Vereinen und deren Mitgliedern sollte eine Mädchenzeitschrift bewerkstelligen. Die Gesamtorthodoxie muß sich sagen: was die anderen in organisatorischer Beziehung können, müssen auch wir aufzubringen imstande sein. Ihnen handelt es sich um׳ die Partei, uns um das Judentum. Ihnen handelt es sich um ein (Mitglied mehr — uns um den Spruch:!כל המציל נפש אחת מישראל, כאלו קיים עולם מלא Madrich. Wie mdmdm... fc F. ln B. B.: Was möglich war, habe# wir gebracht, thfe Besehwefde haben wir an diezuständige Zentrale weitergeleit.et, Sie erhalten Erledigung. S. B. ln K.: Besten Dank. Diese Woche nicht mehr verwendbar. Vergemerkte Prämie erhalten Sie in Kürze. F. F. in P. und H. L. in N. Z.: Prämie folgt. K. >i.: Wenn der Bewerber ein Agudist ist, Wende er sich an die!Erez-Jisroel-Zehtrale der Agudas Jisröel, Bratislava, Chasam-Sofer-Gaäse, Edlhof (Postfach 140). Redaktion ״Jüdische Presse“. ברכה מרט המה ונלגבד. לידידינו הפעיל בחוג עבורחינו בארץ ישראל «י נחום יואל הלסח נ־י לארישיו אה העלמה מרה ר.דםה ראזענפעלר ח־. בנה ביחך בדוה ישראל מבא מחיך אושר ועושר על הרי ציון וירושלים. . אלעזר אשכנזי, מרדכי שבטער פאלקערטפלאטץ, אליעזר שעער, מנחם פעלרהיים, שלמה שטראה, בן ציון שרענציל, חיים גראסם, צבי שלעזינגער, ישראל שאפירא. Hervn M. Liebhardf/ Mitinhaber der Firma Rumstein & Liebhardt, Erste Brunner orth. koschere Selchwaren- und Fleischkonservenfabrik, grätulieren herdichst anläßlich seiner Verlobung mit Frl. Dänemark Markus Berger und Frau, KoSice f Eisen-Wurst-und Selch waren 3mal täglich frisch bei NAGEL, Wien 11, Praterstr. 33 Konkurs In der isiael. Kultusgemeinde Baden b. W. gelangt eine KOSCHER FL El SCH BANK zur Vergebung. Geeignete Bewerber, welche einen religiös einwandfreien Lebenswandel nachweisen können, wollen ihre Offerte bis längstens 8. August 1. J beim Kultusvorsiand Baden b. W., Grabengasse 14, unter Chiffre ״Fleischbank“ einreichen Israel. Kultusgemeinde Baden Der Vorsteher: Dr. RUDOLF LACKENBACHER Juwelen Uhren, Gold- und Silberwaren, insbesondere כלי קורש, Sederschilssel, Menoras, Leuchterund Bestecke in großer Auswahl, auch Gelegenheitskäufe, stets vorrätig Moritz Warkany II, TaborstraBe 14 Rasiere dich ohne Messer mit dem gesch. Rasierpulver Langerin Es ist ärztlich begutachtet und unschädlich. 1 Paket, zirka ein halbes Kilogramm, S 1.40. — Zu haben, bei Philipp Langer, Friseur, il, Franz-Hochedlinger-Gasse 25 Zwei jüdische Mandatare im Landtag. Wie bekannt, haben die Wahlen am 26. Mai d. J. keinen einzigen jüdischen Abgeordneten in den Landtag der Slowakei gebracht. Da aber von den f>4 Mitgliedern des Landtages bloß 36 gewählt, während 18 von der Regierung ernannt werden, werden — wie aus der soeben bekanntgewordenen Liste der Abgeordneten hervorgeht — doch zwei jüdische Mandatare im Landtag Sitz und Stimme haben. Eis sind dies Herr Ludwig Mayer, Kaufmann in Bratislava, der bei den Parlamentswahlen als Kandidat der Tschechoslowakischen Gewerbepartei auftrat, und Dr. Julius Reiß, Advokat in Bratislava. Dieser Entschluß der Regierung ist um so mehr zu begrüßen, da die jüdische Bevölkerung im vorigen Zyklus nur durch einen Abgeordneten im Landtag vertreten war. Für die orthodoxen Kreise ist der Umstand erfreulich, daß einem Repräsentanten der Orthodoxen Israelitischen Kultusgemeinde in Bratislava in der Person des Herrn L. Mayer die Gelegenheit gegeben wurde, die Interessen der slowakischen Judenschaft zu vertreten. __ Aus der Aguda-Bewegung. Die seit Monaten bestehenden Gegensätze zwischen der Zentrale der Agudas Jisroel in Bratislava und einigen Herren in der Ostslowakei und P. K. R. haben naturgemäß keine guten Früchte getragen. Die Bratislavaer Zentrale hat daher im Interesse einer gedeihlichen Arbeit und einer segensreichen Agudatätigkeit auf dem ganzen Gebiet der Tschechoslowakei sich veranlaßt gesehen, alle Hebel in Bewegung zu setzen, die bestehenden Gegen- Sätze zu überbrücken. Zu diesem Zweck hat die Bratislavaer Zentrale eine ’ Besprechung nach Bratislava für den 20. Tamus einberufen, zu der außer den Herren des Präsidiums auch’ die Vertreter aus der Ostslowakei und P. K. R. erschienen sind. Die Verhandlungen haben unter dem Vorsitz der ehrwürdigen Herren Oberrabbiner Bresnitz, Senec, und M. Eckstein, Sered, einen würdigen Verlauf genommen. Nach längerer Debatte wurde der ganze Fragenkomplex in zwei Teile geteilt. Die Plenarversammlung behandelte den allgemeinen organisatorischen Teil, wobei auch Vertreter der westslowakischen Gruppen, wie Bratislava, Dun. Streda, Oalanta, KeZmarok, Nitra, N. Zämky und Trnava zugegen ־waren. Ueber den speziellen Teil, betreffend die Angelegenheiten der Ostslowakei und F, K. R. hat ein dazu bestimmtes Komitee verhandelt. Nach stundenlanger Verhandlung kam folgernder Beschluß zustande: Die Vertreter der ostslowakischen Gruppen haben Sonntag, den 5, Aw, in Preäov eine Sitzung abzuhalten, zu welcher jede Gruppe einen Vertreter entsendet. Bei dieser Sitzung soll bestimmt werden, a) (0b für die Ostslowakei — gleich P. K. R. -י־ז ein s e p a r a t e s Komitee errichtet werden soll, .das in allen Beziehungen der Zentrale untersteht, oder ־ b) ob zwei Personen von der Ostslowakei ins Prä” sidlum der Zentrale kooptiert werden sollen, die sodann die speziellen ipteressen der Ostslowakei zu vertreten haben und außer ihrer Tätigkeit in der Gesamtorganisation noch für ihr Gebiet spezielle Rechte erhalten werden. Während der Verhandlungen wurde von beiden Seiten der sehnlichste Wunsch zum Ausdruck gebracht, weiter in harmonischer Zusammenarbeit für die Stärkung des traditionellen Judentums in unserem Lande zu wirken. Treffen der westslowakischen Jugendgruppen in Dunajska Streda. Ueber Einladung der Bratislavaer Agudas Jisroel- Jugendgruppe treffen sich am Sonntag, den 27. Tamus, alle Mitglieder der westslowakischen .Tugendgruppen in Dunajska Streda. Ein reichhaltiges Programm, ausgearbeitet von einem gut funktionierenden Veranstaltungskomitee, sorgt dafür, daß dieses Treffen sein Ziel und seinen Zweck nicht verfehle und daß jeder Teilnehmer Lehren und praktische Ideen auf den Weg mitbekommt, um dann mit erneuten Kräften und gestärkten Energien für Agudas Jisroel zu arbeiten. Besonders erfreulich ist die zugesicherte Teilnahme des ehrwürdigen Herrn Oberrabbiners M. Eckstein, Sered, dessen Referat anzuhören, die Gäste Gelegenheit haben werden. Es sind ferner Referate über alle aktuellen Probleme der religiösen Jugend mit anschließender Debatte vorgemerkt. Das Treffen ist verbunden mit einem Besuch in der naheliegenden Machne Olim in ׳Buälak, wo die ■ Teilnehmer Gelegenheit haben werden, die Arbeiten unserer Olim zu besichtigen. Aus der bisher bereits zugesagten Beteiligung ist schon zu ersehen, daß das Treffen sich zu einer großartigen Manifestation der Jugend für Agudas Jisroel gestalten wird. BEKIZZUR — Dunajska Streda. Die hiesige Agudas- Jisroel-Jugendgr u p p e veranstaltete am vergangenen Schabbos im Rahmen einer S’udo schlischis einen S i j u m auf Mes. Bowo Mezio. Zu dieser Fbier waren nebst den .Mitgliedern und. vielen prominenten Baale Bat.im auch die Mitglieder der Machne in Buälak* erschienen. Den Reigen der Tischredner eröffnete Ch. J. Fürst, indem er einen äußerst, gut. gelungenen Hadron sagte. Ch. Groß dankte für das zahlreiche Erscheinen und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß der Aguda- Gedanke so schönen Anklang findet im Kreise der traditionellen Jugend des Ortes. Die sinnvollen und geistreichen Thoraworte des Ch. Porges begeisterten die Zuhörer. Hierauf hielt in Vertretung der Machne Olim Chawer Liebermann (Chust) einen inhaltsreichen Vortrag über aktuelle Aguda-Probleme. Mit einer gediegenen Anspräche des Ch. Stern endete die schöne Feier. — Sala. Hier fanden vorige Woche die P r ü’f u n gen an der unter Leitung des Fräuleins Seydl, der Tochter des. verewigten Galantaer Oberrabbiners, stehenden Beth- Jakob-Schule statt. Die Zöglinge der Schule haben die zahlreich erschienenen Damen durch ihr bedeutendes Können in großes Staunen versetzt. Für diese wertvolle Tätigkeit haben alle Anwesenden der hingebungsvollen Lehrerin ihren innigsten Dank gezollt und wünschten ihr für weiter besten Erfolg, Intelligentes jüdisches Kinder! rä ulein eventuell Lehrerin, in deutscher und slowakischer Sprache perfekt., eventuell englisch und französisch, zu 5% jährigem Mädchen gesucht. Offerte mit Zeugnisabschriften, Photographie, Ansprüchen usw. ehest erbeten an Armin Ehrenfeid, Nitra, Sv. Vaclavska 7. Junger, geschickter Detailverkäufer, der drei Landessprachen mächtig, perfekter Auslagenarrangeur, für Kurz-, Herren- und. Damenmodewarengeschäft in die Provinz gesucht. 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Ei^ttimer7 Heräusgeber ünd Vcrleger: David Türkl (für eine Arbeitsgemeinsbhaft), ,Wien, H., Malzgasse 12 a. —Verantwortlicher Redakteur: Karl Richter, Wien, IL, Hochedlinger-Gasse 2. — Druck: Druckerei« und Verlags-A.-G. Ig. Steinmann, Wien, EX., Universitätsstraße 6—8. Franz-

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