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Jüdische Presse · 1935-07-12 · 27 (12.7.1935) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
21 (1935)
Issue
27 (12.7.1935)
Date
1935-07-12
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 2t itmmm presse Seite ß?OOtfUetys Uataddsdtes Sefec entdeckt! An vielen Stellen ihrer!Kommentare zur Halochoh zitieren unsere Poskim ein hälachisches Werk des berühmten Rabbi JiZchok Düren äüä dem V. Jahrtausend jüdischer Zeitrechnung, das dieser — wahrscheinlich unter teilweiser Zugrundelegung älterer, verschollener rabbinischer Handschriften — als fuhdamentales Werk für die Erforschung unserer halachischen Dinim unter dem Titel ״Schaafe-Duroh“ verfaßte. Dieses Sefer würde später in neun Teilen über ganz Europa Verstreut. Die furchtbaren Judenverfolgungen des Mittelalters, die Austreibungen der Juden aus einer Anzahl von Ländern und Städten, ihre vielfache materielle und geistige Notlage haben es dann bewirkt, daß die einzelnen Teile, schließlich das ganze Sefer verschollen; die Anmerkungen unserer Poskim allein haben die Kenntnis Von diesem Sefer erhalten. Vor ungefähr zwanzig Jahren hat ein Talmid Chochom in der heute jugoslawischen Gemeinde Subotica, Reb Jischajahu Freilich, ein Sproß einer altangesehenen Rabbinerfamilie, den Entschluß gefaßt, den vorhandenen Spuren zu dem Verbleib der verschollenen Teile des!Sefer ״!Schaare-Duroh" nachzugehen. Er wollte jenes halachische Werk, dessen Studium unendlich viel Licht in bisher Weniger verstandene Gebiete in der Gemoro!bringen konnte, dem jüdischen Lerner zurückerobern. Mit glühender Begeisterung forschte er Jahr um Jahr in sämtlichen Bibliotheken und Archiven in Europa nach den uns verlorengegangenen Handschriften, er scheute keine Mühe, keine Reise, keine Geldopfer, um zu diesem Ziele zu gelangen. Der g־ttbegnadete Eifer dieses wahrhaften Zaddik hatte denn auch die schönste Belohnung erfahren: Es ist ihm gelungen, die weit auseinander verstreuten vergilbten Hand- Schriften sämtlicher neun Teile des ,,׳Sc haare Dur oh" Rabbi Jizchoks zusampienzufinden und um teure Geldsummen zu erwerben. In weiterer Arbeit hat er die losen Teile in die ursprüngliche Fassung samt mehreren Kommentaren gebracht und den Druck des Werkes vorbereitet. Eine zwanzigjährige, mit Messiras hanefesch durch- 'geführte Riesenarbeit ist nun vollendet. Rabbonim, Talmide Chachomim, Bachurim warten auf den wiederentdeckten halachischen Lichtstrahl, der sie in bisher verborgene Tiefen der heiligen Thora züm richtigen Verständnis!hunderter Dinim geleiten könnte. Da berührt es schmerzlieh, daß der fromme Neu-Herausgeber, am Ende seiner!Kräfte, außerstande ist, die Dr u c k k o s t e n für dieses!ungemein wichtige Sefer noch selbst aufzubringen. Er jwendet sich nunmehr an die Mizwohbereitschaft der thora-;lernenden Judenschaft, den Druck des Sefer!׳״Schaare Duroh“ d u r c h!S u b s k r i p t i 0 n s b e i- .,!träge und Spenden zu. ermöglichen. Es ist in der Tat'eine der größten und heiligsten Mizwos für jeden Juden, die Kommentare zur Gemoroh um ein grundlegendes Sefer bereichern zu helfen. Der schwache Ruf des in ,Thora und Mizwos Haschern, in zwanzigjähriger mühseliger Arbeit um die Wiedererweckung des verschollen gewesenen Sefers alt und gebeugt gewordenen Herausgebers gilt auch jenen Brüdern in Jisroel, die im Ringen um den Tagesverdienst für ■sich und ihre Kinder etwas abseits vom Lernen stehen; sie mögen dem thoralernenden Judentum ihre gebende Hand gewähren, gleich dem tBruderpaare Jissos’chor und Sebulun, dann wird das heilige Verdienst der jüdischen Talmide Chachomim auch ihr Verdienst vor Haschern sein... H> Um die große Mizwoh der Herausgabe des Sefers ״Schaare Duroh" zu ermöglichen, wurde in Wien Herr Redakteur O. R. Schwarz, Wien, II., Große Pfarrgasse 3, Tür 6,. Fernruf A-4Q-2-26, ermächtigt, Subskriptionsbeiträge und Spenden, auch kleinster Beträge (Subskriptionsliste und Spendenliste zur Eintragung liegen auf), zwecks Weiterleitung an den Herausgeber entgegenzunehmen. Automobilgefahren-Verminderung. Die Unfälle durch Kraftfahrzeuge auf öffentlichen Straßen können verhütet werden. Der schlecht ausgebildete Kraftfahrzeugführer gefährdet die Sicherheit, weshalb es nicht gleichgültig ist, wo und wie der künftige Kraftfahrzeugführer ausgebildet wird. Eine gute und den gesetzlichen Anforderungen entsprechende Ausbildung ist nur in einer gutgeführten Fahrschule mit modernsten Lehrbehelfen und guten Lehrern möglich. Diese Eigenschaften und überdies ein unterrichterleichterndes, mit Kraftstrom betriebenes, am Stand im Lehrsaal laufendes Lehrauto besitzen die renommierten und erfolgreich arbeitenden NeudeggerAutomobil- und Motorrad-Fahrschulen, Wien, VH!., Neudeggergasse 18 (Ecke Lerchenfelderstraße 18), Telephon B-46-5-72, und Inzersdorf (Niederösterreich). E Kritik und Betrachtung. tliliillttiliiiliiiiiiiiiiiiliiiiiililiiftiiriiiiitiiittiiiüititffiiiiiiiii Der Bischof a/1 Badiur. In der ungarisch-jüdischen Zeitschrift ״Szombat" wird eine interessante Reminiszenz des Oberhausmitgliedes Adolf Frankl, dem Ehrenvorsitzenden der Orthodoxen israelitischen Landeskanziei in Budapest, erzählt: Der katholische Feldkurat der ungarischen revölutionären Armee im Jahre 1848, Stephan von LipovnicZky, der in contumacium zu zwölf Jahren Kerker seitens der österreichischen Regierung verurteilt worden war, lebte anderthalb Jahre lang bis zu seiner Begnadigung als Bachur verkleidet bei einem frommen Juden namens Wolf Schwarz in der Ortschaft Szentgröt verborgen. Nach Wiederherstellung der ,ungarischen Verfassung machte Lipovniezky Karriere und wurde schließlich Bischof von Großwardein. Mit Hilfe der dortigen jüdischen Kultusgemeinde ließ er den inzwischen nach Preßburg verzogenen Wolf Schwarz ausfindig machen und ernannte ihn zum wirtschaftlichen Berater seiner weit ausgedehnten Güter. Nach dem Ableben des Bischofs kehrte Schwarz, den man allgemein den ״Juden des Bischofs" nannte, nach Preßburg zurück, wo er betagt als Chewra-Kadischah-Vorsteher starb. Bei seinem Begräbnis ließ sich auch das Großwardeiner. Bistum vertreten. Wie die Pilze aus dem Boden schießen ... Unseren Lesern ist die Spaltung, die sich innerhalb der sogenannten ״Allgemeinen Zionisten" vollzogen hat, bekannt. Jetzt meldet die J. T. A.: ״Das Zentralkomitee der Allgemeinen Zionistischen Organisation Litauens, das an den Krakauer Weitherband der Allgemeinen Zionisten angeschlossen war, hat nach der kürzlich erfolgten Spaltung der Partei der Allgemeinen Zionisten beschlossen, keiner der beiden jetzt gebildeten Gruppen anzugehören. Die Organisation der Allgemeinen Zionisten Litauens bleibt somit a u ß e rhalb der Zentralverbände der Allgemeinen ■Zionisten“ Es ist uns also der Segen einer dritten allgemSnzionistischen Organisation nicht erspart geblieben. Wäre es nicht am besten, es würde einfach jeder Zionist eine eigene Gruppe bilden? Interessant ist nur, daß diese Mensehen immer von der ״Einheit" des Judentums den Mund voll nehmen... Kultusvorsteher mit Gesangskenntnissen angenehm? Nach Herrn Moses Rath, der als zionistischer Kultusvorsteher einen gutbezahlten Posten bekommen hat, sollen noch andere zionistische Vorsteher entsprechend versorgt werden. Die offene Stelle eines Kantors und Vorbeters im Fünfhauser Tempel allerdings dürfte — so spricht man in der jüdischen Gasse — auch weiter unbesetzt bleiben, weil kein zionistischer Kultusvorsteher vorbeten, bzw. singen kann. Denn nur die wehrlosen Bücher müssen sich alles gefallen lassen! כשי Hotel Bellevue כשר Pörlsdiadi am Wörthersee Vornehmes Haus unter streng ritueller Leitung. Herrl. Lage, direkt am See. Schöne, sonnige Zimmer mit Fließwasser. Vorzügliche internationale Küch e Volle Pension : Vor-und Nachsaison . . . . S 9.— Hauptsaison . .S12.— Seebad und Garage frei. Geöffnet von Mai bis Oktober. Verlangen Sie Prospekte! Wischuitzer Rebbe in Wien. Der bekannte Wischnitzer Rebbe, Großrabb. Israel Hager, der auch in der Agudas Jisroel eine führende Steile einnimmt und seit einigen Jahren in Oradea seihen ständigen Wohnsitz aufgeschlagen hat, ist die3e Woche in Begleitung seiner Söhne, den Rabbinern von Wischnitz und Wolchovce, in Wien eingetroffen, wo er von seiner Zahlreichen Anhängerschar mit großen Ovationen herzlich empfangen wurde, Mit all den vielen Chassidim und Freunden entbieten auch wir den ehrwürdigen Gästen unseren Gruß: ביופי ם ה3א י ט. Aus Ungarn — Rabbi Arje Leb Rosen baum s. Z. 1., Ober* rabbiner der orth. isr. Kultusgemeinde Tällya, ist im 53. Lehensjahr gestorben. Der Verblichene war Mitglied der orth. isr. Landesrepräsentanz, wie auch der Repräsentanz des Komitates Zemplön und als bester ungarischer Redner im Kreise der orthodoxen Rabbonim weit und breit bekannt. — Innerhalb der neologen Organisation der ungarischen Juden wird die Forderung erhoben, daß die Pro- Palästina-Bewegung aus den Händen der Zionisten herausgenommen werde, denn die zionistische Führung diskreditiert die Bewegung in den Augen der ungarischen Juden. — Ein Mitarbeiter des ״Z s i d 6 U j s ä g“ hatte mit dem ungarischen Handelsminister Göza Bornemissza eine Unterredung über die geplante absolute Sonntagsruhe, die die Regierung im Verordnungswege auf Grund eines Ermächtigungsgesetzes einführen will. Der Journalist führte die Interessen der landwirtschaftlich tätigen Dorfbevölkerung und die der orthodoxen Juden ins Treffen. Hierauf entgegnete der Minister: Ich werde diese Gesichtspunkte in Betracht ziehen. In begründeten Fällen werden wir die weitestgehenden Erleichterungen einräumen, damit wir die Interessen der Beeinträchtigten nach Möglichkeit wahren. — Bei der Generalversammlung der Pester isr. (neologen) Kultusgemeinde kam es zu erregten Szenen, da einige Zionisten die Gelegenheit zur Abhaltung von Agitationsreden benützten. Aus Rumänien. — In Klausenburg fand am 24. Juni die G e n e r a l- Versammlung der Repräsentanz der Orth, i srae.l i tis chen Landesorganisation für Siebenbürgen statt. Den Vorsitz führte Oberrabbiner Wesel-Turda. Das Budget der Zentralkanzlei ist ins Gleichgewicht gebracht worden, der Kostenvoranschlag hat volle Deckung gefunden. Für diese wirkungsvolle wirtschaftliche Tätigkeit wurde der Leitung Dank votiert. Die Repräsentanz nahm für die separate Vertretung der orthodoxen Organisation im Senat Stellung. Die Orthodoxie — erklärt die diesbezügliche Resolution.— kann nun durch einen Mann vertreten sein, der zu ihrer Organisation gehört, Das Pessachmehl soll zukünftig zentral hergestellt werden. Die jüdischen Spit ä 1 e r in Großwardein und Klausenburg wurden der orthodoxen ©Öffentlichkeit wärmstens empfohlen. Zu den Streitigkeiten in Nagykäroly (Careimari), nahm die Repräsentanz für die chassidische Partei Stellung. Sie betrachtet nur diese als echte Orthodoxen, da die Gegen- Partei sich dem Din-Thora nicht unterworfen, die bereits übernommenen Verpflichtungen nicht erfüllt und sich an Faktoren gewendet hat, die außerhalb der orthodoxen Organisation stehen. Schließlich wurde von der Repräsentanz gegen Preß Organe Stellung genommen; die die Orthodoxie durch Entstellungen bekämpfen. — Die demokratischen Studenten der ru m.änisehen Universitäten Cluj, Jasi und Bukarest haben sich organisiert und veröffentlichen eine Erklärung gegen die minoritäts- und judenfeindlichen AOußerungen ihrer Studiengenossen. ־ Rabbiner Salomon Gordon gestorben. In Druskienniki verstarb Rabbiner Salomon Gordon im Alter von 95 Jahren. Der Verstorbene ׳ hat ein halbes Jahrhundert das Amt als Rabbiner bekleidet und erfreute .sich bei der jüdischen Bevölkerung großer Verehrung. ' LOWAKEI TSCH ״Nebensächliche Kleinigkeiten.“ Die ״Jüdische Presse" hat in der vorwöchigen Nummer ausführlich über die Konstituierung der neugegründeten Landeskanzlei für P. K. R. berichtet. Ohne zu diesem Bericht etwas hinzuzufügen, wollen wir nur nochmals klar und deutlich festhalten, daß es eben der Mukaöevoer Raw war, der das aufrichtige Bestreben einiger Rabbonim, in die Leitung nur streng religiöse Männer zu kandidieren, dadurch verhinderte, daß er ihnen zurief, ״wegen solch nebensächlichen Kleinigkeiten wollen wir nicht unnütz die Zeit verbringen, das kann nur die Errichtung der Kanzlei beeinträchtigen“. Also wohlgemerkt, es muß heutzutage in P. K. R. — dem Zentrum des religiösen Judentums — noch darüber debattiert werden, ob man Männer, deren Lebensführung zu ־n u 1,י• w fujfc 06st1md,1WicMe Bedenken Anlaß gibt, in einer orthodoxen Körperschaft mit verantwortungsvollen Agenden betrauen kann. Seit der Gründung der Agudas Jisroel in unserem Lande wird diese vom Mukaöevoer Raw bekämpft und dies — wie er sagt — nur aus dem Grunde, weil, Männer mit ״weltlichen Titeln“ in ihr organisiert sind und in manchen Ländern sogar an der Spitze stehen. Aber siehe da: Man bemüht sich, eine separate Landeskanzlei zu schaffen, um das religiöse Leben in P. K. R. zu schützen und man übergeht ganz gleichgültig einen ausdrücklichen Din, ein Grundprinzip der Orthodoxie und sogar ein eigenes Prinzip, für welches man Jahre hindurch — angeblich aus religiösen Gründen — mit allen möglichen und unmöglichen Mitteln gekämpft hat. Was also dem Mukaüevoer Raw bei der Agudas- Jisroel verwerflich ist, ist ihm für seine ״Orthodoxie" annehmbar und wird im Handumdrehen für äußerst wichtig erklärt. Wenn noch einige solche ,‘,nebensächliche Kleinigkeiten“ zur Debatte kommen . . . dann . . . dann ist die Orthodoxie in P. K. R. sichergestellt. Zionistische ״Eigenberichte“. Unter dem Titel ״P o 1 i t d s e h e iS u b v e n t i 0 n e n an die Aguda in Karpathorußland" bringt das Wiener offizielle zionistische Blatt ״Die Stimme“ in Nummer 35 einen fabelhaft erlogenen Bericht über die Zustände in diesem Landesteil, Wir wollen hier keinesfalls auf den ganzen Inhalt dieses ״Berichtes" eingehen. Es soll bloß darauf hingewiesen werden, wie kraß hier der Bruderhaß hervortritt, wie sehr dieser Bericht nach Denunziation und Verleumdung klingt. Es wird in der ״Stimme" von einem ״Millionen־, dariehen" erzählt, welches die ״agudistdsche Gemeinde" in Schnupfen im Sommer wirkt lächerlich! und über־' dies ist es unangenehm! Dabei ist es aber leicht, sich im Sommer zu verkühlen; man ist unvorsichtig, trinkt etwas Kaltes — und schon ist das Malheur fertig! Allerdings: wenn Sie Ihren Körper durch regelmäßige Einreibungen mit dem1 Alpa-iFranzbranntwein abhärten, sind Sie dieser1 Gefahr viel weniger leicht ausgesetet; und׳ dabei sind ״Alpa"-Einreibungen ungemein erfrischend, abkühlend.. Das sagt auch der Arzt! ״

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