Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 21 (1935)
- Issue
- 26 (5.7.1935)
- Date
- 1935-07-05
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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fta 26 JÜDlSGliMPKE99E Seit# 3 Kritik und Betrachtung. ttttttttftttttiittttiftititiitilliiltiiiitiiitiitiittttiiitttlilftiiiittiitt Zionisten untet sieh ... Wenn utisere heutige Ausgabe in die Hände unserer Leser gelangt, ist die Delegiertenwahi zum Zionistenkongreß in Wien bereits vorbei. Das kann uns aber nicht daran hindern, aus der Flut der Anpöbelungen, die die zionistischen Gruppen und Grüppchen sich gegenseitig entgegenschleudern, eine herauszugreifett, die geeignet ist, die Lachmuskeln unserer Leser noch rasch vor dem 17. Tamus einmal stark zu reizen. Die ״Neue We 11" der sogenannten zionistischen Judenstaatspartei veröffentlichte in ihrer Wahlausgabe vom letzten Dienstag folgende Humoreske von ״Tunkeler" — bezeichnend! — unter der UeberSchrift: ״Die ,allgemeine' Verwirrung". Sie bezieht sich auf die bei der Krakauer Konferenz zutage getretene Spaltung der ״Allgemeinen Zionisten“ in zwei sich nunmehr feindlich gegenüberstehende Lager: Da hält mich einer auf der Straße an und fragt: ״Können Sie mir nicht sagen, Pan je, was eigentlich in Krakau vor gekommen ist?“ ״Was in Krakau los war? In Krakau war eine Konferem des Weltverbandes der Allgemeinen Zionisten.“ ״Nun?“ ״Und sie ist auf ge flogen“ ״Weswegen?“ ״Wegen Irgun .“ ״Irgun hat sie auf fliegen gemacht? So ein verflixter Junge, der Irgun!“ ״Entschuldigen Sie, Irgun ist kein Junge. Irgun ist eine Sache, über die sich die A-Gruppe und die B-Gruppe nicht einigen können“ ״Was zum Beispiel will die A-Gruppe?“ ״Die A-Gnippe will das, xuas die B-Gruppe beziiglieh des Irgun nicht will“ ״Und die B-Gruppe?“ ״Die B-Gruppe will das nicht, was die A-Gruppe bezüglich des Irgun will.“ ״Aha. Und was sagt der Irgun selbst dazu?“ ״Der Irgun selbst sagt gar nichts. Darüber sagt der Gentleman“ ״Welcher Gentleman?“ ״Gentleman agreement.“ ״Was sagt der Gentleman — xuie heißt er fnur — agreement?“ ״Er sagt dasselbe, was Kidmah.“ ״Kidmali? Was ist das für ein Vogel?“ ״Kidmah ist so viel wie Al Hamischmar und doch nicht dasselbe.“ ״Und der Al Hamischmar?“ ״Der Al Hamischmar ist das Gegenteil von Et Liwxioth.“ ״Und der Et Liwnoth?“ ״Ist das Gegenteil von Al Hamischmar.“ ״Aha... Und was machen sie?“ ״Sie machen gar nichts. Sie raufen sich wegen des Irgun, der die Konkurrenz von der marxistischen Histadruth sein will.“ ״Was ist eigentlich Histadruth?“ ״Histadnith ist eine Sache, bei der Szmorok dagegen und Jizchok Grünbaum da f ü r ist.“ ״Alm!... Und was hat darüber der Vorsteher Heb Akibah gesagt?“ ״Entschuldigen Sie, Akibah ist kein Vorsteher. Akibah ist eine Jugendorganisatin. So ähnlich wie ,Hanoar hazioni‘, aber doch nicht dasselbe.“ ״Und der Noar hazioni?“ ״Ist dasselbe, was die Zionim akadmaim, mir ein wenig anders.“ ״Was machen sie?“ ״Sie machen gar nichts. Sie xoarten, was aus der A-Gruppe und aus der B-Gruppe wird. Wenn die beiden Gruppen sich zusammenschließen, werden sie eine allgemein-zionistische Jugendgruppe bleiben. Wenn die beiden Gruppen sich nicht zusammenschließen, xuerden sie ehenfalls eine selbständige allgemeine zionistische Jugexulorgaxiisation bleiben.“ ״Und xoas sagt die Gruppe B-Locker?“ ״Entschuldigen Sie, B-Locker ist keixie Gruppe, sondexm Berl Locker.“ ״Was macht er, dieser Berl Locker?“ ״Er xnaclit gar xiichts. Er ist eixi exekxitiver Beobachter. Er beobachtet und xuartet.“ ״Auf xuas wartet er?“ ״Er xuartet, daß die A-Gruppe die B-Gruppe verschlingt, die B-Gruppe die A-Gx'uppe verschlingt und daß beide sich'mit'dem Irgun erxuürgen.“ ״Und was macht Jordankt?“ ״Jordania hat xiichts zu tun. Sehen Sie, Achwa hat hier ja etwas zu tun“ ״Was ist das, der Achwa?“ ״Achwa ist ein Geschöpf, das den Dr. Gottlieb gern hat, aber sich mit Hax'tglas ins Bett legt.“ ״Aha!... Und wie steht die Sache jetzt?“ ״Jetzt ist gar nichts los. Die A-Gruppe ist dahin, die B-Gx'uppe dorthin gegangen. Da beide Gruppexi nach verscliiedenen Richtungen zogen, haben sie ihre Gruppen und Gi'üppchen genommen, ihre Fx'aktionen und Fraktionellen, Bruchteile und Bruchteilchen wie die Mitkadmim, Haschaclmr, Hanoar hazioni, Kidmah, Hechaluz haklali, Bne Bxith und Betlehem, und sind gegangen. Die einen sind eine allgemein-weltverbandelte A-zionistische Stamm-Vereinigung geworden, der die sozialistischen Misx'achisten aus der Schule Supraskys herausnimmt, und die zxueiten sind eine Vereinigung vom staxnm-B-zionistischen allweltlichen Weltvex'band gewoi'flen, der alle Laxidesverbände der verscliiedenen chassidischen Gx'uppen xmd Bxie Brak zusammenfaßt. Haben Sie xiex'standen?“ ״Verstanden habe ich jedes Wort. Aber xuenn Sie zufällig ein Pulver gegen Kopfweh bei sich haben, wäre ich Ihnen sehr dankbar.“ Zu all dem gibt es nur ein Wort: Babel.. Großverhör in der Jesod Hathora der Adas Jisroel. Am Schabboa פרשת בהעלתך fand in Gegenwart des Rabbinatsassessors, Rabbiner Salomon Baumgarten, des Vorstandes der Adas Jisroel und zahlreich erschienener Eltern und Gäste das große Verhör in der Jesod Hathora, Schulverein der Adas Jisroel, II., Nestroygässe 11, statt. Die rührige Leitung und der Vorstand der Jesod Hathora hat es bei grundlegender Systematik verstanden, bei einer Anzahl von fast 200 Schülern und acht Klassen, einen Lehrkörper zu schaffen, der das Größtmögliche auf dem Gebiete von Limud Hathora zu leisten vermochte. Im Wint.erseman haben die Schüler im Alter von 8 bis 9 Jahren .15 P’rokim Mischnajos, jene im Alter von 9 bis 11 Jahren haben 15 bis 20 Blatt גמרא רשיי und die größeren Talmidim haben 25 Blatt גמרא, רש״י, חופפות und מפרשיפ gelernt. Diese höchste Klasse der .Tessod Hathora wird im System einer map ישיבה geleitet. Am nächstfolgenden Schabbos fanden die Schluß* Prüfungen der Mädcheriklassen im Alter von 6 bis 15 Jahren statt. Die stattliche Anzahl von 100 Schülerinnen beherrschte den Lehrstoff, wie Tefiloh, Chumesch und Dinim, jüdische Geschichte und Lesen jüdischer Mussarwerke, vollauf. & OetAerül^ PUDDING/ Der Wille, Freude zu bereiten, ist wohl bei jeder Frau und Mutter stark ausgeprägt. Gerne wird sie daher auch immer jede sich bietende Gelegenheit ergreifen, um ihre Lieben zu erfreuen. Oetker-Puddings sind hiezu besonders geeignet, sie bedeuten eine schmackhafte Ergänzung jeder Mahlzeit und sind daher bei jung und alt stets willkommen. Verlangen Sie bei ihrem Kaufmann oder direkt von der Firma Dr. A. Oetker, Brünn, den farbig illustrierten Puddingprospekt und Sie werden überrascht sein, wie mannigfaltig die Möglichkeiten sind, einen Oetker-Pudding ,geschmackvoll und appetitlich auf den Tisch zu bringen. Bei Ermüdung und Köptedhffterzeii Franzbranntwein Die Prüfungen wurden mit größter Strenge und Gründlichkeit vorgenommen. Die Talmidim beherrschten den Lehrstoff vollauf und haben stellenweise im Pilpul energisch eingegriffen. Dieser Tag gestaltete sich zum Ehrentage der Jesod Hathora, zum Tage der inneren Erhebung und seelischen Befriedigung .für die so tüchtigen Melamdim und Schüler. Eltern und Gäste waren stolz auf die Fülle der Leistungen und sprachen der so rührigen Leitung und dem Vorstand der Jesod Hathora ihren Dank aus, insbesondere dem leitenden Vorstandsmitgliede, Herrn Artur Feigelstock, der sich gemeinschaftlich mit der Direktion um den systematischen Aufbau des דרך ד,לימור und Tim das Gedeihen der Jesod Hathora große Verdienste erworben hat. Mit dem erhebenden Bewußtsein und dem Gefühle der Sicherheit, daß bei einem solchen durch Limud Hathora gestärkten Nachwuchs die Zukunft der Wiener Kehilloh gefestigt ist, verließen die Anwesenden die Feier. Sekretär Moritz Spitzer. Generalversammlung des Beth-Hamidrosch ״Thora Ez Chaim“. Unter den Vorsitz des Obmannes, Herrn Salomon Schreiber, .fand vergangenen Sonntag die diesjährige Generalversammlung des' Beth-Hamidrosch der Schiffschul ״Thora Ez Chaim“ statt. Nach einem Bericht des Vor- Standes über die abgelaufene Periode und der per Akklamation einstimmig vorgenommeneii Wiederwahl des alten Vorstandes, wurde eine lebhafte Debatte über verschiedene Fragen des Beth-Hamidrosch abgeführt. Es wurde beschlossen, die Bibliothek zu erneuern. Das Beth-Hamidrosch soll künftighin ausschließlich zum Lernen und zur Verrichtung der Tefilos zugänglich sein. Die in den letzten Jahren, besonders in den Wintermonaten, eingerissene Unsitte, daß die Lokalitäten des Beth-Hamidrosch von armen Glaubensgenossen tagsüber als Aufenthaltsraum benützt werden, soll abgeschafft werden. Die armen Glaubensgenossen, die einer Heimstätte tagsüber entbehren, werden an die hiefür in Betracht kommenden jüdischen Wohltätigkeitsvereine, sowie an das Wohlfahrtsamt der Kultusgemeinde gewiesen werden. Personalnachrlrtnten. Hochzeit: Vergangenen Dienstag fand in Piestany die Hochzeit des Herrn Heinrich Herzog aus Wien mit Fräulein Edith Link aus Topolcany statt. Die Trauung wurde vom St.upawaer Oberrabbiner Herzog vollzogen, worauf in Anwesenheit von zahlreichen Verwandten und Freunden beider Familien das Festmahl abgehalten wurde, bei dem die ehrwürdigen Herren Oberrabbiner Herzog und Rabbiner Teichthal sprachen. Besonders gelungene Diwre- Thora sprachen noch Herr Dr. A. Deutsch aus Budapest, der Brautvater, Herr Josef Link, und Herr Vojtech Link. (Herr Heinrich Herzog, der Obmann der Wiener Aguda- Jugendgruppe ist, hat sich in der agudistischen Jugendbewegung, ebenso wie seine junge Gattin in der agudistisehen Mädchenbewegung in Topolcany führend betätigt. Wir wünschen dem jungen Paar herzlichst Maseltow. Die Red.) TSCHECHOSLOWAKEI Die Konstituierung der separaten Zentralkanzlei für P. K. R. in tföliorod. Nach monatelangen Vorbereitungen wurde für den 25. Juni d. J. der Delegiertentag der orthodoxen Gemeinden in P. K. R. nach UZhorod einberufen. Auf der Tagesordnung des Delegiertentages stand die Verlesung der Bewilligung seitens des Ministeriums zur Errichtung der selbständigen Kanzlei, die Konstituierung und die Wahl des Präsidiums, der Repräsentanz und der einzelnen Komitees. Zur größten Ueberraschung der provisorischen Leitung ließen sich fast alle in Betracht kommenden Gemeinden von P. K. R. vertreten.. Es waren 60 Baale Batim und 20 Rabbonim בלעיה — als Vertreter von 24 Gemeinden erschienen. Die Gemeinden Rerehovo, Sevluä, Taöovo und Rachov beteiligten sich gemäß eines vorher gefaßten Beschlusses an diesem Delegiertentag nicht und erklären sich nach wie vor zur Bratislavaer Zentralkanzlei zugehörig. Der bisherige provisorische Leiter der Kanzlei, Herr Dr. Läszlo, eröffnete die Versammlung durch eine herzliehe Regriißung an alle Erschienenen. Es wurden sodann Glückwunschtelegramme und Zuschriften seitens des Gouverneurs für P. K. R. und des Polizeipräsidenten der Stadt Uäborod verlesen., Der Munkaöevoer Raw hob die Wichtigkeit dieser Randeskanzlei hervor und konnte es natürlich auch bei dieser Gelegenheit nicht unterlassen, die Bratislavaer Kanzleileitung schändlich anzugreifen. Se. Ehrw. Herr Oberrabbiner Kohn motivierte mit ergreifenden Worten seine Passivität, gegenüber dem heutigen Delegiertentag. Er hob hervor, daß die Statuten bezüglich der Wahl der Mitglieder des Schiedsgerichtes zu großer Besorgnis in religiöser Hinsicht Anlaß geben. Redner verlangte, daß nur solche Repräsentanten sollen gewählt werden dürfen, bei denen ihre einwandfreie religiöse Lebensführung dafür bürgt, daß sie auch bei den Agenden der Landeskanzlei stets das religiöse Moment sich vor Augen halten werden. Nach einer sehr lebhaften, teils tumultuösen Debatte, ergriff der provisorische Leiter der Zentralkanzlei, Herr Dr. Läszlo, das Wort, und erklärte, das Landesamt habe bestimmte Direktiven bezüglich der Konstituierung und der Wahl vorgeschrieben, die Programmgemäß eingehalten werden müssen. Herr Alexander Fischgi’und, einer der eifrigsten Kämpfer für die selbständige Landeskanzlei in Uähorod, bekräftigte in einem ausflihrliehen Referat über den bisherigen Zustand des Gemeinde- Wesens in P. K. R., die Worte seines Vorredners und bat die ehrw. Rabbonim, nicht wegen ״nebensächlicher Kleinigkeiten" den ganzen so schwer errungenen Bau zum Ein-! stürz bringen zu lassen. Nach der Konstituierung der Wahlkommission wurde zur Wahl der Leitung geschritten, die folgendes Resultat ergab: Präsidium: Hermann Schönberger* Uihorod, Oskar Fried, Mukaöevo; Benjamin Davidöviö, Chust. Ersatz: Mor Schwartz, Vylok. Ausschuß: M. Gellis, M. Braun, F. Stern, Uihorod: Ch. Schlüssel, H. Spiegel, L. Kalluä, Mukaöevo: M. Ch. Landau, M. Wiedermann, Chust: M. Josef, Marton Eisenberg, SevluS (die Gemeinde Sevlus hat offiziell keinen Vertreter entsendet); H. Hirnmel, .T. Roth, V.-Berezna; A. Zipser, Jasina; L. Slamoviö, Slatina; M. Griinberger, Kralovo n. T.; Josef Spiegel, Svalava; N־. Goldenherg, Dovhe: Herman Heräkovits, Seredne; .T. Steinberg, Volovoje und Samu Berger. Irüava. Schiedsgericht: M. Weiser, Uähorod; M. Schwarz, Vylok, Seidmann, Mukaöevo, Oberrabbiner• Landau, Verecky, und der Oherrahhiner von Tereüva. Ins Rabhinerkomitee wurden die Herren Rabbiner von UShorod, Mukaöevo, Volovoje, Verecky, Kassony, Bilky Boökov, Benedikovce und Seredne; gewählt. Dem Präsidium gehört noch Herr Dr. Läszlo an, der in Anbetracht seiner großen Verdienste um die Schaffung der Zentralkanzlei und um die bisherige provisorische Leitung in das Präsidium einstimmig, kooptiert wurde. Mit der Leitung der technischen Arbeiten wurde Herr Alexander Fischgrund betraut. Zum Sekretär der Landeskanzlei wurde Herr Dr. Izak Weiß bestellt. 'Aguda-Treffen der ostslowakischen Jugendgruppe in Lipiany. Am Sonntag, den 22. Siwan, hat auf Veranlassung der ostslowakischen Kommission und mit Gutheißung der Verdauungsstörungen sind sehr häufig nervöser Natur. Wer die nervenerregenden Wirkungen coffeinhaltiger Getränke ausschalten will* trinke den vorzügliehen, «offeinfreien, echten Bohnenkaffee; KAFFEE HAG