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Jüdische Presse · 1935-06-21 · 24 (21.6.1935) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
21 (1935)
Issue
24 (21.6.1935)
Date
1935-06-21
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nf. 24 Seite 3 Agudas Jisroel Mädchengruppe Wien. Herr Professöf Df. Arthur Bogner hält am Schabbos Vormittag (Parsehaa Baftaatauscho) u«1 1All ühf im Lokale der ״Wienea", IL, Obere Dönaustraße 91, einen Vortrag. Hiemit beschließen wir unsere heurige Vortragsreihe und drücken auf diesem Wege allen unseren Vortragenden für ihre liebenswürdige Bereitwilligkeit unseren herzlichsten Dank aus. Wohltätigkeits-Konzert. Dienstag, den 95. d. im Bayrischen Hof. MltWirkendi Oberkantor S. Kreutzstein mit dem großen Chor und Oberkantor Leo Funke, ferner Selma und Fritz Kreutzstein (Klavier). Beginn 8 Uhr. Karten zu haben: Buchhandlung Ziegelheim, Große Schiffgasse 18, Tel. A-41-7-45, und an der Kasse zum Preise von S 1.— bis 2.—. , Oefher- PUDDING Oeiher- Chlnuch Safer Thora. Im Bes-Hamidrosch des Herrn Großrabbiners Eisig Hager aus Zabiotow, XX., Bäuerle•» gasse 20, fand am 9. Siwan die feierliche Einweihung eines neuen Sefer Thora statt. Das Sefer wurde vom Hause des Spenders, Herrn Hermann Tr attn er, unter einer Chupö in das Bethaus getragen. Dort begrüßte Herr Rabbiner Israel Hager in einer gut angelegten Ansprache die erschienenen Gäste, sodann sprachen Rabbiner Maier Gottes^ mann und Rabbiner Gereon Hager ,Diwre Thora. Zum Schluß wurde ein ״El mole Rachamim" für den verstorbenen Sohn des Spenders von Oberkantor Samuel Roth gesungen. TSC|HE|C|H0S LOWAK EI Die Macht der Presse. Die rührige Jugendorganisation der Agudas I der jüngsten Ausgaibe ihrer ״Mitteilungen“ den nach- Jisroel in der Slowakei und P. IC R. veröffentlicht in | folgenden Aufruf: Den Leitern unserer Gruppen, bei denen wir eine gewisse Erfahrung und Schulung im politischen Leben voraussetzen können, kann es nicht unbekannt sein, daß in sämtlichen Bewegungen und Organisationen religiöser, politischer und kultureller Natur, die Presse die größte Rolle spielt. Nur dort, wo die Parteipresse es zu einer gewissen Höhe bringen konnte, hat auch die Partei selbst Fortschritte in ihrem Aufbau und in der Erreichung ihrer Ziele aufweisen können. Wir brauchen bloß auf die polnische Landesorganisation der Agudas Jisroel hinzuweisen, um zu sehen, daß auch unsere polnische Schwesterorganisation nur dank dem Aufschwünge des ״Jüdischen Tagblatt“ zu ihrer derzeitigen Macht gelangen konnte. Auch wir besitzen ein wirklich agudistisches Organ, welches von der Agudas Jisroel vor mehr als 20 Jahren gegründet, doch leider in den letzten Jahren vernachlässigt wurde. Wir wollen über die Folgen, die sich aus dieser Vernachlässigung ergeben haben, nicht sprechen, sondern wir wollen dafür Sorge tragen,'daß in Zukunft eine machtvolle agudistische Presse erstehe, damit auch eine machtvolle Entwicklung der Agudas Jisroel selbst möglich sein soll. , Wir teilen unseren Gruppen mit, daß die in Wien-Bratislava erscheinende ״Jüdische Presse“ das einzige agudistische Organ ist, in welchem zukünftig sämtliche Verlautbarungen unserer Jugend- Organisation zur Veröffentlichung gelangen werden. Die ״Jüdische Presse“ ist das agudistische Organ, für das mit dem Einsatz aller Kräfte zu arbeiten Pflicht jedes Agudisten und insbesondere jedes Jungagudisten ist. Wir appellieren an alle Mitglieder agudistischer Gruppen, sich mlt Tatkraf t um die Neuwerbung von Abonnenten für die ״Jüdische Presse“ zu bemühen. Brief> aus Kopenhagen, 2. Siwan 5695. Ein Sijum auf eine Massechto ist für die meisten Leser der ״Jüdischen Presse“ ein Ereignis, das keine besondere Aufmerksamkeit, gewiß nickt die Erwähnung in der orthodooßßn Presse verdient. In den Ländern, wo der Strom der Thora reich fließt, wo der Daf-Jomi eine Selbst- Verständlichkeit, der Tälmid - Chochom eine Alltagserscheinung ist, da sind Sijumim Feste, die man monatlieh, ja wöchentlich begehen kann, wenn man nur zum Feiern Lust und Sinn hat. Wenn aber hier ■in Skandinavien, auf härtestem und steinigstem Boden, Thora gelernt u/nd gelehrt und gelebt und ihre Feste gefeiert werden, dann darf ein weiterer Kreis freudigen Anteil nehmen, denn dann handelt es sich um Neuland — korrekter ausgedrückt; Alt-N eulan d, denn vor hundert Jahren blühte auch hier die Thora und wurde von Gedolim, die dem polnischen Osten entstammten, gepflegt. Die einheimische Jugend dieses Länderkreises, wo die Mischehen traurigste Rekordziffern erreichen, die dem Lernen völlig entfremdet war, wieder der Thora zurückי gewonnen zu haben: das ist das große Verdienst Rabbiner Dr. Winklers s, Z. I. gewesen, der mehr als zwei Jahrzehnte die hiesige ,fMachsike-Hadas“ führte und eine neue Jugend erzog und formte: אוד מוצל מאש, Jugend, die das Lernen liebt und täglich sich ihm hingibt, Jugend, die imstande war und ist, sich in den Lembetrieb unserer östlichen Thora-Lehrstätten mit großem Erfolg einzuordnen. Wenn ,solch ein neues, hoffnungsreiches Geschlecht hier heranwächst, dann dürfen weiteste'Kreise sein Wachs* tum segnen und seine Feste, wenn auch nur in Gedanken, mitfeiem. Darum dürfen und sollen die Leser der ״Jüdischen Presst von der Sijum-Feier Notiz nehmen, die wir am Rosch Ohodesch Siwan als festlichen Auftakt zum Schwuos-Fest begingen; es war ein Bijum auf Sanhedrin, welche Massechto zirka 15 bis 20 unserer jungen Leute allsabbathlich unter Leitung unseres Herrn 8. Natan Knöpfelmacher im Hause des verstorbenen Baw s Z I in mehrstündigem Schiur gründlich durchl&mten und nach fast dreijähriger Arbeit beendeten. Im Hause unserer Frau Rabbiner Dr, Winkler, deren H<ms auch heute noch ein wahres כיח וועד לחכמים ist, fand die Feier statt — und wurde zu einer wahren Simcho sehet Mizwoh und S,udoh schel Simcho. Vor allem durch den Hadron des Dozenten, der ein glänzendes Zeugnis seines in vieljährigem Lernen auf den ersten ungarischen Jeschiwos erworbenen Lamdonus war, und dann durch die innere Verbundenheit aller Teilnehmer mit dem ״Lernen“ und dem Gedächtnis des teuren Mannes, der hier החז< העמדה ליושנה. Die festliche Mahlzeit wurde durch viele Tischreden und Semiros verschönt und dauerte vom Nachmittag bis Mitternacht. Der חשכה החורח aller Teilnehmer gab dieser Abend einen neuen, starken Antrieb. AU den Hoffnungen, die sich für die weite jüdische Welt an die Tatsache knüpfen dürfen, daß hier, in den ארצות הצפון aU den Hindernissen zum Trotz ein neues, wenn auch kleines Thora-Leben mehr und mehr sich entfaltet, gab Ihr Korrespondent, der die Ehre hat, Nachfolger Dr. Winklers, des großen Talmid-Chochom und Menschen, zu sein, Ausdruck: מצפון הפתח הטובה < das sei die Devise für eine neue Aera, der auch durch diesen Sijum der Weg bereitet und geebnet wurde. W. S. J. Junges hübsches Mädchen aus guter jüdischer Familie, mit etwas Bargeld, die erstklassige Schneiderin und Friseurin und Köchin ist, sucht charaktervollen jüdischen jungen Mann mit Zertifikat nach Erez Jisroel zwecks Heirat. Zuschriften unter Chiffre ״Ideal“ an die Bratislavaer Administration des Blattes. Ferienheim der Agudas-Jisroel- Mädchengruppe Wien Geöffnet ab 7, Juli 1985 in Forchtenau (Burgenland) Anmeldungen täglich von 12 bis 2 Uhr mittags bei Fri. Grete Kaufmann, Wien, II., Gr. Schiffgasse 18, Tel, A'48'7-97, Rasiere dich ohne Messer mit dem gesch. Rasierpulver Laווgerin Es ist ärztlich begutachtet und unschädlich. 1 Paket, zirka ein halbes Kilogramm, 8 1.4Q, ״- Zu haben bei Pliillpp Langer, Friseur, 11, Franz-Hochedlinger-Gasse 25 Abschiedsfeier in der Bratislavaer Agudas-Jisroel-Jugendgruppe. Anläßlich der Abreise des Chawer Gerson Jehuda K ö n i g, der sich mit einem Aguda-Zertifikat nach Erez Jisroel begab, veranstaltete die Agudas-Jisroel-Jugendgruppe eine imposante Abschiedsfeier. Am Schabbos nachmittags, den 21. Siwan, hielt der Gefeierte eine Schwungvolle Rede im mit Zuhörern dichtgefühlten Saale der Agudas Jisroel, in welcher er die schwierigen Aufgaben eines agudistischen Oie nach* Erez Jisroel darlegte. Er kennzeichnete die Gefahren und Entbehrungen, denen der religiöse junge Mann heute noch in Erez Jisroel ausgesetzt ist, wenn er sieh nicht den ״Freien“ hingeben will, welcher Aufwand an geistigen und physischen Kräften nötig ist, bei den tobenden Wellen des areligiösen Zeitgeistes in Erez Jisroel standhaft zu bleiben. Viele Zuhörer, die im vollgepropften Saale keinen Platz fanden, standen auf der Straße und hörten die Worte des wahrhaftigen Idealisten mit. Interesse an. Nach einem gemeinsamen Spaziergang ergriff dann Herr Präses Max Weiß das Wort, um Herrn König im Namen der Jugendgruppe innigen Dank auszusprechen für die eifrige Tätigkeit und wertvolle Mitarbeit, welche er Jahre hindurch zum Wohle der Bratislavaer Gruppe angedeihen ließ. Namens der Jugendorganisation sprach Herr A. Z. Kohn einige Abschiedsworte. Herr Rabbiner Jakob Snyders sprach im Namen der Chinuch- Zentrale. Ergreifend waren die Worte des Herrn Dr. Josef Fisch, der namens der Erez-Jisroel-Zentrale begeisterte Worte aus der agudistischen Literatur zitierte und erläuterte. Er ließ es nicht unerwähnt, daß Ch. G. J. König einen lebensfähigen Posten stehen ließ, um in das Land unserer Sehnsucht aüszuwandern. Chawer G. J. König — gerührt von den ihm dargebrachten Ovationen — konnte nur einige Worte des Dankes mit von Freudentränen erstickter Stimme hervorbringen. Um das Gelingen dieser Feierlichkeit, die sich zu einer Manifestation für Agudas Jisroel gestaltete, bemühte sich ein Arrangierungskomitee, das vorzüglich funktionierte. Hervorzuheben sind die Herren Aron Rosenzweig und Samuel Goldstein, die sich besondere Mühe gaben, daß die Teilnehmer in gehobener Stimmung und frohen Gemütes auseinander gingen. Wir wünschen unserem teuren, langjährigen Mitarbeiter, Herrn G. J. König, anläßlich seiner Ansiedlung in Erez Jisroel besten Erfolg und ein herzliches ״Glück auf“ in Erez Jisroel! Die Red. Zwei bemerkenswerte Vorfälle in Sera! n. Vdhom. Am Schabbos, den 2. Tag Schwuos, hatten die ״Makabäer“ hier eine Pegischa. Von Nah und Fern strömten per Bahn und auf Fahrrädern die Mitglieder zusammen. Den Umzug in der Stadt hielten sie zu Fuß, hier durfte nur der Führer. sein Fahrrad benutzen. Da es sich um einen ״jüdisch-nationalen“ Verein handelt, wurden ausschließlich hebräische Lieder gesungen! Für frischgekochtes Essen (es war Schabbos) sorgte ein gutfunktionierendes Arrangierungskomitee. Sonntag, den 15. Siwan, hielt der Misrachi seine ״Pegischa“ ab. Zu diesem ״hochwichtigen“ Anlaß verlangten die Herren und Damen ״Führer“, daß den misracliistisehen Schülern an diesem Tage das Fernbleiben vom Unterricht gestattet werde. Diesem Verlangen konnte aber die Schulkommission nicht Folge leisten. Erregt über diese Weigerung, drangen am Nachmittag, just während des Religionsunterrichts, zwei Herren im Schulgebäude ein, selbstverständlich in Uniform, und verlangten, furchtbarem Lärm schlagend, die Freigabe der Kinder. Der Unterricht konnte durch dieses gewalttätige ״Eingreifen“ nicht fortgesetzt werden, bis der amtierende Lehrer den Oberrabbiner und den Schuldirektor von dem seltsamen Ueberfall verständigte, die dann herbeieilten und den frechen Eindringlingen den Garaus machten. Es blieb natürlich nicht dabei, denn seitens der Schuldirektion wurde gegen die beiden kampflustigen Unterrichtsstörer die Strafanzeige eingebracht. Kommentar überflüssig! Steuernachlaß für die jüdischen Gemeinden in P. K, R. Ueber Intervention der Bratislavaer orth. Zentralkanzlei hat das Finanzministerium die bedrohliche finanzielle Lage der einzelnen Gemeinden in P. K. R. berücksichtigend, die Steuerlasten von den Gabella- und Mikwoeinnahmen teilweise nachgelassen. Ueber diesen Beschluß sind die Gemeinden sehr erfreut und haben sich hei der Zentralkanzlei in Bratislava für die günstige Intervention bedankt. Die Sevluäer Gemeinde hat den Dank protokollarsich festgelegt. (S. F.) ״Hamajon“. Soeben ist das 4, Heft dieser von den Talmide-Jeschiwos-Preßburg herausgegebenen Zeitschrift, die wieder sehr wertvolle Beiträge enthält, erschienen. Personalnachrichtei». Todesfall. Samstag verschied in Sered n. Vähom im Alter von 105 Jahren die älteste Frau der ganzen Umgebung, Frau Lise Schwarz. Sie hatte das seltene Glück, auch verheiratete Urenkel zu erleben. Bei der Lewajoh schilderte Se. Ehrw. Herr Oberrabbiner Moses Eckstein das 55jährige Witwenleben dieser edlen Patriarchin. -־-׳ Am vergangenen Sonntag fand in To mala die Lewajoh von R. Jizchok Eisig Schwarcz s..A. statt, der im Alter von 87 Jahren am Schabbos verschied. Der Veriblichene war einer der Gründer der Tornalaer Kehillo und bekleidete lange Jahre das Amt eines Rosch Hakohol, Sein Leben lang nahm er an jeder Klall-Arbeit regen Anteil, Sein echt jüdisch geführtes Haus war weit und breit bekannt, seine Mildtätigkeit brachten ihm die Wert* Schätzung weitester Kreise. *Seine Hinterbliebenen und die ganze Gemeinde werden ihm ein ehrendes Andenken he״ wahren. 8.4 •1) חנצב־ה

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