Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 21 (1935)
- Issue
- 24 (21.6.1935)
- Date
- 1935-06-21
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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fffovlnov6 vyplfttnfe povolenö riadlt post ft tolftgf&fov v Bratislava 6is. *1572-111-20 V. b. b. Zeitungen tont Verleger versendet Journal exp6di6 pea f&liteur 30DI90H6 PRGSS6 WIEN. BRATISLAVA י 2t Jahrgang 2t Juni ms כ׳ סיון תיצ״ד" / Nummer 24 Redaktion und Administration: Wien, 1L, Malzgasse 12 a, Telephon A-46-0-15; Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 381 / Erscheint jeden Freitag / Redaktionsschluß: Mittwoch Mittag Abonnementpreise: Ganzjährig: für Oesterreich S 16, Tschechoslowakei Kö 80, Jugoslawien Dinar 160, das übrige Ausland Schw. Fr. 14. Einzelnummer öst. Gr. 40. Zahlungen f. ״Jüdische Presse“, Wien, auf folgende Post- Sparkassenkonti: Wien Nr. D-93.614, Brünn Nr. 126.058, Budapest Nr. 50.170, Warschau Nr. 190.409, Zagreb Nr, 40.217, Zürich Nr. VIII, 4117, Berlin Nr. 122.619. ORGsn für Die mTGRessen Des 0RTH0D0Hen juDemums Vor lästigen Verfärbungen schützt ODOL-Zahnpasta Ihre Zähne. 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Wir ׳können uns darauf beschränken, einige Zitate aus unseren Veröffentlichungen der letzten Jahre zu diesem Thema zu bringen. Am 14. Oktober 1932 schrieben wir: ״Der Zusammenbruch der Wirtschaft in allen Kulturländern und die Vernichtung der Erwerbsmöglichkeiten hat eine aUgemeine Not zur Folge, wie man sie seit Menschengedenken nicht kannte. Am härtesten sind die Juden davon betroffen, deren Elend durch den wahnwitzig überhitzten Judenhaß noch gesteigert wird. Der einzelne ist dagegen hilflos. Ein Zusammenschluß aller soll helfen. Von dieser Erwägung geleitet, wurde vom Vorstand der Wiener israelitischen Kultusgemeinde die Bildung eines Verbandes der österreichischen Kultusgemeinde angeregt. Die Beschäftigung mit Fragen religiüsen Charakters soll wohl aus dem Tätigkeitsbereich des Verbandes ausgeschaltet werden. Dieser Vorschlag erinnert an die im Jahre 1909 geplante Gründung eines Gemeindebundes im alten Oesterreich. Auch damals war nach Angabe und Meinung der Proponenten die Behandlung religiöser Angelegenheiten ausgeschieden. Ist so etwas für den jüdisch-religiös lebenden Menschen an sich schon schwer denkbar, da ja das Leben eines wirklichen Juden in allen seinen Teilen mit den Thora-Vorschriften dicht verästelt ist, mußten über- Eine Antwort auf eine Provokation. In Erwiderung auf das Schreiben, das die Wiener zionistische Palästina-Amts-Kom■ m i s s i 0 n an die Jewish Agency in Jerusalem gerich tet hat und das eine unerhörte Provokation an die Adresse der Agudas Jisroel beinhaltet, wurde ein Brief an die Jewish Agency abgesandt, den wir nachfolgend veröffentlichen: Wien, am 18. Juni 1935. An die JEWISH AGENCY, Immigration Department, JERUSALEM. dies viele ausgesprochene Programmpunkte des damaligen Entwurfs sofort den ,lautesten Widerspruch herausfordern. Es konnte doch nicht zweifelhaft sein, daß z. B. ״die Ausbildung, Bes timmutig der Qualifikation der Rabbiner, Religionslehrer׳ und Schächter“ als eine Frage von größter religiöser Tragweite zu bezeichnen ist, deren Erledigung die Orthodoxie niemals einer Gesellschaft von Reformjuden an vertrauen kann. Selbstverständlich setzten die Orthodoxen diesen Bestrebungen den energischesten Widerstand entgegen. In einer Eingabe an das ehemalige k. k. Kultusministerium legten ׳sie entschieden Einspruch gegen die Zulassung des Gemeindebundes ein. In einem von Wolf Pappenheim mit großem Fleiß und vollendeter Sachkenntnis ausgearbeiteten Bericht, der aus der gesamten Literatur von der ältesten bis zur neuesten Zeit Belege für den Standpunkt der Örthodoxen brachte, begründete er die Eingabe und überzeugte die Regierung, so daß der Entwurf des Gemeindebundes seine wohlverdiente Ruhe im Archiv des österreichischen Ministeriums fand. Auch der jetzt geplante Gemeindebund soll das religiöse Gebiet unberührt lassen. Er soll nur Abwehr zum Zweck haben. Zur Abwehr, zur Verteidigung kann eine Vereinigung von Fall zu" Fall erfolgen. Für die Dauer aber ist ein negatives Programm nicht ausreichend, um eine Körperschaft lebendig zu erhalten. Zu diesem Zweck, muß sie. positive, Fragen , des jüdischen; Lebens in ihren Wirkungskreis einbeziehen. Daß diese, sie mögen heißen wie sie wollen, immer religiösen Charakter haben müssen, ist klar, ebenso wie es Idar ist, in welchem. Geiste das herrschende Reformjudentum an die Lösung religiös-jüdischer Probleme herantreten wird. Heute liegen die Verhältnisse für die Orthodoxen noch wesentlich ungünstiger als von 23 Jahren. Damals vertrat der mächtige Stock der galizischen Gemeinden den altreligiösen Standpunkt. Heute befindet sich der größte Teil der jüdischen Bevölkerung der Bundesrepublik in Wien, gehört der Reform-Einheitsgemeinde Wien an. Die Judenschaft des übrigen Oesterreich ist daneben eine verschwindende Minderheit, die sich kaum zur Geltung* bringen kann. Ein Gemeindebund wäre daher neben der Einheitsgemeinde ein neues diktatorisches Instrument zur Knebelung der Orthodoxen, . zu dessen Zustände kommen oder Erhaltung diese nie die Hand bieten werden.“ Und am 17. Februar 1933 ׳befaßte sich die Der Vorstand der Erez-Jisroel-Zentrale der Agudas Jisroel für Oesterreich hat durch die Veröffentlichungen der dieswöchigen Wiener zionistischen Zeitungen von dem Inhalt eines Schreibens Kenntnis bekommen, das die Wiener Palästina-Amts-Kommission an die Jewish Agency gerichtet hat und das folgenden Satz enthält: ״Ganz besonders xinverständlich ist es uns, daß die Exekutive der A g u d a h, die hier immer als größter Feind des Palästina -Auf bau es auf tritt, sechzehn Zertifikate zugewiesen hat, während sämtliche zionistischen Parteien gänzlich ohne Zertifikate ausgehen müssen.“ Wir sehen uns veranlaßt, gegen die unwahre Behauptung, daß Agudas Jisroel als Feind des Palästina- Aufbaues auf tritt, schär fstens Einspruch zu erheben. Kenner der Verhältnisse und der historischen Geschehnisse wissen, daß zu allen Zeiten die religiösen Juden es gewesen sind, die, erfüllt von Liebe und Sehnsucht nach dem Lande ihrer Väter, zu jedem Opfer für den Aufbau eines religiösen Erez Jisroel bereit waren und unter Einsatz aller Kräfte für diesen Aufbau auch gewirkt haben. Die Mizwas Jischuw Erez Jisroel steht seit dem Tage der Gründung der agudistischen Weltorganisation im Vordergrund ihrer Betätigungsgebiete. Wir müssen in der Unterstellung, zu der sich die Palästina-Amts-Kommission in dem erwähnten Schreiben unserer Organisation gegenüber hinreißen ließ, den Versuch erblicken, durch offensichtlich widerlegbare Behauptungen eine Verkürzung unserer Rechte hinsichtlich unseres Anspruches auf den vereinbarten Anteil an den Einwanderungszertifikaten herbeizuführen. Wir protestieren energischest gegen jede widerrechtliche Vorenthaltung von Zertifikaten und ersuchen das Immigration Department der Jewish Agency, sofortige Veranlassung zu treffen, daß die uns noch aus der bereits abgelaufenen Sehedule zustehenden Zertifikate sofort ausgefolgt werden und daß gleichzeitig ohne Verzögerung auch die für die Augdas Jisroel in Oesterreich aus der derzeitigen Sehedule bestimmten Zertifikate zur Verteilung gelangen. Bei dieser Gelegenheit muß neuerlich betont werden, daß die Agudas Jisroel in Oesterreich mit der bisherigen, sehr geringen Zuteilung von Zertifikaten keinesfalls befriedigt sein kann. Eine ungezählte Schar von Jugendlichen, die jahrelang systematisch von der Möglichkeit einer Ali jah nach Erez Jisroel ausgeschlossen worden waren, warten in unseren Reihen darauf, daß ihnen die Tore des־ heiligen Landes geöffnet werden. Wir fordern, daßdiesem Umstand hei der nächsten Zertjf ikatens chedule in dem erforderlichen Ausmaße Rechnung getragen « erde. Mit vorzüglicher Hochachtung Für die Erez-Jisroel-Zentrale der Agudas Für den Vorstand der österreichischen Jisroel für Oesterreich Landesorganisation der Agudas Jisroel gez. Großrabbiner A. J. Friedmann e. h. ge*. Wolf Pappenheim e. h. gez. David Tiirkl e. 11. g^z. Wilhelm Weiß e. h. ״Jüdische Presse“ aus einem׳ aktuellen Anlasse wieder mit dem ״Gemeindebund“, und sie schrieb damals: ״In der Blüteperiode des Liberalismus wollte man einen Gemeindebund haben, der die Möglichkeit schaffen sollte, die bösen Orthodoxen im Zaume zu halten. Der Gemeindebund sollte nämlich die Gesamtheit der jüdischen Gemeinden der Regierung und der Gesamtöffentlichkeit gegenüber vertreten. Wenn die Leitung des Gemcindebundes in religiös-liberalen Händen ist, so werden die orthodoxen Gemeinden und die orthodoxen Minoritäten in den Gemeinden, soweit sie nicht schon in der ersten Instanz, in der Gemeinde, so in der zweiten Instanz im Gemeinde b u n d mundtot gemacht werden. Wenn es nach dem Wunsch der Assimilanten gegangen wäre, so hätte man in dem alten Oesterreich einen Gemeindebund geschaffen, in welchem Hunderte galizischer und mährischer orthodoxer Gemeinden eine einflußlose Vertretung bekommen hätten und nur als Staffage neben den Machtgelüsten einiger nicht mehr orthodoxen Großgemeinden erschienen wären. Die Orthodoxie hat zu jener Zeit die Gefahr erkannt und das Zustandelcommen eines auf solcher Grundlage aufgebauten Gemeindebundes verhindert. Die;Zeiten haben sich geändert. Die österreichische Monarchie ist zerfallen, Neu- BLED J U G O S HOTEL- PENSION L A W l E N OLYMP IC Streng orth.כשר Wiener Küche. Am Ufer des Sees an der Hauptallee, mit allem Komfort, fließendes kaltes u. warmes Wasser. Aufenthalt I in den prachtvollen Julischen Alpen. Prospekt I auf Wunsch * 1 Mkenirolerzeusuni Ulen I, Kärntnern Nr, 6 Fernsprechnummer U - 43 16 ־ 0־ OTHMAR SCHIFF