Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 21 (1935)
- Issue
- 22 (6.6.1935)
- Date
- 1935-06-06
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Ein König oerheiratete seine Tochter. Da riet einer seiner Höflinge, daß man sie bei den Hochzeitsfeierlichheilen, da ihr alle Großen des Reiches huldigen, auf einem Eie f a nt e n reiten lassen solle. Ein anderer machte hiergegen geltend: Der Elefant; ist ein hochgebautes Tier, thront sie in der stolzen Höhe, -dann wird niemand die Schönheit der Königstochter recht bewundern können, es sei besser, wenn sie auf einem P f e r cl durch die Menge ritte. Aber ein Dritter meinte: Der Elefant ■ist h crc h, das Pferd ist nie clr i g. beide aber sind stumm, haben keinen Mund, ihr zu huldigen, keine Hände, ihr Beifall zu klatschen, keine Füße, clie, des Tanzens kundig, vor ihr tanzen könnten; es ist besser, claß sie auf den Schultern oerehrender M e n sehen durch clie Menge getragen wird, dann werden clie Träger imcl das Volk, dann wird a 11 e s ihr entgegenjubeln. ln ähnlicher Erwägung Sprach G'ti: Ich ' will' die Thorä'niclil im Nissan und nicht im Ijar geben, dieser, stellt im Zeichen cles ״Schaur", des Stiers, jener im Zeichen cles ״Tleh״, des Widders, sie sind stumm; Ich will sie im Siwan geben der stellt im Zeichen cler ״T'aumim״, der Zwillinge, im Zeichendes M e ns c h e n, dessen Muncl preisen, dessen Häncle Beifall klatschen, dessen Füße sichim Tanz bewegen können!“ Der einfache Sinn dieser Worte ist unschwer festzustellen : Wenn G-tt. Seine Thora Israel gibt, dann soll alle Kreatur in den Jubelhymnus einstimmen, ■dann soll durch alle Welten, durch alle Zonen und Sphären das Lied des Dankes, die Stimme des Beifalls, der Ruf der Huldigung erklingen: G-ttes Lehre wird dem an vertraut, der sie zum Erblühen, zur Erfüllung, zum Leben bringen kann! ׳ Es mag aber auch •noch ein tieferer Sinn in dieser Erzählung liegen, eine Mahnung, die aus dem Gleichnis wie aus seiner Anwendung zu uns, spricht. ' Im Gleichnis heißt es: der Elefant ist hoch und das Pferd ist n i e d r i g, in der' Anwendung vernehmen, wir, daß Nissan und Ijar nicht die richtigen Monate sind, in denen uns die Thora gegeben wird, sie'stehen im Bild des Schaur und des Tleh! Der Ochs :i^t das Bild der Kraft u n d S t ä r k e, der Tleh das Bild der Hil f 10 sigk eit (siehe Jesajah 40, 11 und 65, 25!). Wenn es •gilt, die Schönheit der Königstochter aller Welt zum Bewußtsein zu bringen, dann darf nichts stehen zwischen ihr und dem Volk, nichts darf die Aufmerksamkeit von ihr selbst ablenken. Und nichts darf in ihren Kreis treten, selbst um ihr zu dienen, was sich nicht selber huldigend, in aktiver Teilnahme an diesem Fest der Königstochter beteiligt. . Und wenn wir zu den Sternen greifen und die Schrift zu lesen suchen, die dort verzeichnet ist: Nicht die Kraft, die das Interesse auf sich lenkt, nicht die Schwäche, die die Teilnahme hervorruft, alle beide sind dazu angetan, den Blick am Ziel vorbeizulenken, der M e n s c iTalleiii, der handelnde, in dem das Gute und das Böse mit gleicher zwillingsmäßiger Kraft nebeneinander schlummern, der Mensch steht dem Gesetz gegenüber, er allein ist sein würdiger Träger und Erfüller, wenn er ihm zujubelt durch die Sprache seines Lebens! Nicht auf dem hohen Piedestal festtäglicher Be- Sonderheit thront das Gesetz^ wohnt die Lehre, sie ist im Alltag des Menschen am sichersten geborgen, am festesten verankert. Sie will nicht dazu ’ dienen, von dem Menschen gelegentlich mit Gepränge zur Schau getragen zu werden — nicht in1 den besonders gehobenen Stunden des Lebens oder in seinen schwersten, wo der Tod von unserer Hilflosigkeit zeugt, will sie geladen und durch ״den Herrn Rabbiner“ in Weihe und Salbung vertreten sein, solchem Ruf ■ versagt sie sich völlig, sie ist dort, woderMens c 11 i s t, der Mensch in seinem; Alltag, der Mensch in seinem ewigen, in seinem täglichen Kampf zwischen gut und böse, dort ist.sie, wo der Mund ihr zur jubelt in Beten und ״Lernen“, dort, wo die Hände rüstig zu schaffen, aber auch sabbathlich zu ruhen; wissen, dor ty *wo-die?Eüße4j^ilen und nicht ermüden, . gehen und nicht schlaff werden“ weil G-ttvertrauen und Treue den Menschen, mit ז täglich frischer Kraft rüsten! ‘ Und י wenn wir noch einmal 40^1 den Sternen blicken: G-ttes Lehre ist nichtfür bestimmte Menschenklassen oder Menschentypen, sie ist für a 11 e! Sie ist nicht — ״Opium fürs Volk“, daß die Armen und1 Enterbten bei ihr billige Aufrichtung finden, sie ist nicht ein ״Zeitvertreib der Reichen“, die die Langeweile ins G-tteshaus treibt, sie ist das ״Lebensmittel des täglichen Bedarfes“! Nur dem, der täglich neu in Liebe um sie wirbt, dem wird sie ein Besitz, den er seinen Kindern weitergeben kann, nur von dem läßt G-tt Sich finden, der Ihn täglich sucht ... ׳ v_ Denn einen anderen« Sinn kann doch die Deutung Rabbi Meirs (Mnochaüs 43 b) nicht haben: ״Nun, Israel, was verlangt G-tt von dir? Das lehrt, daß der Mensch verpflichtet ist, täglich hundertmal G-tt zu ■preisen!“ Mag man noch so kunstvoll und gedankentief־ die Worten ,מד und ,מאד in Verbindung bringen (siehe Raschi und Tausfaus zur Steile), im Grunde soll hier ja dennoch gewiß ausgesprochen werden, daß der Mensch nur zu G-tt gelangt, wenn er täglich,. stündlich zu Ihm kommen will, auf den Stufen des Segenswortes zum Himmel hinaufzusteigen wagt! Das-kann ja auch nur der Bonn dessen sein, was Ben Bag Bag uns als wichtigste. Lebenslehre zu sagen hat: ״Beschäftige dich immer nur mit ihr und allein mit ihr, alles liegt in ihr, durch sie wirst du hellsichtig; werde alt und grau in ihr und weiche nicht von ihr, denn es gibt für dich kein besseres Maß als sie“ — an ihr kannst״ du allein ermessen, ob du auf dem richtigen Weg, wenigstens i n der Richtung zum Ziel hin bist! Dann nur leuchtet ,die Sonne des Siwan- Monats warm.in unsere Herzen, dann pur kann allein der Siwan der rechte Monat unserer Erneuerung sein, wenn unser ganzes Ich, heute und immer, aufgeschlossen und erfüllungsbereit ist: zu hören, zu lernen, zu lehren, zu hüten und zu tun! :*י,■'־ V\ Schon Kinder sollen die Zähne mit O D O L-Za.h n p asta pflegen. ODOL-Zahnpasta erhält die Zähne schön und gesund. Kleine Tube S —.90 Große Tube S 1.40 n ■ ׳׳v;'׳; •■'־v;\׳> Der Midrasch Tanchumo zu Jisraüy der sich ebenfalls mit der hohen und besonderen Mission des Siwanmöniats beschäftigt, wird mit der rein halachischen Frage eingeleitet: ״Wer Mundschmerzen hat, darf man ihn äm Schabbos heilen?“. An diese׳ .. halachische Frage, ׳die hier in bejahendem Sinn wegen פפק נפשות entschieden wird, wird dann; *eine hagadische Auslegung geknüpft: ״Der Heilige, gelobt •־ sei Er, spricht: Wünschst du, daß deinen Körper keine Not trifft, beschäftige dich mit der Thora, sie bringt dem ganzen Körper Heilung! Dem K o p f: ״sie , ,verleiht deinem Kopf einen Kranz von Anmut“. — \ dem Herzen: ״schreibe sie auf die Tafeln deines , Herzens“ — dem Hals: ״sie ist ein Geschmeide für : den Hals“ — usw. ״Und“ —•• so führt der Midrasch dann weiter aus — ״am Sinai schon zeigte uns G-tt die wunderbare Heilkraft der Thora; die unter Aegyptens Lasten ־., und Nöten blind und taub und lahm geworden waren, am Sinai s a h e n sie, am Sinai h;q r t e n sie, am‘ Sinai s t a n den sie! “ Dazu sagt Rabbi Jehuda bar Simon: ״Weil G'tt sie so erneuerte und verjüngte, < nannte er diesen Monat den ״Fürsten der Er-. > ,neuerung“, denn das ist der tiefere Sinn des , Wortes hachaudesch haschlischi (chaudesch abgeleitet von chidusch, schlisclii gleich Fürst — siehe Schmuel, II, 23, 8). ' -'.v;\r;'■•■ י";.,־ ", Daß im Lehrhaus nach einer Hälocho gefragt Der sogenannte grüne Zahnbelag bei Kindern . ist eine sehr häufig beobachtete Erscheinung, die dadurch entsteht,, daß infolge ungenügenden Putzens Speisereste• — vor allem klebrige Zuckermassen Gärungssäuren; bilden, die eine Entkalkung der Scfimelzschichte und eine Besiedlung der Zähne mit grünen Fadehpilzen herbeiführen. Deshalb, sollten auch die Zähne der Kinder mit einer geeigneten Bürste und Zahnpasta gründlich und regelmäßig gereinigt werden. Odol-Zahn pasta reinigt gründlich, ohne den Zahnschmelz abzugreifen, desinfiziert, Jst vqn angenehmem, köstlichem Geschmack Arzt bestätigen.;;י;■;;,■:.;;; ■E'