Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 21 (1935)
- Issue
- 15 (12.4.1935)
- Date
- 1935-04-12
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2629891-2630587-2630602--4969-2637226- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Riga 2× ep/1000826
OCR text
m 10 jmtiisom^itgssB , - mum - Erweiterte Sitetmgdes G«A« der Agüdas Jisroel Anläßlich d§f Anwesenheit von Obefrabbinef Ungar, Nitfa, und Sejmdeputierten Dubin aus Riga fand am 3. und 4. April eine Sitzung des G. A. der Agudas Jisroel statt, an der neben den Gästen sämtliche . Wiener .Mitglieder des G. Ä. teilnahrtten. Oberräbbiäer tfngär erstattete ein ausführliches Referat überdie allgemeine Lage inErezJisroel und beleuchtete insbesondere die Lage der Gemeinden und der .Jugenderziehung;‘Es wurde beschlossen, die Darlegungen fdes Rerrn oherrabhiners und die von ihm gezogenen Resolutionen sowohl dem Präsidium des rabbinischen Rates als auch den obersten Agudah-Instanzen in Frank•‘ furt und Warschau zu übermitteln. י Sejmdeputierter Dubin referierte über die Lage in Lettland und Über die Stellung der Juden im neuen Regime, ferner über die Verhältnisse in Ruß 1 and auf Grund seines längeren Aufenthaltes dort. Auf seinen Antrag hin wurde beschlossen, eine Sitzung der politischen Exekutive zusammenzurufen, um Erleichterungen für die Auswanderung aus Rußland zu erwirken. . Die Jahresabrechnungen des Keren Hat.hora und der Beth-Jakob-Zentrale gelangten zur Vorlage und wurden genehmigt. Zur Besprechung gelangte ferner ein Antrag der Erziehungsgesellschaft ״Jawneh" (Litauen), eine Erziehungskonfer e n z aller orthodoxen Verbände nach Erez Jisroel einzuberufen. Der Antrag wurde mit positiver Empfehlung ah die in Betracht kommenden Instanzen in Erez Jisroel und in der Gola weitergeleitet. Die Anti-Pessach-Kampagne in SowjetruMand Nachdem die Moskauer kommunistische Zeitung ״Em es“ die Kampagne gegen die jüdischen Pessach- Feiertage eröffnet hat, fordern auch die anderen kommunistischen Blätter ihre Leser auf, aus Anlaß der jüdisehen Feiertage den Kampf gegen die jüdische Religion erneut aufzunehmen. Die in Charkow erscheinende Zeitung ״Stern“ schreibt, daß die religiösen Juden bereits mit den Vorbereitungen zu den Feiertagen begonnen haben. Sogar Mazzosbäckereien wurden eingerichtet, es werden Gelder gesammelt, um die mittellosen Juden mit Mazzos zu versorgen, und auch nach dem Ausland wurde geschrieben, Mittel für diesen Zweck zu senden. Die kommunistischen Zeitungen stimmen darin überein, daß die antireligiöse Propaganda von Mann zu Mann und von Familie zu Familie gemacht und daß bei dieser Arbeit auf die Schuljugend besonders Bedacht genommen werden muß. An den jüdischen Feiertagen komme es vor, daß zahlreiche jüdische Kinder sogar den Schulen fern- .bleiben. Tschernobiler Rebbe זצ״ל• In New York verschied der Tschernobiler Rebbe, Rabbi Schlomoh Schmuei Twerski s. Z. 1., kurz nachdem er aus Riga dort angekommen war. Der Tschernobiler Rebbe lebte früher in Rußland, übersiedelte später nach Riga und entschloß sich nur ungern zu der Reise nach Amerika, wo viele seiner Chassidim leben. Während seines Aufenthaltes in Riga betätigte er sich in aufopfernder Weise für die notleidenden deklassierten Glaubensbrüder in Sawjetrußland. ,תנצב־ד. Danziger Juden außer Gefahr. Die am Sonntag, den 7. April, im Freistaat Danzig durchgeführten Wahlen zum Volkstag haben den Nationalsozialisten eine schwere Enttäuschung gebracht. Sie haben gegenüber: den letzten־ Volkstagswahlen nur einen verhältnismäßig kleinen Vorsprung gewonnen, die erhoffte Zwei drittel*־ Mehrheit, die zur Aenderung der Verfassung notwendig ist, jedoch nicht erringen können. Für die Juden Danzigs bedeutet der Ausgang der Wahlen die Abwendung der Drohung, daß die National- Sozialisten mit Hilfe einer Zweidrittel-Mehrheit die Verfassung. in dem Sinne ändern, daß den Juden die bürgerliehe Gleichberechtigung abgesprochen wird. Gegen eine Verfassungsänderung mit der erforderlichen qualifizierten Mehrheit hätte auch der Völkerbund, der das Protektorat über den Freistaat Danzig innehat, kaum etwas ausrichten können. שבת הגדול־ um 72 יו u1!r wird אדמו״ר שליט״א in der Sduffsdiul eine Drosdioh halten» Agudas-Jisroel-Mädchengrappe Wien. Infolge der Droscho Sr. Ehrw. Herrn Oberrabbiner Fürst in der;Schiffschul entfällt der dieswöchentliche Schabbosvortrag. Vom ״Verein zur Förderung ritueller Speisehäuser“ in Hamburg, Gr. Bäckerstraße 6, erscheint dieser'-Tage die Folge 199 des Verzeichnisses der rituellen Restaurants, Pensionen usw., das im Laufe der Jahre, speziell für jüdisehe Reisende, ein unentbehrliches Nachschlagewerk ge-, worden ist, Vom Sachsei den Hut zu Ostern S 9.80 — S 13.50 Prima HaarfUz S16-, 20.- Nutria S 62.— Borsalino, Antica Casa S 32.— Wien II. Taborstr. 39 Die bekannte PENSION WEISS, . früher Laurana, teilt dem geehrten Leserkreis höfliehst mit, daß sie ihr gutgeführtes, streng rituelles Haus nach ABBAZIA veiegt hat. Die w. Gäste werden bei mäßigen Tagespreisen .sorgfältig und gut bedient. Auskünfte werden bereitwillig mnd prompt erteilt Pension Weiß _ Viiia Emma, Abbazia. Wieviel Juden gibt es in Oesterreich! Das Resultat der Volkszählung. Nach den veröffentlichten Zählen der Volkszählung vom 22. März 1234• ist die jüdische Bevölkerung der Stadt' Wien, die im Jahre 1923 die Zahl von 201,513 oder 10,8 Prozent der Gesamtbevölkerung erreicht hatte, auf 176.034 oder 9,4 Prozent der gesamten Wiener Bevölkerüng zurückgegängen. Auch die Zahl der jüdischen Bevölkerung ganz ÖestereiChS ist stark rückgängig, Es gibt nur mehr 191.481 Juden! in Oesterreich, während die Zahl der österreichischen Juden im Jahre 1910 (für das Jahr 1923 liegen in diesem Falle keine VergleichsZiffertt vor) 194.564 Personen betragen hat. * Der starke Rückgang der jüdischen Bevölkerungszahl in Oesterreich Wird von der jüdischen Presse lebhaft diskutiert und sie versucht, Erklärungen für diese traurige Tatsache zu finden. v Für uns ist diese Erscheinung gar nicht verwunderlieh־. Der geschätzte Führer der Wiener Orthodoxie, Herr Wolf Pappenheim, hat in der Kultusgemeinde Jahre hindurch das Problem behandelt und das unjüdische Kein- oder Ein-Kind-System gegeißelt. Wie in allen anderen Fragen die positiv jüdisch-religiöses Leben betreffen, blieben seine Worte un gehört und der — Bedeutende Verminderung. Kultusvorstand hat nichts unternommen, um durch religiöse Belehrung und auf klärende Propaganda der EinsChränküng des Nachwuchses Malt zu gebieten. Diese Ersdheinung ist nun auch ein Glied in der Kette des A B* falles von unserer heiligen Thora* der uns zwingt, die selbständige orthodoxe Gemeinde zu erstreben. Daß die religiösen Juden an dem Rückgang der jüdischen BevölkerUngszaht durch Abfall ah andere Konfessionen oder an die Konfesäionslosigkeit keinen Anteil haben, braucht wohl nicht besonders hervorgehoben zu werden. , VERBAND DER SABBATÜFREtfNDE »,SCHOMRE SCMABBOSVWIEN, M., MALZGASSE 12». Auszahlung der Arbeitslosenunterstützung. In Anbetracht der bevorstehenden Pessach* f eiertage werden jene strenggläubigen jüdischen Arbeits 1 osen, deren Kontroll- oder Auszahlungstag auf einen der Pessachfeiertage fällt, eingeladen, in unserem Sekretariat um Ausstellung einer Bescheinigung anzusuchen, auf Grund welcher die ArbeitS* losenämter den Kontroll-, beziehungsweise Auszahlungstag auf einen anderen Wochentag verlegen. Garantiert Kunerol ist vollständig reines Fett aus Kokosnüssen, es ist nahrhaft, leicht verdaulich, unbegrenzt haltbar und kann von [edem Streng• gläubigen ohne Bedenken zur Zu- Bereitung von Milch- und Fleischspeisen für den Festtagstisch verwendet werden. Das Verschluß- Siegel der Packung gibt Ihnen die Gewißheit, daß Kunerol unter Aufsicht Sr. Ehrwürden des Herrn Bezirksrabbiners S. Ehrehfeld zu Mattersburg hergesteilt wird. mmi Da s100% re i ne Ko kos n u ßfett Nur echt in Originalpackung! ECHOS LOWAK TSCH Podkarpatska Rus erkält eine selbständige Zenf ralkanslei ' Nach langen, schweren Kämpfen ist es gelungen, bei den zuständigen Stellen die Bewilligung zur Errichtung einer separaten orthodoxen Zentralkanzlei für P. K. R. zu erwirken. Ein Dekret des Ministeriums für Kultus- und Schulwesen unter Zahl 153.642/35 vom 29. März 1. J. gibt dem Ländesamte in Uzhorod die VJfeisung, diese Institution zu schaffen und die Vorbereitungen zu einer dem Gesetze entsprechenden Wahl zu treffen. orthodoxen Juden haben sich durch diese Partei nie vertreten lassen, obwohl die jüdischnationalen Abgeordneten immer wieder namens ״der gesamten jüdischen Bevölkerung“ auftraten. Die) Orthodoxie wird nun v o n d.d e s e r aufdri n g 1 i c hen Be vormundung erlöst werden. Wir erfahren soeben, daß die zionistische Fraktion (bisher ״Jüdische Partei“) sich dazu entschlossen! hat, mit der S ozia 1 demokratischen Partei in P. K. R. eine Vereinbarung zu treffen, derzufolge me Sozialdemokratische Partei die zionistischen Führer Dr. Ghaim Kugel in P. K. R. und Dr. Arigelo Goldstein in Mähren und Slovensko auf ihrer Liste kandidieren wird. :;/'..־ " * ׳ - ׳ * Die Judenschaft in P. K. R. jubelt vor Freude. Weissagungen und Prophezeiungen, betreffend die Leitung der neuen Zentralkanzlei, durchschwirren die Luft. Ein mit den dortigen Verhältnissen gut vertrautes Blatt weiß zu melden, daß der Rabbinische Rat, an dessen Spitze der •MukaCevoer Oberrabbiner stehen wird, bereits konstituiert ist. Als weltlicher Obmann soll angeblich Herr Benjamin D avido vi.t s, Chust, in Betracht kommen. Alle diese Weissagungen sind aber selbstverständlich vorläufig eben nur Weissagungen. ־Mitten in der großen Freude wollen wir eine kleine Frage stellen: Ist die Freu de r ic htig am Platze? Werden es — wir wünschen es nicht — die Herren• nicht b e r e u e »י daß sie sich s e 1 b s t ä nd ig gemacht haben? Vielleicht wird es die Zukunf t zeigen, daß eine orthodoxe jüdische Gemeinschaft eines Landes zusammen z u g chen hat, wenn es gewisse Kreise die Vergangenheit nicht gelehrt hat.!. ■ Die Wahlkampagne Keine jüdischnationale Liste, Das Abgeordnetenhaus der tschechoslowakischen; Republik nahm nach längerer Debatte das h e u e W ä h!- « gesetz an, wonach beim zweiten Skrutinium nur die׳* Stimmen solcher Parteien berücksichtigt werden» die wenigstens in einem Wahlkreis die M l n d e s t z a h l von 20,000 Stimmen und im ganzen Staate mindestens 120,000 gültige Stimmen erzielt haben. Das neue Wahlgesetz wird es der zionistischen ״Jüdischen Partei“ unmöglich machen, zu den Pariamentswahien selbständig zu kandidieren. Pie Man spricht seit einiger Zeit eifrig von den bevorstehenden Parlamentswahlen, und wenn der Wahltag auch noch nicht bestimmt ist, sind die Parteien doch schon voll damit beschäftigt, den Wahlkampf ■mit Aufwand aller ihrer Kräfte und Energien aufzunehmen. Wie jedesmal, so auch heuer, werden Stimmen laut, die die Stimme des jüdischen :Staatsbürgers als ihr gutes Recht ״f o r d er n". Die jüdischen Massen stehen in der Tat vor einer Entscheidung. Nach dem neuesten Wahlgesetz hat die allseligmachende, sich ״Jüdische Partei“ nennende Fraktion ihre offizielle Funktion eingestellt und die ״Jüdische Partei“ hat ein für allemal aufgehört, offiziell in den Wahlkampf zu ziehen. Diese Neuerung hat wederuns noch die Partei- :־־":׳ führer überrascht• Am besten wußten es die Führer dieser Partei selbst, die es für notwendig •gehalten haben, noch vor der Liquidierung dieser Fraktion dem Erbfeind, der Orthodoxie, einen tüchtigen Rippenstoß zu versetzen. Und das geschah im Winter, als diese klugen Männer offiziell gegen die Orthodoxie demonstrierten, die Interessen der Orthodoxie ״vertraten“. Wie die Pilze nach ־ einem Regen melden sich, nun die verschiedensten Parteien und Parteicheh als rechtmäßige Erben der ״Jüdischen Partei“, Sonntagsruhe, , Sperrstunde, Getreide- und Viehmonopol, alle noch nicht ins Leben gerufenen ,Neueinführungen, welche die Existenz des jüdischen Bürgers gefährden könnten, werden יי•־׳•■ so versprechen.die Parteien — ,״wie ein Rauch vervschwinden“, wenn ihr, jüdische stimmberechtigte Bürger, ״unser e“ Liste wählet. So und ähnlich lauten heute die V e r s p r e c h u n g e n. Es ist tragikomisch, einer Wähler* Versammlung beizuwohnem Erst kommen langatmige . Rechenschaftsberichte über alles, was man unternehmen wollte und sollte, nur ״leider“ nicht ausführen konnte. Dann eine mitleiderweckende Beichte, die ■kleine und