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Jüdische Presse · 1935-04-05 · 14 (5.4.1935) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
21 (1935)
Issue
14 (5.4.1935)
Date
1935-04-05
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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t fifätisfcwe m 21* Jahrgang f Nummer 14 ÄÄS8 WIEN.BRATISLAVA S. APRIL 1935 ב׳ ניסן תרצ״ה Redaktion und Administration! Wien, 11.* Mate* gasse 12 a, ׳Telephon A*46-04S; Tschechoslowakei: B r a t i 31 a v ä, Postfach 381 / Erscheint jeden Freitag / Redaktionsschluß: Mittwoch Mittag Abonnementpreise: Ganzjährig: für Oesterreich Tschechoslowakei Kö 80, Jugoslawien Dinar lÖÖ/Va» Übrige Ausland Schw. Pr. 14. Einzelnummer öst. Gr. 40. Zahlungen f. ״Jüdische Presse‘*, Wien, auf folgende Post* Sparkassenkonti: Wien Nr. D-93.614, Brtiüh Nr.T26.068, Budapest Nr. 50.170, Warschau Nr. 190.409, Zagreb “ ’ Nr. 40.217, Zürich Nr. vni, 4117, Berlin Nr. 122.019. oRGnn pur Die imeRessen Des 0RTH0D0Hen juDentums G\'ed AnfisPeßadisKanipagne in Sojwetrußland« In einer Zeit, in der die offizielle sowjetrussische Politik den ihr gebührenden Platz im übrigen zivilisierten Europa scheinbar wieder einnimmt, tobt im Innern! der ,Kulturkampf mit einer Heftigkeit und mit einem Fanatismus, wie am -ersten. Tag. -]Der . ״E m e s“ —"schon dieser Name ist eine Herausforderung und eine Felonie —, das Blatt der jüdischen Kommunisten, eröffnet den A n t 1 - P e ß a c h -Fe 1 fl z u g im heürigen Jahre! wieder mit maßlos gehässigen Ausfällen gegen die jüdische Religion und ihre Träger, die, so banal sie auch sind, durch ihr künstlich gesteigertes Pathos empörend wirken•. Wenn• auch* uns religiöse Menschen nichts mehr wundern kann, was von dieser Seite herkommt, so frägt man sich doch, ob die Revolution denn nicht selbst das Gefühl dafür hat, daß diese abgrundtiefe und verabscheuungswürdige fanatische Hetze •gegen Dinge, die anderen׳ heilig . sind, nur die niedrigsten Instinkte auslöst und so jeder staatlichen) Ordnung, selbst einer kommunistischen, zum Verhängnis werden muß. Die Geschichte spricht eine deutliche Sprache und beweist, daß alle Mächte der Erde, •die sich losgelöst haben von den •zeitlosen Maßen der Religion, gefallen sind1. Das Judentum wird die Verfolgungen in. Rußland genau so überdauern, wie es alle ähnlichen Drangsalierungen überdauert hat. Erschüttert stehen wir, die wir in Freiheit un3erer religiösen Ueberzeugung leben können, vor unseren heldenhaften Märtyrern, die alle Qualen der röten unerscHütteriich festhalten an einem Gesetz, das von keiner irdischen Macht gegeben und von keinem irdisehen Faktor behütet wird, das aber in den Herzen seiner treuen Anhänger leben- und kräftespendend wirkt und nie untergehen• wird. Der M0nat.der Frei he i t kommt und mit ihm der Tag der Fr e ih eit, der diesen Helden die hoffnungsvolle Botschaft von der Erkenntnis Grttes •durch allö'Mensch e n •bringen׳ und ihnen Kraft zum Ausharren verleihen wird. Peßach Mizraira, Peßach 1 e 0 ß i d ... Vergangene Woche weilten zwei hervorragende Führer der Agudas - Jisroel - Weltorganisation in- Wien. Der eine, EUjahu Mazur, ist der geniale Präsid e.n t de r W ar s c h au er Ku ft u $- g emeinde, der größten jüdischen Gemeinde der Welt, der andere, MordechajD ub in, der Führ er! der lettlälndische.n Aguda und langjährige Präsident der Ri g aer K u l t u sgemeinde. Wir haben uns die Gelegenheit nicht entgehen lassen, beiden Herren unsere Aufwartung zu machen und mit! ihnen die aktuellen jüdischen Angelegenheiten zu besprechen. Präsident Elija Mazur äußerte sich: , S Die Verhältnisse in der Warschauer Kultusgemein de sind geistig und materiell konsolidiert wie nie zuvor. Wir stehen jetzt vor Neuwahlen des Vorstandes, denen in Warschau noch selten eine Gemeindeleitung so .ruhig entgegensah, wie die gegenwärtige. Wir kommen mit>Tatsachen,; die eine imerschütterliehe und deutliche Sprache sprechen. Wie die ״Jüdische Presse“ in ihrer vorigen Ausgabe berichtet hat, haben wir jetzt zwei neue Schuten in modernstem Stil erbaut, in denen 1500 Kinder in religiösem Geiste Schulunterricht genießen werden. Ebenso wie. auf dem Gebiete des Schulwesens hat sich die Tätigkeit der Kehiloh auch auf den anderen Gebieten erweitert. Das Wohlfahrtswesen der Gemeinde wird in einem Maße in Anspruch genommen, wie es bisher noch nie der Fall war. Unser Augenmerk ist natürlich darauf gerichtet, das Gl ei c hge wi cht im Budg־ et aufrechtzuerhalten und dies ist •bisher, wenn auch unter ,abfopfemder. Arbeit, •gehmgen.#‘ # - yy-: •;:•־ז י Die Not unte r den Juden in Polen wächst von Tag zu Tag. Von einer Besserung der. wirtschaftlichen Lage der jüdischen Massen ist vorläufig leider keine Spur. Die vergangene Woche vom Sejm angenommene neue Verfassung wird mit G-ttes Hilfe ohne, unvorteilhafte Rückwirkung auf die Lage der polnischen Juden bleiben. Große Sorge bereitet uns die von den antisemitischen Nationaldemokräten entfachte Hetze gegen die S c h e c h i t a. Wir sind aber überzeugt, daß־ es den Interventiönen unserer Vertreter gelingen wird, bei den maßgebenden Stellen Verständnis für unsere Belange zu finden, wie dies bisher immer der Fall war.* 1 . Die Organisation der Agudas Jisroel in Warschau und in den anderen polnischen Städten hat eine ungeahnte Entwicklung genommen. Die agudistische Landesorganisation in Polen ist heute im jüdischen Gemeinschaftsieben führend. Auch unsere Gegner anerkennen dies heute. Zur Frage des ״Jüdischen Weltkongresses“ kann ich Ihnen sagen, daß wir von dem Initiator dieser Idee, Dr. N. Go 1 d m a n n, < in religiöser Beziehung weitgehende Zusicherungen bekommen haben. Wenn wir auch diese Zusicherungen nicht überschätzen, so sehen wir doch darin für Uns eine Berechtigung, an gemeinsamen Verhandlungen teilzunehmen. Wir denken dabei selbstverständlich■ nur an eine Institution, die den notleidenden Glaubensbrüdern in aller Welt Hilfe bringen soll. Es braucht aber selbstverständlich nicht *betont zu werden, daß wir in dieser Frage keine Beschlüsse fassen der ״Jüdischen Presse“ erscheinen am Freitag, den 12. April, Mittwoch, Erew Pessach, den 17. April, Freitag, den 3. Mai. Redaktionsschluß für die P e s s a c h- Festnummer: Sonntag, den 14. April. werden, solange die zentralen Instanzen der agudistischen Weltorganisation nicht eine endgültige Stellung bezogen haben. (Sie wird gewiß negativ ausfallen! Redaktion.) Von den Bemühungen der Wi e ner O/r thod 6 x i e bezüglich ihrer öffentlich-rechtlichen Anerkennung habe ich Kenntnis. Bei uns in Polen ist diese Frage nicht aktuell, weil die Kultusgemeinden in ihrer , Mehrheit religiös sind. Die meisten Gemeinden werden ja von orthodoxen Vorständen verwaltet. Bei Ihnen in Wien liegt die Sachlage natürlich ganz anders und ich wünsche Ihnen deshalb viel Glück zu den von Ihnen bei der Regierung unternommenen Schritten. Deputierter M. Dubin erklärte dem Interviewer: In Lettland, wo die Bevölkerungszahl ungefähr zwei Millionen Seelen beträgt, leben rund 94.000 Juden, davon 42.000 in Riga. Im Mai vergangenen Jahres wurde bekanntlich der Sejm aufgelöst. Die Parteien wurden verboten, so auch die zionistisch-sozialistische rPariei A,,Zeife:K-Zion^:. und^״der/^Bun<l“. ft ^Neben׳t anderen j Blättern' wurde auch sämtlichen^üdischen Blätterny>die. : Konzession entzogen, 5 bis auf; eine jüdische. Tageszeitmag, die unter ägudistischer Leitung weitererscheinen darf. ■jWenn auch die Agudas Jis!;oel in Lettland schon seit Jahren die Führung im jüdischen Gemeinschaftsleben inne:. hat, so ist dies seit dem neuen Regierungskurs noch in viel stärkerem Maße der Fall. Die Agudas Jisroel, deren; Vizepräsident ich zu sein nunmehr schon seit Jahren die Ehre habe, findet bei der Regierung immer volles Ver?• y ständnis. Sämtliche jüdischen,Schulen unterstehen dem agud istischen Schulrefereriten im Unterrichtsministerium, Chodäköf f. Daß diese. Schulen in streng religiösem Geiste geführt werden, braucht .wohlyhichtybe?־y tont zu werden. In religiöser Hinsicht im allg e m einen allerdings gibt es noch viel zu wünschen. Während in L e t ga 1 e n, wo ungefähr ein Drittel der lettländischen Juden lebt, diese ausnahmslos die Säbbathgesetze beobachten, gibt es leider in Riga sehr viele Juden, die den Schabbos öffentlich entweihen. Jeschi- Wos gibt es in Riga unter Leitung von Oberrabbiner Sack, in Resekna und in D o vgal p i s befinden sich Jeschiwos ״Bes Josef“. Zu den allgemeinen aktuellen jüdischen Fragen habe, ich Ihnen nicht besonders viel zu sagen. Die in letzter Zeit zu bemerkende überaus heftige p a 1 ä s t i n o z e ntrische Einste 11 ung gewisser ägudistischer Kreise macht m i r Be denken. Diese Richtung betrachtet in der Erez-Jisroel-Arbeit das Um und Auf der agudistisehen Bestrebungen und sehen in Erez Jisroel geradezu das alleinseligmachende Ideal. Es liegt mir natürlich fern, gegen die Erez-Jisroel-Arbeit der Agudah Stellung nehmen zu wollen, aber diese ausschließliche Hervorkehrung der Erez-Jisroel-Idee kann ungünstige Folgen haben. . In dem von Dr. Goldmann und den betreffenden Organisationen propagierten ״Jüdischen Weltk0ngreß“ sehe ich eine rein zionistische Partei-' Sache. Die Zionisten haben seinerzeit, um neue Geldquellen zu erschließen, die sogenannte ״Jewish Agency“ geschaffen, von der heute bereits feststeht, daß sie eine rein zionistische Institution geworden ist. Nachdem nun diese Firma nicht mehr genügend Zugkraft besitzt, wollen die Zionisten eine neue Institution unter dem Titel ״Jüdischer Weltkongreß“ schaffen. Ich glaube, daß eine Beteiligung der Agudah an diesem ״Weltkongreß“ nicht i nF rage komm en k a n n und auch keinen Sinn hätte, zumal auch die Bestrebungen des itongresses; für das Judentum schädlich werden können. Was die Lage der Agudah im allgemeinen anbelangt, so könnte dieselbe nach innen und nacU uußen viel Othmar Schiff räumt! FERTIGE PERÜCKEN (Modelle)^ erstklassiges Material und Ausführung Neubestellungen . 2$ firazentm ufsMugl Reparaturen und Auffrischungen prompt und >m׳ iiil ׳;•y ^■יד: «rfV...1... י*__ *..ß v 'ißiii&’&'sr

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