Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 21 (1935)
- Issue
- 12 (22.3.1935)
- Date
- 1935-03-22
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2629891-2630587-2630599--4950-2637204- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
>1 *י *v.V . “■ \i telögtäfcV V B*ä «SjvS¥vיי! ל׳ ■י?;? ־??? ׳*S'^-•-. Wm-BRATISLAVA, 22. Aä/MZ »35!ואדי.תרצ׳ז r.׳ 27. Jahrgang / Nummer; 72 ' -יlיPי■Nl■P!יייי,■ייייiי,ייייי!י■lייl■יPB*■י■וייו•■fcp•■■^Ä■f*■p■■*■■■וו■i■■■■■■■ו■/ll-־^:■:/ ■ Redaktion tuid Administration; Wien, H,, Mki^ ׳ gässelS a, Telephon A-־46׳<M5; tfscfaechostöwakei; ־;־ ־ Bratislava, Postfach 381 / Erscheint jeden Freitag / Redaktionsschluß: Mittwoch Mittag י Abonnementpreise: Ganzjährig: für Oestefreich S 16, ' Tschechoslowakei Kö 80, Jügoslawien Dinar 160, das Übrige Ausland Schw.Fr. .14. Einzelnummer öst. Qr, 40. Zahlungen f. ״Jüdische Presse“, Wien, auf folgende Post» •׳ spärkassenkonti: Wien Nr. D-93.614, Brünn Nr. 126.068, Budapest Nr.• 60.170, WäracbaU Ni*. 1001409, Zagreb - Nr. 40:217, Zürich Nr. Vm, 4117, Berlin Nr. 122.619. ' Wieder ״JüdkAer Weltkongreß Nachdem eine längere Zeit Grabesstille um die Idee eihes ״Jüdischen Weltkongresses“, geherrscht hat, scheint diese Idee doch nun wieder in den Vordergrund gerückt zu werden. Der ,Gedanke des ״Weltkongresses“ hat seinerzeit ,in der gesamten jüdischen OeffentlicHkeit eine leidenschaftliche Diskussion ,ausgelöst, die letzten Endes nicht zugunsten des ״Weltkongresses“ selbst ausklang. Die großen Organisationen: der amerikanischen und englischen Judenheit haben ’eindeutig ihr* Veto g e g e n die Einberufung eines “solchen Kongresses eingelegt, da sie’darinerneii Versuch der Jüdischnationalen erblickten; eine internationale Organisation zu schaffen; deren Wert!Unter deren Mängeln zurückbliebe. , , Die Initiatoren des Kongresses sprechen davon, daß der Kongreß' sich nebst w i r t sc ha ft 1 i ch e n auch mit p o 1 i t i s c h en Angelegenheiten befassen soll. Es braucht wohl nicht betont zu werden, daß es• Pflicht aller Juden in der Welt ist, in dieser großen Not sich zu gemeinsamer karitativer Tätigkeit ■zu sammeln. Aber gerade־ auch jene englischen und amerikanischen־ Kreise, die beispielgebend) Immensesauf dem Gebiete der Wohltätigkeit zur länderimg der T^Töt; der jüdischen Brüder geleistet haben,: lehnen, einen Weltkongreß, der jüdische Politik machen soll, aus der richtigen Erwägung heraus ab,, daß ..es keinen, .einheitlichen Schutz der Judenheit gebenkann. ' . , ׳ ,Am schwersten : jedoch : mag -wohl (das V e tär die.r׳ W e It-Orthodo x i e gegen; einen״ Jüdischen• Weltkongreß“ in die Waagschale fallen, zumal •die* BädSrikeri der Orthodoxie nicht zu entkräften sind.-Ab^eäehen-yon den politischen Bedenken, daßveine internationale Organisation immer den Schein eines- WidersprucheS mit dem i Staatspatriotismus in, sich trägt;! der übelwollenden Gegnem billigen Agitäti<msstoff|:; liefern, .könnte, hat die Orthodoxie, und* das ln' erster>^Reiher מelig'i ö s e B edenken, die nicht zu zerstj^uen. sind, blicht nur, weil die Initiatoren und Propagatoren des ״Weltkongresses“ persönlich der jüdischen Religion Entfremdet sind, hat die ' Orthodoxie als die Grundford^rung ׳ ׳für die י Möglichkeit einer, Teilnahme die Auss.cIVa 1 tung aller kultur e 11 e n F. r a ge n verlangt/[! sondern weil es für uns religiöse;Menschen überhaupt^eine*unbedin-gte Vor־• aussetzüng für jede Zusammenarbeit ist; .daß־ das G-ttesgesetz ihre GnmcÖage^bilder \; Darüber sindV weder V&hähälüngen,. noch *‘ Diskussionen, noch, Abstimmungen möglich* und zulässig. Wer den Boden, der Religiosität;.irpjüdischen Prägen verläßt, hat das Tuch zwischen * sich imd; der •jüdischen Geschichte entzweigeschnitten und kommtfür das religiöse- Judentum weder als- Verhandliings-7 ־MQh als Vertragspartner in Betracht. Die diesbezüglichen'-'Einwände* der ägudistischen Weltorganisation wurden; .dabin;. beantwortet, daß* der , :Kongreß ״souverän“ sein s911|!11nd seinen Wifkungskreis 1 selbst' bestimmen wird.‘ »W eil; aber die Orthodoxie äuf! dem• Standpunkt steht, daß!souverän. n u r das G-ttesgesetz ist,,f,aä s en wir di es enjK.om.grje ß ״al s •K(ampf : gA g em' d i e' S 6Invr:e"f ä ni׳ t äitl d e f/Th'0 •r.a׳־a'ü’f. un d; lehnen einen‘ solcheny Kongr eß mit all e;r; Entschie d.enhei t für.je,t;zt und a 11 e * Z.u׳ kunf t ab.; י1:, .... •;■< ־ Um die Heimat ' .Äl®.'-'*■' ״*•'■ ' ■׳ ■■ .־״.•■' ־־«-,--tl.■■,■-■ .־־.•.■* ■ Von Bezirksrabbiner Simon Schwab, Ichenhausen. III. Kurz umrissene, großartig feststehende. Begriffe geben das wahre, das historisch und schicksalsmäßig echte Wesen des Judentums wieder, von' seiner Geburtsstunde bis in die Gegenwart hinein: ‘ ' ' “ Der einzige G-tt und Schöpfer, der Gesetzgeber der Natur, ist König der Menschehwelt. Er hat. ein Volk als vorbildliche heilige Nation erwählt, um durch es Seinen geoffenbarten Souveränen Willen, als Thoragesetz, in die Tat Umsätzen zu lassen.;:■'.,y?; Jeder Jude ist somit dur eih -Geburt Untertan und hörig seinem König, ebenso ist der jüdische S t a a t oder seine politischen und kulturellen Zellen nur nach dem souveränen Willen G-tt Königs denkbar und lebensberechtigt. Jede TIe ber.t,re tung d er Thora ist Verrat an König, Gesetz und Nation, ist som|t Verbrechen, Revolte, Todsünde gegen, den Gesetzgeber, der Sein Volk’ zu. fürchtendem und liebendem Gehorsam auf ruft. Jeder Einzeljude ist Soldat in der Armee des Herrn der Heerscharen, er hat. seine Pflicht zu tun, anständig und brav seinen ihm durch Berufung und Schicksal übertragenen Posten auszufüllen — sonst nichts. ־ G-tt׳ — Jisroel — Thora: untrennbare Einheit. Denkt daran! •־ IV.-■ * ־:•''.עי■׳; ■י.■■ Es kann niemals gelingen, die drei historischen Entstehungs.faktoren des Golus zu meistern, wenn nicht bald die zu Ende gedachte Selbstbesinnung der Orthodoxie allgemein sich durchsetzt. Seit'dem Ideenkampf mit dem pseudojüdischen Liberalismus und dem heidnischen Individualismus des vergangenen Jahrhunderts ist für große wertvolle Teile der Orthodoxie, vornehmlich im Westen, das Thörajudentum - —* zur‘ Nur-Konfession zusammengeschmolzen. Um es nochmals klär zu formulieren: Nur einem 0rthpdoxen Judentum, als g-ttliche Nation, die ihren souveränen König, den Dreimalheiligen, die bedingungslose Gefolgschaft bis in den Tod wahrt, als einem über das NurreÜgiöse binausweisenden g'ttUQh•* nationalen Begriff also, kann das gesehichtliehe Werk ge- (Förtsetzühg.) längen, Erez .Tisroel und dainit die heute noch oder wieder pröfänen jüdischen Völksmässen für Thora, für die g-ttliehe Kultur;des Lernens und ־Uebens' zu: er obern;ünd zu ■ ‘ kultivieren;;gleichzeitig :;auchi>dürch planmäßiges Wörbeii, A.ufklären und Erziehen־ selbst den letzten' schäbigen Rest des prinzipiellen G-ttlosen- und Leugnertums aus dem Heiligen• Lande zu. bannen. Nur •der Or. t h o d o x i e als demi politischen Wesensgebilde des Judentums - als - G-ttesnation, wird es gelingen, die. jüdisehe und nichtjüdische Oeffentlichkeit — vornehmlich die M an da t af macht —; zur realpolitischen achtxmgsvollen Anerkennung zu gewinnen. Nur der Orthodoxie endlich, als der selbstbewußten Kemtruppe. des Thora- Volkes, könnte das hohe Werk möglich werden, im •Interesse lmd. 1m stillschweigenden Auftrag der Gesa’mtjudenheit und Seiner zukünftigen Geschichte, mit der .'islamitisehen.Welt auf dem Verhandlungswege einen polit'isehen Freundschaftsbund einzüleiten, der von der Grundtatsache ausgeht, daß der eine Partner, ,jdas jüdische Volk, auf jede außer jüdische Machtbefugnisse deshalb, doch feierlichst. Verzicht leisten, kaimj da. es eine g-ttgegebene Politik vertritt, die ohne Messias jede• Annektion im Gewaltwege — . oder wider den ausgesprochenen Willen der nichtjüdischen palästinensischen Einwohnerschaft — als Verbrechen an G-tt und der Nation verurteilt. . ,׳ ׳ .-■ v.. Doch bleibt alles obige Phantom, billige kih- , dische Traumphantasie, wenn es nicht gelingt, eine Ali ja tiefüberzeugter orthodoxer Massen zu organisieren, '''׳"■■׳■;::; :׳ . , Nur die orthodoxen organisierten Massen — der Begriff ist relativ zur gesamtjüdischen Einwohnerschaft gedacht — haben genügend Nachdruck und Einfluß zür Geltendmachung der nationalen g-ttlichen Forderungen ihrer politischen, kultürellen und ersdeherischen Gedankenweit. Nur orthodoxe; jüdische Massen, könnten y— aUein durch die Tatsache •ihres^^ Vorhahdehseins — die bisher jüdisch-neutralen palästinensischen Kehilloth majorisieren, oder zumindest, kraft ihrer zahlenmäßigen und charakterüchen Bedeutsamkeit, zu einer positiv gesetzestreuen Stellungnahme umstimmen. Nur orthodoxe Massen werden;auch im Bündnisfail dem Araber beruhigende Gewähr; für die ausgesprochen proarabische Bewährung der . Ge- , sämtjudenheit bieten können. Eine Immigration bewußter gesetzestreüer Juden ist ein unerläßliches Postulat der Zeit. ' : Einem ganz. ■"■;י; י '■;:׳ großen palästinensischen ״Treffen ־des or,tho- J doxen Weltjudentums״,;.würde es gelingen, die Parole der : zugeben im Heiligen Land. Die Besten unseres Volkes ziehen ein in die Heilige Stadt, ah die heiligen historischen“ Stätten und Gräber; die Lehrer der Gola, des Volkes * Größte und Gelehf^ter;die.;.pehker׳׳wie׳. die:;Pfäktike^dle.‘- Erfahrenen, die Opferwilligen und die Entflammten. lätaüiSche *ThorafÜrsten, chassidische Volksführer, polnische; Arbeiterjugend, ungarische Feüerköpfe^; deutsche Syste-;' matiker, westeuropäische Politiker und Organisatoren, thoratreue Jugendbündler aus aller Welt, Askanim aus Amerika, Südafrika, aus dem gesamten Orient, Vertreter der nordafrikahischen, der jemenitischen Judenheit “ eine unerhörte grandiose Demonstration des beispiellosen •'■־<'■■■׳ ־׳ Kiddusch haschein barabim * . vor den Augen der Welt auf historischem Heimatbodeu! -4es wäre 'schon dies allein ein Erlebnis, von kaum einr schätzbarer-Bedeutsamkeit. , - . . -.. Die volkserzieherische Wirkung; ־der ^mPiP^kres dieser heilig-fanatischen Unbedingtheit der festlosen״■ selbstbewußten Hingabel an G־ttes Herrschaft im Kriltur,; Politik; > Wirtschaftsform, Rechtspflege; Pädagogik xmd y Lebenskuni3t, ist kaum zu überschätzen. Sowohl für die thoräffemde Judenheit als auch für die ‘ englische' oder arabische: Welt; w;äfe .ein v derartiger; kinus Zadikiiia;ein % wichtiges politisches Erleben, das ernsteste;' gründlichste rWjirdC. 'sich^das.: .ün>, 'getrübte Bdwußtsefn äürchsetzen,: daß - die Orthodoxie doch Wohl nicht, eine bedeutungslose. Außenseiter-Clique dar-, stelle. sondern .das; - . . ״ , .'־ pulsierende Herz des, Klall Jisroel, *> dessen Forderungen־;.׳ für das; öffentliche Leben in ihrer־' elementaren .politischen Vitalität• stattgegeben werden' muß. . - . ’ ־' Nur so würden für die bereits skizzierten drei historischen Unerläßlichkeit'en realpolitische Lösungen ge-. fünden. Erez Jisroel könnte dann seelischer Zentralpunkt der Gola werden; Es muß e r ob er t werden, für G-ttes Herrschaft, die von Zion ihren Abgang nimmt. —• ' r G-tt gebe den ’ Maßgeblichen die glückliche Einsicht, das' Heroische, Einmalige und Echte von der Gesamtheit zu fordern. Es geht um uns alle. Um die erträumte:? er-, strittene Heimat. ' ‘ '??? Nicht ״:um dIe ,,Erlösung<‘ geht? das Ringen, denn f G-ttes ist die Erfüllung. Nicht um den Messias' geht’s — denn G-ttes ist das . Geheimnis, Aber um des Landes und des Volkes Reinheit willen, die entweiht wird, laßt unsdies heilige Terrain der Zukunft, ,laßt uns unser Erez;retten. — (Fortsetzung folgt.) י' ״ ' / Um die orthodoxe Gemeinde.;Zufolge mehrfacher Anfragen über den Stand der von der Adas Jisroel eingeleiteten Schritte, betreffend die Gründung einer selbständigen orthodoxen Religionsgemeinde, haben wir uns an ein führendes *Mitglied des Vorstandes, Herrn Kommerzialrat —Moriz Leitner, gewendet, der uns folgende Mitteilung machte: Die zuständigen Behörden haben -- über unsere Vorstellungen direkt von uns -r.vers schiedene Ergänzungen und statistische Unters lagen zu unserer Eingabe verlangt. Dieses Mas terial würde vor kurzer Zeit im Wege des Wiener• Magistrats dem Bundesminis sterium vorgelegt. Dje durch diese Unterlagen ergänzte Eingabe bildet nunmehr den Gegen־־ stand der Prüfung im Bundesministe־־ rium für Kultus und Unt er rieht. . Wir erwarten eine wohlwollende Prüfung und Behandlung der Angelegenheit und glaube ich, daß unsere Hoffnung äuf eine aufrechte Erledigung um so berechtigter ist, als jr Herr Bundeskanzler in seiner in London abgegebenen Erklärung zur Judenfrage insaiüäü :י \V' Die weltberühmte, in Qualität unübertroffene i j- * f f ’ C für die _ orthodoxe m i ■ i ' .־ U ׳. r״:,ysv... . . . "'ii*. \ '■> i:' *' ידי׳ ■rf,:•;,:." >״ _ i