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Jüdische Presse · 1935-02-15 · 7 (15.2.1935) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
21 (1935)
Issue
7 (15.2.1935)
Date
1935-02-15
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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יייוי N0VlfiÖV6 etfplatftli pttVöleM f־iädit pöSt ft ״ ~ Vim mKtmmm V. b.b. - ■ i Wffi JMinu11 WIEN, BRATISLAVA 15 י. FEBRUAR 193$ 2t Jahrgang / Nummer T ]Redaktion und Administration: Wien, 1L, Mälz^ gasse 12 a, Telephon Ä»4M->1!>; Teehechoslowakek Bratislava, Postfach 381 / Erscheint jeden Freitag / Redaktionsschluß : Mittwoch Mittag Aboitnementpreise: Ganzjährigi fürOesterreich S 16, Tschechoslowakei Kß 80, •׳ Jugoslawien '׳Sitter. 150,■ da» Übrige Ausland Schw. Er. 14. Einzelnummer bst. Gr. 40. Zahlungen f. ״Jüdische Presse**j Wien, auf folgende Postsparkaäsenkonti!; Wien Nr, D»93;614, Brünn Nr, 126.0S8, Budapest Nr. 50.170, Warschau Nr. 190.4Ö9, Zagreb Nr, 40.21?) Zürich Nr. VÜI, 4117, Berlin Nr. 122.619. 0RGnn für oie imeRessen Von Babbiner Dr. Hermann Klein, Berlin. Aus einer im ״Israelit“ veröffentlichten Artikelserie des geschätzten Autors veröffentliehen wir den folgenden Ausschnitt, dessen besondere Aktualität durch die Separationsbestrebungen der Orthodoxie in Wien gegeben erscheint. — Redaktion. Was wir von dem, Prinzip Hirschs wegen der Besohäftigung mit profanen Wissenschaften gesagt haben, daß die eigentliche Quelle seiner Devise sein Stolz auf sein Judentum ׳und dessen Thora ist, güt in noch höherem' Maße von seiner gemeindepolitischen Forderung des Austritts aus der liberalen Gemeinde. Es ist ihm, den selbstbewußten, stolzen Thorajuden, der Gedanke unerträglich, daß die Thora, die Königin in Jeschimm zu sein hat, in einer jüdischen Gemeinschaft die klägliche Rolle des Aschenbrödels spielen soll, daß es 'von der Laune irgend welcher Gemeindegewaltigen abhängen soll, ob, man der Thora ein bescheidenes Plätzchen innerhalb einer jüdischen ^Kehillah gönnen soll. Er empfindet es als Ghillul-Haschem, als eine Würdelosigkeit ׳[sondergleichen* ,wenn: man die zu einem wahrhaft religiösen Leben notwendigen Institutionen sich erkaufen und erhandeln muß durch Bewilligung von Mitteln für Institutionen, . die der Thora zuwider sind und hur dazu dienen, wahrhaften Thorageist zu vernichten. Die Herrin darf nicht zur Bettlerin erniedrigt werden! Es sind nicht ׳halachische ■lind logische Gründe, die in erster Reihe ihn zur Forderung des Austritts bestimmen, sondern sein jüdischer Stolz und sein jüdisches Selbstgefühl sind es, die ihm ein- Zusammenleben in einer Gemeinschaft mit Menschen, die G-ttes Thora ihrer G-ttlichkeit entkleidet haben, denen G-ttes Wort nicht oberstes Gesetz׳ für ihr privates und öffentliches Leben ist, die das verhöhnen, was dem wahrhaften Jehudi die Seele seiner Seele ist, als abso lut un möglich erscheinen lassen. Rein -g ef üh 1 smäßig ist zuerst die Begründung dieser für ihn so selbstverständlichen Forderung, die er aus dem Verhalten der änderen zieht, die ja aus dem alten Judentum ausgetreten sind, da sie seine ׳Grundlagen verleugnet haben und irgend ein Gebilde geschaffen, haben, das mit dem alten Judentum -hochstens den Namen gemein hat. Wer den נותן התורה leugnet, hat G-tt geleugnet, und es ist ein tiefes Wort der Weisen ה ל ואי אותי עזבו ו א ת ת ו ן ת י שמרו, daß G-tt selbst seine Thora höher steht als ein leeres, inhaltloses Bekenntnis zu ihm. _ Wir kennen G-tt nur aus G-ttes Thora und unser Bekenntnis zu ihm besteht in der Erfüllung seiner Thora. Auch G-ttes Walten in Natur und Geschichte lernten wir aus der Thora kennen, bzw. durch die Offenbarung am Sinai, die für uns einmalig und eindeutig war, wie sie eben in der offenbarten Thora niedergelegt ist. Die logischen und halachischen Erwägungen setzten erst später ein, als er merkte, daß man seiner Forderung, die mit elementarer Gewalt aus seinem ganzen jüdischen Empfinden heraus hervorquoll, halachische Argumente ,entgegenhielt. Ein fassungsloses Staunen ergiff ihn, daß man aus der Halacha etwas beweisen wollte, was für ihn als übe rhalachisch ׳galt, d. h. als etwas, was für ihn vor jeder Halacha feststand, daß man mit Minus sich nicht zu einem Verbände zusammenschließen dürfe, er fühlte sich in seinem, Innersten getroffen, seih jüdisches Selbstgefiihl, sein jüdischer Stolz waren verletzt und der Schmerz und das Weh hierüber führten seine Feder in seiner Entgegnung an seinen größten Gegner, und meißelten die Sätze zu wahren Hammerschlägen, deren Wucht wir noch heute beim Lesen mit Schauem der Ehrfurcht empfinden. Nur notgedrungen läßt er sich auf halachische Erörterungen ein, ' die ihm nicht als das Wesentlichste in dieser Frage erscheinen. Wir erleben hier bei ihm das gleiche wie bei den großen Thorafürsten Ungarns, die gleich ihm die Trennung von den neologen Thoraleugnern als von der Thora geboten erklärten. Die größte halachische Autorität der Neuzeit, der Chasam Sofer s. Z. 1., der kaum jemals eine halachische Entscheidüng fällt, ohne sie aus Schass und Posskim ausführlich• zu begründen, hat für seine Forderung für die Trennung von den Liberalen es nicht für; nötig erachtet, Beweise zu erbringen. Sie sind für ihn wie die ״Genossen des Aman und Saul, die Karäer, Ünd wie die Genossen des Zadok -und Boethus, die Sadduzäer, die" man aus der Ge- ■ ■־!׳y*J■ . meinschaft Israels ausgestößen hat.“ ואין אחריותם ע ל י נ ן ״Wir sind nicht für sie yerantwoftlich“, wohl aber für unsere Kinder, die wir vor ‘ihnen schützen müssen, erklärt er souverän als der große‘Thörafürst, dessen Empfinden und , ,dessen. Gef ühl . ja äh; ' äch’^Mi Ühd - Posskim.’drientiert sind.: (Vgl.• חחים 'הלק ו׳ תשו׳ סין)■, Auch seine Nachfolger und Schüler ״ מהר׳ם'זאייש,־ מהר*ם .שיק und •בחב סופר haben es• niemals als nötig empfunden, strenge halachische Beweise für die Trennung; zu erbringen. Auch ihnen war diese Forderung etwas Ueberhalachisches oder -Vorhalachisches, die ihre Begründung, in' dem wahren,, unverfälschten jüdischen Gefühl hat.• Die nun einmal vorhandenen Gegensätze sollen Die besten Elsen Wurst-und-Selchwaren 3 mal täglich frisch bei HAGEL, Wien II, Praterstr. 33 werden billig und elegant arrangiert TBglich Spezialitäten: Selchfleisch mit Ritschet, Scholet, Pfefferkarpfeif, Würstel mit Gulyassaft etc.*— Menü von S 2.— aufwärts Nur bei Hagel, II, Praterstraße 33 nicht verwischt werden und ״als Juden wollen wir/ihn lesen", ihn, Samson Raphael Hirsch s. Z. 1., der ■unk*gelehrt hat, auf unser Judentum stolz zusein, und der $s nie begriffen hat, daß man um äußerer Vorteile willen auch nur ein Jota von •etwas preisgibt, was einem gar nicht gehört. Ueber ״G-:ttes Thora hat'•hur G-tt zu . v e rfügen und der läßt sich von seiner' ganzen Thora nichts abhandeln. Die ganze Thora allein ist משיבת נפש, sie allein bringt die in die Irre gegangenen Seelen heim, für sie müssen wir unsere Gemeinden erhalten, die nichts anderes sein wollen als die Verwirklichung der ganzen Thora, die uns tragen und halten wird, bis alh ihre Söhne zu ihr heimfinden werden, zur stolzen Mutter stolzer und aufrechter Söhne ihres Volkes •und ihres G-ttes. Keren-Ha jischuw 5694195 Ein kurzer Tätigkeitsbericht. / Von Benjamin Münz, Leiter des Aguda-Büros in Tel-Awiw. (Schluß.) Chinuch Einen orthodoxen Jischuw ins Leben rufen, ohne gleichzeitig für das Chinuch wesen zu sorgen, ,bedeutet letzen Endes Selbstaufgabe und חין für die Glaubenslosigkeit arbeiten. Die Freigesinnten haben es glänzend verstanden, einem von ihrem ״Geiste" getragenen Erziehungssystem in Palästina Geltung zu ver׳־ schaffen. Sie haben Über das ganze Land ein dichtes Netz ihrer Schulen gelegt, welche leider von der Mehrzahl der Kinder frequentiert werden. In manchen dieser Schulen ist man sogar weitergegangen, als es jemals die Absicht ihrer Stifter war. Jetzt graust ihnen selbst von den ״Erfolgen" und ein zionistischer Führer hat vorigbs Jahr öffentlich darüber geklagt, daß ׳ein Teil der Schulen in Erez Jisröel Bücher eingeführt hat, deren Autoren man leicht mit den russischen Jewsektie-Leuten verwechseln kann. Agudas Jisroel, im Begriffe, ihre Arbeit im Heiligen Lande zu intensivieren, nimmt den selbstverständhchen Standpunkt ein, daß eine der vornehmsten Aufgaben des Keren-Hajischuw darin bestehen, muß, einen großartigen Chinuch-P 1 an aufzustellen und zu erfüllen, In Jerusalem,‘ Neben den Talmud-Thora-Schulen und Jeschiwos für Aschkenasim in Jerusalem, welche der Keren-Hajischuw unterstützt, und der großen sephardischeh Talmud Thora ״Bene Zion", die der KeremHajischuw subventioniert, und so das Thoralernen Hunderter sephardischer Kinder ermöglicht, entstanden durch die Initiative des Keren-Hajischuw im Jahre 5694 in Jerusalem drei neue Chinuch - Ins ti tute. Man ging dabei von der Erkenntnis aus, daß man den Neuankömmlingen, aus Polen, Litauen, Tschechoslowakei ocler Deutschland andere Erziehungsmethoden, als den im Lande geborenen Kindern angedeihen lassen muß. Dieser Gedanke war also maßgebend für die Gründung und Führung: 1. der Beth -Jakob-Schule in Ruchama, 2. des Beth-Jakob-Kindergartens in Rechow Hachabaschim, und 3. der Chorew-Schule für deutsche Kinder. /Diese Institute sind einem dringenden Bedürfnis entgegengekommen und haben sogleich das Zutrauen der gläubigen Judenschaft Jerusalems gefunden. Infolge Mangels an Raum und Geldmitteln konnten im ersten Schuljahr nicht alle Kinder, die an die Pforten der Lehrhäuser ^klopften, aufgenommen werden. Es ist aber begründete Hoffnung vorhanden, daß schon die nächste Zukunft großen Aufschwung bringt. In TebAwlw .,. wurde im Winter 5694 mit den Geldmitteln des Keren Hajischuw die Beth-Jakob-Schule in der Grusenbergstraße gegründet, Obwohl das Schuljahr bereits im׳.- Gange war, wies das Institut starken Besuch auf. Jetzt־ wird darangesohritten, die Anstalt weitgehend auszubauen ■und erstklassige Gehrkräfte aus jdem Ausland züi berufen, Der •Kindergarten ״Be th Jakob" in Tel- Awiw (Bechow Balfour),. eine Gründung des Keren Die weltberühmte, in Qualität unübertroffene orthodoxe '״״'׳”' ״ ...."׳6

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