Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 21 (1935)
- Issue
- 6 (8.2.1935)
- Date
- 1935-02-08
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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V. b. b. Leitungen vom Verleger versendet Journal exp&dlfe par Pfedltenr tfpum povolenfe «Ad« m* * tetegrafov t ßratlslave äs. 41512*10*20 30DI8CH6" PRc38c WIEN *BRATISLAVA * 8. FEBRUAR 1935 ה׳ אדר א׳ תרצ׳יה 27. Jahrgang / Nummer 6 Redaktion und Administration: Wien, II., Hatz* gasse 12 a, Telephon A-46-0-15; Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 381 / Erscheint jeden Freitag / Redaktionsschluß: Mittwoch Mittag Abonnementpreise: Ganzjährig: für Oesterreich S 16, Tschechoslowakei Kd 80, Jugoslawien Dinar 150, das übrige Ausland Schw. Fr. 14. Einzelnummer äst. Gr, 40. Zahlungen f. ״Jüdische Presse“, Wien, auf folgende Post- Sparkassenkonti: Wien Nr. D-93.614, Brünn Nr. 126.058, Budapest Nr. 50.170, Warschau Nr. 190.409, Zagreb Nr. 40.217, Zürich Nr. VIII, 4117, Berlin Nr. 122.619. 0RGnn für Die imeRessen Des 0RTH0D0Hen JUDemums Keren-Haiischuw 5694/95 Ein kurzer Tätigkeitsbericht. Von Benjamin Münz, Leiter des Aguda-Büros in Tel-Awiw. Im Zeichen des Aufstieges Eng verknüpft mit dem, Schicksal Erez Jisroels ist das Schicksal des seinem Aufbau dienenden, einzigen Finanzinstruments der unabhängigen Orthodoxie, des Keren-Hajischuw der Agudas Jisroel. Darum widerspieglt auch ein Bericht über diesen Organisationszweig unserer Bewegung das Bild der Entwicklung des heiligen Landes. Und so können wir mit Zufriedenheit feststellen, daß die Jahre des Aufstieges und des ökonomischen Wohlstandes in Erez Jisroel auch dem Keren-Hajischuw große Entfaltungsmöglichkeiten boten, so daß jetzt seine Tätigkeit auf allen Gebieten des praktischen und geistigen Lebens deutlich spürbar wurde. Unsere Ansprüche an den Keren-Hajischuw sind wohl nicht restlos befriedigt, wir sind der Meinung, von ihm ein Doppeltes und Vielfaches erwarten zu dürfen — aber im Vergleich zur früheren Zeit des Stillstandes bedeutet die gegenwärtig errungene Position einen kolossalen ׳Fortschritt, eine Etappe auf dem Weg zum Ziel, das da heißt: Keren-Hajischuw, das Instrument zur Verwirklichung der Herrschaft der Thora auf allen Lebensgebieten im Heiligen Lande. Und darum befinden sich diejenigen im Unrecht, die behaupten, daß mit dem Durchbruch der Privatinitiative in• Erez-Jisroel der Keren-Hajischuw überflüssig geworden ist. Je mehr Kolonien gegründet, Boden bepflanzt, Häuser gebaut und Industrien geschaffen werden, je mehr gläubige Menschen und gläubige, aufrechte Jugend in das Land kommen — desto größer und bedeutsamer werden die Aufgaben des Keren- Hajischuw. Eine Erfüllung seiner Aufgaben ist aber nur möglieh, wenn die Tätigkeit des Keren-Hajischuw folgende Gebiete umfaßt: 1. Ausbreitung eines dichten Chinuchnetzes über das ganze Land. 2. Errichtung eines geschlossenen Thora- Jischuw in Stadt und Land. 3. Großzügige Propaganda für die Gesundung des!religiösen Lebens in den schon vorhandenen Siedlungen (besonders: Feiertags-, Speise- und Keuschheitsgesetze). 4. Gründung einer orthodoxen Arbeiter- und Jugendorganisation und Schaffung aller entsprechenden Institutionen sozialen, ökonomischen und kulturellen Charakters. 5. Tiefgreifende Organisierung des strenggläubigen Mittelstandes. Das Aguda-Büro in Tei-Awiw In Tel-Awiw hat die Agudas Jisroel ein Büro — neben dem in Jerusalem, das der politischen Arbeit dient — errichtet, dem die Bewältigung der erwähnten Aufgaben obliegt. Diese Büro ist während der kurzen Zeit seines Be- Standes unter der orthodoxen Judenschaft von Erez Jisroel und Chuz־lo‘Orez sehr populär geworden. Besonders Ersprießliches hat es auf dem Gebiete des I n f o rraationswese ns und der Ratsch lag ertei- 1 u n g geleistet. Tausende orthodoxer Olim und Touristen aus aller Welt haben sich bei ihm in den verschiedensten Angelegenheiten informiert und Ratschläge geholt. Sofort war der Kontakt hergestellt. Das Bewußtsein und Gefühl, nicht nur richtige und genaue, sondern auch in seinem Sinne gehaltene Auskünfte zu bekommen, ist für den frommen Juden von wohltuender Wirkung. Die Keren-Hajischuw-Arbeit hat sich aber nicht bloß im Theoretischen, der Belehrung und Beratung, erschöpft. Diese waren, im Gegenteil, von Taten und Handlungen begleitet. Der Bodenbesitz ist unerläßliche Voraussetzung für den Sieg unserer heiligen Idee. Ohne eigenen Grund können wir nicht an die Schaffung geschlossener Siedlungen denken, können wir die Unabhängigmachung unseres Mittel- Standes und unserer Arbeiterschaft nicht betreiben, können wir die ungestörte' Entwicklung unserer sozialen und Eziehungsinstitutionen nicht sichern. Darum hat der Keren-Hajischuw dieses Moment als eines der wichtigsten auf sein, Tätigkeitsprogramm gesetzt, und zwar mit einem Erfolg, der in Anbetracht der bescheidenen Geldmittel, die ihm im ersten Jahr seiner Reaktivierung zur Verfügung standen, unbedingt befriedigen muß. Madwe Jisroel 4500 Dunam Boden in Machne Jisroel hat die Agudas Jisroel schon vor Jahren erworben. Die lähmende Krise aber hat lange keine weitere Möglichkeit, diesen Kauf auszunützen, zugelassen. Erst durch Hilfe des Keren-Hajischuw ist es einer Gruppe unserer Poalim im Elul 5694 ermöglicht worden, den ganzen Boden in Besitz und Arbeit zu nehmen. Die noch ausstehende Erledigung gewisser amtlicher Formalitäten ist eine Frage von Wochen. Olam und Madhar, Kfar-Saba Zwei arabische Dörfer zwischen Jordan und jüdischem Jischuw schließen den riesigen Bodenkomplex von nahezu 20.000 Dunam ein. Dieser große Raum ist seinerzeit ebenfalls durch־ Agudas Jisroel angekauft worden. Und wieder war es die allmächtige Krise, die. eine wirkliehe Besitznahme des Bodens verhinderte. Außerdem richteten sich unaufhörlich arabische Attacken gegen diesen Landerwerb und erst das Jahr 5694/95 brachte die endgültige Entscheidung. Der Keren-Hajischuw hat es' in den letzten Monaten zuwege gebracht, daß der wertvolle Komplex in jüdische Hände übergeht, was einen außerordentlichen Erfolg :nicht nur vom agudistischen, sondern auch vom allgemein-jüdischen Standpunkt aus bedeutet. Um unseren neuankoramenden Olim die Möglichkeit einer landwirtschaftlichen Ausbildung zu bieten, hat der Keren-Hajischuw im Tischri 5694 ein Areal in Kfar-Saba erworben und hat daselbst die erste Kolonie für Poale Agudas Jisroel gegründet. Bauplätze für religiöse Lehranstalten Im Jahre 5694 ist man auch darangegangen, Bauplätze zur Errichtung von Erziehungs- und Lehrstätten zu erlangen. Denn die Teuerung auf dem Wohnungsmarkt Die Kämpfe begannen, als ein eingeborener Schartschütze namens Saoula in einem Cafö von einem Polizisten tödlich verwundet wurde. Es entstand das falsche Gerücht, daß es ein jüdischer Polizist gewesen sei, der den Scharfschützen getötet hatte. Auf dieses Gerücht hin zog ein Teil der Menge ins Judenviertel, schlug an Leistungsfähigstes Möbelhaus M♦ Redler/ Wien b Sdiottenring 35 Telephon A-12-9-78. Zeitgemäße Preise. Gesamtausstattungen von der billigsten bis zur feinsten Ausführung. Beste Referenzen. Eigenes Zahlungssystem. Samstag geschlossen. ״Schomra“-Mitglied. hatte eine unerträgliche Enge und Beschränktheit der Chinuch-Räumlichkeiten zur Folge. Vorläufig wurden in Jerusalem und Herzliah Baustellen gekauft, auf denen sich hoffentlich recht bald eigene, der Thora geweihte Gebäude erheben werden. So;ist das Talmud- Thora-Haus in Herzliah im Vormonat bereits gedeckt worden und es wird gegen Pessach seiner Bestimmung übergeben werden können. שיכון in Tel-Awiw שיכון — so lautet die letzte Losung des palästinensischen Judentums. שיכון das ist die in Anlehnung ans englische ״housing“ entstandene etymologische Neubildung. שיכון wird von ״ — שכונהruhen“ — abgeleitet und bezeichnet das allgemeine Streben nach einem Dache über dem Kopf•. Die Poale Agudas Jisroel in Tel-Awiw haben jetzt mit der Errichtung eines rein orthodoxen שיכו ן begonnen. In der nächsten Umgebung Tel- Awiws ist in gesunder, schöner Gegend Boden erworben worden, und demnächst wird dort die erste agudistische שכונה entstehen. Die Bedeutung einer solchen liegt nicht bloß auf ökonomischem, sondern vornehmlich auf geistigem Gebiet. Eine geschlossene religiöse Siedlung gibt den Insassen die Möglichkeit, sich völlig — in Heim und Oeffentlichkeit — im Sinne des strenggläubigen Judentums auszuleben. Besondere Wichtigkeit muß aber einer solchen שכונה im Chinuch-Plan der palästinensischen Orthodoxie zuerkannt werden. Kfar Ata Im Tewes 5695 ist auch ein Bodenareal in Kfar- Ata gekauft worden, welches, sich an der Bucht von Haifa befindet. Die Bedeutung dieses strategisch wichtigen Punktes wollen wir später erörtern. So viel sei aber gesagt: Die Erheblichkeit des Bodenkaufs in Kfar- Ata besteht nicht bloß darin, daß wahrscheinlich hier das Beth-Olim gebaut werden wird, sondern auch in dem Umstand, daß Kfar-Ata zum Industrie- ,und Verkehrs- Zentrum Haifa — Haifer Bucht — gehört. (Fortsetzung folgt.) mehreren jüdischen Geschäften die Schaufester ein, plünderte die Läden und griff die Bevölkerung an. Ein Polizist wurde zu Tod gesteinigt, ein eingeborener Soldat getötet. Erst als vom nächsten Polizeihauptquartier Ver- Stärkungen eintrafen, konnte die Ruhe einigermaßen wiederhergestellt werden. Lebensversicherungs- D U i"S N I Gegründet Gesellschaft ״r 11 U I e I #V 1882 Aus dem Jahresberichte 1933: Versicherungsbestand ..,3107 Millionen Schilling Prämien- und Zinseneinnahmen.. 211 Millionen Schilling Garantiemittel . 680 Millionen Schilling Auszählungen an die Versicherten. 72 Millionen Schilling Tätigkeitsgebiet: Oesterreich, Deutsches Reich, Saargebiet, Cechoslovakische Republik, Belgien, Holland, Frankreich, Spanien, Italien, Fürstentum Liechtenstein, Ungarn, Polen, Jugoslavien, Bulgarien, Griechenland, Rumänien, Palästina, Syrien, Türkei, Marokko, Irak, Tunis und Aegypten. Wiederum schwere antijQdische Ausschreitungen in Algerien In der Nacht zum Samstag kam es in S etief (Algerien) zu blutigen Ausschr eitun g011, die vielfach antijüdischen Charakter trugen. Bei diesen Ausschreitungen wurden zwei Personen getötet, fünf verletzt, darunter auch Polizisten. Die Menge griff fünf Kaffeehäuser• an, von denen zwei vollständig verwüstet wurden. Die weltberühmte, in Qualität unübertroffene Othmar-Schiff-Perücke Perückenkunstwerkstätte 0THMAR SCHIFF Wien 1, Kärntnerring 6 T efe p h 0 n *11^43 18 0 י * Q *