Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 21 (1935)
- Issue
- 5 (1.2.1935)
- Date
- 1935-02-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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fette* TfJlUSCfiK Nr. 5 JschecJ^slowakel^ מהדר אברהם ארי׳ קונשסאדט ז**ל‘ Äßt bangem Herzen uhd gegen den Hinmiel ge* falteten Händen standen wir tagelang an dem Krankentaget dieses edlen, wahrhaft frommen Mannes. Aber in den Morgenstunden des Donnerstag, den 20. Schwat, be* siegten uns die עליונים Und מוה״ר אברהם ארי׳ קונשמארט der Opferwillige und hingebungsvolle Ehrenpräses der חב־ קדישא מ*ח hat im gesegneten Alter von 84 Jahren seine reine Seele ausgehaucht. Wie ein Blitz verbreitete sich diese traurige Nachricht unter der jüdischen Bevölkerung Preßbürgs, die mit dem Hinscheiden dieses Zaddik tomim wieder ein Glied aus der so ruhmvollen Kette der Altpreßburger verloren hat. Ein Mann, der 60 Jahre hindurch den heiligen Dienst bei der Chewro Kadischo selbstlos und aufopfernd verrichtete, hat seine Augen für immer geschlossen. Noch am Donnerstag abends fand die erste Trauer* Sit2ung statt, bei welcher Herr Heinrich Stahler, Präses des Jüdischen Spitales, die Verdienste des Heimgegan* gehen schilderte. Welch allgemeiner Beliebtheit sich der Niftor bei seinem Lehen erfreute, war bei der am darauf* folgenden Tage stattgefundenen Lewajo bemerkbar. Fast alle Gemeindemitglieder schlossen sich, trotz des kurzen Freitags, an den Trauerzug vom Jüdischen Spital aus an. - Am Bes*hachajün hielt Rabbiner Salomon Unsdorfer in Vertretung der Chewro Kadischo und der Kultus* gemeinde einen tief ergreifenden Hesped, in welchem er die Verdienste des Niftors; die er sich während, seiner 60jährigen unermüdlichen Tätigkeit erworben . hatte, würdigte. Se. ‘ Ehrw. Herr Oberrabbiner A. Schreiber schilderte in erschütternden Worten den großen Verlust der Kehilloh im allgemeinen und den der Chewro Kadischo im besonderen und ermahnte die Versammeltes, den Scholaum in der Kehillo aufrechtzuerhalten. Nachher ergriff der Sohn des Niftor, Rabbiner Boruch Kunstadt, Fulda, (Mitglied der Moazö Gedole Hathora in Deutschlaad) das Wort. In herzreißenden Worten schilderte er die Frömmigkeit seines Vaters, als einfacher, ehrlicher Jude, ohne jede Verstellungskunst, ein Jehudi vom alten Schlage. Zum Schlüsse hielt noch Se. Ehrw.. Herr Oberrabbiner J. Schill, Pezinok, ein Verwandter des Niftor, einen ergreifenden Nachruf, in welchem er wegen der vorgerückten Zeit nur in kurzen Umrissen die guten Eigenschaften und Charakterzüge des Niftor hervorhob. Reb Awrohom Kunstadt wurde zu seinen Ahnen, deren würdiger Nachkomme er war, und in der Nähe seiner Lehrer, des Ksaw Sofer und Schewet Sofer זציל deren vorzüglicher Schüler er war, begraben. Aber nur seine irdischen Ueberreste wurden dort bestattet, das Geistige an ihm bleibt zur ewigen Richtschnur bei uns/ .תנצביה ■*■almi m» Idlli ♦ ♦ ♦ — Generalversammlung der Chewro ״Mewaksche Thora“ In Bratislava. Der Verein der ״thoralemenden Handelsangestellten“ hielt am Sonntag, den 20. Jänner d. J., seine ordentliche Jahresversammlung ab. Der Verein erstrebt'das Ziel, die orthodoxen Jugendlichen, die in ihren früheren Jahren sich dem Thöraiemen nicht widmen konnten, zusammenzufassenund das ...Versäumte, in einem, allabendlichen Vortrag des Begründers und Leiters, des Vereines, Herrn Rabbiner S. Unsdorfer, nachzuholen. Bei starker Beteiligung hielten’ folgende Herren ihre Referate, welche mit großer Genugtuung und allgemeiner Zufriedenheit auf genommen wurden: Lazar Rosenblum, Präses Hermann Adler, Kassier Ernst Gelley, Unter Leitung des Wahlpräses, Herrn Lazar Blumenthal, wurde sodann zur Neuwahl geschritten, welche folgendes Resultat ergab: Präses: Herman Adler; Vizepräses: Lazar Blumenthal; Kassier: Ernst Schay; Schriftführer: Alfred Weiß; Kontrollor: Wilhelm Grünsfeld; Bibliothekar: Emmerich Treuhaft. In den Ausschuß würden folgende Herren gewählt: Arpad Bruck, Emst Gelley, David Goldberger, Ladislaus Käufer, Simon Lebensfeld, Eduard Lebensfeld, Im re Rosenbaum, Eugen Schay. Als Ersatzmitglieder wurden noch folgende Herren kooptiert: Ludwig Kohn, Ernst Blumenthal,, Heinrich Groß, Paul Rosenberger. ' ׳ —u— teien wurde die Vereinbarung getroffen, die Entscheidung ÜftSf die Rabbinerfmge einem rabbinischen Schiedsgericht zu überlassen. Jede Partei wird einen Vertreter ernennen und die Wahl dea Obmannes soll in folgender Form vor sich gehen: Beide Parteien werden je fünf Rabbiner nam* haft machen, von denen die Gegenseite jeweils vier zu streichen berechtigt i£t, Unter den Mi verbleibenden soll dann das Los entscheiden. Das Schiedsgericht wird über folgende drei Fragen zu entscheiden haben: 1. Ob die Austrittier überhaupt verpflichtet sind, sich einem Din Thora zu stellen (die Austrittler behaupten bekanntlich, daß die Kehillo bisher den Ladungen zum Bes*Din nicht Folge ge* leistet habe; 2. ob und was im Falle einer Teilung der Gemeinde mit dem GemeindevefMögen geschehen soll; 3. ob und in welcher Form der bereits amtierende Oberräbiner Grünwald von der Amtsausübung bis zur end* gültigen Entscheidung durch das Din Thora zurückzutreten habe. Nach Klärung all dieser Fragen durch das Schieds* geriCht soll dann ein Din Thora endgültig entscheiden. Eine Krankheilsersdieinung, die auf Heilung wartet. In S a r 1 u h y, einem kleinen Orte in der Slowakei, lebt eine kleine orth. jüdische Gemeinde. Ein ehrwürdiger Raw steht an ihrer Spitze, der eine kleine, gute Jeschiwo leitet. Die Gemeinde zählt 60 und einige Mitglieder, die bis auf einen, den jüdischen Arzt des Ortes, durchwegs Schomre Schabbos sind.־;Vor einigen Wochen wählten die Gemeindemitglieder ihre Vorsteher. Diese Wahl hatte ein merkwürdiges Ergebnis. Dei־ bisherige Gemeindepräses, ein wohlhabender Ben-Thora, wurde nicht wiedergewählt. Die schabboshaltenden Wähler zeichneten den einzigen Mchälel-Schabbos der Gemeinde mit ihrem,Vertrauen aus, und wählten ihn zum Gemeirtdepräses... Dieser — allerdings nicht welterschütternde — Vorgang in einer kleinen orthodoxen Gemeinde — in der religiös-konservativen Slowakei — gibt zum Nachdenken Anlaß. Er zeigt, daß esJ trotz allem Konservativimsus bei den breiten orthodoxen Massen in unserer Slowakei an religiösem SelbstbeWußtsein und Gesinnungstüchtigkeit noch mangelt. Es zeigt sich immer wieder von neuem, daß die noch so ernstgemeinten, religiösen lokalen Leistungen zur Erhaltung des echtjüdischen Geistes — nicht ausreichen. Die Eingliederung der einzelnen in die Truppenreihen, des weltumspannen־ den G-ttesheerea, d. h. die Organisierung der einzelnen, im Geiste der Thora lebenden, jüdischen Menschen zu Mitgliedern der ThöraWeltorganisation, ist eben von imbedingter Notwendigkeit. Dies allein vermag den ״Orthodoxen“ Rückgrat zu geben, die einzelnen zu stärken und sie in ihrer Gesinnung zu ertüchtigen. In den größeren Kehillos zeigte, sich dies bereits aufs wunderbarste ... In diesem Zusammenhänge sei daran erinnert, daß der § 13, der Landesstatuten der orthodoxen Landes- Organisation, die Wahl eines, Mchalel-Schabbos-b’Farhesjo zum Präses einer Orthodoxen Kehillo verbietet. Es wäre eine der wichtigsten Aufgaben der Landeskanzlei, dieses Statut, welches eigentlich schon ein ״Paragraph“ des Schulchon Oruch ist, in,; allen orthodoxen Gemeinden als Gemeindestatut durchzüsetzen., Es ist traurig genug, daß Menschen—und sogar solche mit weltlicher Bildung, wie z. B. in unserem Falle, in äarluhy r— den lächerlichen Widersprach zynischen ,ihrer persönlichen Lebensführung und ihrer öffentlichen ^teilUng1 an d#r Spitze einer * jüdisehen Gemeinde nicht Empfinden und sich zu führenden Ehrehstellen in ihrer Gemeinde drängen. Es mutet wie Mangelan Intelligenz ap. Sie müßten es sonst begreifen, daß eine jüdische Gemeinde nichts anderes ist, als die Gemeinschaftsverwirkliohung der von G־tt in seiner heiligen Thora dem jüdischen einzelnen wie auch der jüdisehen Gemeinschaft gestellten Aufgaben. S. W. KÜNSTLICHE AUGEN festigen wir naturgetreu unseren Patienten an. F. Ad. Müller Söhne, Wiesbaden. In Bratislava, Hotel Central, nächst dem Hauptbahnhof. Am 12. Februar. — Uihorod: Zufolge einer Intervention beim Landesamte für P. K. R. in UZhorod hat der Landespräsident Röäypäl bei der Regierung eine Pessach-Stütze für notleidende Juden in P. K. R. im Betrage von Kß 50.000.— erwirkt. Es ist begrüßenswert, daß unsere Regierung ihr Augenmerk auf unsere notleidenden Brüder! richtet, und wir hoffen, auch weiterhin eine tatkräftige Unterstützung zu finden, denn die Gemeinden und Hilfsinstitutionen in P. K. R. sind durch ihre bisherige Tätigkeit materiell Völlig erschöpft, so daß von ihnen kaum eine Leistung zu erwarten ist. . — SeviuS: Auf Einbindung der hiesigen Gemeindeleitung, hielt vergangene Woche Herr Oberrabbiner S. D. Kraus, Udvard, einen Probevortrag. Rabbiner Kraus erwarb sich durch seine gediegene Rede großen Beifall. Man hofft, daß nunmehr die längst vakante Dajonstelie besetzt werden wird und daß dadurch alle bestehenden Differenzen beseitigt sein werden. . (S. B.) — Keimarok. Da das Präsidium unserer orthodoxen israelitischen Kultusgemeinde wegen des gegen sie erhobenen Protestes auf Grund des § 13 der LOST demissioniert hat, ordnete die Landeskanzlei eine Neu- -wähl.an, welche auch am 27. Jänner 1. J. unter dem Vorsitz ׳ des ׳ sehr; geachteten * Obmannes des Kuratoriums unserer Gemeinde, Herrn Philip Braun, Levoöa, stattfand. Das Resultat war überraschend, da seit Jahren zum erstenmal ein Präsidium gewählt wurde, welches den Anforderungen des oben erwähnten Paragraphen' vollkommen entspricht. Es, wurden gewählt: Herr Moritz Vogelmann zum Präses, Herr M. Riemer zum 1., Herr Max Offenberg zum 2. Vizepräses. Die Annahme dieser Ehrenfunktion seitens des gewählten Präses steht noch aus. Es muß betont werden, daß der Kampf der hiesigen Jereim ein erfolgreicher war, da in der Zukunft in unserer Gemeinde hoffentlich kein Mechalel-Schabbös mehr, als Vorsteher wird wirken können. Dank gebührt dem Obmann des Kuratoriums, Herrn Philipp Braun, Levoöa, für seine selbstlose, aufopferungsvolle Tätigkeit — Chust. 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Uhr Min. 6 10 6 10 הנחת.תפלין בשעת הדחק ....... 9 00 8 55 סוף זמן קריאת שמע של שחרית . . . , 4 55 4 55 בשבח: קבלת שבת קודש (מנחה בעש׳ק), . 7 10 7 30 9 30 9 30 3 30 3 30 5 45 5 40 6 30 6 45 בחול: שחרית ' 5 00 5 20 מנתח ומעריב. 5 04 מולד.ם$נטאנ נאכמיטאג . . . , .Eigentümer, Herausgeber und Verleger: David Türkl (für eine Arbeitsgemeinschaft), Wien, IL, Malzgasse 12 a. — Verantwortlicher Redakteur: Karl Richter, Wien, IL, Franz- Hochedlinger-Gasse 2. —י Druck: Druckerei- und Verlags- A.-G. Ig. Steinmann, Wien, IX, Universitätsstraße 6*8.