Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 21 (1935)
- Issue
- 5 (1.2.1935)
- Date
- 1935-02-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2629891-2630587-2630592--4916-2637163- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Odesa 1× ep/1000834
- Tunis 1× ep/1048155
OCR text
aaäf 2 *ÜOISCHE ■JSK3R: Die aesamtfr (tfeitorthodoslc fQr die orthtfoyen Sewmrtionfltitrebnnsen ln Wien, Nach den vielen Zustimmungskundgebungen — unter aniderefn auch vom Präsidenten der polnischen!«endesorganisation und Mitglied der Exekutive .der Agüdas Jisroel, Rabbi I. M. Lewin —, die wir bereits veröffentlicht haben, bringen wir heute die Zusehfift des orthodoxen Öberrabbiners von Antwerpen, ftäfcb. M. Rottehberg, in Original und üebersetzung: כבוד שלטון הקהלה החרדית ,עדת ישראל* ווינד' בהחבסשי איטוא על השקטה, שכל טי שי® לו איזה השתייכות לקהלי., שאינה מהנהגה עטי‘ רוח החולה, הנהו מודה, לטי מדאה העין, בעיקרוני׳ האי- ישראליים של קהלה בואה. ובהיוהי איטוא משוכנע שהאטחהוח הייה דתיים ש? יהדות או-מזויטת חאוטשר אך ורק ע*י יצירת קהלה הררית' העומדת ברשות עצמה במלוא מובן המלוא מובן המלה, הנני שולח לכם את ברכתי הנלבבד. ופואחלני לב6 הצלהה מרובה במטעלבם הבביר ליצור קהלה הררית עצמאית, שעיי יתרומם קרן היהדות, זמקוני שבעזהי׳ת הממשלה דירוממד. תאשר בצדק זבות קיומה של קהלה עצמאית זו באותה המרה שהננו נהנים משווי זכיות בניהן זה מאת ממשלתנו אד תרום הודה. טיידבי ראטטענבעת רב אב*ד דקודי אנטווערטען נשיא ההסתדרות אנדת-ישראל בבלגיא Übersetzung. An den Vorstand dCr orift. GeftteiÄde ״Adas disrbe!'1 ,Wim. Sehr geehrte Äerren! ׳'׳:"S. Da ich aut dem Standpunkte stehe, das jede Z ugehörigkelt 2a einer Gemeinde, die nicht Im Geiste der Thora geführt wird, mit der Zustimmung zu diesem nichtreligiösen Geiste gleichwertig ist, und da ich weiter überzeugt bin, daS die Entfaltung jüdisch-religiösen Lebens nur durch Schaffung einer im vollsten Sinne des Wortes selbständigen orthedoxeii Gemeindc möglich ist, wünsche ich Euch Vom Merzen viel Glück in Eurer Bemühung, eine selbständige Orthodoxe Gemeinde zu gründen, wodurch das religiöse Leben ge* stärkt werden wird. Ich hoffe, daß Ihr mit Gattes Hilfe bei Eurer hoben Regierung Erfolg haben werdet, 80 wie wir in diesem Belange von unserer Regierung geschützt werden. Oez. Oberrabbiner M. Rottenberg, Präsident der Agudas Jisroel In Belgien. Schneeballschlacht •ha• Qrlp*• — > wall Mekliiilij L If HetfhinolbORbodS } &11&2X mm Subventionen. Wir haben es ,wiederholt gegeißelt, daß der Vorstand der Wiener israelitischen Kultusgemeinde bei verschiedensten Anlässen sich Zustimmungskundgebungen der von der Kultusgemeinde subventionierten Rabbiner, beziehungsweise Bethausvereine beschafft. Wir haben es nicht getadelt, daß manche Rabbiner oder Bethausvorsteher sich dazu hergegeben haben, für eine Resolution zu stimmen oder ihre Unterschrift unter eine Erklärung zu setzen, mit denen sie in ihrem Innern nicht einverstanden sein können, weil wir es den Leuten nicht verargen konnten, wenn sie unter dem auf sie ausgeübten Druck sch e i n b a r ihre Gesinnung den Zwecken ihres Bethaus- Vereines opferten. Wir betonen: scheinbar, weil ja die Außenwelt genau weiß, wie die diversen Dank- und Zustimmungskündgebungen für den Kultusvorstand zustände kommen. Interessant aber ist, wie die heutigen Herrscher in der Kultusgemeinde es verstehen, die Zensiten in •eine Furcht vor einer Streichung der Subventionen zu versetzen und glaubhaft zu machen, daß die Gewährung von Subventionen vom freien Willen und Wohlwollen des Kultusvorstandes abhängig sei. Wir haben uns an einen Kenner der rechtlichen Verhältnisse־ gewendet, der uns folgende interessante Mitteilung macht: Das Gesetz betreffend die Regelung der Rechts- Verhältnisse der israelitischen Religionsgesellschaft, vom 21. März 1890, RGBl. Nr. 57, ordnet im § 25, Absatz 3, an, daß die ״Statuten der Kultusgemeinde genaue Bestimmungen darüber zu enthalten haben, in welchen Fällen und nach welchem Ausmaße Subventionen an Privatbethäuser zu gewähren sind“. Das heißt also, daß die Kultusgemeinde verpflichtet ist, Subventionen zu gewähren, und zwar schon mit Rücksicht darauf, daß die Kultusgemeinde für alle Riten sorgen muß. Im § 83 des Statuts der Israelitischen Knltusgemeinde heißt es jedoch — im offenen Widerspruch zu der zitierten Gesetzesstelle —: ״Der Kultusvorstand ist berechtigt, nach seinem Ermessen zur Errichtung und zum Bestände von Privatbethäusem Subventionen zu erteilen.“ Das Kültusstatut verwandelt also eine dem Kultusvorstand vom Gesetz auferlegte Pflicht einer Leistung — in einen Akt der ״Liberalität“. Der Kultusvorstand betrachtet sich in seinem Statut und in der Praxis als ״Wohltäter“ der Bethaüsvereine, denen er — so wie in der Fürsorgezentrale — ״Almosen“ gewähren kann. Hiezu maßt er sich noch das Recht an, die Höhe der Subventionen ״nach seinem Ermessen“ zu bestimmen. Das Gesetz verlangt aber eine genaue Bestimmung im Statut, nach welchen! Ausmaße die Subventionen zu gewähren sind. Die Bethausvereine haben somit einen g e s e t zliehen Anspruch alu f Subventionierung und haben auch das Recht, zu fordern, daß das Statut darüber Bestimmungen enthält, ln welchem Ausmaß diese Subventionen zu gewähren sind. Es ist somit, klar, \tj|aß die Bestimmung des § 83 ״PHÖNIX“ W“״ Lebensversicherungs- Gesellschaft Aus dem Jahresberichte 1933: Versichenmgsbestand... 3107 Millionen Schilling Prämien- und Zinseneinnahmen.2JJ Millionen Schilling Garantiemittel ... .680, Millionen Schilling Auszahlungen an die Versicherten . ’. 72 Millionen Schilling Tätigkeitsgebiet: Oesterreich, Deutsches Reich, Saargebiet, öechoslovakische Republik, Belgien, Holland, Frankreich, Spanien, Italien, Fürstentum Liechtenstein, Ungarn, Polen, Jugoslavien, Bulgarien, Griechenland, Rumänien, Palästina, Syrien, Türkei, Marokko, Irak, Tunis und Aegypten. des Kaltusgemeindestatute gegeft das Gesetz verfttößt Dhrch dkee Bestimimmg des Kultmwviiwfiade־ Ste&its ist dle IßxfefehZ der BethaUsvefeine gefandet, äehä der RtUtöÄVöi^tüiftd könnte ähf Grund d!e&* gtMzwidrige!* Bestüüiöung de« Bethansvereihen die Subventiöä reduzieren öder entziehen. Oie zitierte Besttnmnmg des Statttts der Israelitischen Riüthsgetheinde ist t * *#.f d f i g and tittiB wirkungslos tfüniät, mt dJeßetroffenen ihre Rechte entsprediendwährttehtt**. Medizinalral Dr. Isidor Reiniger h ln frgendüälteri%- sehe, wie es glei^ermaßen dem G-tfeeekämpf er und dem Artt ziemt,׳ begeht Medizinalrat Dr. Isidor ft e in i g e r in diesen Tagen seinen 70. Geburtstag. Schaffensfreudig, kampfesfröh, hilfsbereit und segenspendend, wie all die vergangenen Jahre, Bteht er heute in erster Reihe dort, wo es geistige und wo es körperliche Not und Leiden zu Hndem gilt. Wenn irgend etwas, ihn irgendwo und irgendwann von seiner % liebenswürdigen und freundlichen Reserve in die kämpfende Abwehr zwingen konnte — so war es öffentliche Anerkennung, der er immer entflieht. Und auf die Gefahr hin, ihn mit uns im Widerspruch zu bringen, lassen wir ״es uns nicht nehmen, ihm diesen herzlichen und freundlichen Gruß zu entbieten. Aus dem mährischen Kehiloh-Milieu stammend, suchte er bald nachdem er die ärztliche Graduierung erlangt hatte, ein Betätigungsfeld, das seiner gesinhungatüchtigen Jüdischkeit entsprach. Als Kreisarzt in der kleinen burgenländischen Gemeinde Deut sch kreuz entwickelte er eine ärztliche und soziale Tätigkeit, die ihm ebenso wie seine Tätigkeit in der Kehiloh die ungeteilte Anerkennung und Beliebtheit der gesamten jüdischen und nichtjüdischen Bevölkerung eintrug. Dann zog er nach Wien. Hier, wo sein ärztliches Können, an den Quellen der Wiener Schule genährt, sich bis zur Vollkommenheit steigerte, stand Dr. Reiniger von Anfang an in den ersten Reihen der Arbeiter für das glaubenstreue Judentum. Die Wiener Orthodoxie fand in Dr. Reiniger den genialen Organisator, der mitschuf an dem Bau der Schiffschul, wie er sich heute repräsentiert. Seit 27 Jahren gehört Doktor Redniger dem Vorstande der Adas Jisroel an. Hier und in den verschiedenen anderen Institutionen und Vereinen, denen der Jubilar leitend vorsteht, leistet er imendlich viel für seine jüdischen Mitbürger. Den begeisterten .Tehu di, der mit seiner ungewöhnlichen Liebe zur Sache und seinem umfassenden jüdischen und weltlichen Können, eine kindliche Bescheidenheit Talmide-Chachomim gegenüber verbindet, überragt nur noch eines, und das ist der Arzt. Hier ist der Beruf, zur Berufung geworden.!Die Dankbarkeit und Anhänglichkeit all'jener, die ihn Iconsultieren, ist ein beredtes Zeugnis für seine hervorragen־ den Leistungen auf medizinischem Gebiete. Die Schulkinder des orthodoxen Schulwerkes in Wien sind seiner väterlichen Fürsorge ganz besonders am Herzen. Was ist selbstverständlicher, als das der Bundespräsident dem unermüdlichen, tüchtigen und aufopferungsvollen Arzt durch die Verleihung des Medizinalrattitels die gebührende Anerkennung zu Teil werden ließ. Undn,un unser Gruß. .Möge Haschern unserem verehrten Jubüar die S’chiöh geben, gesund und froh seih , segensredch.es Wirken fortzusetzen. עד מאה ועשרים שנה. Haffkine. Wie bereits gemeldet, wurde in Paris der Prozeß gegen den französischen Staatsschätz zugunsten des ״Deutschen Hilfs- , Vereins“ entschieden. Ich betrachte wiederholt sein Bild im Bericht des ״Deutschen Hilfsvereins“, ■Er sieht bei weitem nicht derart aus, wie man sich die Wohltäter der Jeschiwos vorstellt. Er• ist glattrasiert, trägt weder Bart noch Schnurrbart. Und der hochgeschlossene Kragen, der dunkle Anzug verleihen ihm geradezu das Aussehen eines Geistliehen. Wohlgemerkt: eines Geistlichen und nicht — bei weitem nicht! — eines Rabbiners. Und dieser unjüdisch aussehende Haffkine, mit feinem' vollen Namen: Dr. Waldemar Mordechai Wolf Haffkine, der — diese Daten lese ich von dem Lichtbild seines Grabsteines ab — in Odessa in Rußland im Jahre 1860 geboren und im Oktober 1930 in Lausanne gestorben ist, hat sein beträchtliches Vermögen letztwillig den osteuropäischen Jeschiwos vermacht. ״Es kol hono OSaw lemosdos hachinuch beruach hathora wehamesorah“, verkündet von ihm, den Tatsachen voll entsprechend, das Epitaph. Und die hebräisch-französische Aufschrift erzählt noch manch anderes. Daß Haffkine ein Bakteriologe war, ein Schüler des Pariser Pasteur-Instituts, und daß er in Indien gegen die zwei Schrecken der Menschheit, gegen Cholera und Pest, gekämpft hat. Der Vollstrecker seines Testaments, der Deutsche Hüfsverein, weiß selbstverständlieh noch mehr von ihm und erzählt es auch schön nacheinander in seinem Jahresbericht. Und dieses Mehr erhöht noch unser Staunen darüber, daß ein Mann von derartiger Abkunft und von derartigem Lebenslauf bei der Uebörzeugung geendet hat, daß das Judentum nur durch die traditionelle Erziehung in den Jes c h i w o s erhalten werden kann. Denn Haffkine hat seinen Weg zu den Höhen der Wissenschaft nicht durch Jeschiwos gebahnt. Bereits sein Vater war ein sogenannter Maskil, also ein Aufklärer. Ein Beamter des Barons und Bankiers Jossef Jewsel Ginsburg, der mit seinen Stipendien die allgemeine Bildüng־, die Universitätslaufbahn, bei den russischen Juden zu popularisieren bestrebt war, Haffkine hat vorschriftsgemäß seinen Büdungsweg durch das Gymnasium und -durch die Universität gemacht. Er war ein Lieblings- >chüler Metschnikoffs, an dessen Seite er dann später auch im Pasteur-Institut in Paris gearbeitet hat. > An der Universität erkennt man raseb seine Fähigkeiten und will ihm um den Preis der Taufe den Weg zum Katheder öffnen. Er verkauft sich aber nicht. Während seiner Militärdienstzeit besiegelt Haffkine seinen Zusammenhang mit dem Judentum, das Negativum des Sichmchttaufenwollens weit hinter sich lassend, auch mit seinem Blute. Er verhindert, daß einige Kadetten jüdische Häuser plündern. Beim Zusammenstoß mit ihnen wird er am Kopfe schwer verwundet und, dies nicht genug, muß er sich noch vor Gericht verantworten. Nur die Protektion Metschnikoffs rettet ihn vor den Folgen. Er verfertigt einen neuen Impfstoff, eine neuartige Vakzine gegen Cholera, später auch gegen die Pest. Der abgeschwächte Virus bildet den Impfstoff und Haffkine probiert ihn an sich, an seihen gelehrten Kollegen, später auch an Sträflingen aus. Als in Rußland die Choleraepidemie ausbricht, bietet er seinem Geburtslande seine Dienste an. Aber Rußland weist die dargebotene Hand des jüdischen Bakteriologen zurück. England beruft ihn aber durch Vermittlung seines Pariser Botschafters, des Lord Dufferin, des gewesenen indischen Vizekönigs, nach Indien. Er impft dort Hunderttausende. Das Ergebnis eines Bezirkes zeigt klar •die Wirkung: 187.000 impft er hier, 640.000 blieben aber ohne Schutzimpfung. Von den Geimpften sind 814 gestorben, von den Nichtgeimpften aber 30.000. Die Eingeborenen nannten ihn den weißen Magus, sahen in ihm den Wunderarzt und bald wird auch offiziell anerkannt, daß er ״ungeheure Dienste Indien und durch Indien England" geleistet hat. Das Regierungsinstitut zur Bekämpfung der Pest in Bombay, dessen Direktor er war, trägt nun seinen Namen, er erhält eine hohe Auszeichnung, ist Mitglied vieler gelehrter Gesellschäften geworden und hat mehrere akademische Preise gewonnen. Während seines lebensgefährlichen Dienstes in Indien denkt er — nach seinen aufgezeichneten Lebenserinnerungen — stets an das schwere •Schicksal seiner russischen Brüder; er hat es niemals vergessen, was sie unter der zaristischen Herrschaft gelitten. Seit 1915 beginnt er auch, sich eingehender mit jüdischen Problemen zu beschäftigen. Immer klarer gestaltet sich in seiner Seele die Auffassung, daß das Judentum durch seine Religion erhalten wurde und daß 'seine Zukunft nur auf der Pflege der Thora aufgebaut werden kann. Man muß also das Thorastudium unterstützen — zu diesem Ergebnis gelangt er in seinen in amerikanischen, englischen und französischen Zeitungen veröffentlichten Artikeln. Der Friedenskonferenz' unterbreitete Haffkine im Mai 1819 e|n Memorandum, das auch noch von anderen prominenten Persönlichkeiten gefertigt wurde. Er forderte für die Juden Gemeindeautonomie, die Wiedergutmachung der durch die Pogrome verursachten Schäden, die Befreiung der Juden, welche den Sabbath heiligen, von den Vorschriften der Sonntagsruhe, die Anerkennung des historischen Rechtes der Judien auf Palästina und die Unterstützung der Bestrebungen zur Schaffung eines jüdischen Heimes in Palästina. Er bereist im Aufträge der Alliance und der Ica die Ukraina, . die Krim, Rußland und Sibirien und berichtet äusfühi'lich über die dortigen Juden unter der neuen Herrschaft. Vor seinem Tode setzt er sich mit dem Hilfsverein der deutschen Juden in Verbindung; Er erläutert wiederholt vor dessen Leitung seine Pläne bezüglich der Unterstützung der Jeschiwos, und als er die Bereitschaft sieht, seinen Gedankengängen zu folgen, überläßt er die Verwaltung seines Vermögens im Betrage von anderthalb Millionen Schweizer Franken, die er mit schwerer:, wissenschaftlicher und karitativer Arbeit erworben hat, dem Hilfsverein. Er erklärt aber ausdrücklich■־— und diese Stellungnähme ißt sehr charakteristisch für die Gedankenwelt Haffkines —, daß er keineswegs daran denke, die Leiter der Jeschiwos in ihrer Lehrordnung zu beeinflussen. Er verlangt kein Gewissensopfer für' die Beträge, die man aus dem Haffkine-Fonds flüssig macht. Nur in Wirtschaftliehen'Fragen, wie z. B. in jenen :der Hauseinrichtung, der Hygiene, der Kleidung, der Ernährung, kann der Fon^s eine kontrollierende Tätigkeit ausüben. Er ist zwar'in seiner Person für den naturwissenschaftlichen Unterricht, damit die aus der Jeschiwo entlassenen Zöglinge durch das Licht dieser Wissenschaften• nicht geblendet; werden und die außerordentliche Wichtigkeit jenes Wissens nicht verkennen, die sie an den J e s c h i w o s sich angeeignet haben. Er teilt auch die Ansicht, daß' es notwendig wäre, daß die Zöglinge irgend ein Handwerk erlernen. Aber man darf keineswegs jene Jeschiwo-Leiter, die anderer Ansicht sind, für den Preis der materiellen Unterstützung zur Einführung von derartigen Neuerungen überreden. Die Leitung des Hilfsvereines hält sich. ehrlich .an die letztwilligen Verfügungen des Professors Haffkine und redet nicht darein in die innere 'Ordnung der unterstützten Jeschiwos. Allerdings hat sie mit Freuden die Iklöder, Märamarosszigeter und Felsövisöer Jeschiwos in Siebenbürgen begrüßt, von welchen die zwei erstgenannten spontan. eine Weberei, die drittgenannte eine Tischlerwerkstätte errichtet haben, und sie hat diese mit je 250 Pfund unterstützt. Die Felsövisöer Jeschiwo soll aus den Mitteln des Haffkine-Fonds noch einen größeren Betrag zur Errichtung eines Internats erhalten. Für denselben Zweck hat die berühmte Preßburger Je3chiwo 250, die suranyer für Mensa und für Turngeräte 100 Pfund erhalten. Außerdem wurden eine ganze Reihe polnischer und litauischer Jeschiwos aus den Mitteln des Haffkine- Fonds unterstützt. So verschmelzen langsam Name und Gestalt des Professors Haffkine mit dem osteuropäischen Talmudstudium und' die Zeit ist nicht mehr fern, in welcher er zu einer legendären Gestalt des traditionellen Judentums ,geworden sein wird. g8 .־.