Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 21 (1935)
- Issue
- 4 (25.1.1935)
- Date
- 1935-01-25
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 4 «torische *mm Seite 3 iki ,PMUdUin Pte&se" tunt* Aus den zahlreichen Beglückwünschungen, die uns anläßlich des Jubiläums des zwanzigjährigen Bestandes der ״Jüdischen Presse“ zugekommen sind» veröffentlichen wir nachfolgend das Schreiben der Adas Jisroel (Schiffschul) i An die 1 ״./ ü d i sch e P re s s e“ Wien. tusche Grotesken im Hitler-Reich Geehrte Herren! hassen Sie uns Ihnen anläßlich des Eintrittes in das dritte Jahrzehnt Ihres Bestandes ansere herzlichsten Wünsche für das Bestehen und Gedeihen des non Urnen mit so viel Selbst auf- Opferung und unter uns bekannten unsäglichen Mühen erhaltenen und ausgebauten Blattes übermitteln. Seien Sie ineiter ehrlich und aufrecht im Kampf für unsere gemeinsame heilige Sache, an der Sie uns stets an Ihrer Seite linden inerden. Mit norzüglicher Hochachtung für den Vorstand der Adas Jisroel (Schiffschul); Unterschriften. Wocbe Ml x w wo ch e ßm\ — Der Bürgermeister von Tel-A.10iw, Meier Dize n- Hoff, war vergangener Woche so schwer erkrankt, daß trotz mehrerer Bluttransfusionen ernstlich um sein Leben gebangt wurde. In den letzten Tagen ist eine Besserung in seinem! Befinden eingetreten. — Zwischen der Jüdischen Telegraphen- Agentur (JTA) und der Exekutive der Zionist isehen Or g anisat io 11 ■ist ein schwerer Konflikt ausgebrochen, der durch den von der Exekutive errichteten Nachrichtendienst ״Pal cor” verursacht wurde. — Ar abi siche Hirten, die auf jüdischem Boden in Wadi H avarith ihr Vieh ■weideten, griffen jüdische Wächter an und verletzten einen derselben durch eine Kugel leicht. — Anläßlich des nahenden 85. Geburtstages des Präsidenten M as ary k finden an vielen Orten Palästinas Feiern statt, als Zeichen der großen Hochachtung, die Präsident Masaryk unter den palästinensischen Juden genießt.■ — Die im Hause der Warschauer j ü dis che 11 Gemeinde abgehaltene Kundgebung zugunsten der S aar-Juden nahm einen sehr eindrucksvollen Verlauf. Die angesehensten Führer der polnischen Judenheit nahmen an derselben teil. Der Präsident der Gemeinde, Eiiah M azu r, schilderte die verzioeifelte Lage der Juden im Saar-Gebiet. .— In ..Beantwortung. . schriftlicher ,Anfragen des Mitglieds der ersten Kammer - des holländischen Parlaments Dr. Henri Polak hat der holländische Jnstizminister Dr. van S c h a i k erklärt, er halte die Erregung in jüdischen und anderen Kreisen über die Beliauptung, es sei bei den Juden Brauch, Ch r isten z u töten, und die Juden seien hierzu nach den Bestimmungen des kabbalistischen Buches Sohar sogar gezwungen, für berechtigt. Die heute geltenden Gesetzesbestimmungen böten jedoch keine Handhabe zur Verfolgung der Urheber solcher Veröffentlichungen. Der Minister beabsichtige, der Ausbreitung des Antisemitismus durch Erlaß neuer gesetzlicher Bestimmungen Ei 1111 a 11 zu tun. — Der Vizepräsident der United Synagogue, Sir Robert Waley Cohen, eine der hervorragendsten Persönlichkeiten der englischen Judenheit, ist bei einem Auto- Unfall in Palästina schwer verletzt worden. — 111 dieser Woche begeben sich über ltOOJude 11 aus Polen, zu einem großen Teil Chaluzim, zu ständigem Aufenthalt 11 ac h Pal ä s t in a über die Häfen Konstantza und Triest. Diese Zahl polnischer Palästina- Wanderer bildet einen neuen Rekord in der Geschichte der Palästina-Wanderung polnischer Juden. — Einer Mitteilung der Leitung der W a rschauer ■J üdischen Gern ei n d e zufolge hat sich die Zahl der Steuerzahler der Gemeinde für das Jahr 1935 um 2^06 Zensiten gegenüber 193.>t vermindert. — Die Stadtverwaltung von Riga bewilligte eine Summe von 10.000 Dollar für jüdische I nstitut i o 11 e 11. — Der Berliner ״Angriff” spricht auf der ersten Seite in großer Aufmachung Drohungen g e g en die jüdischen Zeitung e n in Deutschland aus, weil diese sich der Verbreitung von ״G r euelprop ag a 11 d a” dadurch schuldig machen, daß sie Reden des fränkischen Gauleiters Streicher über die Juden wiedergeben. Dies bedeute nach Ansicht des ״Angriff” die Unterstützung des antideutschen Feldzuges im Ausland, wobei eine Kollision mit dem Gesetz schlau vermieden xvird. ״Der Angriff” greift sogar den ״Israelit”, der durch Zitienmg von Streicher-Reden bewußt den Feinden Deutschlands im Auslande Greuelmärchen geliefert haben soll, an.- — Im deutschen Reich s j ustizminis t eriu in wurde eine Liste ״deut s chbliiti g er Rechts• anwälte der Tschechoslowakei” zusammengestellt und den reichsdeutschen.Anwälten zur Verfügung gestellt. Diese werden auf gefordert, sich bei Substitutionen u. dgl. lediglich solcher Advokaten zu bedienen, die in diese Liste auf genommen sind. (Z.T.A.) H. Grün, TI., Taborstraße 8 b, Tel. R-42-3-66. Atelier für feine Herrengarderobe. E 1£ווווווווווו1)1ווווווווווווווווווווווו1)1ו1[1ווו1)1)1וווווווו1)1וו1)1ווווג: | HoheTatra! T4ttt& £0lHMtü! Hohe Tatra I | 2 Pension Schreiher für Kinder und Erwachsene in 2 2 Tatra-Lesna. 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Der Professor für jüdische!Soziologie an der Universität in Jerusalem, Dr. Artur Ruppin, gibt in einem unlängst erschienenen Buch die neuesten Zahlen über die jüdische Bevölkerung in allen Ländern der Welt an. Danach gibt es nahezu 16 Millionen Juden auf der Erde. Davon leben 4,500.000 in Nord- und 500.000 in Südamerika. In Europa gibt es 9,690.000 Juden, davon ein Drittel, 3,050.000 in Polen allein (das sind mehr als 10 Prozent der Bevölkerung). In Rußland beträgt die Zahl der Juden 2,750.000, in Rumänien 900.000. In Deutschland gab es vor Hitler 550.000 Juden, jetzt mögen es um 50.000 weniger sein. Es folgen der Größe der jüdischen Bevölkerung nach Ungarn (500.000), die Tschechoslowakei (360.000), Großbritannien (330.000), Oesterreich (230.000), Frankreich (200.000), Litauen (160.000), und die Niederlande (120.000). In keinem der übrigen Länder Europas erreicht die Zahl der Juden 100.000. In Afrika leben 487.000 Juden, davon 80.000 in Südafrika; im nahen Orient sind es 455.000, von denen 230.000 heute Palästina bewohnen; im restlichen Asien (Indien, 'Sibirien, China usw.) und in Australien, zusammen gibt es 225.000 Juden. Eine genaue Ueberprüfung würde — unserer Meinung nach — noch gewisse Richtigstellungen in dieser Liste erfordern. Frauenhilfe der ״Adas Jisroel“ Unsere 5-Uhr-TeedVeranstaltung findet am Dienstag, den 29. d. M., im Lokale ״Wienea“ statt. Wir beehren uns, die •P. T. Mitglieder zu derselben hiemit höflichst einzuladen. Gäste willkommen. Der Vereinsvorstand. למדו את דף היומי! [LITERATUR__ ״Derech Hanescher“, Monatsschrift für Halacha und Agada, herausgegeben von Rabb. A. J. Schwär z, Sala. Die Zeitschrift, deren Verfasser es vorzüglich versteht, verschiedene aktuelle Fragen einer Lösung im Geiste der Thora entgegenzuführen, ist sehr zu begrüßen. Leider ist das Verständnis für die Notwendigkeit derartiger halachischer Ideen sehr gering und es war deshalb bisher sehr schwierig, solche Zeitschriften zu erhalten. Um so mehr ist es heutzutage die Pflicht jedes jüdischen Menschen, derartige Zeitschriften zu unterstützen. Die einzelnen Abhandlungen des ״Derech Hanescher“ zeugen von großer Bewandtnis und Scharfsinnigkeit auf allen Gebieten der Halacha und Ueberlieferung. Zweckmäßig wäre es allerdings, wenn der Herausgeber in noch stärkerem Maße die aktuellen Zeitfragen in den Kreis der Betrachtungen־ ziehen möchte. ״Einige Fragen an Prof. Dr. S. Grill“, von Rabbiner Dr.־ Benjamin Murmelstein, eingeleitet von Oberrabbiner Dr. Feuchtwang. Verlag Union österreichischer Juden. Prof. Dr. Severin Grill ist nicht der erste, der in den letzten Jahren versuchte, aus der heiligen Schrift-, Mischna und Talmud heraus zu beweisen, daß unsere jüdisehe Dogmatik und Glaubenslehre intolerant sind ׳gegenüber den Bekennern anderer Glaubensbekenntnisse, vor allem den Bekennern des Christentums. Es war notwendig, daß wieder einmal zur Verteidigung des Judentums das Wort ergriffen wurde. Dr. Murmelstein hat dies in einer Weise getan, die nicht nur nachweisen sollte, $aß die in der erwähnten theologischen Studie gegen das Judentum gerichteten An würfe unrichtig und unstichhältig sind, sondern die auch zeigen sollte, daß wir Juden uns damit begnügen, Angriffe zurückzu weisen, es aber ablehnen, mit Angriffen zu antworten. Für Vorurteilsfreie christliche. und für alle jüdischen Leser ist das leichtfaßlich geschriebene Buch von großem Interesse. Philo-iLexikoii, Handbuch des jüdischen Wissens. Philo Verlag und Buchhandlung G. m, b, H., Berlin, 1935. RM. 4.80. Bei knappster Ausdrucksweise ist unter jedem Stichwort 1 das Wesentliche allgemeinverständlich zu finden, eine Fülle von Wissensstoff im ganzen geboten, der durch 250 .vortreffliche Abbildungen besonders anschaulich gemacht wird. Durch die Aufnahme vieler Gruppenstichwörter, in welchen die jüdischen Persönlichkeiten beruflich vereinigt sind, z. B« Architekten, Chemiker, Juristen, Maler, Mediziner usw., sind die wichtigsten jüdischen Gelehrten und Künstler, vornehm- Ueh des deutschsprachlichen Kulturkreises, aber auch hervorragende Persönlichkeiten des Auslandes enthalten. Im ganzen: ein gelungenes und praktisches Buch, das weiteste . Verbreitung verdient. Daß das Lexikon auch zahlreiche | Drosdioh in der Sdti'tfsdtul. אדסו״ו hält am ש־ק פ׳ ימרו bei השבטה Um halb 9 Uhr eine DtoiAeh. Rabbi Mosche Blau in Wien. Der!Führer der Agudas Jisroel in Jerusalem, Rabbi Mosche Blau, weilte — nach einem zweiwöchigen Aufenthalt in der Tschechoslowakei — über Schabbos in Wien und nahm Gelegenheit, mit den hiesigen Agudaführern die aktuellen Erez-Jisroel-Probleme eingehend zu beraten. Am Sonntag abends hielt er vor der versarnmelten Agudajugend eine instruktive Ansprache, die zu einer intensiveren Tätigkeit für den Aufbau des Heiligen Landes aufforderte. Rabbi Blau konferierte auch mit dem königlich englischen Konsul in Wien und mit dem Leiter des hiesigen Palästina-Amtes. Am Montag setzte er die Reise nach Warschau fort. Die Gesellschaftsreise nach Erez Jisroel. Die angekündigte Gesellschaftsreise nach Erez Jisroel hat in den agudistischen Kreisen des Inlandes und der Sukzessionsßtaaten lebhaften Widerhall gefunden. Es steht bereits fest, daß diese in den Sefiroh-Tagen, im Monat Mai, stattfinden wird. Sie ist als Mittelstands- Vergnügungsfahrt gedacht, um allen Kreisen die Möglichkeit zu geben,, an dieser teilzunehmen. Die Gesamtdauer ist mit vier Wochen angenommen, so daß mehr als zwei Wochen zur Absolvierung des reichhaltigen Land- Programms zur Verfügung stehen. Kaufleute, die zu Geschäftszwecken nach Erez Jisroel reisen wollen,, können an der Reise — ohne Landprogramm —, teilnehmen. Es ist gelungen, für die Teilnehmer an unserer Geseilschaftsreise sehr günstige Bedingungen sowohl für die Bahnals auch für die Schiffahrt ,zu erreichen. Interessenten wollen sich an die Erez-Jisroel-Zentrale der Agudas Jisroel, Wien, II., Leopoldsgasse 16, Telephon A-46-0-.15, wenden. Auskünfte täglich von 9 bis 10 Uhr vormittags. Schriftlichen Anfragen ist Rückporto beizulegen. Vereinsnachrichten. Chamisfcho-Ossor-Feier des Chinuch-Amtes. Die vom Chinuch-Amt des Keren Hathora alljährlieh veranstaltete Chamischo-Ossor-Feier für die Schüler sämtlicher Wiener Talmud-Thoras ist heuer besonders schön gelungen. Die Veranstaltung fand im großen Saale der Jugendgruppe statt. Trotzdem mußten zwei Vorführungen stattfinden,■ um der — boruch haschem — so großen Zahl der thoralernenden Jugend Einlaß gewähren zu können. Die Darbietungen der Talmidim der Talmud- Thora in der Klanggasse und der Pirche Agudas Jisroel übertrafen alle Erwartungen und fanden begeisterte Aufnähme. Es wäre wohl nötig, die Leistungen der einzelnen Spieler zu schildern und zu würdigen, was aber wegen der Fülle des Geleisteten im Rahmen dieser Zeitungsnotiz nicht möglich ist. Wir müssen uns daher darauf 1be- Mängel aufweist, muß bei der Handlichkeit des kleinen Werkes in Taschenformat mit in den Kauf genommen werden. Europa erwacht! Von Co udenhove - K a 1 e r g i. Das lang erwartete neue Europa-Buch ist erschienen. Es bringt die Geschichte aller europäischen Eini- ־ gungsversuche von Julius Cäsar bis Aristide Briand; die Entwicklung der europäischen Kultur von ihren ersten Anfängen bis in unsere Tage; die Bildung der europäischen Rasse durch drei Jahrtausende. Diese weltgeschichtlichen Aspekte gipfeln in einer lebendigen Schilderung der Zeitgeschichte: der Anfänge und der Phasen der Paneuropa-Bewegung, ihrer Zusammenarbeit mit Briand, ihrer heutigen Gegner, Freunde und Probleme. ״Europa erwacht!“ schließt mit der Idee des europäischen Mutterlandes, das alle Vaterländer umfaßt; mit dem Bekenntnis zur europäischen Nation und zum europäischen Patriotismus. Wörterbuch des palästinensischen Arabisch. Deutsch- Arabisch von Leonhard Bauer. Das in Taschenformat in sehr guter Ausstattung im Verlag von H. G. Wallmann, Verlagsbuchhandlung in Leipzig, und der Buchhandlung des Syrischen Waisenhauses in Jerusalem 1933 erschienene ״Wörterbuch“ bietet ein vorzügliches Material zur Erlernung des Wortschatzes dpr arabischen städtischen und ländlichen Bevölkerung Palästinas. Es ist hiebei von seiten des Autors, der seit vielen Jahren als Lehrer in Jerusalem wirkt, größtes Gewicht auf die Unterscheidung der Dialekte gelegt. Das Buch ist sehr nützlich sowohl für den Wirtschaftler als auch für denjenigen, der aus praktischen Gründen das palästinensische Arabisch zu erlernen beabsichtigt. ״Faschismus und Nationalsozialismus.“ Im Wiener Reinhold -Verlag erschien soeben eine hochaktuelle Schrift ״Faschismus und Natiohalismus“, die neueste Arbeit des bekannten Wiener politischen Schriftstellers Dr. jur. et rer. pol. Peter Berger, der, hier eine tiefschürfende, jedoch knappe' und allgemein verständliche Untersuchung der Wesensart und dir Wurzeln dieser beiden Europa gegenwärtig beherrschenden politischen Bewegungen darbietet. In allen Buchharidlungen und direkt beim Verlag (Wien, IX., Löblichgasse 3), -erhältlich. Preis: brosch. S 1.80. Die neue Gewerbeordnung in der Sammlung ״Evika-Textausgaben" kaufmännisch-wirtschaftlicher Gesetze, erschienen im C, Barth Verlag, Wien, I., Heßgasse ,7 (166 Seiten, Preis S 2.80 exkl. Wust.). Diese Broschüre, herausgegeben von den Herren: Dr. Johann Gloß, Sekretär des österreichischen Arbeitgeberverbandes des Baugewerbes, Senatspräsident Doktor Siegmund Grüuberg, Rechtsanwalt Dr. Richard Pokoruy, Dr. Paul Posener. und Dr, Ernst ׳Schuster, Konsulent der Reichsorganisation der Kaufleute Oesterreichs und des Oesterrejchische» Gewerbebundes, gibt mit ihrer knappen Einleitung und.nach aUerprobter Methode verfaßtem ausführlichem Sachregister gerade dem Kaufmann und Gewerbetreibenden die Möglichkeit, sich sofort in diesem wichtigen Gesetz zureohtzufinden.