Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 21 (1935)
- Issue
- 3 (18.1.1935)
- Date
- 1935-01-18
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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JttMSCBE PRtSSß Nr, 3 Die Pf licht der Stande. Von Samnel Reiner, Presov. Vorbemerkung der Redaktion: Mit den nachfolgenden Ausführungen unseres geschätzten Mitarbeiters können wir uns nur insofern identifizieren, als sie für eine gegen die zionistische ״Jüdische Partei“ gerichtete Abwehraktion eintreten. Denn die Tatsache darf nicht unausgesprochen bleiben, daß Mukacevoer Raw in seinem blindwütigen Haß gegen altes, das sich ihm nicht bedingungslos unterwirft, eine Unterscheidung בין טוב לרע zu treffen nicht verstanden und sich in einen unbegreifliehen und unverzeihlichen Kampf gegen die namhaftesten Führer der Weitorthodoxie verrannt hat, , der nicht Zuletzt zu seinem eigenen Schaden die Einheits front der Weltorthodoxie gesprengt und so den Einbruch des g-ttesleugnerischen Zionismus in unsere Reihen ermöglicht hat. Nicht zum geringsten trägt Mukacevoer Raw selbst die Schuld dafür, daß gerade in seiner Stadt das erste zionistische Gymnasium gegründet werden konnte. Auch manche . Methoden, deren sich im Kampfe gegen die organisierte Orthodoxie zu bedienen Rabbiher Spira für richtig hielt — manch verdammenswerte Lügen und Verleumdungen! —, werden ihm unvergessen bleiben. Ob er daher auch nur einen Vergleich mit Rabbi Jakob Emden s. Z. t. verdient — bleibe dahingestellt. Jedoch: Unsere Rechnung werden wir bei anderer Gelegenheit mit ihm austragen. Wo es sich um einen gerechten Kampf gegen Kefir oh und Minus handelt, sind wir auf seiner Seite zu finden. .Auf der Suche nach einem ׳Pendant für die Person des Mukaöevoer Oberrabbiners R. Lazar Spira, dessen Charakterbild von der Parteien Gunst und Haß verwirrt in der Geschichte schwankt, wird man bis zur hehren Lichtgestalt R. Jakob Emdens s. Z. 1., dem streitbaren Bekämpfe! eines der Allergrößten der Großen, Rabbi R. Jonathan Eibenschütz s. Z. 1., zurückgehen müssen, wenn der anzustellende Vergleich nicht hinken soll. R. Jakob Emdens. Z. 1., ein׳ Mann, der wie kaum ein zweiter die furchtbaren Schäden begriff, welche der Glaube an Sabbatai Zewi der jüdischen Emunoh zugefügt hatte, und, von dem heiligen Bestreben erfüllt, an der endgültigen Ausmerzung dieses Krebsschadens am Leibe des jüdischen Volkes mit seiner ganzen Riesenkraft mitzuarbeiten, jedem den Krieg erklärte, den er — wenn auch vollends zu Unrecht, wie dies in seinem Verhalten gegen Rabbi R. Jonathan Eibenschütz der Fall war —׳ in seinem heiligen Uebereifer dieses Irrglaubens verdächtigen und bezichtigen zu dürfen glaubte, findet in vielen Belangen einen lebenstreuen Nachahmer in der Person des Mukaöevoer Raws. Es ist kaum wegzuleugnen, daß sich der Mukaöevoer Raw• es zur Lebensaufgabe gestellt hat — ebenso wie dies R. Jakob Emden seinerzeit mit dem Sabbatai- Zewiismus tat — den Zionismus in allen seinen Abarten, den Misrachismus ׳mit inbegriffen, mit einem Vernichtungskrieg zu überziehen, wie es auch nicht bezweifelt werden darf, daß der Antagonismus, in welchem der Mukaöevoer Raw gegenüber dem Zionismus seit Jahrzehnten konsequenterweise ausharrt, aus der vollkommen richtigen Ueberzeugung genährt wird, daß der Zionismus von heute für das orthodoxe Judentum, also für das eigentliche Judentum selbst, keine geringere Gefahr bedeutet, als der ׳seinerzeitige Wahnglaube an Sabbatai Zewi. Ich erachte diese Charakterschilderung des Mukaöevoer Raws für unerläßlich, wenn die Stellungnahme der slowakischen Orthodoxie im allgemeinen .und der Agudas Jisroel im besonderen zu dem Generalsturm, welchen die ״Jüdische Partei“ gegen den Mukaöevoer Raw seit einiger Zeit arrangiert und an welchem wir unmöglich gleichgültig Vorbeigehen können, eine richtige und würdevolle sein soll. Es darf nicht vergessen und, außer acht gelassen werden, daß die extrem jüdischnationale ״Jüdische Partei“ mit ihren unter Assistenz nichtjüdischer Notabilitäten gegen Oberrabbiner Spira gerichteten Veranstaltungen im Grund bloß den .unerbittlichen Zionismusfeind׳ in Oberrabbiner Spira treffen will, der mit seiner bewunderns- und anerkennenswerten Aktion gegen die Brutstätten jüdischer Kefira, die hebräischen Gymnasien, den mandatshungrigen Obermachern der ״Jüdischen Partei“ jetzt, da die Parlamentswahlen in .greifbare ׳Sicht gelangen, ganz besonders unangenehm zu werden beginnt. Da aber die Herren von der ״Jüdischen Partei“ gerne ganze Arbeit machen, begnügen sie sich in ihren nach Messira riechenden Kundgebungen nicht mehr bloß mit: der Unschädlichmachung des Mukaöevoer Raws ad personam, sondern möchten von MukaÖevo aus die ganze orthodoxe Front aufrollen, um derart ohne' . Schwierigkeiten die /Stimmen der als Stimmvieh ausersehenen orth. Juden Slovenskos und׳ PKR.s zu erlangen. Angesichts dieser Sachlage nun darf Oberrabbiner Spira, der bloß wegen seiner antizionistischen Haltung auf die Zionisten wie rotes Tuch wirkt und von ihnen unmöglich gemacht werden soll, unter keinen Umständen seinem Schicksal und sich selbst überlassen werden. Die Landesorthodoxie mit der agudistischen Landesorganisation an der Spitze haben in geeigneter Weise — meiner bescheidenen Ansicht nach — durch Arrangierung öffentlicher Gegenkundgebungen in allen orthodoxen Gemeinden des Landes zu manifestieren: nach innen, daß jedwede Unterstützung der ״Jüdischen Partei“ ein Verbrechen gegen die mit derselben in keiner Weise zu vereinbarenden Orthodoxie bedeutet, nach außen aber, daß wir mit den assimilierten Juden der historischen Länder, selbst mit denen, die mit dem nationalistischen Feigenblatt ihre Blöße bedecken möchten, in religiöser Hinsicht nur nebeneinander, nie und nimmer aber miteinander leben wollen, können und werden. Dem von der ״Jüdischen Partei“ inszenierten Vernichtungskampf — übrigens der einzige Aktivposten, den die ״Jüdische Partei“ ־und ihre Mandatare während ihrer mehrjährigen parlamentarischen Tätigkeit aufzuweisen haben — muß im Interesse des Fortbestandes unserer Orthodoxie eine ebenso würdige wie kräftige, aus der Hochburg der slowakischen Orthodoxie ausgehende Abwehraktion entgegengesetzt werden, an der alle, denen die Orthodoxie wahre3 religiöses Leben bedeutet, mittätig sein müssen. Agtidah-Kreistägtmg in Slatinske-Doly. Die hiesigen Aguda-Gruppen hatten eine Kreistagung der, Agudas-Jisroel-Gruppen für den 6. Jänner nach Sl. Doly (P. k. R.) einberufen. Bei einer Anteil* nähme von Delegierten aus zirka zwanzig Gruppen und mehreren hundert Gästen hatte diese Tagung einen im* posanten und ehrenvollen Verlauf. Auch die Jugend- Organisation hatte sich durch ein führendes Mitglied der Chuster Jugendgruppe, Herrn Mor Ch. N. Kahan, vertreten lassen. Es wurden verschiedene wohlgelungene Referate über Chinuch- und Chisuk-Hadas, Erez Jisroel und Hachschoro, Schomre-Schabbos und soziale Wohlfahrt sowie über Organisation- und Propagandawesen gehalten, an denen sich die Herren Aron Magid, E. Farkas, H. Doly, M. Groß, Taöovo, u. v. a. beteiligten. Es wurden sehr viele, gute und praktische Anträge eingebracht. Unter anderem wurde beschlossen, die sogenannten ״Aktivistengruppen״ aufzulösen und von nun an diese den Vorhandenen Jugendgruppen anzugliedem. So wird auch schon die für den 20. Jänner anberaumte Konferenz in Cop nicht, wie verlautet, von den ״Aktivisten" einberufen, sondern von der Mukaöevoer Jugendgruppe mit vorheriger Bestätigung der Zentrale. Ferner wurde ein Komitee gegündet, das die Aufgabe hat, den Kontakt mit den umliegenden Guppen stets aufrechtzuerhalten, und die Bratislavaer Zentrale tunlichst bei ihrer schweren Arbeit zu unterstützen. BEKIZZUR... — Sala: Der hiesige Verein ״Malbisch Arumim“, der im verflossenen Geschäftsjahre über Kö 2000 zur Bekleidung armer Kinder verausgabte, hielt soeben seine Jahres-Generalversammlung ab, bei welcher der alte Vorstand wiedergewählt wurde. Dieser besteht aus folgenden Herren: Julius Kohlmann, Josef Grünwald und Göza Dönes. — Tmava: Montag, den 31. Dezember, fand die Jahresversammlung des ״S c h o m r e - T h o r a" - V e reines statt. Nachdem der Präses, Herr Böla Beck, und der Kassier, Herr Desider Abelesz, ihre Tätigkeitsberichte, die mit großer Zufriedenheit angehört wurden, beendet hatten, wurde zur Neuwahl geschritten. Unter Leitung des Wahlpräses, Herrn Dr. Ch. L. Kohn, wurde der langjährige Vereinspräses Böla Beck per Akklamation wiedergewählt. Der weitere Vorstand besteht aus *folgenden Herren: Eugen Maityn, Desider Abelesz, Siegmund Katzbürg, Benö Tauber, Josef Adler. Repräsentanz: Alfred Adler, Alex Koth, Matthias Katzburg, Em. Grünfeld, Herrn. Fürst und Jakob Hunwald. — Tek. äarluhy: Bei den am 29. Dezember d. J. abgehaltenen Gemeindewahlen wurden nach einem heftigen Wahlkampf folgende Herren gewählt: Präses: Dr. Julius Baumgarten, Vizepräses: Simon Rosenfeld, I. Tempelvorsteher: Jakob Stern, II. Tempelvorsteher: Michael Wosner, Beisitzer: Samuel Weinstengel. Es ist zu erwarten, daß der neugewählte Vorstand zum Wohle dre Gemeinde wirken wird. — Pezinok: Vorige Woche hat hier die Gemeinde gemeinsam mit der Jeschiwoh einen S i j u m auf Mes’ Jewomaus und Schabbos veranstaltet. Oberrabbiner Josua L. Schill hielt einen wohldurchdachten Hadron. Besonders betonte der Redner, wie wichtig es ist, jeden Tag an einem bestimmten Schiur teilzunehmen. Es sprachen noch Herr Ch. Fkiedmann und Herr M. T. Schül, der Sohn des Oberrabbiners. Die schönen Melodien des Oberkantors H. Munk aus Sv. Jur gaben dem Abend ein fröhliches Gepräge. Personalnachrichten. Nitraer Raw fährt nach Erez Jisroel. Wie wir erfahren, wird der Nitraer Raw, Oberrabbiner S. D. Ungar, seinen langgehegten Wunsch er• füllend, in Begleitung einiger Schüler und Freunde, s. G. w. am Rosch-Chodesch Adar I. nach Erez Jisroel fahren. Bar-Mizwoh-Feiem: In Luöemec feierte der Sohn des allgemein verehrten Oberrabbiners Unsdorfer vorigen Schabbos seine Bar-Mizwoh. Der Gefeierte hielt eine sehr gelungene Droscho. Die Feierlichkeit wurde durch die Anwesenheit des Onkels des Knaben, Rabbiner iS. Unsdorfer aus Bratislava, gehoben, der mit seinem besonders gelungenen Vortrage den Zuhörern einen höheren Genuß bereitete. — Diesen Schabbos fand in Novö Z ä m k y die Bar-Mizwoh-Feier des jüngsten Sohnes des Subrabbiners Awrohom Stern statt. Der Bar-Mizwoh hielt eine Charifus- und Magidus-Droschoh, welche besonders beifällig aufgenommeri wurde. Todesfälle. Am 26. Tewes verschied in Nitra in Verhältnismäßig jungen Jahren die Frau des Wohltätigkeitschefs unserer Gemeinde, Frau Adolf Stark. Die Verstorbene war eine Enkelin des bekannten Topolöanyer Dajans, Rabbiner Pinchos Link s. A., die sich durch ihre mit wahrhaftiger Frömmigkeit gepaarte Intelligenz die Achtung der ganzen Stadtbevölkerung erworben hat. Bei der am• darauffolgenden Tage stattgefundenen Beerdigung hielt Se. Ehrw. Herr Oberrabbiner Ungär einen tiefempfundenen Hesped, in dem er auf die zahllosen Tugenden der Verstorbenen hinwies.' Im besonderen hob er als großes Verdienst hervor, daß die segensreiche Tätigkeit ihres Mannes, der seit Jahren an der Spitze der Armenfürsorge unserer Gemeinde steht und dieses Amt mit beispielloser Opferwilligkeit bekleidet, zum großen Teil ihrem Sinn und Verständnis für Gmilas Chasodim zuzuschreiben ist. Der Sohn der Verblichenen, Herr Pinchas Stark, verabschiedete sich mit tränenerstickter Stimme, dann sprach noch Herr Rabb. Simon Schreiber einige schöne Worte über die Verdienste der Verstorbenen. תנצב־ה, —f— Am 8. Schwat verschied in Nitra Frau Netti K a 1 i s c h, die Mutter des Bratislavaer Dajans, Rabb. . Jeschaje Kalisch, im Alter von 76 Jahren. Die Verblichene war die Gattin des bekannten Rabb. Gerson Kalisch, More Heuroo in Dioseg, s. A. An der am Sonntag stattgefundenen Lewajo beteiligte sich die ganze Bevölkerung Nitras, um dieser wahrhaft frommen Frau das letzte Geleite zu geben. Als Erster ergriff Rabb. Jeschaje Kalisch als Sohn das Wort. Er schilderte mit bewegten Worten die großen Vorzüge der Heimgegangenen. ׳ Besonders betonte er die Frömmigkeit und Wohltätigkeit seiner Mutter. Es sprachen noch Rabb. N. Ch. Ehrentreu als Enkel der Verstorbenen, und Rabb. Vorhand herzergreifende Worte. Mehreren Abonnenten! Die Zusendung der Prämien erfolgt in Aller Kürze. Wir bitten um ein wenig Geduld, Urgeüzen sind überflüssig. Mehreren Berichterstattern: Wir bitten, die Angabe des Datums bei Berichten über Veranstaltungen und sonstige Geschehnisse nicht zu übersehen. Herrn H. L», Nov6 Zdmky, und anderen: Ueber Verlobungsfeiern werden grundsätzlich und ausnahmslos keine Berichte veröffentlicht. Verlobungsanzeigen werden tarifmäßig billig berechnet. Redaktion ״Jüdische Presse“. Gertrud Denes Sala Verlobte Daniel Löwy Levoca-Bratislava PiroSka Gansl Sala Dezsö Weinberger Piestany Verlobte Die Jugendorganisation der Agudas Jisroel in der Slowakei imd P. K. R. entbietet ihrem verdienstvollen Präsidialmitgliede, Herrn DANIEL LÖWY, anläßlich seiner Verlobung mit Frl. Gertrud Dönes, Sala, ihren herzlichsten מול טוב- Wunsch. HUscsa כשר UM?, Amtuc BaquU Aller Komfort, vornehmstes Viertel, in der Nähe des Meeres und des Kasinos. Idealer Aufenthalt. Volle Pension Fr. 35.-— .תנצב?ד I BPEZIALHAUS FÜR WOLLE UND STRICKGARNE MORITZ NAGEL WIEN, n., TABORSTRASSE 17, TEL. A-49-3-69 FABRIK S NIEDERLAGE WIRK- UND STRICKMODEN I Rasiere dich ohne Messer mit dem gSä. 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Tag 13 £ •s CO Jänner 1 דף יומי משנה יומית Ralenmn בכא קמא מוח משנה תרו פרק Freilag 14 18 נז ו ה Samstag 15 19 נה ז " פ׳ בשלה, חמשה עשר Sonntag 16 20 נט ח » Montag 17 21 ם ט " Dienstag IS 22 פא א ו Mitiwodi 10 28 סב ב ,, Donnerst. 20 24 מג ג " Freitag 21 25 סד ד " Samstag 22 26 סה ה מ פ׳ יתרו ן סוף זמן קדוש לבנה Gebetzeiten ש״ק פ׳ בשלח WIEN BRATISLAVA Uhr j Min. Uhr Min. 6 j 20 _ 9 1 03 — סוף זמן קריאת שמע של שחרית .... 4 j 35 — בשבת: קבלת שבח קודש (מנחה בעש׳ק) . 7 | 10 — 9! 30 — 3 i 30 — 5 j 25 -י מעריב במוצש״ק . 6 i 40 — בתל: שחרית . j 4 1 30 ־ מנחה ומעריב. Die ftedaKtioo BDeM in Mm falle die Mwortaog Hii des Midi;1 ftaeeeniie oad es ist Sadie der Leser, sidi zD iiMerea Eigentümer, Herausgeber und Verleger: David Türkl (für eine Arbeitsgemeinschaft), Wien, IL, Malzgasse 12 a. — Verantwortlicher Redakteur: Karl Richter, Wien, 3X, Franz־ HochedUnger-Gasse 2. — Druck: Druckerei- und Verlags-A.-G. Ig. Steimnaun, Wien, IX., Universitätsstraße 6-8.