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Jüdische Presse · 1935-01-11 · 2 (11.1.1935) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
21 (1935)
Issue
2 (11.1.1935)
Date
1935-01-11
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 2 JÜDISCHE PRESSE Mteß in Deutschland Jugendorganisation... Vom 29. Dezember bis i. Jänner fand in L e i p 2i g ׳eine Delegiertentagung der Agudas-Jisroel-Jugendorgani- Nation und eine Landesversammlung der Agudas Jisroei statt. Der Delegiertentag der Jugendorganisation, der aus allen Teilen des Landes, sehr gut besucht war, brachte bereits am Schabbos seinen Teilnehmern wertvolles päd-; .agogisches Material für die PifChim-Arbeit, darunter einen Vortrag von Herbert Sonn über ״Methodik der .Erez-Jisroei-Arbeit". Am Sonntag referierten Erich Eisemann über das Thema ״Wie erziehen wir zum Agudismus", Dr. Kalman Kahän, der bisherige Leiter des Organisationsvorstandes, über ״Weltanschauliche . Er- Ziehung“ und Hugo Heinemann über ״Aelteren-Arbeit",: woran sich angeregte Aussprachen über jüdisch-geistige; Arbeit außerhalb des Bundes anschlossen. Der Abend war der Diskussion einer Satzungsänderung gewidmet. Nach; den gefaßten Beschlüssen stellt sich die umgestaltete Organisationsform der Jugendorganisation wie folgt dar: Unter dem einheitlichen Namen ״A g U d o- Jugend" wird eine Arbeitsgemeinschaft der vorhandenen Organisationen gebildet, die sich in vier Säulen gliedert: .׳ : 1.. Agudas-Jisroel-Jugendorganisation, 2. Esra, 3.; Pirche-Agudas-Jisroel, 4. Noar Agüdati. Jede Säule wählt‘ sich ihre Leitung und ihren eigenen Bundesleiter. Die vier Bundesleiter stehen gemeinsam, an der Spitze der Arbeitsgemeinschaft. Diesen vier Leitern tritt mit beratender Stimme das von der Landesleitung der deutschen Aguda :neuzubildende dreigliedrige Jugendressort zur Seite, damit-aüf diese Weise eine engere Verbindung als früher mit der Gesamt-Agudo hergestellt werde und insbesondere' dem Rabbinischen Rate der gebührende Einfluß auf die Gestaltung der Erziehungsarbeit gesichert wird.; ' * '''יי’•.',■ - ... und Landesorganisation. Da nicht in allen Gruppen rechtzeitig, ordnungsgemäße Delegiertenwahlen durchgeführt werden konnten, beschloß man, der Zusammenkunft den Charakter einer ■Gruppenvertreter-Aussprache zu geben und die Beschlüsse: dann in einigen Monaten durch einen formellen Delegiertentag bestätigen zu lassen. Trotzdem war die Zusammenkunft‘ verhältnismäßig gut beschickt. ..־'״ Die Verhandlungenwaren -in der Hauptsache der Neuorganisation , der deutschen Landes-Agudo gewidmet, nachdem leider infolge des Wegzugs des bisherigen Vorsitzenden des Landesvorstandes, Rabbiner Dr. Moses Auerbach, Berlin, nach Erez. Jisroei eine Verlegung des Vorortes erforderlich schien. Nach gründlicher Ausspräche ist Frankfurt a. M. zum neuen Vorort g e w ä h 11 worden. Der Landesvorstand bleibt in seiner bisherigen- Zusammensetzung im Amte, der Vorortsvorstand in Frankfurt wird durch eine von der Versammlung gewählte״ Kommission *in ־den nächsten Wochen zusammengesetzt werden. Die. ausgedehnte Aussprache ergab außerordentlich wertvolle Anregungen für die Gesamt- .arbeit der Landesorganisation und der Ortsgruppen. Im Rahmen der... Tagung fanden Sonderreferate über :die Tätigkeit' und Weiterentwicklung des Keren Hathora in .Deutschland und der Erez-Jisroei-Arbeit statt. Ueb'er ihre Ressorts berichteten für den Keren Hathorä die Herren Dr. Leo Deutschländer, Wien, und Henry Pels, Hamburg,' für die Palästina-Zentrale• Dr. S. Ehrmann, Frankfurt am Main, von seiten der Exekutive der Welt-Agudo Herr Jacob Rösenheim,'Frankfurt a. M. Leistungsfähigstes Möbelhaus M♦ Redler/ Wien 1/ Sdiottenrmg 55 Telephon A-12-9-78. Zeitgemäße Preise. Gesamtausstattungen von der billigstem bis zur feinsten Ausführung. Beste Referenzen. Eigenes'Zahlungssystem. Samstag geschlossen. -״ ־Schomra"־Mitglied. Hauptversammlung der Vereinigung traditionell:־ gesetzestreuer Rabbiner Deutschlands. Vom 24. bis 26. Dezember fand ,in.Leipzig die 12. Hauptversammlung der Vereinigung traditionellgesetzestreuer Rabbiner Deutschlands statt. ‘ Ein feierlicher Akt in der ׳Synagoge Otto-Scliill-Straße mit Begrüßungsworten des Oberrabbiners Dr. Ephraim Carlebach eröffnete die Tagung,״wobei der Vorsitzende der Vereinigung, Rabbiner Dr; Unna, Mannheim, und; Rabbiner Dr. K1 e i n, Nürnberg, Referate, über' ״Die Lage des gesetzestreuen Judentums in der Gegenwart" und ״Das Thorastudium in unserer Zeit“ hielten. Drei Haupt- Fragenkomplexen galt die gesamte Tagung: dem Palästina-Problem, worüber Dr. Ochs, Königsberg, in einem Vortrag ״Aktuelle Fragen der Keduschas Erez Jisroei", und Dr. Hoffmann, Frankfurt a. M., in einem Referat ״Die religiösen Zustände in Palästina" sprachen; ferner dem Problem der Schechita . und Fleischversorgung, worüber Dr. Jakobovits und Klein, Berlin, refe- Tierten; endlich den Fragen der praktischen •und geistigen Arbeit des Rabbiners in der Gegenwart. Ueber die erste sprachen Dr. Hoffmann, Breslau, und Carlebach, Altona, über die 'geistesgeschichtlichen Themen die Herren Dr. A11 m a n n, Berlin, und Elie Munk, Ansbach. Die Tagung, die ganz eigentlich einem Gedankenaustausch und einer gründlichen Aussprache über diese brennenden Gegenwartsf ragen dienen. sollte, gestaltete sich zu_ einer •eindrucksvollen Kundgebung und zu einer geistigen Bepeicherung für alle Teilnehmer. ־ - Palästina־Bericht vor dem Völkerbundrat ■! am 11. Jänner, Auf der Tagesordnung der am 11, Jänner beginnenäen Session des Völkerbundrates figurieren u. a, die Berichte der beiden vorjährigen'Tagungen der Ständigen Mandatskommission; nämlich der 25• Tagung vom 30. Mai bis zum 12; Juni 1934, während .welcher auch der Jahresbericht über״•, das Palästina-Mandat geprüft wurde, und! der26 ״;. Tagung, die vom 29, Oktober bis zum 12, N0-! vember י stattgefunden und ' u. ä•• auch einige Palästina betreffend^ Petitionen geprüft hat, Während der 26. Tagung der Mandatskommission, deren Bericht soeben veröffentlicht wurde, hat die Komrnission fünf:'das Palästina-Mandat betreffende Petitionen״ behandelt, Darunter befanden sich vier jüdische Petitionbn, Und zwar eine der Revisionisten, eine der palästinengschen Frauenrechtler (! Red.), eine des ״Brit Kibbuk Galuiot" und schließlich eine des Zentralkonsistoriums der Israliten Bulgariens. Sdtneetdiaufeln» Wir stehen im Kampf. Wenn uns auch sonst nicht bange ist um die Zukunft der Wiener Orthodoxie, so; haben wir diese Woche etwas erlebt, was uns unsere unveräußerliche Ueberzeugung, daß die Zukunft in uns e r e m Lager ist, zur erhebenden Gewißheit werden ließ. Aus einer unseren besten Jeschiwos, in der . einige Wiener Kinder lernen, kam der erschütternde Hilferuf für die dortige Mensa. Die Mitteilung lautet: Wenn nicht sofort Hilfe kommt, muß die Speiseanstalt der Jeschhvoh, die den Edelsten unseres Volkes, den Thorajüngern, ihr kärglich genug bemessenes Tagesbrot gibt, ihre Pforten schließen. Die Bemittelten sind sofort bereit, trotz der unendlichen Inanspruchnahme unserer Kreise, ein neuerliches Opfer zu bringen. Aber auch die Unbemittelten wollen nicht zurückstehen! Die arbeitslosen orthodoxen jungen Menschen, denen die Agudas-Jisroel-Jugendgruppe nebst Erbauungsstätte auch trautes Heim ist, beraten eifrigst, wie auch sie ein Scherflein dazu beitragen könnten, um unseren Besten zu geben, was ihrer würdig ist. In die. Beratung fällt... Schnee vom Himmel. Und eh’ der Gedanke noch recht ausgesprochen ist, haben sich 50 junge Leute gemeldet, die von der Gemoro־ Weg bereit sind, eine Nacht sich zur Straßensäuberung zu melden,, um den Erfolg ihrer Arbeit den Jeschhvohjüngern zuzuwenden. Ergriffen und beschämt ob solchen Opfermutes standen die anderen, die tagsüber im Beruf wohl zu einem materiellen Opfer bereit, aber zu solchen Opfern nicht fähig sind, und beneideten die Helden, die zu 301cher Tat fähig snd. Das ist orthodoxe Jugend! Die gute Absicht konnte vorerst noch nicht verwirklicht werden. Organisatorische und prinzipielle Schwierigkeiten auf seiten der Direktion der städtischen Schneeabfuhr standen entgegen. Aber die Bereitschaft allein, diese einzig dastehende Opferbereitschaft, wie nur orthodoxe jüdische Menschen ihrer fähig sind, muß vor aller Welt rühmend hervorgehoben werden. Die Bemühungen gehen weiter und m. G. H. wird der Plan in den nächsten Tagen Wirklichkeit geworden sein. Mit einer solchen Jugend gehört die Zukunft uns. Jenen aber, die Haschern mit materiellen Gütern gesegnet hat, soll die heroische Tat unserer Jugend — Mahnung und Weckruf sein, das Ihrige für die Unterstützung der Jeschiwos und Bachurim beizutragen. Und noch einmal die Maimonides-Feiern. Wir haben in unserer vorwöchentlichen Ausgabe unseren Standpunkt zu dem (.widerlichen Wirbel präzisiert, den gerade diejenigen,' die sein wahres Wesen nicht verstehen und nicht verstehen wollen, heuer' aus Anlaß des 800. Geburtstages des R!a m b a m veranstalten. Deutlich und verständlich haben wir, diesen. Herren, zu wissen gegeben, daß sie ״wohl die Makkabäer ־in nationalrevolutionäre Kriegshelden umlügen können, aber den Rambam in einen ״ReHgioh'sphilosophen“ ihrer Färbung umzufälschen, das wird den Herren Zionisten 'doch“'nicht'‘gelingen.' ' ' T •* . Wir machen die Herren schon heute darauf aufmerksam, daß wir für jedes, aus .dem Zusammenhang gerissene Zitat aus den Schriften des Rambam mit einem, halachischen Rechtsgrundsatz £ des;.Rambam antworten werden, der die Herren restlos demaskieren wird. Wir werden den Herren mit Zitaten des Rambam aus Hilchos Schabbos antworten, aus denen die Herren erfahren werden, daß Maimonides denjenigen, die die fundairientalen Grundsätze der jüdischen Religion,. wie Sabbatheiligung u. ä., nicht beachten, das Recht ab־ spricht, in •Dingen, die das Judentum betreffen, ein Wort mit zured en. Die Warschauer'■orthodox gegleitete: Kult us ge mein, de, die größte der alten Welt, hat einen offiziellen Beschluß gefaßt, an den Rambam- Feiern nicht teilzunehmen. Es ficht uns in keiner Weise an, daß Herr Oberbaurat Stricker —’ und gerade •Herr Oberbaurat Stricker — in seiner ״N e u e n W e 11“ die Aguda deshalb wie folgt anfällt: ״Nur die trennungsörthodoxe Aguda in Polen findet eine Ehrung , des großen mittelalterlichen Philosophen nicht für notwendig, ״ Schon den ״agudistischen“ Zeitgenossen Kambams war dieser umfassende Geist ein Dorn im Auge(?!). Sie verfolgten ihn, belegten ihn mit dem Bannfluch (?!). Wenn die heutigen Agudisten ihn heute ״ignorieren“, so ist das ,eine historisch bedingte Fortsetzung, Man konnte von der Aguda keine andere Stellungnahme erwarten. Zum Glück allerdings wrd durch diese Handlungsweise der Ruhm Rambams nicht geschmälert. Die Aguda ist gegen Rambam eingestellt(?!). Seine Millionen Verehrer werden sich zu trösten wissen Auch die J. T. A. versagt es sich nicht, diesen horriblen Stumpfsinn in ihrer, Weise zu verzapfen und will dem Rambam das Kompliment machen, Vater der christlichen Religionsphilosophie zu sein. Sie schreibt im Anschluß an die Meldung über den Beschluß der Warschauer Kultusgemeinde folgende Offenbarung: ״Gegen die philosophischen Lehren des Maimonides waren schon zu seinen Lebzeiten extrem - orthodoxe Kreise auf getreten, sein ״More Nebuchim“ war fahrhundertelang Gegenstand heftiger Auseinandersetzung, Seine philosophischen Anschauungen über Engel, Prophetie, Wunder und Unsterblichkeit der Seele, sowie seine Versuche, den biblischen Schöpfungsbericht mit der aristotelischen Philosophie in Uebereinstimmung zu bringen, wurden aufs heftigste angegriffen. Nach dem Tode Maimonides bildete der ״More?‘ das Objekt, eines langen, erbitterten Kampfes «wischen dem streng konservatwen und dem fortschrittlicheren Teil■ der Juden in Spanien und, in.Frankreich, wobei die Führer beider Lager einander mit dem Bärin belegten, '1234 wurde der Streit vor nichtjüdische Instanzen gebracht, und es wurde der ״More Nebuchim“ tatsächlich der Führer im geistigen Leben der Judenheit durch Generationen hindurchrauf seinem Studium fußten Philosophen wie Spinoza, Salomen Maimon und Moses Mendelssohn, Sein Wirken blieb nicht nur auf die jüdischen Kreise be* schränkt; schon im 13. Jahrhundert wurde das Buch ins Bateinisohe übertragen und viele christliche' Gelehrte, wie ־־״״־der vor Tmrzemrhejlig^ gesprochene- Albertus Magnus,־' Duns Scotus, Alexander ״von Haies und änderte,*nahm6n^ ihn zum Ausgangspunkt ihrer religiösen Philosophie,is v ׳״ scheiten die Atmuiittaorgan» MedizinalbonbOUS Daß die Herren in ihrer Ignoranz den wahren Sinn des damaligen Kampfes gewisser Kreise gegen die philo- Sophischen Schriften des Rambam vollständig miß verstehen, geht aus der Tatsache hervor, daß die Kampf- Schriften gegen den Rambam noch heute als ein überaus wertvoller Teil der nachmaimonidischen Religionsliteratur erhalten geblieben sind. Dieser Kampf hat sich nie gegen die Person des Rambam, de3sen Integrität immer Unangefochten War, gerichtet, sondern gegen ein damals noch unerprobtes und daher gewagtes System. ״Spaltung" in der Agudas Jisroei. Es ist kein Wunder, daß die Entwicklung und der Stand der Aguda-Bewegung, speziell in Polen, den Neid und den Haß unserer Gesinnungsgegner ins Ueberdimensionale gesteigert hat. Es ist daher auch nicht verwunderlich, daß von geschäftigen Zuträgern immer wieder, Meldungen und Nachrichten im Wege der zionistischen Presse in die Welt gesetzt werden, denen der Stempel der Lügenhaftigkeit aufgedrückt ist. Zu dieser Art von Nachrichten gehört auch die in jüngster Zeit kolportierte Meldung von einer Spaltung in der Agudas Jisroei, derzufolge die Poale Agudas Jisroei aus der gesamten Organisation ausgetreten sein und sich selbständig gemacht haben soll. Die Agudas-Jisroel-Zentrale in Warschau hat sich im Zusammenhang mit diesen Meldungen veranlaßt gesehen, eine offizielle Verlautbarung zu erlassen, aus der hervorgeht, daß die Poale Agudas Jisroei nach wie vor in bewundernswerter Harmonie in und für die Weltorganisation Agudas Jisroei tätig ist. Der Versuch einiger destruktiver Elemente, die schon längst aus der Poale Agudas Jisroei ausgeschlossen wurden, Zwietracht zu säen, war bei der Einigkeit und Geschlossenheit unserer Organisation (im Gegensatz zu den unzähligen Gruppen und Grüppchen innerhalb des Zionismus!) von vornherein zum Scheitern verurteilt. Schande ■ über Euch! Würdig reiht sich der oben geschilderten ״Tätigkeit" zionistischer Querulanten, die in der Geschichte der letzten Jahrzehnte einzig dastehende Messirah an, die gegen 'eineh brthodoxen Räw in Polen, den Führer der polnischen Aguda-Jugend, Rabbiner Hirschhorn, angezettelt wurde. Schon seit einigen Jahren tobt der Kampf um den Rabbinatssitz in Jaworzne. Rabbiner Harschhom war vor acht Jahren ordnungsgemäß gewählt worden,■doch einige Jahre später zog ein anderer ״Rabbiner“ in den Ort und nun setzte eine unterirdische .Wühlarbeit gegen den allseits geachteten Rabbiner Hirschhorn ein. Sie fruchtete nicht! Was machten nun die Herrschaften, die die AUs■:: sichtslosigkeit ihres ־ Unterfangens, die Autorität des Raws in den jüdischen Kreisen zu untergraben, erkennen׳ mußten? Sie bezichtigten ihn״bei den Behörden ko mmünistischer Betätigung und Propaganda. Eine hochnotpeinliche" Untersuchung nahm ihren Lauf. Naturgemäß stellt sich die gesamte orthodoxe Judenheit Polens auf die Seite des verdienten Rabbiners Hirschhorn, und es kann nicht mehr lange dauern, bis die Haltlosigkeit der gegen ihn erhobenen Beschuldigungen klar zutage getreten sein wird. Es ist nur zu bedauern, daß sich manche orthodoxe Elemente, die vielleicht persönliche Gründe in einen Gegensatz zur Agudas Jisroei gebracht haben, von der-Hetze mitreißen ließen. J ־ Es ist nicht verwunderlich, daß die Kreise,, die die diese empörende Schandtat begangen haben, .־ sich hinter allerlei Ausflüchten zu verbergen und die im Gange befindliche Untersuchung zu verschleppen suchen;; Aber die Welt soll es wissen, was noch heutzutage unter jüdischen — parteiverblendeten! — Brüdern, die diesen Ehrentitel längst nicht mehr verdienen, möglich ist . ־. .. Niedriger hängen! Frauenhilfe der ,',Adas Jisroei“. Mittwoch (man beachte: diesmal ausnahmsweise Mittwoch), den 16. Jänner, findet unser 5-Uhr-Tee — veranstaltet von den Damen Frau Bella Schlesinger und Frau Ruth Spitur — im Lokal der ״Wienea“ statt. Zu dieser Veranstaltung werden die p. t. Mitglieder hiemit höflichst eingeladen. Gäste sehr willkommen. Festvorstellung der Agudas-Jisroel-Mädchengruppe Wien. Im vollständig ausverkauften Saale des Hotel Post fand Dienstag, den 8. d. M., die große Festvorstellung dev Agudas-Jisroel-Mädchengruppe statt. — Ein Ereignis, das trotz der großen Hoffnungen, die man allseits darauf setzte, alle Erwartungen übertraf. ✓ Dank der ausgezeichneten Organisation durch den unermüdlich arbeitenden Vorstand und des vollendeten Könnens der Mitwirkenden bot sich dem illustren Publikum ein wundervolles Fest in tadellosem Rahmen. In abwechslungsreichen Bildern konnte man manche g unserer bewährten Mädchengruppenkünstlerinnen in immer• ' gesteigerter Schauspielkunst7 bewundern. ‘ Frl. Jenny Per'els ergötzte und erfrischte alle ־ Gemüter mit ihrem eilt-;zückenden, humorgewürzten Esprit als Ansagerin; Frl, Alice Fischer, wohlbekannt und stürmisch applaudiert, erfreute durch herrlich vorgetragene Arien und jüdische Lieder Und Frl. Blanka Löwinger sorgte fUr künstlerische Schönheit des Abends mit einigen, von besonderem Können zeugenden Tänzen. Die allbeliebte Frau Stella Schiff, ,die ׳ zuerst mit einem chärmant'vQrgetragenen Potpourri .entzückte, entlockte als -Faust dem Publikum stürme. Und wer muß denn Uber Elise Kritzler .־־r diesmal als Gretchen noch ein Wett verlieren? Ihre Unübertrefflichkeit ״ istr *ja־- bei allen, die-sie je einmal gesehe^׳ 'haben, Selbstverständlichkeit! Eind entzückende Turnen• ,g'ruppe bildeten < noch die Frl.s Helly Ungar, Edith-

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