Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 20 (1934)
- Issue
- 48 (21.12.1934)
- Date
- 1934-12-21
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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letzten Sfeit vom Innenministerium veflangte Vef^ote Md AäÄlffiiiS Van einzelnen jüd&cheä ÖfgähiMtiöäen Uftteffcffieta mäk rn geseftäk d&ä mit Rücksicht auf die Abatiftimuhgäh der Sääf* aäi 13.Jänher. Diese Änäähäie stützt Sich auf ein« autheblfiehe Iftfomation. Erschreckend fit der stetige Rt&fcgäüg der־ftirdle Juden ffi Betracht koffiittCttdeü Zähl von Arbeitsstätten. NöfmalerwefiA fit es für einen jüdischen Menschen unmöglieh, irgendwo eine Netieinsteliung in irgend einem Beruf 2u Änd§ü»־ Mür bei kilihere» Jüdischen Firmen und als Aushüfskreit Kahn ein jüdischer Arbeitsbewerber oder eine jüdische Arbeitsuchende Beschäftigung finden׳. In .der förtsehfeitenden wirtschaftlichen Jüdische Einwanderung נ Üeber die form, in der die jüdische Einwanderung nach Syrien und Libanon vor sich gehen soll, gehen der Jüdischen Telegraphen-Agentur folgende genauere Informationen zut Die Zulassung von* Industriellen, Technikern und jüdischen Handwerkern wird voraussichtlich für das Gesamtgebiet von Syrien gelten. Dagegen wird die Zulassung jüdischer Landwirte zur Einwanderung zunächst die Schaffung einer entsprechenden Siedlungsorganisation erfördern. Als Siedlungsgebiete sind in Aussicht genommen das Ghab-Tal im Gebiete des Oberlaufes des Orontes, wo etwa 100.000 Hektar unter geringen Investitionskosten kultiviert werden könnten, ferner der Nord teil der Republik Libanon und gewisse Gebiete bei Deir-ezzor am oberen Euphrat und Orontes. Die Verhandlungen zu dein Zwecke, die Zulassung einer ׳,gewissen Zahl von Juden nach Syrien .und ins Libanon-Gebiet zu erreichen, wurden vor anderthalb Jahren von dem Komitee zur Verteidigung der jüdischen Rechte in Mittel- und Osteuropa unter Führung seines Präsidenten, des ehemaligen Ministers und jetzigen Mitglieds des französischen Senats, Justin G o d a r t, eingeleitet. Diese Verhandlungen stießen zunächst auf zahlreiche Schwierigkeiten, die sich aus gewissen Mißverständnissen und einer irrigen Verknüpfung zwischen der Arbeit des überspitzt politischen Zionismus in Palästina und dem bescheidenen, wenn auch außerordentlich wichtigen Problem der Einwanderungserlaubnis für Juden in den levantinischen Staaten ergeben hatten. Die Interessen der syrischen Bevölkerung erfordern die Zulassung jüdischer Einwanderung in das Land. Der Zufluß jüdischen Vifiltftdtihgdef Jtfdem die apezüfichi־ Züfi trägt» liegt das Hauptproblem .des deutschen Judentums. Diese Verelendung Wird in des Hauptsache durch den poliitisihan Faktor des anttjÜdfichefiRurses auf allen Gebieten des Lebens bewirt» Die Lage der deutschen Jüden bietet afi0f entgegen all&i Sonstigen Angaben;• dyhäffiiseh gesehen» zur Zeitk e i n e A u SS i c h t e n. Dabei bleibt als einziger Sögehannterr L- Trost, daß sich die Zahl der Juden in Deutschland dauefmd durch Debersehufi der *Sterh״ iichkeits« gegenüber der Geburtenzahl und durch Abwanderüng Vermindert. Für Hitler aber geht der Rrozeß noch zu langsam vor sich;ן Das ist seine ,jüdische4! Sorge.!ach Syrien und Libanon Kapitals, die Zuwanderung erfahrener Handwerker, Industrieiier, Techniker und mit den modernsten landwirtschaftldchen Methoden vertrauter Landwirte müssen zur Förderung der Entwicklung des Landes beitragen. Noch im April d. J. war der französische Oberkommfisär von Syrien, Graf de Mart e 1, der Ansicht, daß die Zulassung jüdischer Einwanderung nach Syrien und Libanon, gleichgültig;welchen Umfanges diese Ein- Wanderung sein solle» n i c •h t in Frage kommen könne. Das weitere Studium des Problems und fortgesetzte Verhandlungen bewogen den Quay d’Orsay, den Oberkommissär und eine Reihe syrischer und libanesischer Notabein zu einer Aen'derung ihrer Stellungnähme in dieser Frage. Während eines Aufenthaltes in Paris im September erklärte der französische Oberkommissär für Syrien, Graf de Märtel, in einem Gespräch mit Senator Justin Godart, er stimme im Prinzip der Zulassung von 10.000 'jüdischen Einwanderern zu. Am 30. Oktober überreichte das Komitee zur Verteidigung der jüdischen Rechte in Mittel- und Osteuropa dem Außenminister Laval ein offizielles Gesuch um Zulassung jüdischer Einwanderung nach Syrien und Libanon. Am 19. November wurde Senator Godart “durch ein in freundschaftlichem Geist gehaltenes Schreiben, das im Namen des Außenministers Laval vom Generalsekretär des Außenministeriums, Alexis Löger, unterzeichnet war, verständigt, daß das Gesüch des Komitees dem Oberkommissär zur Aeußerung über die Durchführbarkeit des Planes Übersandt worden sei. In den letzten Tagen ist nun dank der entgegenkommenden Haltung der französischen Behörden dieser Plan seiner Verwirklichung in bestimmten Formen nahegebracht worden. rückt immer näher. An diesem Tage läuft das sensationelle Prämienangebot 'ab, das wir unseren Abonnenten gemacht haben. Wir sprechen ,von den w e r t v ollen :Büchergesch'enken,■ die jene Abonnenten der ״Jüdischen Presse“ erhalten, die die volle Bezugsgebühr für das Jahr 1935 (österr. S 16.—, Kc 80.—, Dinar 150.---), zuzüg־־ lieh der Manipulationsgebühr von S 1.—, bzw. Kc 5—, bis 31. Dezember d., J. bezahlen. Sichern Sie sich Ihren Prämienanspruch durch fristgerechte Einzahlung auf eines der im Kopfe unserer Zeitung notierten Postsparkassenkonti! v Det 31. Veam&et Lebensversicherung;• D il PS M I Y^ Gegründet Gesellschaft!yr 11 W R IA 1882 Aus dem Jahresberichte 1933: Versicherüngsbestand ... . . ... . ׳...3107 Millionen Schilling Prämien- und Zinseneinnahmen .. . .;.. 211 Millionen Schilling "Garantiemittel 680 . , .... ..... . . . . . . . . . . . . . ... ,׳ Millionen Schilling Auszahlungen an die Versicherten . . . . ... . . . . . . . . . . .... 72 Millionen Schilling Tätigkeitsgebiet: Oesterreich, Deutsches Reich, Saargebiet, öechoslovakische Republik, Belgien, Holland, Frankreich, Spanien, Italien, Fürstentum Liechtenstein, Ungarn, Polen, Jugoslavien, Bulgarien, Griechenland» Rumänien, Palästina, Syrien, Türkei, Marokko, Irak, Tunis und Aegypten. fi ■ v . .*■׳: Tägliches Gebet eines Arztes vor dem Besuch seiner Kranken. Aus der hehr. Handschrift eines berühmten jüd. Arztes aus dem zwölften Jahrhundert. Wir haben vor kurzem die Ermahnungen des jüdischen Arztes Asaf Judaeus an seine Schüler veröffentlicht. Nun geht uns aus wissenschaf fliehen Kreisen nachstehendes, von reinstem Ethos getragenes Gebet eines anderen jüdischen Heilkünstlers zu, das in einer Zeit, wo den jüdisehen Intellektuellen im allgemeinen und den Aerzten im besonderen, Idealismus und Verantwortungsgefühl abgesprochen wird, erhöhte Beachtung verdient. Die Redaktion. Allgiitiger! Du hast des Menschen Leib voller Weisheit gebildet, Zehntausendmal zehntausend Werkzeuge hast Du in ihm vereinigt, die unablässig tätig sind, das schöne Ganze, die Hülle des Unsterblichen, in Harmonie zu erhalten. Immerdar sind sie beschäftigt, voller Ördnung, Uebereinstimmung und Eintracht. Sobald aber die Gebrechlichkeit des Stoffes oder die Zügellosigkeit der Leidenschaften diese Ordnung stört, die Eintracht unterbricht, so geraten die Kräfte in einen Widerstreit tynd der Leib zerfällt in seinenUrstaub. Dann sendest Du den Mensehen die wohltätigen Boten, die Krankheiten, die ihm die nahende Gefahr verkünden und ihn antreiben, sie von sich abzuwenden. " Deine Erde, Deine Ströme, Deine Berge hast Du mit heilsamen Stoffen gesegnet, sie vermögen Deiner Geschöpfe Beiden zu mildern und ihre Gebrechen zu heilen, Und den Menschen hast Du Weisheit verliehen, des Menschen Leib zu lösen, die Ordnung und Unordnung desselben zu erkennen, jene Stoffe aus ihren. Behältnissen hervorzuholen, ihre Kräfte zu erforschen und sie einem jeden Uebel gemäß zuzubereiten und anzuwenden. Auch mich hat Deine weise Vorsicht erkoren, zu wachen über Lebert und Gemndheit Deiner Geschöpfe. Ich schicke mich jetzt an zu meinem Berufe, Stehe mir bei, Allmächtiger, in diesem großen Geschäfte, daß es fromme, denn ohne Beinen Beistand frommt dem Menschen ja auch das Kleinste nicht; Laß mich beseelen die Liebe zur Kunst und zu Deinen Geschöpfen, Gib es nicht 'zu, daß Durst nach Ge* wjnn, Häschert nach Ruhm oder Ansehen sich in meinen ■^etriejb''׳:-nmißPhcft> denn: diese sind der Wahrheit und Menschenliebe feind und sie könnten mich irreleiten in 4cm großen Geschäfte, das Wohl Deiner Geschöpfe zu fördern, Erhalte die Kräfte meines Körpers und meiner Seele, daß unverdrossen sie immerdar bereit seien, zu helfen und beizustehen dem Reichen und dem Armen, dem Guken und dem Bösen, dem Feinde wie dem Freunde. Laß im Leidenden stets mich nur den Menschen sehen. Erleuchte meinen Verstand, daß er das Gegenwärtige fasse und das Abwesende und Verborgene richtig vermute. Laß ihn nicht sinken, daß er das Sichtbare nicht verkenne, aber auch nicht überschätze, er könnte sonst sehen, was nicht zu sehen. Denn fein und unmerklich ist die Grenze in der großen Kunst, Deiner Geschöpfe Leben und Gesundheit zu warten. Laß meinen Geist stets sich gegenwärtig sein. Am Bette des Kranken mögen keine fremden Dinge seine Macht ihm rauben, in seinen stillen Arbeiten nichts ihn stören, denn groß und heilig' sind die Forschungen, Deiner Geschöpfe Leben und Gesundheit zu erhalten. Verleihe meinen Kränken Zutrauen zu mir und zu meiner Kunst und Befolgung meiner Vorschriften und Weisungen. Verbanne von ihrem Lager alle Quacksalber und das Heer rat gebender Verwandten und überweisen Wärteinnnen, denn es ist ein grausames Volk, das aus Eitelkeit die besten Absichten der Kunst vei'eitelt und Deine Geschöpfe oft dem Tod zu führt. Wenn weisere Künstler mich bessern und belehren wollen, laß meinen Geist dankbar und folgsam sein; das Gebiet der Kunst ist großi Wenn aber eingebildete Narren mich tadeln, so laß Kunstliebe ganz mich stählen, daß ich ohne Rücksicht auf Alter, Ruhm und Ansehen auf der Wahrheit beharre, denn Nachgeben wäre hier Tod und Krankheit Deiner Geschöpfe. Verleihe meinem Geist Sanftmut und Ruhe, wenn ältere Genossen, stolz auf Jahreszahl, mich verdrängen, mich höhnen und höhnend mich bessern wollen. Laß auch dies mir zum Vorteil gereichen, denn sie teissen mancherlei, was mir fremd ist, aber ihren Dünkel laß mich nicht kränken; sie sind alt und das Alter ist nicht der Leidenschaften Meister — hoffe doch auch ich, alt zu werden auf Erden vor Dir‘, Allgütiger! Schenke mir in allem Genügsamkeit, nur nicht in der großen Kunst. Laß nie den Gedanken in mir erwachen, du hast des Wissens genug, sondern vei'leihe mir Kräfte, Mußejmd Trieb, meine Kenntnisse immerdar zu erweitern und .neue mir zu erwerben. Die Kunst ist groß, aber euch der Meister Vei'stanü dringt immer weiter. AUgütiger! Du hast An Deiner Gnade mich erkoren, zu wachen über Leben u!nd Tod Deiner Geschöpfe, Ich schicke mich jetzt an zu.meinem Berufe, Stehe mir bei in diesem großen Geschäfte, daß es fromme, denn ohne Deinen Beistand frommt dem Menschen ja auch das Kleinste nicht, *Ei« GESCHICKTER ]HINWEIS in der JUB1LÄÜMSNUMMER auf; Ihr Geschält, Ihren Betrieb oder Ihr Gewerbe — Wirkt wunöeri Redaktionsschluß für die Jubiläumsnummer: Dienstag, den 1. Jänner 1935 ״JÜDISCHE PRESSE“ ANZEIGEN ־VERWALTUNG Wien, II., Malzgasse 12a (Tel. A-46־0־lö) Bratislava» Edlhof (Postfach 381! Aguda-Abordnung beim Londoner polnischen 1 Gesandten־ Der polnische Gesandte in London, Graf R aczynski, empfing eine Abordnung der Agudas Jfiroel, bestehend aus den Herren H. A. Goodman, Rabbi Twersky und Rabbi Dr, Schönfeld. Goodman, der ehrenamtliche politische Sekretär der Agudas-Jisroel-Weltorganisation, begrüßte in deren Namen den neuen Gesandten und gab der Hoffnuiig Ausdruck, daß Graf Raczynski die Bemühungen zur Verbesserung der Lage ־ der polnischen Judenheit unterstützen. Werde und daß die guten Be- Ziehungen, die unter seinem Vorgänger Grafen Skirmunt zwischen der Aguda und der polnischen Gesandtschaft in London bestanden, auch unter ihm fortgesetzt werden würden. Der Gesandte gab seiner besonderen Genugtuung über diese Zusammenkunft mit einer Abordnung der Aguda Ausdruck, da zwischen dieser Organisation in Polen und der polnischen Regierung stets freundschaftliehe Beziehungen bestanden hätten. Er sei überzeugt, daß es den Wünschen der polnischen Regierung entspreche, wenn er die freundlichen Beziehungen,' die von seinem Vorgänger zwischen der polnischen Gesandtschaft und der Agudas Jisroel hergestellt wurden, * fortsetze.. Erste Landeskonferenz der Agudas Jisroel Groß- Rumäniens. In dem Kurort Dorna (Bukowina), wurde in den letzten Tagen die Landeskonferenz der Agudas Jisroel Groß-Rumäniens bei Teilnahme von Delegierten aus Altrumänien, Bessarabien, Transsylvanien und der Bukowina abgehalten. Von der Aguda-Zentrale nahm M. Schwarzmann aus Warschau an der Beratung teil. Es wurden Beschlüsse, betreffend Reorganisierung der Aguda gefaßt. Die rumänische Aguda gibt in Czemowitz ein eigenes Organ, ״Das jüdische Wort“, heraus. Wichtige Beratungen dees Ungarischen Orthodoxen Zentralkomitees. Unter dem Vorsitz des Präsidenten der Ungarisehen Orthodoxen Landeskarizlei, Samuel Kahan- Frankl, hielt das 'Orthodoxe Zentralkomitee unter sehr reger Beteiligung seine Jahresschlußsitzung ab, an der auch der lebenslängliche Ehrenpräsident der Landeskanzlei, Oberhausxnitglied Adolf Frankl, der geschäftsführende Präsidentenstellvertreter, ־'Ludwig Hartstein, der nach schwerer Krankheit wieder genesen ist, und Rechtsbeistand Dr. Emmerich Reiner teilnahmen. Es wurden besonders die orthodoxen Belange des־ neuen Kongreßstatüts eingehend erörtert. Mit einstimmigem Beschluß wurde ausgesprochen, daß zum Schutze der Interessen der ungarländischen orthodoxen Judenheit die umfassendste Vorsorge als notwendig erachtet wird. Das orthodoxe Judentum dürfe weder in religiösem noch in glaubensprinzipiellem Belange irgend etwas opfern, und als oberstes Ziel gelte nach wie vor die Behebung der bisherigen diesbezüglichen Nachteile. Dies, würde das weitere friedliche Zusammenwirken mit dem Kongreß- Judentum gewährleisten, was auch ein universelles Interesse des ganzen heimischen Judentums darstelle. Sodann wurden andere aktuelle Fragen, wie Unterstützung der Jeschiwos und der Talmud-Thora-Schulen, Gemeindeangelegenheiten usw., beraten. Äguäistische Chaluzim aus Wien auf dem Wege nach Erez Jisroel. Am Dienstag, den 11. Dezember, reiste wieder ein agudistischer Chaluz aus Wien, der von der Agudas Jisroel ein Zertifikat erhalten hatte, Herr Karl Heller samt Gemahlin, nach Erez Jisroel ab. Zu seinem Abschied hatten sich viele Chawerim am1 Südbahnhof eingefunden. Unter dem vielstimmigen Klang agudistischer Lieder setzte sich der Zug in Bewegung, Einige Tage vorher verließ Herr Jakob Szreibe r, Mattersburg, mit einem von der Aguda zugeteilten Zertifikat Wien, um sich in Polen einzuschiffen. Agudas-Jisroel-Mädchengruppe Wien. Den dieswöchigen Schabbosvortrag, Schabbos Parschas Wajechi, hält Herr David B o n d y im Lokale der ״W i e n e a“, II., Obere Donaustraße 91, um halb 11 Uhr vormittags,. Verlass dich Auf O6t!l0u Mit DR. OETKER’S BACKPULVER »BACKIN« gelingen auch die schwierigsten Mehlspeisen sicher. und schön!