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Jüdische Presse · 1934-12-07 · 46 (7.12.1934) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
20 (1934)
Issue
46 (7.12.1934)
Date
1934-12-07
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Redaktion ond Administration i Wien, H.» Malzgasse 12 a, Telephon A-46-0-15. Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 381! Jugoslawien: Subotica, Zrinjski trg 31, Erscheint jeden Freitag. Redaktionsschluß: Mittwoch Mittag* Abonnementpreise: Ganzjährig: für Oesterreich S 16« Tschechoslowakei K2 SO* Jugoslawien Dinar 150, das übrige Ausland Schw. Fr* 14* Einzelnummer öst* Gr. 40• Zahlungen für ״Jüdische Presse**, Wien, auf fob gende Postsparkassenkonti: Wien Nf. D-93.614, Brünn Nr. 126.058, Berlin Nr. 122,619, Budapest Nr, 50.170, Warschau Nr* 190.409, Zagreb Nr. 40.217, Zürich Nr. Vp, 4117.י Nr. 46 Wien-Bratislava, 7. Dezember 1934 כ״ה ווינא־פרעםבורג א׳ טגת mn» 20. Jahrs- Der Sinn des Kampfes. Der Vorstand der Adas Jisroel hat im Bewußtsein seiner Verantwortung bei der hohen Bundesregierung um die Bewilligung der Konstituierung als selbständige jüdischorthodoxe Religionsgemeinschaft angesucht. In diesem feierlichen Moment ergeht an die glaubenstreue Juden- Schaft Oesterreichs aller Schattierungen der ernste Ruf: ״Seid einig um das Banner der Thora.“ Nicht materielle Vorteile — solche sind nicht zu erwarten — und nicht, um irgend welcher anderer Vorteile oder Machtpositionen willen ist dieser Schritt geschehen. Die ernste Sorge um die geistige und sittliehe Zukunft unserer Kinder, die Verantwortung vor G-tt und seiner Thora, dem zu dienen und der zu Kultusgemeinde, die die Veranlassung zu diesen Antworten waren, werden den Lesern vor enthalten. Wir müssen jedoch aus den veröffentlichten Schreiben den Schluß ziehen, daß der ,Vorstand es versucht hat, durch diese bedeutendsten orthodoxen Vereinigungen Wiens einen Druck auf unser Blatt ausüben zulassen. Daß diese Zumutung in höflicher, aber klarer Weise zurückgewiesen •wurde, ist bei der Tendenz dieser Körperschaften, an deren Spitze aufrechte, unentwegte Vorkämpfer der Orthodoxie stehen, selbstverständlich. Wir wollen nur feststellen, daß die Herren Jüdischnationalen sich da einen Mißgriff ärgster Sorte geleistet haben. War schon die Anfrage an die obgenannten zwei Vereinigungen eine Betätigung, die mit dem Wirkungskreise des Kultusvorstandes nichts zu tun hat, so ist die Veröffentlichung der Antworten in einem Parteiblatte jeder Gepflogenheit Hohn sprechend. Es dürfte der erste Fall in der Geschichte der Kultus gemeinde sein, daß das Präsidium oder das Büro der Kultusgemeinde — für letzteres ist auch das Präsidium verantwortlich — einer Zeitung eingelaufene Briefe zur Ausbeutung für parteipolitische Zwecke zur Verfügung stellt. Wir müssen es in diesem Zusammenhang klar heraussagen: Für uns Ist der Zweck der selbständigen, unabhängigen Kultusgemeinde die Erhaltung der Thora und der Religiosität; den Jüdischnationalen, bei denen Religion Privatsache ist, ist die Erhaltung der Einheit nur wichtig, um bei ihren politischen Aspirationen vortäuschen zu können, daß sie die Vertreter der ganzen Judenschaft seien. ׳ Die unwahre Behauptung, daß der betreffende Be- Schluß im Vorstand der Adas Jisroel nur mit einer •Stimme Mehrheit gefaßt■ - wurde, wird noch Gegenstand! einer p r e‘ß gese tz 1 ich en Berich tigung sein. Im Vorstand und in tier Mitgliedschaft der Adas Jisroel herrscht über die Frage der Selbständigkeit der Wiener- Orthodoxie absolute Stimmeneinhelligkeit.• folgen unser Lebensinhalt und unsere Lebensaufgabe, von unseren Vätern ererbt ist, hat diesen Schritt zur Pflicht gemacht. Niemand zu Schaden und nur um G-ttes Ehre, die, geschmäht und getreten in unserer Zeit, darauf wartet, daß die pflichtbewußten Söhne unseres Volkes sich endlich aufraffen, um dem souveränen G-ttesgedanken im jüdischen Gemeinschaftsleben dem. ihm gebührenden Platz zu Mächtiger Widerhall bei der ganzen Weltorthodoxie ־״ ׳■׳•׳״■ ■י■■•,■■״ ■.׳׳■■■- Wir haben in unserer vorwöchigen Ausgabe zwei Glückwunschtelegramme veröffentlieht, die der Adas J isroef (S chi f f s cliul) anläßlich der von ihr der Bundesregierung unterbreiteten Eingabe um Anerkennung als selbständig e orthodoxe Religionsgemeinde aus Ungarn zuge-. kommen sind. Wir sind heute in der Lage, f ünf w eit er e Kund ge bung en aus anderen Ländern zu veröffentlichen, die für den freudigen W ider hall beredtes Zeugnis oblegen, den der Schritt der Wiener Orthodoxie bei den Glaubensbrüdern in der ganzen Welt gefunden hat. erkämpfen, hat es der Orthodoxie zur schweren Pflicht gemacht, hinauszutreten, um vor dem Forum* der irdiöchen 'Gesetzgebung‘ das Recht für den reinen G-ttesgedanken zu verlangen. Der entscheidende Moment ist gekommen. Erst nachdem alle ehrlichen Versuche einer f r i e dliehen Einigung auf einer möglichen Basis von der anderen Seite hochmütig zurückgewiese-n wurden, hat man sich entschlossen, den aufgezwungenen Weg zu gehen. Die orthodoxen Juden sind sich bewußt, eine zahlmäßige Minderheit zu sein. Aber für G-tt und seine Thora haben unsere Väter immer, wenn es nottat, gegen Mehrheiten, die auf ihre' irdische Macht sich stützen, angekämpft und gesiegt. Oesterreich selbst und seine hohe Regierung haben die religiösen Grundlagen des Staates neugebaut, und nie vorher war die Orthodoxie in der Lage, im Schatten einer religiös eingestellten Regierung ihre gerechte Forderung zur Geltung zu bringen. All jene, die die Grundlage der selbständigen orthodoxen Gemeinschaft anerkennen, müssen sich, die Bruderhand zu gemeinsamer Arbeit reichen. Der Kampf ist schwer, der Preis ist lohnend ... Es geht למען חשם ותורתו «ני ״Die Stimme66 des Kultusvorstandes. Das hiesige Organ der Allgemeinen Zionisten befaßt sich wieder mit uns. Wenn wir entgegen unserer Gewöhnheit auf diese ״Stimme“ der Areligiösen reagieren, geschieht es nur, weil dieser Streich des Kultusvorstandes eine Bestätigung für unsere Behauptung ist, daß die derzeitige Majorität des Kultusvorstandes die Kultusgemeinde zur politischen Expositur der Jüdischnationalen erniedrigt hat. Die ״Stimme“ veröffentlicht zwei Antwortschreiben der Agudas*Jisroel und der Adas Jisroel.an den Kultusvorstand. Die * betreffenden Zuschriften der Zu unserer größten Freude erfahren wir, daß Sie endlich einen Schritt gemacht haben zur Gründüng einer selbständigen orthodoxen Gemeinde. Wir wünschen Ihnen besten Erfolg, da dies das einzige Mittel sein kann, daß Sie sich zu einer großen jüdischen Gemeinde entwickeln. Indem wir Ihnen , hiezu wiederholt die besten Wünsche übermitteln, zeichnen wir hochachtungsvoll A. Wezel m. p. Präses der Transsylvanischen orth. jüd. Landeskanzlei. Ln Eh g&cutd ... I wish you every success in the fight for the independance of joür Community (zu deutsch: Ich wünsche Ihnen allen Erfolg im Kampfe um die Unabhängigkeit Ihrer Gemeinde). H. A. Goodman m. p. (Mitglied u. politischer Sekretär d. Exekutive der Agudas-Jisroel-Weltorganisation.) Ln JutycdawLe.ft... Mit großer Freude und Genugtuung erfahren wir, daß Sie endlich den Mut faßten, zur Gründung einer selbständigen orthodoxen Geroeinde in der Weltstadt Wien die ernstesten Schritte zii unternehmen. Wir sind .aus Erfahrung überzeugt, daß es nur so möglich ist, auf dem Gebiete des echten, unverfälschten jüdischen Geistes und Lebens Erprießliches zu leisten, wenn der hiefür unerläßliche selbständige Rahmen geschaffen wird. Die langjährigen schweren Opfer und Kraftentfaltung der geehrten Mitglieder der Adas Jisroel hätten zweifellos größere Leistungen resultieren Lebeiisversicherungs- () U hl I V" Gegründet Gesellschaft y«r 11 w PI I A 1882 Aus dem Jahresberichte 1933: Versicherungsbestand ...3107 Millionen Schilling Prämien- und Zinseneinnahmen .... . 211 Millionen Schilling Garantiemittel . . . , , . . . .... . . .... . 680 י Millionen Schilling Auszahlungen an die Versicherten . . . ... ..... 72 י י Millionen Schilling Tätigkeitsgebiet: Oesterreich, Deutsches Reich, Saargebiet, öechoslovakische Republik, Belgien, Holland, Frankreich, Spanien, Italien, Fürstentum Liechtenstein, Ungarn, Polen, Jugosiavien, Bulgarien, Griechenland, Rumänien, Palästina, Syrien, Türkei, Marokko, Irak, Tunis und Aegyptea, G. können, wenn sie die Möglichkeit gehabt hätten,; sich in einer u n a b h ä n g i g e n, nicht aber, im, Rahmen einer fast entgegengesetzt gerichteten Ge-, meinde zu bewegen. Und schließlich dürfte es doch ganz im Interesse des Staates selbst liegen, wenn die Jugend im streng religiösen Geiste erzogen wird.[ Wir rufen Ihnen also חובן ואמץ zu und wünschen Ihnen zur begonnenen Arbeit vollen Erfolg im Interesse der Stärkung des gesetzestreuen Judentums. Wir empfehlen lins Ihnen mit glaubensbrüderlichen* Gruß hochachtungsvoll Verband der orthodox-jüdischen Gemeinden in Jugoslawien: Heisler m. p. Dajc Hermann m. p. Sekretär. geschäftsführender Präses. .. . und Ln deuiscUtcmd Mit lebhaftem Interesse verfolgen wir die in der Presse erschienenen Mitteilungen über Ihren Kampf um die Wahrung der Inter essen. des unverfälschte n J u de nt ü ms in Ihrer ehrwürdigen Gemeinde. *Unser ״Bund gesetzestreuer v jüdischer Gemeinden“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, für die Reinerlialtung der g-.ttlichen Ueberlieferung vom Sinai in den jüdischen Gemeinden Deutschlands zu wirken. Er begrüßt alle gleichgerichteten Be- Strebungen und wünscht auch Ihrem Streben glücklichen Erfolg. Bund gesetzestreuer jüd. Gemeinden: Rabbiner Auerbach m. p. * Der Unterzeichnete Vorstand der Synagogengemeinde ״Israelitische Religiönsgesellschaft“ hat aus den Meldungen der Presse mit Befriedigung davon Kenntnis genommen, daß Sie im Begriffe sind, bei Ihrer Regierung die Anerkennung R1r§r־ Gemeinde als selbstä nd ige, offen 11 Ichrechtliche Körperschaft zu erwirken. Wir möchten Sie zu diesem Beschlüsse be-! glückwünschen und der Hoffnung Ausdruck geben,[ daß es Ihnen im S’chus der großen Männer, insbesondere des unvergeßlichen Rabbiners Salomon Spitzer s. A., die Ihre Gemeinschaft ins Leben gerufen haben, mit g-ttlicher Hilfe gelingen möge, Ihre Absichten zu verwirklichen und damit der gemeinsamen Sache der selbständigen Orthodoxie einen unschätzbaren Dienst zu leisten. Mit vorzüglicher Hochachtung: Syn.-Gem. ״Israelitische ReligioiisgeseUschaft“ ... Frankfurt a. M. , Der Vorsitzende; Der BcbHftiUhrer; :[..■-[’ Philipp Posen m. p. Unleserlich. WA Die weltberühmte, in Qualität unübertroßene orthodoxe! Perückenkunstwerkstätte 0THMAR SCHIPP WSAti I UÄrnf ri Ai* r inff figegenüberHote 1 Bristol . “ *en וי iwrnintsrrillg U Telephon U*43«0*16

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