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Jüdische Presse · 1934-11-16 · 43 (16.11.1934) · page 4

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Journal
Jüdische Presse
Volume
20 (1934)
Issue
43 (16.11.1934)
Date
1934-11-16
Page
– (sequence 4)
Language
German
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gelle 4 nmiBcaE fRBssB Nr. 43 DEN PMVATANGESTEUTEN D14 VORSORGE-VERSICHERUNG MONATLICHE PRÄMIE SCHILLING STERBEGELD RENfE||^v|v|; UNFALL-TOD UNFALL- ' INVALIDITÄT KOSTEN-: BEITRÄGE: t (;•;י,/׳* ־/.'y■■ ^*;7,': 'V'־’ SPITAL . OPERATION OIE LEISTUNG s 300•— S IS*— S 300*- S 300*— S 5*— S 100*— LEBENSVERS.-GES. PHONIX WIEN, I. R I EM E RGASSE :*& Luden Leumas bei Adolf Hitler Ein unerhörtes Glück widerfuhr unlängst dem Auslandsreporter einer großen Pariser Zeitung. Was unzäh־ ligen Journalisten vor ihm nicht gelungen war, hat dieser Mann ohne allzu große Mühe fertiggebracht, nämlich vom Reichsführer ein Interview zu erhalten, das denn auch die betreffende Pariser Zeitung in sensationeller Aufmachung ihren Lesern vermittelte. Dasselbe war begleitet von einer Photographie Adolf Hitlers, auf welcher dieser eigenhändig eine Widmung geschrieben hatte: ״Herrn Lucien Leumas, Adolf Hitler“. Das Interview war ferner mit einem handschriftlichen Vermerk des Herrn Ribbentrop versehen, in welchem dieser die Echtheit des Interviews attestiert. Diese Chance verdankt der Pariser Journalist, wie er selbst erzählte, vor allem dem Um3tand, daß der Führer beim ersten Anblick seines Interviewers ״spontane Sympathie“ für dessen behäbiges Aeußeres empfand. Interessant wird die Sache aber erst, wenn man die Person des Interviewers und seinen Namen unter die Lupe nimmt. Liest man den Namen des Herrn Leumas etwa so wie in der hebräischen Sprache von rechts nach links, so ergibt sich der geläufige alttestamentliche Name Samuel. In der Tat entstammt Herr Leumas Samuel einer bekannten jüdischen Familie in Colmar und ist in dieser Stadt, als sie noch deutsch war, zur Schule gegangen, so daß es ihm nicht schwergefallen sein muß, sich mit dem Reichskanzler fließend zu unterhalten. Man wundert sich nur, daß die deutschen Rasseforscher das doch gewiß leichte Rätsel Leumas Samuel nicht gelöst haben. Exodus des liberalen,,Wirtschaftsvereines‘4 aus dem Badner Kultus Vorstand. Aus Baden'bei Wien erhalten wir die Mittei־ lung von einer im Schoße des erst vor kurzem gewählten Kultusvorstandes ausgebrochenen Krise. Bei der letzten Wahl hat bekanntlich die vereinigte Liste der. Zionisten und des liberalen ״Wirtschaftsvereins“ gegen die orthodoxen Kandidaten den Sieg davongetragen. Nun haben die zur Majorität gelangten Zionisten eine kurze Abwesenheit des Kultuspräsidenten Dr. Deutsch dazu benützt, den Dajan der Gemeinde unter Gehaltsredüktion zu suspendieren. Die. Folge war eine äußerst erregt verlaufene Sitzung, in deren Verlauf der Gemeinde־' Präsident Dr. Deutsch, der die Partei des Dajans vertrat, und sein Anhang ihre Mandate zurücklegten. Die Badner Kultusgemeinde wird somit nur mehr von reinen Partei-Zionisten verwaltet werden. Was das bedeutet, braucht jetzt — nach diesem Husarenstückchen —1 wohl auch jenen Verblendeten nicht mehr vorgehalten zu. werden, die, obwohl selbst orthodox, der zionistischen Mehrheit um kleinlicher Interessen willen in den Sattel verholfen haben. Sie haben sich ins eigene Fleisch geschnitten. BEKIZZUR. . . — Friede in Uzhorod. In Uzhorod hat, wie wir bereits berichtet haben, der Gemeindepräsident den Zionisten anläßlich der Eröffnung des hebräischen Gymnasiums den Gemeindesaal zur Abhaltung der Feierlichkeiten zur Verfügung gestellt..Da dies aber ohne Fühlungnahme mit der zuständigen Sektion oder den übrigen Vorstandsmitgliedern geschehen war und auch das Rabbinat schärfsten Einspruch erhoben hatte, hat der Präsident, Dr. Laszlo, die Konsequenzen aus seinem unrichtigen Verhalten gezogen und ist zurückgetreten. Da nun ein Großteil der Gemeindemitglieder den Rücktritt des Gesamtvorstandes verlangt hat und andernfalls energische Schritte einzuleiten gesonnen war, wurde unter Vorsitz des Munkaczer Raw, den die Parteien angerufen hatten, der 1Schiedsspruch gefällt, daß sich der Vorstand in solchen Fällen mit der sogenannten rituellen Kommission ins Einvernehmen zu setzen hat, die die letzte Entscheidung zu fällen hat. Bei Unterlassung dieser Fühlungnahme, gilt der Vorstand als aufgelöst. Im Konflikt zwischen Klaus und Gemeindeleitung hat das Rabbinat in Mukaöevo folgendes Urteil gefällt: Da die Klaus Autonomie besitzt, hat der Vorj stand kein Recht, die Wirtschaftsgebarung der Klaus zu überprüfen und von ihr Rechenschaft zu verlangen. Demzufolge muß die Gemeindeleitung die aus dieser unrechtmäßigen Forderung entstandenen Prozeßspesen bezahlen. — Oberrabbinerwahl in Velka-Dubrovy. Der Vorstand hat den Schwiegersohn des bekannten K a s z on y e r Raws einstimmung zum Oberrabbiner gewählt. Der Amtsantritt soll in Kürze erfolgen. VtreifttiiatlifUMMi. Agudas - Jlsroel« Mädchengrappe Wien. Die allwöchentlichen Schabbosyorträge finden um J411 Uhr vormittags im Lokale der ״Wienea“, II., Obere Donaustraße Nr. 91, statt. ׳ Bethaus Montefiore, Wien, II., Taborstraße 39. Jeden Schabbos nachmittags hält Herr Rabb. Benedikt im Anschluß an das Minchoh-Gehet einen S i d r a- Vortrag. Hedy Mandl Emil Steiner Wr. Neustadt Czeldömölk empfehlen sich Als Verlobte Lizzi Wasservogel Oskar Hochmann Wien Verlobte Personaiviachrichten. Geburt. Ein Sohn: Siegfried Spitzer und Frau, geb. Herzog. Goldene Hochzeit: Der Privatier Leopold W i e s n e r und Gattin in Vrbove feierten Sonntag Parschas Wajeze im Kreise ihrer zahlreichen Kinder, Enkel und Verwandten ein seltenes Familienfest, ihre ״Goldene Hochzeit“. Die Jubilare erfreuen sich trotz ihres vorgerückten Alters der besten körperlichen Gesundheit und geistiger Frische. S—r. Todesfälle. Am 5. Kislev 5695 verschied in Wien Herr Jakob Salzer im hohen Alter von 83 Jahren. Der Verblichene war ein gebürtiger Preßburger, ein Schüler des Ksaw Sofer, ein...Mann, der auegestattet war mit G-ttesfurcht und besonderer Frömmigkeit. Während des Krieges bestätigte er sich mit großem Erfolg auf karitativem Gebiete. Einen würdigen Nachruf hielt Herr Rabbiner H. Schenk dem Verblichenen, in dem er die so schönen Charaktereigenschaften des Verblichenen schilderte. Herr Kantor Kunstadt hielt einen rührenden Kelmole-Rachamim. — In Sala ist im Alter von 62 Jahren die Gattin des Herrn Salomon Kramer gestorben. Sr. Ehrw. Herr Oberrabbiner Straßer würdigte ihre Tugenden. Die Trauer nach Rabbiner Pinchas Breuer s. Z. 1. Am 6. Kislev 5695 veranstaltete die• Agudas-Jisroel- Jugendgruppe Wien aus dem Anlasse der Schloischim nach Rabbiner Pinchas Breuer s. Z. 1. eine Siumfeier über Schischo-Sidre-Mischnoh. Zunächst begrüßte das Vor- Standsmitglied Herr Hermann Bondi die Erschienenen und hielt ergriffen einen Nachruf, in dem er die Persönlichkeit des Rabbiners Pinchas Breuer würdigte. Dann hielt der Sohn des Verblichenen, Herr Moses Breuer, einen längeren Nachruf, in dem er Einzeilheiten aus dem Lehen seines verewigten Vaters mitteilte. Zur Feier hatten sich auch Herr Rabbiner Salomon Baumgarten, wie auch die Herren Salomon Schreiber, Artur Feigelstock, Julius Steinfeld und Moritz Steinhof eingefunden. Die Feier nahm einen würdigen Verlauf. ייטל שטעכלער PreSow יוסף שדוארץ Revuca מאורשים הנני לברך בברכת מרט וגדא מבא אד. ידידינו הבחור החשוב המופלג ומושלב במעלות ומדוד. טוביה במי יצחק הבחן קליין:־י לאדושיו את ב״ג הבתולה המושלמת במעלות ובמדור. מדה מגדה בה הנגיד המפירפם כמוה* ר אהרן שפיטצער מעיד ראאב דרבך בהייב צלידזד, חבנד, ביתך בדוה אבותיך. מענדל פראמפיג, יוסף שווארין, אשר שוועביל מז׳ט לב׳ ידי׳: הבהיר החו׳ב הדרשן המפורסם הרב בנימין זאב בענעדיקט שליט״א לד,תמציתו לרב בביהב׳ג מאגמעפיאדע בוינה. יזבהי ה׳ להרביין תורה בישראלי שמהר, ב׳ שטיין, יובף ראזענבערג, א. וואללאך .תלמידי ישיבת פרעשבורג. Juwelen, Uhren, Gold- und Silberwaren, insbesondere כלי קודש, Sederschüssel, Menoras, Leuchter und Bestecke In großer Auswahl, auch Gelegenheitskäufe, stets vorrätig II, Taborstraße 14 SPEZIALHAUS FÜR WOLLE UND STRICKGARNE WIEN, II., TABORSTRASSE 17, TEL. A-45-8-69 FABRIKSNIEDERLAGE B> $TRI€ECMOS»EN URiUHemMattHNaBaaaaBBHnnnHKinsaRcnsaiBBBiarc Streng בשר Streng אפילו למהדרין מן חמהדרין I a <n a an « ® PRAG» I. Bilkovä 19 Haltestelle der Tramwav Nr. 1 und ״Bilanz der deutschen Judenheit“ von Arnold Zweig. Querido-Verlag, Amsterdam. Zweig, der Dichter von Grischa, ist nicht nur Poet, sondern auch Publizist; Ein Schriftsteller, der Tagesfragen erörtert, aber stets tief gräbt, ein Mann von hoher Kultur,, von verblüffender Stilfertigkeit und eigenen׳ Einfällen und Gedanken. Ep hat bereits vor zehn Jahren eine schöne Probe seines publizistischen Könnens mit ״Caliban“ geliefert, in welchem Werke er die seelischen Beweggründe des Antisemitismus zu erforschen versucht hat. Seine damaligen Feststellungen vom Zentralaffekt und Differenzaffekt, zu deutsch: vom Mittelpunkts- und Absonderungswahn, sind seither Gemeingut der Soziologie geworden. , Nun appliziert er diese Feststellungen auf den Fall Hitler- Deutschland und ist auch sonst bestrebt, die Erscheinungen des Dritten Reiches in das Gesamtbild der Menschheitsgeschichte hineinzustellen. Wir orthodoxe Juden können ihm nicht überall folgen, aber auch seine zionistischen Genossen werden nicht immer mit den Feststellungen dieses Werkes einverstanden sein. Zweig ist bereits mehr links, . als jüdischnational orientiert, mehr allgemeinmenschlich, als jüdisch1 eingestellt. Er scheint es auch selbst zu fühlen, daß er sich allzu weit von seiner früheren Weltanschauung entfernt hat, und schickt seiner Bilanz mehrere Einleitungen und Erklärungen vor, die seine Metarmophose begründen sollen. Die Hauptthese Zweigs, daß infolge des Weltkrieges der Gesittungsprozeß der Menschheit unterbrochen wurde und der Mann mit der Keule nun wieder einmal den mit dem Gesetzbuch verdrängt hat, wird aber leider allgemein anerkannt werden müssen. Hitler-Deutschland ist bloß eine Teileracheinimg dieses allgemeingültigen, Symptoms. Auch folgende wuchtige Sätze des Zweigschen Buches, das wir infolge seiner Fülle von wichtigen Da^en wärmstens empfehlen können, haben volle Gültigkeit: Man beweist nicht mehr, man behauptet apodiktisch. Man begründet nicht mehr, man schlägt tot. Man überzeugt nicht mehr, man befiehlt oder sperrt ein. Anstatt Bücher zu widerlegen, verbrennt man sie. Anstatt selber besser zu schreiben und besser zu denken, verfemt man die besser Denkenden und treibt sie aus dem Lande ... Beamte, Polizei und Militär — in neuer Uniform. Eine lückenlose Sammlung aller Uniformierungs- und Adjustierungsvorschriften für die Bundesbeamten aller Dienstzweige der öffentlichen Verwaltung, für die Beamten der Bundespolizei, der Gendarmerie, der Justizwache und Zollwache, für das Bundesheer, die Beamten der Heeresverwaltung, die Militärseelsorger usw. bringt das soeben erschienene ״Handbuch der österreichischen Uniformen".‘ Das Werk ist unter Mitarbeit der Uniformierungsreferenten des Bundeskanzleramtes, des Bundesministeriums für Landesverteidigung, der Generaldirektion für die öffentliche Sicherheit, des Generalinspektorats der Bundespolizei und unter Benützung aller amtlichen Quellen entstanden. Es ist durch den Verlag ״Oesterreichische Monographien", Wien, IX., Berggasse 16 (Gebäude des Oesterr. Handelsmuseums) zu beziehen. Lausers Spezlal-Frisier- und Auriimier-Salon Wien! H., Franz-Hochedlinger-Gasse 25 Haarschneiden S 1.—, ־ Aurumieren 60 g, Kinder-Haarschneiden 80 g. Im Abonnement besonders billige Preise. Samstag geschlossen. Eine komplette gebraucht, aber noch gut erhalten, ist bei der KoSiceer Orth. Isr. Gemeinde erhältlich. Reflektanten mögen sich an den Vorstand unter der Adresse Kosice, Glockengasse Nr. 23, melden. Junger Mann, über 24 Jahre alt, der die selbstäudige Leitung eines größeren Detail-Bau holz geschäftes übernehmen kann, tüchtiger slowakischdeutscher oder slowakisch-ungarischer Korrespondent ist, melde sich unter ״Feiertage gesperrt" an die Bratislävaer Administration dieses Blattes. Mädchen oder Frau für alles, die selbständig orthodox koscher kochen kann, zu kleiner Familie in österreichischer Provinzstadt g esucht. Offerte mit Gehaltsansprüchen und Referenzen unter ״Vertrauenswürdig“ an die Wiener Administration der ״Jüdischen Presse“. Für 21 jähriges hübsches, gebildetes Mädchen wird Lehrer oder Beamter zwecks Heirat gesucht. Mitgift Kö 80.000.—. Zuschriften unter Chiffre ״Zufall“ an die Verwaltung. Bücher und מנורות L. D. Hirschler & Co, Wien, I., Rabensteig 6. Telephon U45־7־28־. Sämtliche Ritualien. Inserate in der ״Jiidi* sehen Presse“ haben sicheren Erfolg! Tag Kislew- 1 ם, S a> > o 2; דף יומי משנה יומית Kalendarium קדושין שביעית משנה טרק Freitag 9 16 עדי ט ח ■ Samstag 10 17 עו י מ ם׳ ויצא Sonntag 11 18 עז יא מ Montag 12 19 ע ה א ט Dienstag 13 20 עט ב Mitlwodi 14 21 פ נ » Donnerst 15 22 פא ד מ Freilag 16 23 פב ה מ Samstag 17 24 פג ו ם׳ וישלח תחלת זמן הנחת תפילין (nur dringendenfalls) N u נ 00 für סוף זמן קריאת שמע Wien 40 פוף זמן קדוש לבנה (בסליס: Dienstag, den 20. November Adas Isroe! (Schiffschul). Gebetstunden in der Zeit vom 9. bis 16. Kislew 5695. Freitag, den 9. Kislew: Minchah 4.15 Uhr. ש׳ק פ׳ ויצא Morgengebet 7 und 9.30 Uhr. Minchah 3.30 Uhr, 5-05 מוצאי ש׳ק Uhr. An Wochentagen Morgengebet 6.30 Uhr; Minchah 4.15 Uhr. MH 111 Eigentümer, Herausgeber und Verleger; David Türkl (für eine Arbeitsgemeinschaft), Wien, n* Malzgasee i2a. — Verantwortlicher Redakteur; Karl Richter, Wie», n.,Fra1w* Hochedünger-Gasse 2. Druck; Druckerei- und Verlage*A.-G. Ig. Steinmann, Wien, IX., Univeiaitötsstraße 6-8,

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