Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 20 (1934)
- Issue
- 41 (2.11.1934)
- Date
- 1934-11-02
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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mgyMlü «»«ד"־* fuNdim V. b. b. JÜDISCHE PRESSE OMAN POR DH INTUUSMN DU ORTHODOXIN iUMNTUMl Redaktion und Administration: Wien, II., Malzgasse 12a, Telephon A-46-0-15. Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 381. Jugoslawien: Subotica, Zrinjsld trg 31. Erscheint jeden Freitag. Redaktionsschiaß: Mittwoch Mittag. Abonnementpreise: Ganzjährig: für Oesterreich S 16, Tschechoslowakei Kö 80, Jugoslawien Dinar 150, das übrige Ausland Schw. Fr. 14* Einzelnummer öst. Gr* 40• Zahlungen für ״Jüdische Presse“, Wien, auf folgende Postsparkassenkonti: Wien Nr. D-Ö3.614, Brünn Nr. 126.058, Berlin Nr. 122.619, Budapest Nr. 50.170, Warschau Nr. 190.409, Zagreb Nr. 40.217, Zürich Nr. VH1, 4117. Nr. 41 Wien-Bratislava, 2. November 1934 •נ־ה ווינא-פרעסבורג ב״ד חשון תרצ׳ה 20. Jahra* JACOB ROSENHEIM Präsident der AgudasaIisroel!Weltorganisation/ spricht am Sonntag/ den 4♦ November (SO« Chesdiwan) d« I«/ um 8 (Ihr abends im Festsaal des Hotel Continental/ 11/ Taborstraße 8/ im Rahmen einer von der Erez«Jisroel* Zentrale der Agudas Iisroel für Oesterreich veranstalteten großen MASSENVERSAMMLUNG für den Keren Hajischuw über das Thema* »Agudas Iisroel und Eres Iisroel« Wegen des zu erwartenden Massenandranges empfiehlt es sich, rechtzeitig im Saale zu erscheinen Erez Jisroel im Aufbau. / Ein Appell Von Rabbi Mosche Blau, Jerusalem. Der!« November« Am 1. November, also genau sechs Monate nachdem deren Schöpfer, der heiragegangene Bundeskanzler Dr. Engelbert Dollfuß, das Verfassungswerk veröffentlichte, wurden die Berufungen in die neuen gesetzberatenden Körperschaften vom Bundes- Präsidenten vorgenommen. Während — nach der Verfassang — in den Staatsrat verdiente, Charaktervolle Bundesbürger vom Bundespräsidenten nach freiem Ermessen ernannt werden, setzt sich der Kulturrat aus den Vertretern der kulturellen Gemeinschaften und der Wirtschaftsrat aus den Vertretern der Berufsstände zusammen. In den Staats rat wurde als einziger Jade der Präsident der größten Kultusgemeinde des Landes, Dr. Desider Friedman», Wien, berufen. In den Kulturrat wurde als Vertreter der jüdischen Konfession Hofrat Dr. S. Frankfurter, ernannt, eine Persönlichkeit, deren bisheriges Wirken auch uns gesetzestreuen Jaden die Befriedigung gibt, daß dort, wo jüdische Angelegenheiten verhandelt werden sollen, kein Part ei mann, sondern ein Mann berufen wurde, der mit vollem Verständnis die Belange der Orthodoxie objektiv prüfen und za ihnen ebenso objektiv und verständnisvoll Stellung zu nehmen, in der Lage ist. Herr Hofrat Frankfurter, der erst vor kurzem sein fünfandzwanzigjähriges Jubiläum als Beirat der amtliehen Stelle, die mit den jüdischen Kultusangelegenheiten beschäftigt ist, gefeiert hat, ist eine Personlichkeit, die jenseits des Parteihaders steht und deren Wirken bisher nur Anerkennung gefanden hat. Wir begrüßen ihn in seiner neuen Würde and hoffen, daß er in der ständischen Vertretangskörperschalt, den Traditionen der jüdischen Gesamtheit treu bleibend, dafür sorgen wird, daß die Welt draußen von Juden und Judentum ein richtiges Bild and die jüdische Bevölkerung nach innen Verständnis für die historischen Aufgaben seiner selbst erlangen wird. Es lag in der Eigenart des früheren Parteien- Staates, daß die Organisation und nicht die persönliehe Qualität entschied. Hoffen wir, daß der neue Staat, der die persönliche Qualität höher als den parteidoktrinären Standpunkt stellt, so den Weg zur Verständigung aller zu allen und insbesondere von den Qualitäten zu den Qualitäten frei machen wird, damit das Judentum in Oesterreich als konfessionelle Einheit jene Anerkennung findet, die ihm im Parteienstaat der Vergangenheit versagt blieb. Herr Hof rat Frankfurter ist jedenfalls eine Persönlichkeit, die diese Hoffnung berechtigt erscheinen läßt. Der 1, November 1934 wird für alle Zeiten einen denkwürdigen Tag in der Geschichte Oesterreichs darstellen. Es ist der Tag, an dem das Werk des Wiederaufbaues Oesterreichs in das Stadium der Wirklichkeit getreten ist. Auf dem ganzen Erdenrund bildet die fortschreitende wirtschaftliche Entwicklung von Erez Jisroel das Gesprächsthema. Juden und ׳ Nichtjuden sprechen über das Aufblühen des Heiligen Landeg. —- und sie übertreiben nicht! Die Entwicklung des jüdischen Jischuw schreitet mit Riesenschritten vorwärts. Die Zahl der jüdischen Einwohner mehrt sich zusehends, neue Fabriken werden eröffnet, neue Kolonien werden gebaut, zehntausende Dunam Boden werden von Jahr zu Jahr in blühende Pardessim umgewandelt. Diese übernatürliche Entwicklung kann nicht übersehen werden. Allein im Jahre 5694 sind mehr als 50.000 Juden eingewandert und Fachleute schätzen bereits heute die Zahl der jüdischen Einwohnerschaft auf rund 350.000 Seelen. Die Einwanderung der letzten Jahre war eine wirtschaftlich gesunde. Zahlreiche Kapitalisten haben im letzten Jahre mehr als 10 Millionen Pfund investiert. Mittelständler haben sich im Lande fest verankert, Klein ge werbe betriebe schießen aus dem Boden und vergrößern das Handels- Volumen des Landes. Internationale Gesellschäften setzen sich in Erez Jisroel fest, investieren große Kapitalien und geben ihren Vertretern und ihren Arbeitern Beschäftigung. Erez Jisroel entwickelt sich zu einem Handelszentrum für den Fernen Osten. In Erez Jisroel geht Großartiges vor sich. Vor unseren Augen spielt sich eine Entwicklung ab, für die schwerlich eine ähnliche in der ganzen Weltgeschichte gefunden werden kann. Seit dem Tage״ wo Jisroel von seinem Boden verbannt wurde, gab es kein so massenhaftes Rückströmen von Söhnen des jüdischen Volkes in das Heilige Land und noch nie hat Erez Jisroel so viel ankommende Schiffe in Jaffa und Haifa gesehen, die tausende Juden mit einem Male bringen. W i r haben erlebt, was unsere Vorfahren nicht erleben durften. Vor unseren Augen geht eine Entwicklung vor sich, die unsere Vorfahren mit ganzem Herzen ersehnt haben, aber doch nicht selbst sehen konnten. Es wäre Vogel-Strauß-Politik, wollte man dieses wirtschaftliche Aufblühen leugnen, wollten Schwarzseher Zweifel an der überragenden Bedeutung unserer Zeit in dieser Hinsicht ausdrücken. Erez Jisroel blüht, verwüsteter Boden kehrt zum Leben zurück, Kinder des jüdischen Volkes kommen massen- Leistungsfähigstes Möbelhaus M« Redler/ Wien 1/ Sdioüenruig 35 Telephon A-12-9-78. Gesamtausstattungen von der billigsten bis zur feinsten Ausführung. Uebernahme sämtlicher Adaptierungen. Eigenes Zahlungssystem. Samstag geschlossen. ״Schomra“-Mitglied. weise und finden hier seelische Ruhe und Befriedung. Erez Jisroel wird ein jüdisches Land, in welchem der jüdische Einfluß in jedem Lebenszweig zum Ausdruck kommt. ' Mehr noch als־ Vogel-Strauß-Politik wäre es aber, wenn irgend jemand, ein einzelner oder mehrere, eine Gruppe oder eine Organisation, glauben machen wollten, daß diese Fortschritte ihrer Tätigkeit zu verdanken sind. Wir haben gesehen, daß die zionistisehen Fonds, der Keren Hajessod und Keren Kajemeth, in Jahren, in denen ihre Einnahmen viermal,so groß waren wie die der gegenwärtigen Periode, dennoch nicht in der Lage waren, ein Aufblühen des Landes herbeizuführen, wie es jetzt der Fall ist. In den Jahren 1926 und 1927 hat der Keren Hajessod große Kapitalien im Lande investiert und er konnte dennoch der fluchtartigen Rückwanderung, tausender Juden aus Erez Jisroel nicht Einheit gebieten. Und umgekehrt: In den Jahren 1933 und 1934, in denen die Eingänge der Jewish Agency auf ein Minimum gesunken sind, sind 40.000 bis 50.000 Juden neueingewandert. Ebenso falsch wäre es, wenn die Revisionisten sich rühmen wollten, ihre extreme Politik habe Erez Jisroel in die heutige glückliche Situation versetzt. Die Tatsachen würden eine solche Behauptung widerlegen. In den Jahren, in denen die Revisionisten mit großem Stimmaufwand für die ״jüdische Mehrheit“ eingetreten sind, hat . eine bedeutende Rückwanderung, von Juden aus Erez Jisroel stattgefunden. Und heute, worüber ״jüdische Mehrheit“ nicht mehr gesprochen wird, ist diese zu einer S el bs t v er s t ändli chkei t geworden, wie wenn sie heute schon bestände. Es gibt noch andere, die sagen: Hitler baut Erez Jisroel! Die Vertreibung• der Juden aus Deutschland habe• der fortschreitenden Entwicklung Erez Jisroels den mächtigen Antrieb gegeben! Doch wer Idar sieht, wird auch diese These als falsch erkennen. Denn die Zahl der Einwanderer aus Deutschland im Vergleiche zur Zahl der Einwanderer aus anderen Ländern ist schließlich auch heute noch eine verhältnismäßig kleine. Und es ist unmöglich, die. fortschreitende Entwicklung des Handels auf das Konto der zehntausend aus Deutschland eingewanderten Seelen zu buchen, die schließlich auch in den letzten zwei Jahren nur etwa 10 Prozent der gesamten jüdischen Einwanderung betragen haben. Wahrlich, es ist ein Wunder. Mit menschlicher Logik lassen sich die Ursachen für diese radikale Um- Wälzung nicht finden. Auch früher einmal wurden hunderttausende Pfunde in Erez Jisroel investiert, auch früher einmal gab's eine Einwanderung von Kapitalisten und Mittelständlern — und welch ein Unterschied? Unvergleichlich! Die damalige Alioh brachte einen Wirtschaftliehen Zusammenbruch mit sich, die heutige — bringt Segen und Fortschritt. Wohlan, dem ist so! Lebten wir nicht in einer Zeit verschlossener Finsternis, jedes Kind müßte er- Räumungsveikauf Othitiar Schilf Wegen anhaltender Stagnation wird das Lager zu tief reduzierten Preisen geräumt. Scheitel bereits von S 60,— aufwärts. Halbperücken (früher S 100.—, jetzt nur S 70,—), Bubi* oder Mädchenperücken (früher S 120.—, jetzt nur S 80.— bis S 100.—), Erstklassiges Material, tadelloser Sitz. Wien I, Kärntnerring 6 gegenüber Hotel Bristol, Tel U43*046. mm®