Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 20 (1934)
- Issue
- 37 (5.10.1934)
- Date
- 1934-10-05
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Wien-Haifa auf dem Landwege in vier Tagen Dufeh;Vermittlung des Oesterreichisehen Verkehrsbürös w#de eine direkte Bahnverbindung zwischen Wied und Palästina geschaffen, deren erster Zug atn 17. November von Wien abgehen soll. Es handelt sich um Sonderzttge der Orient-Expreß-Linie, die Über Ungam, Jugoslawien, Bulgarien, Türkei, Syrien und Mesopotamien in etwas mehr als vier Tagen nach Haifa ge* führt werden sollen. Berührt werden die Städte Budapest, Belgrad, Sofia, Adrianopel-Adana, Alepo und Damaskus. Oie Züge sollen Schlaf* und Speisewagen mit koscherer Küche führen und mit Radio-Empfangs* und Sendestation ausgestattet sein. Wie dem JTA.-Vertreter mitgeteilt ׳wird, kommen diese Sonderzüge auch für die Aliah von Chaluzim und Angehörige des Mittelstandes nach Palästina in Be* tracht, da die Fahrpreise inklusive Verpflegung ent* sprechend billig berechnet werden. So soll die Chaluz* Fahrkarte Wien-Haifa einschließlich Verpflegung 209 Schilling, ohne Verpflegung 195 Schilling betragen. Für gewöhnliche Passagiere dritter Klasse soll die Fahrkarte inklusive Verpflegung und Durchreisevisum 290 Schilling, für die Passagiere zweiter Klasse 460 Schilling kosten. Es Sollen auch Lasten-Sonderzüge eingerichtet werden, die die Ueberführung von hochwertigen Waren von Europa nach Palästina sowie von palästinensischen Produkten, die keinen langen Transport vertragen, z. B. Frischgemüse für Wien und andere europäische Städte, bewerkstelligen. * Um, den religiösen Juden, die ja hauptsächlich das Reisepublikum für diese Route bilden, die Benützung dieser Sonderzüge zu ermöglichen, will das Oesterreichische Verkehrsbüro Speisewagen mit koscherer Küche mitführen. Wir begrüßen diese Einführung, müssen aber darauf hin weisen, daß ein großer Teil der jüdischen Palästina-Reisenden, insbesondere diejenigen aus Ungarn, Tschechoslowakei, Rumänien, Jugoslawien, Deutschland und Polen, die vorwiegend orthodoxe Juden Sind, diese koschere Küche nur dann in Anspruch nehmen werden, wenn das Oesterreichische Verkehrsbüro dieselbe streng orthodox einrichten und sie der Aufsicht des Rabbinates der Adas Jisroel-Schiffs ehul unterstellen wird, ansonsten könnten die vielen tausende orthodoxen Juden diese Züge nicht benützen. President von Freudiger über ungarische Orthodoxie. Der vom Reichsverweser durch Verleihung des Titel eines Oberregierungsrates ausgezeichnete Präsident der■ autonomen orthodoxen israelitischen Kultusgemeinde Budapest, Abraham Freudiger von Obuda, gab dem J. T. A.-Vertreter anläßlich des Jahreswechsels ein Interview, in welchem er die Stellung des orthodoxen Judentums zu aktuellen jüdischen Problemen u. a. wie folgt äarlegte': Die große <Begrängnis, in der sich heute die Judenheit befindet, ist vor allem darin begründet, daß die Mehrheit unserer Glaubensbrüder noch immer von zahlreichen (Berufskategorien ,ausgeschlossen ist und sich im Handelsfache betätigen muß. Dazu kommen die allgemeine Veratmung infolge der Wirtschaftskrise und die Folgen der Friedensverträge für die besiegten Länder. Hach dem Diktat von Tfianoh׳' haben wichtige Handelszentren Ungarns, wie äopfön,'Szegedin, Nagykanlzsa, Pecs usw. ihr natürliches Hinterland verloren, wovon die jüdischen Geschäftsleute außerordentlich schwer betroffen wurden. Wir Orthodoxen, die wir den Sabbäth und die Feiertage durch volle Arbeitsruhe heiligen, leiden am meisten unter den erschwerten wirtschaftlichen Existenzverhältnissen. Die Bewegung für Neuregelung der Produktion ühd für Einführung der 30*Arbeitsstunden*Woche (je sechs Arbeitsstunden an fünf Wochentagen) Würde uns Örthodoxen ein Wahrer ־Segen sein; wir könnten ohne Belastung den Sabbath halten, zugleich würde sich das Glaubensieben der gesamten Judenheit׳ vertiefen. Erfreulicherweise ist in den Reihen unserer Gemeinschaft —> ich denke da vor allem an die nichtorthodoxen Kreise — ein gewisser Konservatismus in Entwicklung begriffen, wie dies nach jeder bedeutsamen weltgeschichtlichen Epoche der Fall zu sein pflegt. Die bedrückten Seelen suchen die Tröstungen der Religion. In dem gegenwärtigen Chaos muß das uralte g*ttliche Gebot ״Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" unser Leitstern sein. Die jüdischen Eltern müssen zu den Grundprinzipien der Thora zurückkehren und der Jugend die verlorene Religiösität zurückgeben. Thora und Tradition der jüdischen Jugend! Erez J i s r o e 1 ist heute ein wirtschaftliches Problem. Hunderttausende unserer jüdischen Brüder sind rechtlos, brotlos und heimatlos geworden. Viele Länder sind ihnen versperrt. Wohin anders sollten sie sich wenden als nach Palästina. Es ist überaus bedauerlich, daß die Einwanderung noch immer so erschwert ist. Wohl müßte eine unkontrollierte Einwanderung zu einer Wirtschaftskatastrophe führen, andererseits aber dürfte das jüdische Einwanderungsproblem nicht mit solcher Engherzigkeit behandelt werden, wie dies heute in Palästina geschieht, ungeachtet des dort herrschenden fühlbaren‘ Mangels an geschulten Arbeitskräften. Es sollten unbedingt so viele Juden freien Zutritt erhalten, als das Land zu erhalten vermag. Vorsicht und Umsicht! In der Zeitschrift Nathan Birnbaums, ״Der Ruf", lesen wir folgende beherzigenswerte Zeilen: Das palästinensische Arbeiterblatt ״D.awar" bespricht die Ansiedlung von Poale Agudas Jisroel in Machne Jisroel im Em,ek und bezeichnet es als ״eine moralische Verpflichtung gegenüber der Alijo, der Arbeit und der Siedlung, die hilfreiche und erfahrene Hand diesen orthodoxen Arbeitern, die als Anfänger dastehen, entgegenzustrecken“. — Es kann kein Zweifel daran sein, daß die Hilfsbereitschaft, die in den Worten des ״Dawar" zum Ausdruck kommt, alle Anerkennung verdient. Und ebenso nicht daran, daß die ׳Siedler von MäChne Jisroel die ihnen angebotene Hilfe dringend ■benötigen. Doch darf man wohl voraussetzen, daß weder die ״Histadrufch haowdim" noch die orthodoxen Arbeiter dabei an irgend eine :organisatorische Einordnung der letzteren in das Gefüge 'der sozialistischen Arbeiterschaft denken. Jedenfalls werden große Vorsicht und Umsicht von gläubiger Seite nötig sein, damit sich nicht mit der dankenswerten Hilfe ein vielleicht ungewollter weltanschaulicher Einflüß geltend mache. <‘t י HURRA! ikrek Fleischkonserven HURRA! sind wieder da per Dose 85 g, S l.-r״und S 1.30! S. DIAMANT,! Große Schiffgasse 10* Telephon A-48-1-91 Agudistische Presse Zur Delegiertenversammlung der Agudas Jisröel Die nachfolgenden Ausführungen eines in. der Tschechoslowakei aktiv tätigen Agudaführers zeugen von einer gründlichen Kenntnis der Materie. Wir veröffentlichen sie, obwohl und gerade weil sie sich vornehmlich mit unserem Blatte befassen. Wollte G-tt, daß diese Zeilen voll beherzigt werden.—: Redaktion. Die agudistische Delegiertenversammlung, die am 29. Tischri in, Bratislava zusammentreten wird, hat Über eine' Menge wichtiger, die Orthodoxie berührender Probleme zu beraten und zu beschließen. Neben den Fragen der' praktischen Arbeit auf den verschiedenen Gebieten agudistischer Betätigung wird sich die Delegiertenversammlung auch mit der überaus bedeutungsvollen Frage des notwendigen' Ausbaues der; Landesorganisation beschäftigen müssen. Im Vordergrund dieser Frag muß' natürlich das agudistische Propaganda- und Pressewesen stehen. Ohne eine ,systematische Propaganda und eine auf der Höhe ihrer Aufgabe befindlichen agudistischen Presse ist an einen Ausbau der Landesorganisation nicht zu denken. Es ist daher notwendig, daß vorerst durch Erledigung dieses Punktes die Grundlagen für den Ausbau der Landes- Organisation geschaffen werden. Die Propaganda soll sich über alle Kreise der slowakischen Orthodoxie erstrecken. Es darf in der Slowakei keinen orthodoxen Juden geben, der nicht von dieser Propaganda erfaßt und für die Arbeiten der Aguda und deren Ideologie gewonnen werden würde. Die Delegiertenversammlung wird darüber zu beraten haben, in welcher Weise diese Propaganda-Arbeit vor sich gehen soll. Es würde sich empfehlen, wenn die Konferenz einen detaillierten Arbeitsplan beschließen möchte. Natürlich ist ein besonderes Augenmerk auf die Propaganda durch das gesprochene Wort — durch Vorträge und durch persönliche Aufklärung — zu richten. Allein die Hauptrolle wird doch zweifellos der Presse und der agudistischen Literatur beigelegt werden müssen. Die slowakische Aguda hat bereits in den Anfängen ihrer Arbeit vor nunmehr fast 15 Jahren — die Bedeutung einer eigenen Presse erkannt und hat sich in der ״Jüdischen Presse" ein eigenes Blatt geschaffen. Aus wirtschaftlichen Gründen wurde die ״Jüdische Presse" damals mit dem Blatt' der österreichischen Aguda vereinigt. Die. fast vollkoinmen gleiche Orientierung der beiden Landesorganisatiönen in den verschiedenen jüdisehen Fragen — die unverändert auch heute noch besteht — hat dieser Fusion das Wort gesprochen. Die gemeinsame Arbeit hat sich auch im großen und ganzen, gut ausgewirkt. Aus opportunistischen Gründen ist. die ״Jüdische Presse" nicht .als offizielles Organ der. slowakischen oder der österreichischen Aguda herausgegeben worden, sondern es wurde eine Redaktion in Wien und eine solche in Bratislava geschaffen, die gemeinsam die ״Jüdische Presse" redigierten. Leider hat die Landesorganisation während der letzten Jahre, ebenso wie die anderen Gebiete des Propagandawesens, auch die Pflege und die Förderung der Presse sehr vernachlässigt. In der österreichischen Aguda lagen die Verhältnisse ähnlich, bis sich dort vor zwei Jahren eine ,Arbeitsgemeinschaft gebildet hat, die. mit neuem' Elan an die Arbeit ging. Der slowakische T e i.l aber hat k e i n e wesentliche Aenderung zum Guten erfahren. Die Redaktion beschränkt sich hauptsächlich darauf, Nachrichten zu bringen, die wohl interessant sind, die aber doch nicht fast den ganzen Rahmen des slowakischen Teiles ausfüllen dürfen. Die slowakische Aguda hat so durch ihre Untätigkeit ihr eigenes Blatt vernachlässigt, statt dasselbe für : ihre Zwecke auszunützen. Die Delegiertenversammlung wird sich mit diesen Umständen zu befassen und gründlieh Wandel zu schaffen haben. Sie wird sicherlich zu einem günstigen Resultat kommen, damit das agudistische Organ ausgebaut und verbreitet wird, auf daß es seinem Zwecke, Religiosität zu verbreiten und agudistische Propaganda zu leisten, vollkommen gerecht werde. Eine ersprießliche Zusammenarbeit mit den österreichischen Agudisten ist möglich — wenn dies auch verschiedentlich bezweifelt wird — und ״wünschenswert. Sie würde sich sicherlich für beide Landesorganisationen segensreich auswirken, Die Konferenz möge diese Frage eingehend prüfen und einer Lösung zuführen, sich aber, G-tt behüte, nicht darauf beschränken, große Projekte auf lange Sicht zu schmieden und hiebei das eigene Organ, das die 4guda sich selbst geschaffen hat, zu verlieren. Infolge der Feiertage gelangt diese Nummer einen Tag später in die Hände unserer Leser Generalversammlung bei der Agudas-Jisroel-Jugendgrappe in Galanta. Sonntag, den 7, Tischri 5695 hielt die Agudas- Jisfoel-Jugendgruppe Galanta ihre ordentliche Generalver• Sammlung verbunden mit der Neuwahl ah, bei welcher folgende Herren in die Repräsentanz gewählt wurden: Ernö KoväCs (Präses), Ludwig Deutsch (Vizepräses), Albin Löwinger (2. Vizepräses), Karl Waldmann (Kassier), David A. Kalisch (Kontrollor), Siegfried Löwbeer (Schriftführer), Jenö Kahan (Keren Hajischuw), Ausschuß: Brück Emil, Jenö Kalisch sen., Ernö Müller, Simon Löwinger, Stern Hermann A., Stern Jenö. Die Agudas-Jisroel-Mädchengruppe Wien beginnt mit ihren diesjährigen Schabbosvorträgen am Schabbos Bereschis um J^ll Uhr vormittags im Lokale der ״W i e n e a", Wien, II., Obere Donaustraße 91. Herr Doktor Deutschländer eröffnet unsere Vortragsreihe mit einem Vortrag über Moses ben Maimonides (Rambam), anläß* lieh der Wiederkehr seines achthundertsten Geburtstages. Statt Karten. PHILIPP und LONA LEITNER beehren sich, zu der Samstag, den 13. Oktober 1934, in der Schiffschul stattfindenden?בל מצוד iüres Sohnes ALFRED höflichst einzuladen. Gratulation: 24/ג Uhr nachmittags in der Restauration Wienea. Statt Karten. FRL. ROSA EHRENTREU, WIEN, HERR HERMANN SCHLESINGER, NOVISAD, laden hiemit alle Freunde und Bekannten zur TRAUUNG, welche s. G. w. am 9. Oktober (Rosch Chodesch Cheschwan) um 1 Uhr in der Schiffschul (II., Gr. Schiffgasse 8) stattfinden wird. Gratulation bei N. Weizenhof, Unt. Augartenstraße 23/83., Juwelen, Uhren, Gold- und Silberwaren, ins־ M f|gf f * fllflVifHVI11 besondere כלי קודש, Sederschüssel, Menoras, riUllltt WUlIllUiy Leuchter und Bestecke in großer Auswahl, auch Gelegenheitskäufe, stets vorrätig II» T3b0f8tl0״B0J14' BPEZIALHAUS FÜR WOLLE UND STRICKGARNE MORITZ NAGEL Wien, n., taborstrasse 17, tel. a-45-8-69 F AB RIKS NIEDERLAGE WIRK- UND STR ICKM ODEN Längere Spezial-Frisier- und Aurumier-Salon Wien, II., Franz-Hochedlinger-Gasse 25 Haarschneiden S 1.—־־, Aurumieren 60 g,, Kinder-Haar״- schneiden 80 g. Im Abonnement besonders, billige Preise.. Samstag geschlossen. ■ Streng כשר Streng ־■ אפילו למתדרין מן חמחדרין I Speisehaui Hirsch! ■ PRAG, I. Bllkovä 19 י g Haltestelle der Tramway Nr. 1 und 4 vom Bahnhof a Rn ibbbbb BBBBmmBBBBBNBBBBBBaana■ ■■■■91g» Perfekte Köchin wird für einen streng rituellen Haushalt per 1. Oktober aufgenommen. Näheres per- Adresse: A. Ehrlich, Reichenberg, Schulgasse 8. Tag TiSChri 1 GheschwJ Oktober | דף יומי משנה יומית .RolenMm קדושין שביעית משנה פרק Freitag 26 6 .לג ב ג Samstag 27,.. ß לד י II .פ׳.בראשיו^- מברכין החודש Sonntag 28 fl לד, א ד Montag 29 8 ילו ,׳ב ■ י■ 11 Dienstag SO 9 לז ג. י ׳; א,’ דראש הודש Mittwpdi 1 10 ’לח ד » כ׳ יי Donnerst. 2 11 לט ה » Freitag 8 42;מ ו מ Samstag 4 18 מא ז w ם׳ נח E00 תחלת זמן" הנחת תפילין. Uhr״® (nur dringendenfalls) N u1 für סוף זמן קריאת שמע Wien 8 10 (5 סוף זמן קדוש ׳לבנה נהשון Montag, 22. Oktober Adas Isroel (Schiffschul). Gebetstunden in der Zeit vom 26. Tischri bis 3. Cheschwan 5695. Freitag, den 26. Tischri Mincha 5.15 Uhr. ש׳ק ם׳ כראשית Morgen* gebet 6.30 und 9.30 Uhr. Mincha 3.30 Uhr 6.05 •מוצש׳ק. An Wochentagen Morgengebet 6 Uhr, Mincha 5.30׳ Uhr, «nun \lM\ ädnoi Eigentümer, Herausgeber und Verleger: David Türkl (für eine Arbeitsgemeinschaft),, Wien, n., Malzgasse 12 a. —Verantwortlicher Redakteur: Karl Richter. Wien,•II., Franss׳־״ HochedUnger*Gasse 2. — Druck: Druckerei-und Verlags-A,-G. Ig, Steinmann, Wien, IX., Universitätsstraße 6*8.