Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 20 (1934)
- Issue
- 36 (21.9.1934)
- Date
- 1934-09-21
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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m m 1 V- '* «daß die Nerven versagen, Wenn quälendes Herzklopfen und hoher Blutdruck Besorgnisse erregen, wenn Schlaf« Störungen Ihr Wohlbefinden im allgemeinen nachteilig be•* einflussen und das zuneh• mende Alter mehr Sorge für Ihre Gesundheit erfordert, ist es höchste Zeit an Kaffee Hag zu denken. Der echte Kaffee Hag schützt Sie vor der Wirkung des Coffeins, weil er garantiert coffeinfrei ist. Kaffee Hag schont Herz und Nerven, läßt Ihnen aber den köstlichen Genuß eines echten, feinen Bohnenkaffees und verursacht keine Schlafstörungen. , . . Darum ab heute vos Woche z« Woche —> In palästinensischen Gefängnissen, hauptsächlich in Akko, befinden sich gegenwärtig insgesamt 167 Juden, unter ihnen 56 Frauen, wegen illegaler Einwanderung. Auch 19 9 Nichtjuden befinden sich jvegen illegaler Einwanderung in Haft. 17 jüdische jiinge;,illegale“ Einwanderer, die mit dem griechischen Dampfer ״Union“ eingetroffen sind, sind in den Hungerstreik getreten. — Edwin Samuel, der Vizedirektor des Ein- Wanderungsamtes der Palästina-Regierung — ein Sohn ■von Herbert Samuel. — weilt gegenwärtig in Warschau, um das Problem der Emigration von Polen nach Palästina zu studieren. Er besuchte den jPräsidenten der Jüdischen Gemeinde/ Mazur, mit dem er längere Zeit konferierte. — Die zionistisch-sozialistischen Organisationen ״Poale Z io n“ und ״H echaluz“ in Lettland wurden von der Regierung verboten. — Vorige Woche wurden auf dem Wiener jüdisehen Friedhof ■mehrere Grabsteine schwer beschädigt. Es dürfte sich nicht tim politische Täter handeln, sondern wahrscheinlich um einen Racheakt eines entlassenen Gärtners. , — Im Juni i 9 3 4 sind von Oesterreich 35 Personen nach Palästina ausgewandert. — In Xantie in Griechenland haben Exzedenten die Synagoge während des Rosch-Haschonoh-G-ttesdienstes angegriffen und sämtliche Fensterscheiben zertrümmert. Die Täter konnten nicht festgenommen werden. — In Saloniki ist es am Rosch-Haschonoh bei einer jüdischen Lew a.j oh zu einem Zusammenstoß ge- ־kommen, als antisemitische Huligans den Leichenzug dngriffen, — Der Oberrabbiner von Tunis, Jissef Guez, ist gestorben. Das Begräbnis gestaltete sich sehr eindrucksvoll. ׳—׳ Das Städtchen Lucke bei Telsche in Litauen, dessen Bevölkerung hauptsächlich aus Juden besteht, ist fast ganz niedergebrannt. Der Brand wütete zwei Tage und־ zerstörte drei Viertel des Ortes. Die Synagoge und einige kleine Bethäuser sind nieder gebrannt. — In Sambo r ist am Rosch-Haschonoh während des Taschlich eine Brücke, auf der sich 150 Juden befanden, ein gestürzt. 40 Männer und Frauen stürzten ins Wasser, konnten aber gerettet werden. Zwei Personen erlitten schwere Verletzungen. — In den ersten acht Monaten des laufenden Jahres sind 5 0 0 0 Juden in Biro-Bidschan eingewandert. Im Siedlungsplan ist die jährliche EinwanderUng von 9000 Juden vorgesehen. U.. Grün, II., Taborstraße Atelier für feine Herrengarderobe, 8 b, Tel. R-42-3-66, E In eigen er S! Öle Versammlung de# Wiener Kultusgemeinde- Zionisten vom 8. Mai dieses Jalifes dürfte noefi in jßfinüenmg sein. Die zionistischen Machthabe# de# Wiehe# Israelitischen Kultusgemeinde hätten Sich genötigt gesehen, sich eine ,,Vertrauenskundgebung“ veranstalten zu lassen, bei der alle jene orthodoxen Rabbiner, die Von de# Kultusgemeinde finanziell abhängig sind, den Herren Zionisten für die Beträge, die sie Von der Kultusgemeinde bekommen, ihr ״Vertrauen“ beweisen mußten, Die Veranstaltung endete mit einem!Fiasko für die Veranstalter, denn der Gedanke der Bildung einer selbständigen orthodoxen Gemeinde in Wien hat durch diese entwürdigende Behandlung der orthodoxen Rabbiner viele neue Anhänger bekommen. Der zionistische Vizepräsident der Kultusgemeinde hat in dieser Versammlung eine Rede gehalten und in dieser beleidigende Aeußerungen gegen die ״Jüdische Presse“ fallen lassen. Wir haben in unserer Nummer vom 11. Mai d. J. über diese Ver- Sammlung und über die Rede des Dr. Löwenherz einen Bericht gebracht, in welchem ein Satz enthalten war, der preßgesetzlich eine Ehrenbeleidigung des Dr. Löwenherz beinhaltete. Als religiöse Juden haben wir hierauf durch unseren Anwalt dem Herrn Dr. Löwenherz vorgeschlagen, die Sache vor einem rabbinischen Schiedsgericht (Din-Thora) aüszutragen, was aber Herr Dr. Löwenherz mit der Bemerkung ~ a b 1 e h n t e, er würde sich auch einem Din-Thora des Oberrabbiners der Kultusgemeinde, Dr. Feuchtwang, nicht unterwerfen. Nachdem nun unsere Bemühungen, diese inner jüdische Angelegenheit nicht vor ein weltliches Gericht zu bringen, ergebnislos geblieben waren, mußten wir die Klage gegen Herrn Dr. Löwenherz überreichen, während er gegen uns die Presseklage einreichte. Am vorigen Donnerstag sollte nun in dieser Sache vor dem Bezirksgericht I die Verhandlung stattfinden. Herr Dr. Löwenherz hat es schließlich doch vorgezogen, die Sache durch einen Vergleich aus der Welt zu schaffen und hat die bei der Versammlung im Motel^ am liäl & & geäußerte« Beleidig gungOfi gegen die ״Jüdische Presse“ teilt dem Aüsdrticlt des Bedauerns zurückgezogen. Wir haben unä fnifc dieser Erklärung zufrieden gegeben und haben Herrn Dr. Löwenherz im gleichen Sinne eine Erklärung g& geben, die wir an anderer!Stelle abdrucken. Es ist jedenfalls bedauerlich, wenn Vorsteher einer jüdischen Kultusgemeinde prinzipiell ein Din-Thora ab* lehnen. In jeder änderen Gemeinde, die noch als halb* Wegs religiös gelten will, wäre dies ausgeschlossen. Allerdings fallen bei der Wiener Kultüsgemeinde die Rabbiner in die Kategorie der ״Beamten“ und ihre' Ent- Scheidungen spielen nicht, Wie anderswo, die Rolle von Entscheidungen eines ״Moro de’Assro“. Personalnachrichten. Bar-Mizwah. Am vergangenen Schabbos fand die Bar-Mizwah des!Sohnes des Herrn Julius Taube r, Rudolf, statt. Der Bar-Mizwah wurde in der ׳Schiffschul zur Thora aufgerufen und hielt nachmittags vor einem zahlreichen Publikum eine Droschoh. LJ je nächste Nummet der Jüdischen Presse« erscheint am Freitag, den 5. Oktober d, Jt Redaktionsschluß wie immer Mittwoch mittag. Schulfahrten ohne Angst. Die Schulfahrzeugnisse haben die gesetzlich vorgeschriebenen Doppelpedale, die dem Lehrer das blitzschnelle Eingreifen ermöglichen. Unfälle hat der Lehrer zu vermeiden und der Schüler kann ohne Angst und ohne Hemmungen das Fahren leichter und schneller erlernen. Die Fehler der Schüler werden rasch und sicher abgestellt. Diese Behelfe und überdies das mit Kraftström angetriebene, im Lehrsaal am, Stand laufende Lehr- Chassis zur spielend leichten Erlernung der PrÜfungstheorie haben die renommierten: Neud.egger Automobilu. ׳Fahrschulen, Wien, VIII., Neudeggergasse 18 (Ecke Lerchenfelderstraße 18), Tel, Nr. B-46-5-72 und Inzersdorf (N i ed eröst erreich). W'al Hamdinaus ♦ ♦ ♦ Fortsetzung der Länderberidile Schweiz. Die wirtschaf tlichen> Verhält nisse in der Schweiz^ die mit der Weltwirtschaft enge verknüpft sind, haben ,sich im abgelaufenen Jahre stabil gehalten. Mit Freude können wir konstatieren, daß alle Bestrebungen, die antisemitische Welle aus dem deutsehen Nachbarreiche in die!Schweiz zu verpflanzen, an dem durch ׳und durch demokratischen Wesen der Schweizer Bevölkerung zunichte geworden sind. Sämtliche Parteien, sowohl die bürgerlichen als auch die sozialistischen, kämpften!vereint gegen die antisemitisehen Bestrebungen, da diese nicht nur gegen die ♦Schweizer. Judenschaft gerichtet .waren, sondern vielmehr, die Grundfesten unseres Landes erschüttert hätten. Die!Schweizer Bevölkerung lehnt das ״Führerprinzip“ voll-! ständig ab. Auch die von den antisemitischen Gemeinderaten im Züricher Gemeinderat vor zirka einem Jahre, wo diese Bestrebungen in den Kreisen der Arbeitslosen . noch einigen Anhang hatten, gestellten Anträge, die auf eine Schmälerung der Rechte der Judenschaft hinausliefen, konnten immer nur die drei Stimmen der Antragsteiler erreichen. Die religiösen Verhältnisse in der Schweizer Judenschaft, die einerseits ׳bloß ein halbes Prozent der Bevölkerung bilden und von denen wieder nur ein Teil der orthodoxen Richtung angehört, sind, durch die vollständige Abschnürung der Einwanderung aus dem Osten, die. auf die hiesige Judenschaft im religiösen 1Sinne befruchtend einwirken ׳könnte,•nur teilweise zufriedenstellend. Um so größere Verdienste hat sich der Gründer und Leiter der Montreuxer Jeschiwoh, Herr Botschko, der auch der Landesleitung der Agudas Jisroel angehört, erworben, da in dieser Anstalt die Jugend in streng religiösem Sinne erzogen und durch sie pulsierendes jüdisches Leben in unsere Städte getragen wird. Diese Jugend gibt uns die sicherste Gewähr, daß. das orthodoxe Judentum in der Schweiz sich in aufwärtsstrebender Linie entwickeln wird. Ch. J. E i s s, Zürich. Frankreich. Die blutigen Ereignisse in Constantine haben die Aufmerksamkeit der jüdischen öffentlichen Meinung auf einen Teil des französischen Judentums gelenkt; welcher teilweise seine jüdische Eigenart erhalten hat, diese aber immer mehr verliert, da die großen jüdischen Organisationen bis jetzt fast nichts unternommen haben, um das jüdische Bewußtsein und die jüdischen Kulturwerte in diesen Gebieten zu erhalten und zu stärken. In dem nordafrikanischen Frankreich leben fast 300.000 ־. sephardische Juden. Die algerischen Juden sind fast gänzlieh assimiliert. In Marokko und Tunesien׳ hingegen kämpfen die Anhänger der Tradition einen ,heroischen, Kämpf gegen äie'Assimiianten, welche, gestützt auf das von der Regierung subventionierte Schulwesen der Alliance Israölite Universelle, den Jeschiwos und Talmud-Thora- Anstalten immer mehr Boden entreißen. Eine intensive Agudah- und Beth-Jakob-Bewegung könnte in diesen Ländern viel Gutes leisten. Die führenden Persönlichkeiten dieser Bewegungen haben aber bis jetzt, mit Ausnahme von Erez Jisroel, keinerlei Beziehungen mit dem sephardisehen Judentum aüfgenommen. In dem kontinentalen Frankreich hat die im letzten Jahre begonnene Einwanderung deutscher .Juden sehr wenig Einfluß auf die Entwicklung des jüdisehen Lebens gezeitigt. Die von der Vereinigung ״Les amis de la tradition juive“ (Agudas Jisroel) gegründeten Hachschoro-Zentren^ für orthodoxe Chaluzim bestehen weiter. Der größte Teil der Chaluzim ist schon nach Erez Jisroel abgereist. Neue konnten leider sehr wenig aufgenommen werden, da die Aufenthaltserlaubnis für Frankreich den Chaluzim in diesem Jahre allgemein verweigert wurde. Die schönen Erfolge, welche die Chaluzim-Ausbildung gezeitigt hat, hat das Interesse für den Erez-Jisroel-Aufbau in solchem Maße verstärkt, daß die oberwähnte Organisation die Gründung eines speziellen Büros zur Sammlung von Geldern für Erez Jisroel beschlossen hat. Tschech o Slo wakei ־% Die Delegiertenversammluiig der Agudas Jisroel. Der Landesvorstand der Agudas Jisroel hat beschlossen, die Delegiertenversammlung der slowakischen agudistischen Landesorganisation für Montag, den 2 9. T i s.c h r i (8., Oktober) nach Br a t i s 1 a v a einzuberufen. Unter Berücksichtigung der verschiedenen Umstände hat der Landesvorstand Bratislava als Tagungsort bestimmt. Die öffentliche Eröffnungssitzung findet am vorhergehenden Sonntag, 5 Uhr nachmittags, statt. Die beratenden Sitzungen beginnen, Montag, 9 Uhr vormittags. Die Lokale, in denen die Sitzungen stattfinden, werden den Delegierten noch bekanntgegeben werden. In der Eröffnungssitzung ergreifen die Vertreter der Landesorganisation, der Weltorganisation, die Mitglieder des Landes thorarat es (Rabbinischer Rat) und die Sprecher der eingeladenen Körperschäften zu Begrüßungsansprachen das Wort. In den weiteren Sitzungen wird darauf geachtet werden, daß überflüssige Ansprachen formeller Natur vermieden sind wieder per Dose 85 g, S •!.-* und S 1,30 S. DIAMANT, u, Große Schiffgasse 10, Telephon A-48-1-9! werden. Die Zeit soll ausschließlich mit streng sachlichen Beratungen ausgehützt werden. Als Tagesordnung sind folgende Punkte vorgesehen: 1. Landesorganisation: a) Berichterstattung über die bisherige Tätigkeit und Entwicklung und über das Verhältnis der Landesorganisation zu den Weltzentralen und den Ortsgruppen. b) Berichterstattung einzelner Ortsgruppen über; ihre Tätigkeit und Entwicklung. ׳ c) Ausbau der Ländesorganisation, d) Jugendorganisation. e) Frauenorganisation, f) Vorlage der Landesstatuten. g) Wahl der Körperschaften, 2, Praktische Arbeit: a) Chisttk Hadaß und Erziehung. b) Erez Jisroel, c) Soziale Fürsorge, ׳ d) Scheumre Schabbos und Stellenvermittlung. e) Varsicherungsabteilung. f) Eventualia. Resolutions- und Beschlußanträge müssen bis E r e w - S u Ros beim Landesvorstand eingereicht werden, Die Wahl der Delegierten hat so zu erfolgen, daß die Namen der Delegierten bis 2 4. Tischri mittels Protokollauszuges dem Landesvorstand bekanntgegeben werden. Universitätsprofessor Dr. Alojz J. Chura, Vorstand der Universitäts-Kinderklinik in Bratislava, zurückgekehrt. Ordiniert halb 4 bis halb 5 Uhr, aaswiMÜü