Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 20 (1934)
- Issue
- 36 (21.9.1934)
- Date
- 1934-09-21
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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NMsak»*# *?ntatn« tmtotaat rtadit Ö0*t * tifatfMiWv ****Häm m> mn^fiEu. ▼erfelHMC 511 ״H7. ORGAN FÜR DIB INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion und Administration: Wien, II., Malzgasse 12a, Telephon A-46-0-18. Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 381. Jugoslawien: Subotica, Zrinjski trg 31. Erscheint jeden Freitag. Redaktionsschluß: Mittwoch Mittag. Abonnementpreise: Ganzjährig: für Oesterreich S 16, Tschechoslowakei Kc 80, Jugoslawien Dinar 150, das übrige Ausland Schw, Fr. 14. Einzelnummer öst. Gr. 40. Zahlungen für ״Jüdische Presse״, Wien, auf fob gende Poatsparkassenkohti: Wien Nr. D-93.614, Brünn Nr. 126.058, Berlin Nr. 122.619, Budapest Nr. 50.170, Warschau Nr. 190.409, Zagreb Nr. 40.217, Zürich Nr. Vm, 4117. Nr. 36 Wien-Bratislava, 21. September 1934 .ב״ה ווינא־פרעסבורג י״ב תשרי תיציה 20. Jahrs• ulllllIlllllllllllllilllllinillllllllllllllllllllllllllllllllllllllillllllllllllKlIllillllllllllllllllllllllL ס כ ו ת :ווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווו1ווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווח Fast unerklärt geht durch das jüdische Schrifttum der Gedanke, daß der erste Tag des Sukkosfestes, der ״erste Tag der Sünde“ sei, gewöhnlich dahin gedeutet, daß an diesem Tage die Nachwirkungen des Tages der Sühne bereits verblassen. Das wäre aber wohl kaum der richtige Begleitakkord zu einer Zeit, die, uns eine Symphonie der Freude sein soll. Es mag deshalb wohl auch jener Deutung Raum gegeben werden, welche in jenem Ge־־ danken also lesen will, daß dieses Fest uns an den Tag der ersten Sünde erinnert, und zwar so, daß das Fest uns in unseren Träumen an den Ort der ersten Sünde, in E d e n s Auen, zurückversetzt und uns die Kraft gibt, von diesem Ort dauernd Besitz zu nehmen. Kühn, unendlich kühn dieses Versprechen und doch so wahr. ־ Schönheitstrunken machten Edens Farben und־ Gewächse die ersten Menschen und wollten ihnen., die ,Erkenntnis geben,_wie das Schöne Vorstufe und Begleiterscheinung‘" des Guten ist. Das ganze Geheimnis der Aesthetik, der Zauber der Linienharmonie, wenn anders er durch die Sinne in die Seele dringt, die innigste Verbindung des Lebens in der Form mit sittlichem Streben, mit einem Worte, die jüdische Aesthetik, die ästhetische Kultur der Thora. Von all dem erzählten einst jüdische Mütter ihren Kindern, wenn sie sie zum Schmuck der Hütte riefen. Schönheit, im Dienste der Mizwoh, Schönheit in Farbe und Linie, das ist die erste Rückkehr zum Eden, doppelt ernst in einer Zeit, in der innere Unrast der Seele auch die Verzerrung aller Harmonie Sie;können Ihren Verwandten, Bekannten und Freunden in der Sowjei>Union durch ״TORGSIN" (Warenhäuser in allen Städten der U. d. S. S. R.) alle gewünschten Lebensmittel, Bekleidungsgegenstände und Bedarfsartikel spesenfrei ausfolgen lassen. < Bestellungen, Auskünfte und Preislisten in der Handelsvertretung der U. d. S. S. R., Wien, I., Wallnerstraße 9, Telephon U-21-5-55. Einige Preise: (Umgerechnet in österr. Schilling zum gegenwä-rtigen Kurs) Mehl 1 kg.. von S —.19 bis 1.19 Reis 1 kg . . . . . . , . . ״ S —.47 85.— ״ Würfelzucker % kg.. S 1.32 Honig in Dosen 1 kg . . . , ״ S 1.66 Teebutter in Dosen 1 kg , . ״ S 2.13 3.56 ״ Herrensocken 1 Paar ״ , . ,־ S —.47 4.75 ״ Damenschuha 1 Paar . . . ״ S 17.75 26,10 ״ Herrenschuhe 1 Paar , . . ״ S 19.70 24.9 ״Q schuf. Finster war das Ghetto, ach, so arm an ästhetischen Impulsen, aber in der Sukkoh Schmuck, in der Vorfreude auf Freudenschön־־ heit lebte sich vor dem Ewigen die innere Sehn־־ sucht des jüdischen Herzens aus, zu einer Zeit, da draußen der Sonnenstrahl und dessen Helle gemindert war. Und dabei sagte wohl mancher Vater seinem Kinde: Das, was die Sukkoh zur Sukkoh macht, die Decke, die muß der Erde ent־־ sprossen sein, so wie.es der Baum des Lebens im Eden ist. Aus der Erde gewachsen! In allem Werden und Vergehen ein Bild der Ewigkeit, der Unsterblichkeit, das welterhal־־ tende Lied von Staat und Ernte, von der ewig jungen Kraft der Erde. Und der Vater sah Seine Enkel und die Kinder sahen ihre Ahnen. Mit Unrecht wirft man den jüdischen Menschen vor, es fehle ihnen der richtige Zusammenhang mit der Natur, denn man zeige uns irgend einen begeisterten Bergsteiger oder Seefahrer, dem die Natur so das Geheimnis der E w i g k e i t offenbart, der im Welken nur die kommende Blüte erschaut und so den Tod überwindet. Zwingen wir die Erde in unsere Sukkoh und wir haben das Eden wieder־־ gewonnen. Aber wie? Wenn, wie es das Wort besagt, wir die Sukkoh ״lischm oh“ gestaltet haben. Wenn in allen Träumen,!in allem Singen, in allen Hoffnungen unser Wille zum Ausdruck kommt. Wenn wir die Erde und ihre Früchte in den Bann der Mizwoh zwingen. ״Um einer Idee willen“ und ganz für diese. Idee, un־־ geteilte Hingabe an das Wort der Thora, das uns auch bei der Sukkoh mit schöpferischer Tätigkeit begabt (״taaseh“)! Und wir, die Enkel Adams und Evas, können durch die Flammen־־ weit der Wächter des Edens hindurch der Welt das Eden wiederbringen. P. K. ״In Hütten sollt ihr wohnen!“*) ״In Hütten .sollt ihr wohnen sieben Tage, damit eure kommenden Geschlechter es wissen, daß Ich in Hütten wohnen ließ die Kinder Israels, als Ich sie herausführte aus dem Lande Mizraim.“ Diese Feiertage sind das Fest der eingebrachten Ernte im Agrarstaat, der das jüdische Land war, das höchste Freudenfest. Sie sind aber auch eine Erinnerung an den Auszug aus Aegypten, aus der schwersten Sklaverei zur absoluten geistigen Freiheit und leiblichen Unabhängigkeit. Die Hütten, in denen wir »gehaust, sie sind das Zeichen der ewigen Leitung und des immerwährenden Schutzes, den G’tt seinem Volke angedeihen läßt, von *) Diese Zeilen des bekannten orthodoxen Führers, der mit den Initialen ״W. P." zeichnet, sind der Sukkosnummer unserer Zeitung vom Jahre 1924 entnommen, also vor genau zehn Jahren geschrieben worden. Der dominierende Gedanke ist heute wieder besonders aktuell. Leistungsfähigstes Möbelhaus M♦ Redler/ Wien 1/ Sdiotteming 35 Telephon A-12-9-78. Gesamtausstattungen von der billigsten bis zur feinsten Ausführung. Uebemahme sämtlicher Adaptierungen. Eigenes Zahlungssystem. Samstag geschlossen. ״Schomra*'-Mitglied. dem Tage an, da unser Urvater Awrohom den einigeinzigen G׳tt erkannte und sich und seine Nachkommen für ewige Zeiten dem Dienste G'ttes widmete. Und dieser Dienst des Ewigen, die Uebung seiner Gebote, die Erfüllung seiner Vorschriften über das Verhältnis des Juden zu G’tt und seinen Mitmenschen, hat uns durch die Jahrtausende der Verfolgung erhalten, hat uns davor bewahrt, gleich den großen Völkern des Altertums, unterzugehen. Die Uebung der jüdischen Religion hat uns die Kraft gegeben, unsere Eigenart zu erhalten und unsere Zahl nicht vermindert zu sehen, trotz Scheiterhäufen und Pogrom, trotz Not und Entbehrung. Der Strauß der Erez-Jisroel-Pflanzen, ״Arbah Minim“, lehrt uns, daß nur die Zusammenfassung; aller Juden — der Frommen und Gelehrten, der ungelehrten Frommen und der Schwankenden —, daß nur sie alle zusammen die Gesamtheit bilden, das widerstandsfähige g’tt gefällige Judentum. Dies allerdings mit einer Ausnahme: ״Fürwähr, Deine Hasser, o G’tt, h a s s e i c hi' Jbeihe” Gegner bekämpfe ich.“ Doch Zweck-Haß ist mein Haß; kein persönliches Moment mischt sich in diese Gegnerschaft. Wer mein Ideal, meinen Glauben an G’tt und seine Lehre mir und besonders meinen Kindern, der Zukunft Jisroels, rauben will, den muß ich bekämpfen — mit den schärfsten Waffen bekämpfen. Dieser Kampf kann aber seitens der Orthodoxie nur mit reinlichen Waffen ausgefochten werden — Lüge, Verleumdung sind Waffen, die dem Juden verboten sind. Auch bei diesem Kampfe denkt der fromme Jude daran, daß es sein Bruder ist, den er bekämpfen muß, der mit einem Gedanken der Buße und Einkehr seih vollwertiger Bruder wird. Am Schlüsse des Thoraabschnittes, der dem Feste geweiht ist, heißt es: ״Du sollst nur freudig bewegt sein.“ — Wenn die Judenheit, nachdem sie an den heiligen Tagen Einkehr gehalten, sich von den Schlacken des Vergangenen gereinigt und eine Woche hindurch sich zu wahrer G’ttesfreude emporgeschwungen hat, können wir wahrlich nur freudig gestimmt sein. Dann ist die echte Religiosität gefestigt und die Erhaltung der Judenheit für eine. Generation gesichert. W. P. Konferenz Edwin Samuels mit der Agudaleitung in Warschau. Der Vizedirektor des Einwanderungsamtes der Palästina-Regierung, Edwin Samuel, der sich gegenwartig auf einer Europareise befindet, hat anläßlich seines Aufenthaltes in Warschau mit den dortigen Mitgliedern des ' Grescihäftsführen den Ausschusses der Agudas Jisroel über aktuelle Fragen der Ein- Wanderung konferiert. Edwin Samuel stattete in Begleitung des englischen Konsuls in Warschau, Haraih ton, der Aguda-Leitung in ihrem Büro einen Besuch ab, bei dem alle die Aguda berührenden Einwanderungsfragen eingehend besprochen wurden. Der Einwanderungs-Vizedirektor erklärte, daß er die Bedeutung der Einwanderung von religiösen Juden in Palästina besonders hoch einschätze. Er habe sich auch über die agudistische Palästina-Arbeit, insbesondere über die agudistischen Hachschareth, informiert und werde die Wünsche der Agudas Jisroel der Palästina-Regierung übermitteln, Wegen anhaltender Stagnation wird das Lager zu tief reduzierten Preisen geräumt. Scheitel )bereits von S. 60,— aufwärts. Halbperücken (früher S 100.—, jetzt nur S 70.—). Bubi־־ oder Mädchenperücken (früher S 120.jetzt nur S 80.— bis S 1QQ.״~). Erstklassiges Material, ,tadelloser Sitz. Wien I, Kärntnerring 6 ' gegenüber Hofei Bristol, Tel. U046־־43־, M*;׳>