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Jüdische Presse · 1934-09-07 · 34 (7.9.1934) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
20 (1934)
Issue
34 (7.9.1934)
Date
1934-09-07
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Diese große Sehnsucht ist der Gradmesser des Elends, der Unruhe, der seelischen und politischen Not, in welcher unsere Brüder und Schwestern überall auf dem Erdenrund sind. Wir Juden in Oesterreich haben im verflossenen Jahre ein vollgerütteltes Maß von Not und Leid über uns ergehen lassen müssen. Die großen politischen Revolutionen, die Oesterreich aufgewühlt haben, Juden erschüttert. Doch wir wollen nicht un־־ dankbar sein gegen die wunderbare Gnade des Allmächtigen, die uns das bittere Los unserer Brüder in Deutschland erspart hat. Nirgends im ganzen Bundesgebiet wurde das Leben eines Juden gefährdet oder seine körperliche Sicher־־ heit beeinträchtigt. Wirtschaftliche Not, Öko־־ 9« In diesen Tagen jährtfsich zum erstenmal der Todestag des Chofez•׳׳ Chajim! Die Er־־ innerung. an ihn, der nicht nur. Gaon war im ״Lernen“, sondern auch Gaon in jeder Tugend, Gaon in Frömmigkeit, Gaon in Bescheidenheit, Gaon in Glaubenstiefe, Gaon in jeder geistigen Erkenntnis — diese Erinnerung ist einer der starken Antriebe, uns" auf!die gewaltigen Tage, die nun kommen, würdig vchzubereiten. mählich überwunden werden. Nur muß man s e e 1 i*s ch e K r a f t haben, der Zeiten Un־־ gemach mit u n g e b r ö c h e n e m M u t zu;tragen. : :; k Dieser iVJ.ut ist überall vorhanden, wo eine j üdische Seele haust. Somit wird, das große,־ tragische Problem der jüdischen Gegenwart ein seelisch e s!P r o b1 e m. Hat der moderne jüdische Gegenwartsmensch noch seine reine, göttliche jüdische Seele? Denn die Seele ist ein sehr subtiles Ding, nur jene haben sie, die daran glauben, nur jene besitzen sie, die daran fest־־ halten. Malchioth: Die große Königshuldigung des jüdischen Menschen an dem Rösch־־ Haschonoh־־Tage ist eben der Aufschwung der jüdischen Seele zu ihrem Ursprung, zu dem Weltenkönig, der nicht nur durch die ä u ß e r e n S c h i c k s a 1 e. Länder und Mächte regiert, sondern auch durch die i n n e r e G e s t a 1־־ turigder See 1 e im Menschen wirkt. Oft, nur allzu oft, lebt und webt diese jüdische Seele, verschüttet und gewaltsam niedergehalten; Da kommen aber Sic h r Ö־־ n o t h, das Gedenken an uralte Zeit der Größe, an die ragenden # Menschen jüdischer Ver־־ gangenheit. Und wenn auch die Gegenwart durch Verblendung, durch Irrlicht die jüdischen Menschen vom richtigen Weg abbringt, so reißt sie doch die Erinnerung an ihre einstige Größe zurück. . Doch gesund ist es nicht, wenn ein Volk oder ein Einzelmensch nur in der Vergangen־־ heit lebt. Nur die Zukunft kann Menschen auf ein Hochziel bringen. Das Streben nach einer Zukunft, der Glaube an eine Zukunft, der Wi l l e zu einet Zukunft sind die mächtigen seelischen Fermente, welche; einem Menschen, dem jüdischen Menschen, jugendliche Spahn־־ kraft verleihen können; Es sind, dies S c h o f־־ rot h, die Mächtigen P0sawhentQne d.en Ge־־ schichte, die uns immer zu neuem Leben, zii. neuem WoUeM zu neuer Hoffimhg erweeken. in ihren von denen sie getragen wird, denen sie zu dienen hat. Im Chofez Chajim sahen wir und sehen wir noch heute in unverminderter Stärke das Ideal: וצדיק יסוד עולם den Gerechten, der die Welt trägt! Wenn man sonst einen Menschen schildern, sein Lebenswerk umschreiben; seine Leistung und seinen Einfluß darstellen, von seinen Tugenden zeugen will,;dann sucht man nach der Seite in seinem Wese1?,.^die״am,aüsgepräg־־ testen war,־ und. v:on der aus .man das gesamte Schaffen, die gesamte Persönlichkeit beleuchten kann. Beim Chofez Chajim wäre solch ein Be־־ ginnen zwecklos. Denn die vollkommene Ver־־ bundenheit seines Wesens mit G־־tt und Thora, sein völliges Aufgehen in עבודת ח׳ sejn zeitloser Dienst am jüdischen Volk, dies macht ihn zu dem תמים dem Mann, der überall ganz und vollkommen war! Darum sagt man: er war der Weltgaon, so sagt man nur ein Halbes, sagt man: er war der unerreichte בעל מדות man sagt-wiederum nur ein Halbes, sagt man: er war, ihm selber un־־ bewußt, der große Volksführer, es wäre auch nur ein Halbes! S a g e t: er war der C h o f e z Chajim! Dann sagt Ihr richtig, dann sagt Ihr alles: גדול מרבן שמי nur in seinem Namen um־־ fassen wir sein g a n z e s Wesen! Wem das große Glück gegönnt war, beim Chofez Chajim zu weilen, dem wurde dieses Glück zu dem großen Ereignis, zum Erlebnis seines Lebens! Und man fragt sich nach dem W e s h a 1 b! Die Umgebung: sauber, gewiß, aber doch unendlich einfach, fast dürftig; seine Erscheinung: ein kleines Männchen nur, die Ge־־ stalt tiefgebeugt; seine Sprache: ruhig und ge־־ messen, nur im Verlauf der Rede lauter werdend, aber ganz ohne Pathos und Rhetorik der Inhalt seiner Worte: wenigstens bei ober־־" Gedolim, anderen Baale־־Mussar des Ostens! Und warum doch: diese heilige Erschütterung, wenn man bei ihm war, dieses Gefühl (der Zerknirschung und der brennende Wunsch, Tschu woh zu tun? Man konnte es sich nicht deuten, aber man hatte ein; Ahnen: ,wenn die Schechinoh wanderte von Platz zu Platz, in unserer Zeit Matte sie sich ihn zu .ihrer Stätte gewählt! , I ־־ «« Unzählige Berichte bezeugen, daß der Chofez Chajim Gedanken lesen, נסתרו ח ent* schieiern, über den Tag hinaus schauen konnte. Wir wollen hier nur einen Bericht verzeichnen, wie wir ihn von seinem Lieblingsschüler und Vertrauten durch die Jahrzehnte, wie wir ihn von Rabbi Elchonon Wassermann vor einiger Zeit mit eigenen Ohren vernommen.; 1 ״Es war vor einigen Jahren, auf der letzten großen Rabbinerversammlung in Warschau, an der der Chofez Chajim teilgenommen.J1atte, die Gedole־־Hador hatten sich zu wichtiger Beratung zurückgezogen. Rabbi Chajim Oiser, der Rabbi von Ger, der Rabbi von Beiz, hatten ihre Ge־־ danken vorgetragen, da nahm der Chofez Chajim das Wort. Mit einem Wort der Gemoro nahm er zu den Ausführungen seiner drei Vor־־ redner 'Stellung, obgleich er, der damals schon völlig Taube, kein Wort von ihren Ausführung gen gehört hatte! Als Rabbi Meier Schapiro s. z«!.,־der das Protokoll führte, dies vernahm, er־־ lebte, da sprang er auf, und rief begeistert: ז גלוי שבינה ראיתי כא ז Und ich mußte ihm sagen, daß wir dies ja s c ho n 1 ä n g s t gewußt hab’en!“ S o schloß Rabbi Elchonon seinen Bericht! וצד יקים במיתתם נ ק ראיס חיים Dies Wort wird uns zur vollsten Erfüllung, wenn wir zuin Chofez Chaj im hinauf schauen! Es ist uns so, als ob der Chofez Chajim noch lebte, als ob von jener schmucklosen Stube in Radin noch ausginge all das Leben, :das unsere Seelen füllt, all das Leuchten noch auf־־ strahlte, das aus unseren Herzen die Angst und die Ungewißheit um uns, um die Zukunft ver־־ scheucht! Wenn wir aus dem . ״Chofez Chajim“ die Worte des Myssär und der Ermahnung ver־־ nehmen, wenn wir den ״Mischno־־Bruro“ um den rechten Weg, die Halocho, fragen, dann steht neben uns, über uns, der kleine Mann, der so groß war, dann hören wir seine Stimme, wie sie zu uns klang, wie sie in uns drang, da wir bei ihm waren: ״Nicht jeder kann ein Lamdon sein, nicht jeder kann Mischnajos Jemen, aber 1m ,C hü m e s c h l‘, das k a n n jeder, das Muß ן e d e r“! Diese Mahnung, sie ist uns immer im Ohre; sie möge uns allen zur großen Botschaft unseres Lebens werden, immer, und in diesen Tagen zu־־ mal: Im ״Chümeschl“ wollen wir lernen, nach dem ״Chümeschl“ wollen wir leben, und wenn wir dann und. dadurch streben nach Heiligkeit, nach Ganzheit) nach Vollendung und jüdischer Schönheit, wenn wir dann und dadurch huldigen dem , מלו. חפץ בחיים dann leitet und .segnet uns unser großer, unsterblicher Meister: d e)r C h Q f e'z G h a j i m!?,P’5»• .■;VK;~y ■ Wolf S. Jacobson. . 333- Wegen anhaltender Stagnation wird das Lager zu tief/reduzierten?reisen geräumt, Scheitel bereits von S 60,— aufwärts. Halbperücken (früher S 100,—, jetzt nur S 70,—), Bubn oderMadchenperucken (früher S 120.-, jetzt nur S .SÖ.r- bis S ״״״"״י׳*♦ י*”*♦*‘״’ “״׳—״-׳י ץ ״״י Wien I, gegenüber ־Hotel Bristol,, Tel U43?־«Q46, ... r~$wi; ״ l *״v יי יי ‘r

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